Die „Hasenscharte“ gehört zu den Lippen-Kiefer-Gaumensegel-Spalten (lat. Cheilognathopalatoschisis), einer Gruppe körperlicher Fehlbildungen im Bereich der Mundpartie, in diesem speziellen Fall eine Fehlbildung der Lippenspalte. Sie gehört zu den am häufigsten auftretenden Fehlbildungen, welche bereits während der Entwicklung des Embryos im Mutterleib entsteht. Der Begriff „Hasenscharte“ entstand auf Grund der Y-förmigen Fehlbildung der Oberlippe bis zur Nasenregion. Ungefähr jeder 500. Säugling ist davon betroffen.


Symptome und Ursachen für „Hasenscharte“

Verschiedenste Gründe werden für die Entstehung einer Lippenspalte angegeben, wobei davon ausgegangen wird, dass erbliche sowie externe Faktoren eine Rolle spielen. Einerseits kann eine derartige Fehlbildung vererbt werden, wenn ein Familienmitglied ebenfalls davon betroffen war. Andererseits können verschiedene Ursachen den Embryo während der Entwicklung beeinflussen, wie beispielsweise Sauerstoffmangel oder Rauchen, Alkoholkonsum sowie spezielle Krankheiten (Röteln) der Mutter während der Schwangerschaft.

Besonders Kleinkindern mit einer „Hasenscharte“ wird die Nahrungsaufnahme erschwert, da nicht genügend Sog während des Stillprozesses aufgebaut werden kann. Gewisse Hilfsmittel sind für einen reibungslosen Ablauf der Nahrungszufuhr notwendig.

Therapie

Eine Hasenscharte sollte direkt beim Säugling korrigiert werden

Eine Hasenscharte sollte direkt beim Säugling korrigiert werden

Für die Korrektur der Fehlbildung der Oberlippe sind Kieferchirurgen, Hals-Nasen- Ohren-Ärzte sowie Logopäden und Kinderärzte zuständig. Eine zusätzliche Therapie über mehrere Jahre hinweg ist ebenso nötig. Die sogenannte Lippenspaltplastik-Operation wird von einem der betreffen Ärzte durchgeführt. Dabei verschließt er die Lippenspalte und bildet einen Nasenboden. Dies geschieht in der Regel in den ersten Lebensmonaten des Säuglings nach der Geburt. In der Regel ist die operative Therapie sehr vielversprechend. Auf Grund unterschiedlicher Größen der Lippenspalte können jedoch mehrere Eingriffe von Nöten sein.

In den letzten Jahren ergänzte eine zusätzliche Methode die bisher übliche Behandlung der Hasenscharte. An der Universität Oxford wurde ein Gel entwickelt, das nun den Heilungsprozess nach der Operation merklich unterstützt. Durch das neue Produkt sollen mögliche Probleme, wie Wachstumsschwierigkeiten des Gesichts oder Artikulationsprobleme, in Folge des operativen Eingriffs verhindert werden. Während des Eingriffs werden durch die neue Methode Gel-Platten in der betreffenden Lippenregion eingesetzt. Mit Hilfe von Feuchtigkeit dehnen diese sich aus, umliegendes Gewebe wächst und umschließt damit die Platte. Der Arzt verfügt somit über mehr Gewebe zur Schließung der Spalte. Die Zahl der zu tätigen Eingriffe wird dadurch reduziert und die Hasenscharte nahezu unsichtbar.