Als Reminiszenz wird eine Therapie bezeichnet, die besonders für Menschen mit Demenz oder Depressionen entwickelt wurde. Bei der Reminiszenz handelt es sich um eine ganz gezielt Form der Arbeit mit den eigenen Erinnerungen. Mit dieser Therapie werden durch therapeutische Arbeit Lücken in der Lebenserinnerung ersetzt. Entwickelt wurde diese Behandlung 1958 von Butler. Mit seinem Konzept „Life Review“ werden seitdem Patienten behandelt, die an unterschiedlichen psychischen Störungen leiden. Selbstverständlich wurde das Programm seitdem ständig verbessert und an neue Erkenntnisse angepasst. Inhalt dieses Konzeptes ist es, gemeinsam mit dem Patienten eine aktive Lebensrückschau zu halten und sie wieder in den aktiven Leben zu integrieren. Grundlage dieser Therapie sind die Lebensstufen, die von Erikson und Butler entwickelt wurden.


Was ist Reminiszenz?

Es gibt zahlreiche Literatur, in der über Reminiszenz berichtet wird. Im Grunde genommen handelt es sich dabei immer um eine Art der Erinnerungsarbeit und der Erinnerungspflege. Aber oft ist es auch eine Hommage an längst verstorbene Persönlichkeiten, wie zum Beispiel an Bertha von Suttner. Bei einer therapeutischen Behandlung allerdings, soll mit der Reminiszenz ein Stück aus dem Leben zurückgeholt werden. So ist es zum Beispiel möglich, durch diese Therapie intrapsychische Konflikte aus der Vergangenheit aufzuarbeiten und unter anderem Dank sozialer Rollen das eigene Selbstwertgefühl zu stärken. Im Zentrum dieser Therapie steht laut Butler die Aufarbeitung ungelöster Konflikte, die durch:

- Schuldgefühle
- Ängste oder
- Depressionen

entstanden sein können. Allerdings können die Symptome durch die Behandlung auch verstärkt werden. Es ist also wichtig, bei einer Therapie ständig eine professionelle Begleitung anzubieten. Natürlich ist eine Reminiszenz auch ohne therapeutische Begleitung möglich, aber um den Erfolg nicht zu gefährden, ist es besser, die Therapie zu begleiten, anstatt die Konflikte zu übergehen. Laut Lohmann besteht das Ziel darin, Erinnerungen aus dem Gedächtnis hervorzurufen und diese Erinnerungen zu deuten und vor allem zu bewerten. Durch Reminiszenz wird das Langzeitgedächtnis gefördert und aktiviert, und dadurch wird in den meisten Fällen eine gute kognitive Aktivierung der Patienten erreicht.

Als Reminiszenz wird eine Theraphie bezeichnet, die bei Depressionen oder Demenzerkrankungen hilfreich ist.

Als Reminiszenz wird eine Theraphie bezeichnet, die bei Depressionen oder Demenzerkrankungen hilfreich ist.

Unterschiedliche Methoden der Reminiszenz

Es gibt mehrere Ansätze für diese therapeutische Behandlung. Die Grundlage ist allerdings immer eine gesprächsorientierte Informationssammlung durch den Therapeuten. Dieses Wissen verwendet er, um den betroffenen Patienten kognitiv und emotional zu stimulieren. Das kann in Einzelgesprächen, aber auch in Gruppengesprächen geschehen. Welche Therapie angewendet wird, liegt vor allem daran, welche Probleme behandelt werden sollen. Vor allem bei Demenz werden zum Beispiel alte Filme oder Schallplatten verwendet, um über die Verehrung beliebter Künstler die Erinnerungsarbeit der Patienten zu unterstützen. Unterschiedliche Studien haben gezeigt, dass die Reminiszenz einen positiven Einfluss auf das menschliche REM hat. Allerdings gibt es noch keine Beweise dafür, wie lange diese positiven Effekte anhalten können.