Wie entsteht eine Muskelzerrung?

Eine Muskelzerrung entsteht am häufigsten beim Sport. Vor allem wenn der Sportler nicht richtig aufgewärmt ist, kann es schnell zu einer Zerrung kommen, bei der die Muskeln überdehnt werden. Vor allem bei einer plötzlichen Dehnung und Anstrengung kann dies geschehen.


Besonders häufig sind Waden und Oberschenkel von Muskelzerrungen betroffen.

Besonders häufig sind Waden und Oberschenkel von Muskelzerrungen betroffen.

Bei der Zerrung reißen einzelne Muskelfasern, wodurch sich später krampfartige Schmerzen entwickeln. Auftreten kann sie im Prinzip überall, am häufigsten sind jedoch sportlich bedingt die Oberschenkel und Waden betroffen. Es ist kein Tritt oder ein Trauma nötig, damit es zu einer Muskelzerrung kommt, die Verletzung geschieht nur dur Bewegung. Eine erschöpfte Muskulatur, niedrige Außentemperaturen und ein unzureichenden Aufwärmprogramm begünstigen eine Muskelzerrung, da so die Durchblutung der Muskeln gestört ist. Hinzu kommen unpassendes Schuhwerk; zu wenig Flüssigkeit oder ein schlechter Allgemeinzustand (wie eine Erkältung) sind ebenfalls nicht förderlich, wenn man keine Muskelzerrung bekommen möchte.

Symptome einer Muskelzerrung

Typisch für eine Muskelzerrung sind krampfartige Schmerzen, eventuell ist die Benutzung des Muskels anschließend eingeschränkt oder nicht mehr möglich. Muskelkrämpfe und die Verhärtung des Muskels kommen häufig vor. Typisch ist zudem das langsame Verschlimmern der Schmerzen, sie werden kontinuierlich stärker, im Gegensatz zu einem Muskelfaserriss oder Ähnlichem, wo die Schmerzen von Anfang an stark sind. Meist beginnt die Muskelzerrung mit einem unangenehmen Spannungsgefühl im betroffenen Muskel, hervorgerufen durch eine örtliche Entzündungsreaktion. Ein Schütteln oder Massieren der schmerzenden Stelle bringt in der Regel nichts, auch wenn Patienten das Gefühl haben, dass dies helfen könnte.

Behandlung und Verlauf der Muskelzerrung

Da die Zerrung in dem Sinne nicht rückgängig gemacht werden kann, beläuft sich die Behandlung auf die Linderung der Symptome. Der Muskel selbst wird in seiner Struktur bei der Zerrung nicht geschädigt, stattdessen muss die Fehlsteuerung des Muskels behandelt werden, die die Zerrung ausgelöst hat. Der Muskel muss also wieder entspannt werden. Gleich nach der Zerrung hilft das übliche PECH-Schema: Pause, Eis, Compression und Hochlagern. Die sportliche Tätigkeit sollte bei Verdacht auf eine Verletzung sofort gestoppt werden. Durch das Hochlagern und das Kühlen wird die Entzündungsreaktion vermindert und auch die Schmerzen bessern sich. Falls möglich, kann man die Kühlung auch mit dem Druckverband kombinieren, wobei der Verband nicht zu eng angelegt werden sollte.
Wird nach der Verletzung ein Arzt aufgesucht, wird dieser Wahrscheinlich Schmerzmittel empfehlen, die zusätzlich noch die Entzündung im Muskel hemmen. Manchmal werden in Komination bestimmte Salben und ein Verband angelegt, was entzündungshemmend und abschwellend wirken kann. Das homöopathische Mittel Arnika hilft bei Entzündungen besonders gut. Nach zwei bis drei Wochen sollte eine Muskelzerrung vollständig ausgeheilt sein.

PECH-Regel

Für den Fall, dass bei sportlichen Betätigungen eine Verletzung auftritt, ist es hilfreich, die Empfehlungen der PECH-Regel zu kennen. Die Buchstaben dieses Leitfadens beschreiben die Maßnahmen, welche beim Auftreten einer Verletzung sinnvoll sind. Die PECH-Regel eignet sich zur Erstversorgung aller Sportverletzungen, die nicht bluten. Jeder Buchstabe gibt dabei Hinweise für die Durchführung einer der vier Handlungen, die erforderlich sind, wenn es zu einer solchen Verletzung kommt. Die PECH-Regel empfiehlt beim Auftreten einer Sportverletzung folgendes Vorgehen:

P = Pause

Sofort nach einem Sportunfall sollte eine Pause eingelegt werden. Wird der betroffene Körperteil weiter bewegt, kann sich die Verletzung dadurch verschlimmern.

E = Eis

Der verletzte Körperteil sollte mit Eis oder einer Kühlpackung behandelt werden. Die Kälte wirkt schmerzlindernd. Außerdem wird so der nach einer Verletzung auftretende Gewebeschaden eingeschränkt. Die Dauer der Kälteanwendung kann ungefähr 15 bis 20 Minuten betragen. Dabei ist es wichtig, das Eis oder die Kühlpackung nicht direkt mit der Haut in Kontakt zu bringen, sondern mit einem Tuch zu umwickeln. Erfrierungserscheinungen könnten sonst die Folge sein. Bei einer offenen Wunde darf keine Kühlung mit Eis erfolgen.

C = Compression

Durch das Anlegen eines Druckverbandes soll erreicht werden, dass der verletzte Körperteil weniger stark anschwillt. Mit Hilfe einer elastischen Binde lässt sich dieser Verband gut anlegen. Dabei ist es empfehlenswert, den betroffenen Körperteil nicht allzu fest zu umwickeln.

H = Hochlagern

Der verletzte Körperteil wird hochgelegt. Dies hat zur Folge, dass das Blut schneller abfließen kann und sich nicht staut, was zu einer Verringerung von Schwellungen beiträgt. Bei Sportverletzungen des Unterschenkels sollte das Bein höher als die Hüfte gelagert werden. Zur Versorgung von Verletzungen, die den Oberschenkel betreffen, kann ein Kissen für die Hochlagerung zum Einsatz kommen. Auch in der späteren Versorgung der Sportverletzung sollte der betroffene Körperteil möglichst oft hochgelegt werden.

Diese Sofortmaßnahmen können vom Patienten selbst oder von einem Helfer durchgeführt werden. Sie sind zur Erstversorgung leichter Verletzungen sinnvoll. Die vier Behandlungsschritte der PECH-Regel ersetzen jedoch keine Erste-Hilfe-Maßnahmen. Bei schweren Unfällen muss sofort ein Notruf erfolgen.

Um eine genaue Diagnose hinsichtlich der Sportverletzung zu erhalten, ist es empfehlenswert, nach der Durchführung der Sofortmaßnahmen zum Arzt zu gehen. Er kann entscheiden, ob noch eine weitere Behandlung nötig ist.