Grundsätzlich gibt es verschiedene Arten von Rotaviren, wobei diese entsprechend ihrer Ausprägung entweder bei Tieren oder eben beim Menschen vorkommen können. Im Falle der Rotaviren, die auch Menschen befallen, spricht man von sogenannten Human Rotaviren. Ihren Namen haben diese Viren aus dem lateinischen Sprachgebrauch erhalten, denn die Bezeichnung leitet sich von rota ab, was auf Latein das Rad bedeutet. Diese Viren haben also eine radähnliche Struktur.

Krankheitsbilder unter Beteiligung von Rotaviren

Rotaviren sind häufig der Auslöser von sogenannten klinisch relevanten Durchfällen oder Durchfallerkrankungen, denn etwa 52 % der meldepflichtigen Durchfälle gehen auf diesen Erregerstamm zurück. Hauptsächlich betroffen sind davon Kinder und alte Menschen sowie Patienten mit einem eingeschränkt funktionierenden Immunsystem.

Diagnose von Erkrankungen unter Rotaviren-Beteiligung

Die Diagnose der Rotaviren als Erreger bzw. Verursacher von Durchfallerkrankungen erfolgt meist über eine sogenannte Stuhlprobe durch ein Immunassay. Durch dieses Verfahren sollen Kapsidproteine nachgewiesen werden. Ebenso kann eine sogenannte RT-PCR verwendet werden, um detaillierte Fragen zu beantworten. Den Auftrag zur Probe erteilt aber immer der Arzt.

Verbreitung und Epidemologie

Speziell Kinder sind oft von einer Infektion mit Rotaviren betroffen. © Fotolia.com

Speziell Kinder sind oft von einer Infektion mit Rotaviren betroffen.
© Fotolia.com

Wie bereits erwähnt, sind von dieser Erregerart meist Kinder und alte Menschen betroffen, wobei eine Erkrankung im frühen Kindesalter die körpereigene Abwehr gegen Erreger dieser Art stärkt, so dass spätere Erkrankungen meist weniger akut auftreten. 90 % aller Kinder haben bis zum Ende des 3. Lebensjahres meist eine entsprechende Rotainfektion durchgemacht.

Vorbeugung und Prophylaxe

Wichtig ist auch hier absolute Hygiene, denn nicht selten ist verunreinigtes Trinkwasser die Ursache für eine mögliche Erkrankung oder gar Epidemie. Eine weitere Möglichkeit, entsprechende Viren zu übertragen sind Lebensmittel, die entweder selbst mit dem Erreger befallen sind oder durch erkrankte Personen berührt wurden.

Therapien und Warnhinweise

Wie bei jeder Durchfallerkrankung ist auch bei einer Rotainfektion auf ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit zu achten. Von einer Gabe von Medikamenten wird allerdings abgeraten, da diese das Ausscheiden des Virus erschweren und den Krankheitsverlauf verzögern können. Nach Absetzen des Medikaments – sofern ein Arzt die Gabe für sinnvoll erachtet – kann es also nochmals zum Einsetzen der Symptome, wenn auch in abgeschwächter Form, kommen.

Informationen im Verdachtsfall

Eine Diagnose einer Rotainfektion ist grundsätzlich meldepflichtig und obliegt dem § 7 des deutschen infektionsschutzgesetzes. Hier erfolgt also eine Krankschreibung!

Rotavirus

Seinen Namen hat das Rotavirus aufgrund seiner radähnlichen Form. Erst im Jahr 1973 konnte das Virus entdeckt werden. Ruth Bishop wies den Virus damals in den Dünndärmen von erkrankten Kindern nach und konnte einen Zusammenhang, zwischen dem Virus und einer schweren Durchfallerkrankung, stellen. Bei einem Drittel bis zu zur Hälfte aller Durchfallerkrankungen, sind Rotaviren beteiligt. In Deutschland ist der Nachweis der Viren meldepflichtig, um ein weiteres Ausbreiten des hochinfektiösen Keims, schnellst möglich zu verhindern. Weltweit sterben jährlich bis zu 850.000 Menschen an dem Rotavirus. Hauptsächlich tritt es in Entwicklungsländern mit Wassermangel auf.

