Häufig erleiden Menschen, die Opfer oder Zeuge eines einschneidenden Erlebnisses wurden, neben den sichtbaren physischen auch seelische Verletzungen, die eine posttraumatische Belastungsstörung zur Folge haben können.


Die Posttraumatische Belastungsstörung bleibt häufig unerkannt

Während die körperlichen Symptome in der Regel medizinisch behandelt werden, bleiben sie psychischen Verletzungen in vielen Fällen unentdeckt. Der Grund dafür ist eine Verdrängung des Ereignisses durch die Betroffenen selbst, aber auch ein Verkennen der posttraumatischen Belastungsstörung durch die behandelnden Ärzte. Patienten, die im Verlauf von Ängsten, Freud- und Lustlosigkeit berichten, werden häufig als depressiv eingestuft und entsprechend mit Psychopharmaka behandelt.

Die Anzeichen treten in der Regel bis drei Monate nach dem traumatischen Ereignis auf

Bei einer posttraumatischen Belastungsstörung sind die Betroffenen oft in ihrer eigenen Psyche gefangen.

Bei einer posttraumatischen Belastungsstörung sind die Betroffenen oft in ihrer eigenen Psyche gefangen.

Die Folgen, die ein einschneidendes Erlebnis mit sich bringt, sind individuell verschieden. Dennoch haben sich bestimmte Symptome herauskristallisiert, unter denen eine Vielzahl der Patienten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet. Das Symptombild, das zahlreiche Unfallopfer, Überlebende von Naturkatastrophen und Opfer krimineller Gewalttaten beschreiben, ist geprägt von Schlaflosigkeit und Albträumen, in denen die Ereignisse in Form von Bildern immer wieder kehren. Auch sozialer Rückzug, Freud- und Lustlosigkeit, massive Reizbarkeit oder besondere Schreckhaftigkeit bis hin zu Panikattacken können Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung sein.

Die Symptome bestimmen das Leben der Betroffenen

In der Bewältigung des Alltags sind die Patienten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung vor besondere Herausforderungen gestellt. Zum einen belastet das einschneidende Erlebnis als solches, zum anderen hat auch die andauernde Übererregung körperliche Beschwerden zur Folge. So leiden Betroffene häufig zusätzlich zur posttraumatischen Belastungsstörung unter Depressionen oder manifestierten Angststörungen. Zudem versuchen viele Patienten die Erinnerungen sowie die Symptome der Übererregung mithilfe von Alkohol oder Medikamenten zu kontrollieren, was eine Abhängigkeit verursacht. Viele Betroffene leben daher sehr zurückgezogen und einsam. Kommt aufgrund von Symptomen oder Abhängigkeiten ein Jobverlust hinzu, hat dies ein Leben am Existenzminimum zur Folge.

Eine psychologische Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung hat sich zwar in vielen Fällen als erfolgreich erwiesen, jedoch scheuen die Betroffenen sich häufig davor, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der Grund dafür liegt in der Aufarbeitung der Ereignisse, die für die Patienten, die im Alltag alles meiden, was an das traumatische Erlebnis erinnert, zunächst eine Verstärkung der Symptome zur Folge haben kann.

Ursachen der Posttraumatische Belastungsstörung

Ursache für eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist immer ein Trauma, also eine belastende Situation eines Menschen. Diese Extremsituation belastet den Betroffenen massiv, doch sie ist nicht immer sofort in Verbindung mit der PTBS zu bringen. Häufig zeigt sich das Krankheitsbild erst Jahre oder gar Jahrzehnte später. Es kann ebenfalls vorkommen, dass sich Patienten an das traumatische Erlebnis gar nicht mehr erinnern, sei es, weil es in frühesten Kindertagen geschehen ist oder weil es aufgrund des Traumas zu Erinnerungslücken kam. Die Posttraumatische Belastungsstörung kann also jeden treffen. Sie ist nicht, wie oft angenommen, Zeichen für einen schwachen Charakter und deutet ebenso wenig auf eine zu geringe Selbstdisziplin hin.

Beispielhafte Traumen

Ein solches Trauma kann dabei auf viele Ursachen zurückzuführen sein. Beispielhaft werden hier stets Erlebnisse, wie

  • Vergewaltigung,
  • Verbrechen,
  • sexueller Missbrauch/Misshandlung,
  • Naturkatastrophen,
  • schwere Unfälle oder
  • Terroranschläge

genannt. Durch diese Situation wird das Verständnis des Menschen für sich selbst, aber auch für die Welt deutlich verändert. Nicht selten geht das soweit, dass das Vertrauen in andere Personen gänzlich verloren geht.

Spezielle Risikogruppen für die PTBS

Es gibt natürlich auch spezielle Risiko- und Berufsgruppen für eine Posttraumatische Belastungsstörung, die häufiger von dieser Erkrankung betroffen sind. Grund dafür ist, dass sie sehr oft traumatisierenden Situationen ausgesetzt werden. So kann ein lange anhaltendes oder sehr schweres Trauma eine PTBS begünstigen. Aber auch die mangelnde Unterstützung durch Familie, Freunde und Angehörige kann die Entwicklung des Krankheitsbilds beeinflussen. Waren schon vor dem auslösenden Trauma psychische Erkrankungen bekannt, kann dies das Risiko ebenso erhöhen, wie vorangegangene Traumen jedweder Art.

Darüber hinaus sind bestimmte Berufsgruppen, wie Polizisten, Soldaten und Einsatzhelfer, häufiger von der Posttraumatischen Belastungsstörung betroffen. Das erklärt sich allein anhand der Tatsache, dass diese Berufsgruppen sehr viel häufiger traumatischen Situationen ausgesetzt sind als andere. Wissenschaftler gehen mittlerweile sogar davon aus, dass es eine genetische Veranlagung geben könnte, die die PTBS begünstigen kann. Hierzu liegen derzeit allerdings noch keine gesicherten Untersuchungen vor.

Wer von der Posttraumatischen Belastungsstörung betroffen ist, führt diese oft auf Gewalterfahrungen zurück, die von anderen Personen ausgegangen sind. Diese werden Experten zufolge schwerer verkraftet, als ein Trauma aufgrund einer Naturkatastrophe.