Entgegen der landläufigen Meinung ist das Rasieren der Intimzone kein neuzeitliches Phänomen. Schon in den antiken Hochkulturen in Mesopotamien, Ägypten und Griechenland entfernten Männer wie Frauen mehr oder weniger komplett ihre Körperbehaarung. Dazu gehörte in vielen Fällen auch der Schambereich. Quellen belegen, dass die Menschen sich sowohl aus ästhetischen als auch aus hygienischen Gründen enthaarten. Auf der nackten Haut konnten sich Parasiten, z. B. Milben oder Läuse, nicht so gut festsetzen, was dem Schutz vor Krankheiten sehr dienlich war. In den meisten Fällen wurden Epilationsmittel wie Harz, Bienenwachs, Eselsfett oder gar Pech und Fledermausblut verwendet. Auch gesundheitsgefährdende Methoden wie die Anwendung von Kalklaugen oder arsenhaltigen Lösungen sind überliefert. Doch auch das Rasieren, wie wir es heute kennen, war schon geläufig. Dazu benutzte man scharf geschliffene Steine oder Muscheln aber auch Messer aus Bronze. Die hochmittelalterliche Buchmalerei des Okzidents zeigt nackte Männer und Frauen häufig ohne Körperbehaarung. Daraus geht hervor, dass zum Rasieren unter anderem Scheren Verwendung fanden.


Nach der Intimrasur Lotion auftragen

Nach der Intimrasur Lotion auftragen

Heute verfügen wir über deutlich bessere Werkzeuge. Wer sich rasieren möchte, ist nicht mehr auf Steine oder Muscheln angewiesen. In den Regalen der Supermärkte findet sich eine nahezu grenzenlose Auswahl an Rasierern. Man kann mittlerweile wählen zwischen einer bis sechs Klingen. (Wobei es nicht unwahrscheinlich ist, dass die Marketingabteilungen der verschiedenen Hersteller in der nächsten Zeit noch einige Klingen mehr für nötig befinden, um ein noch gründlicheres Rasieren gewährleisten zu können.) Außerdem gibt es Rasierer mit und ohne Verletzungsschutz, denn schließlich sind sie inzwischen “so scharf, dass sie hinter Gitter müssen”. Und dann sind da noch die elektrischen Apparate, mit welchen man sich entweder trocken oder nass rasieren kann, die sich selbst reinigen können, und die sich jeder Körperkontur anpassen mit Schwingkopfsystem und strategisch perfekt positionierten, einzeln rotierenden Rundmessern.

Aber auch in Sachen Hautpflege und Behandlung hat sich beim Rasieren einiges getan. Es gibt Nassrasierer mit “Pflegestreifen” oberhalb der Klingen, bei anderen sind sie unterhalb der Messer angebracht oder sowohl als auch. Wieder andere sind komplett umgeben von einer Substanz, die gleichzeitig pflegen und den Rasierschaum ersetzen soll. Und überhaupt, die Palette der Pflegemittel, die während oder nach dem Rasieren nötig sind, scheint tatsächlich noch umfangreicher als die der Geräte selbst. So gibt es Rasierschäume, Rasiergels, Rasiercremes, Aftershaves und diverse Lotionen, die nur für die empfindliche Haut nach dem Rasieren gemacht sind.

So übertrieben das Angebot an zur Rasur nötigen Gerätschaften auch anmuten mag: Will man sich im Intimbereich rasieren, ist es nicht ganz unerheblich, welcher Utensilien man sich bedient. Die Haut ist im Schambereich nämlich deutlich sensibler als in anderen Körperregionen. Zuerst einmal ist es ratsam, sich für eine Nassrasur zu entscheiden. Zum einen ist sie schonender, zum anderen sind Nassrasierer meist sehr viel kleiner und damit handlicher. Ferner ist es äußerst wichtig, darauf zu achten, sich nur mit wirklich scharfen Klingen zu rasieren. Stumpfe Messer verursachen häufig starke Hautirritationen, was natürlich gerade im Intimbereich besonders unangenehm werden kann. Während man in der Regel gegen den Strich schneidet, sollte man in der Schamgegend lieber in Wuchsrichtung rasieren. So wird die Haut weniger gereizt. Es ist ebenfalls hilfreich, den Teil der Haut, den man rasieren möchte, mit zwei Fingern zu spannen, das beugt kleinen Schnittverletzungen vor. Außerdem wird oft berichtet, dass ein warmes Bad vor dem Rasieren die Haare weich und geschmeidig macht, was die Rasur ebenfalls erleichtert.

Auch wenn die Werbung oftmals das Gegenteil verspricht, ist es nicht empfehlenswert, auf Rasierschaum oder -gel zu verzichten. Sie erleichtern das Rasieren erheblich. Besonders unter der Dusche sollte man aber eher zu Rasiergel greifen, denn es lässt sich nicht so schnell abwaschen wie Schaum und ist deshalb ungleich praktischer. Auch die Pflege danach sollte bei der Rasur des Intimbereichs nicht vernachlässigt werden. Rasieren bedeutet eine große Strapaze für die Haut. Es trocknet sie aus und reizt sie. Wer Pickelchen und Rötungen vermeiden will, sollte nach dem Rasieren unbedingt eine sanfte Feuchtigkeitscreme oder Lotion auf die entsprechenden Hautpartien auftragen.