Übertragung und Diagnose

Wer am Rotavirus erkrankt ist sollte unbedingt genug trinken um den Flüssigleitsverlust auszugleichen. © Fotolia.com

Wer am Rotavirus erkrankt ist sollte unbedingt genug trinken um den Flüssigleitsverlust auszugleichen.
© Fotolia.com

Übertragen wird das Rotavirus über den fäkal-oralen Weg. Oft kommen verunreinigte Lebensmittel und verunreinigtes Wasser als Übertragungsquelle in Frage. Der Virus vermehrt sich, einmal aufgenommen, im menschlichen Dünndarm in einem rasanten Tempo. Die ersten Symptome treten nach 24 Stunden bis zu drei Tagen auf. Das Virus verursacht starken Brechdurchfall und wird begleitet von hohen Fieber. Die vielen Todesopfer jährlich, überleben meist den hohen Flüssigkeitsverlust nicht. Besonders in Entwicklungsländen kann der Elektrolytverlust nicht mehr ausgeglichen werden und führt ebenfalls zum Tod. Das Virus kann bis zu acht Tage im menschlichen Körper wüten. Besteht der Verdacht auf eine Infektion mit Rotaviren, so kann dieser in der akuten Durchfallphase mit einem speziellen Antigen nachgewiesen werden.

Weltweite Verbreitung

Das Rotavirus ist weltweit verbreitet und befällt in erster Linie Kleinkinder und Babys. Schätzungsweise neunzig Prozent aller Kinder haben sich mindestens einmal mit dem Virus infiziert, noch bevor sie das dritte Lebensjahr vollendet haben. Durch die Erkrankung werden Antikörper aufgebaut und spätere Ansteckungen werden unwahrscheinlich. Am gefährlichsten ist die Erkrankung im ersten und zweiten Lebensjahr. Während in den warmen Ländern das Virus ganzjährig auftritt, kommt es in der gemäßigten Klimazone eher während der kälteren Monate, zu erhöhten Infektionszahlen. Das Virus lebt in einem warmen und trockenen Milieu und findet in den beheizten Wohnungen ideale Lebensbedingungen.

Eindämmen der Viren

Den besten Schutz bietet das Einhalten von Hygienemaßnahmen. In den Industrieländern wurde ein Impfstoff für eine Schluckimpfung entwickelt. In drei Phasen wird mit diesem, bis zum sechsten Lebensmonat, eine Grundimmunisierung gegen das Rotavirus aufgebaut. Schätzungen haben ergeben, dass ohne Impfung beinah jedes Kind am Rotavirus erkranken würde.

Norovirus

Noroviren sind einzelsträngige RNA-Viren, die umhüllt sind und unter dem Mikroskop eine runde sowie unscharfe Struktur aufweisen. Weiterhin sind es hoch ansteckende Erreger mit einem Durchmesser von 35 bis 39 nm, die weltweit verbreitet sind. Die Viren besitzen eine positive Polarität und sind sehr akut. Dies bedeutet, dass Erkrankte das Virus noch nach ein bis zwei Wochen ausscheiden, ohne dass sie klare Symptome haben. Wer unter Noroviren erkrankt, muss dies unbedingt beim Gesundheitsamt melden.

Ansteckungswege und Gefahrenbereiche

Noroviren haben eine Inkubationszeit von lediglich zehn bis 50 Stunden, woraufhin sich auch relativ schnell deutliche Symptome einstellen. Übertragen wird das Virus von Mensch zu Mensch über Schmier- oder Kontaktinfektion. Ebenso wird es auf oralem Weg übertragen, nämlich dann, wenn sich der Erkrankte erbricht und das entstandene Aerosol ausgeschieden wird. Weiterhin ist eine Virusübertragung durch verseuchte Speisen, wie beispielsweise Meeresfrüchte, Getränke oder konterminierte Gegenstände möglich. Außerdem gibt es bei Noroviren noch einen fäkalen-oralen Ansteckungsweg, so zum Beispiel, wenn man sich auf eine befallene Toilette setzt. Sehr kleine Mengen der Viren reichen hierbei bereits aus, um jemanden anzustecken. Gefährlich sind vor allem gemeinschaftliche Einrichtungen und beispielsweise Kreuzfahrtschiffe. Ergo all jene Areale, in denen sich größere Ansammlungen von Menschen befinden.

Angesteckt – und nun?

Eine Infektion mir Noroviren geht mit Erbrechen und Durchfall einher. © Fotolia.com

Eine Infektion mir Noroviren geht mit Erbrechen und Durchfall einher.
© Fotolia.com

Eine Erkrankung mit Noroviren verläuft heftig und kurz, wobei Durchfallund Erbrechen die häufigsten Krankheitssymptome sind. Diese gehen mit einem enormen Wasserverlust einher, was vor allem auf Dauer betrachtet sehr gefährlich werden und in Akutfällen sogar zum Tod führen kann. Die Magen-Darm-Grippe hält im akuten Zustand etwa ein bis drei Tage an, wobei sich das Virus noch bis zu mehreren Tagen im Körper befindet. Aus diesem Grund wird angeraten, auch nach Abklingen der typischen Symptome, noch zwei weitere Tage zu Hause zu verbringen, um Mitmenschen vor der Erkrankung zu bewahren. Besonders gefährdet sind hierbei kleinere Kinder und alte Menschen, die Erkrankte am besten gänzlich meiden.

Gegen Noroviren ist leider niemand gewappnet, doch kann mit entsprechenden Vorsorgemaßnahmen ein wenig vorgebeugt werden. Dazu zählen gründliche Hygiene, regelmäßiges Händewaschen sowie Desinfektion. Speziell in der näheren Umgebung eines Erkrankten sollten diese Maßnahmen regelmäßig und sehr sorgfältig getroffen werden, um dem Befall durch die Viren vorzubeugen.

Gastroenteritis

Eine Gastroenteritis ist eine entzündliche Magen-Darm-Erkrankung, die umgangssprachlich als Magen-Darm-Grippe bezeichnet wird. Das Wort Gastroenteritis kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich Magen-Darm-Entzündung. Dadurch wird der Verdauungsprozess behindert und verursacht verschiedene Symptome wie Durchfall, Erbrechen, Übelkeit und Bauchschmerzen. Mit einer Grippe (Influenza) hat sie nichts zu tun.

Ursachen

Ursächlich für eine Gastroenteritis sind Viren (z.B. Rotaviren) oder Bakterien (z.B. Salmonellen), die eine Infektion hervorrufen. Haben bestimmte Bakterien Gifte gebildet (Toxine), die sich z.B. in Lebensmitteln wiederfinden und dann verzehrt werden, so spricht man von einer Lebensmittelvergiftung. Auch Medikamente kommen als Ursache in Frage. Manchmal stören Röntgenstrahlen oder Betrahlungen bei Krebs das empfindliche System der Schleimhaut und führen zur Gastroenteritis.

Übertragung

Die Ansteckung mit der infektiösen Gastroenteritis erfolgt als fäkal-orale Schmierinfektion. Durch mangelnde Hygiene eines Erkrankten oder Pflegenden gelangen die Erreger über den Mund in den Magen-Darm-Trakt. Innerhalb von 4-48 Stunden kommt es zu ersten Symptomen. Bei der toxischen Variante vermehren sich die Bakterien auf den Lebensmitteln in hohem Maße und führen so zum Ausbruch der Krankheit.

Symptome

Je nachdem wie groß der Schaden an den Schleimhäuten ist, ist die Verdauung beeinflusst und zeigt sich die Heftigkeit der Symptome. Die Nahrung kann nicht mehr richtig verdaut werden, bindet große Mengen Wasser und wird in Form heftiger Durchfälle wieder ausgeschieden. Häufig ist auch ein massiver Salzverlust (Elektrolyte) zu beobachten. Besonders bei Babies, Kleinkindern und alten Menschen kann dieser Mineralstoff- und Flüssigkeitsverlust zu lebensbedrohlichen Krankheitsverläufen führen.
Die Symptome sind meist Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe und Durchfälle, die manchmal durch die starke Darmbewegung und die gereizte Schleimhaut blutig sind. Der Organismus wird insgesamt geschwächt und es kommen Schlappheit, Kreislaufprobleme und Fieber hinzu.

Behandlung

Um einer Gastroenteritis vorzubeugen sollte man unbedingt auf die Hygiene achten. © Fotolia.com

Um einer Gastroenteritis vorzubeugen sollte man unbedingt auf die Hygiene achten.
© Fotolia.com

Wichtigster Punkt ist der Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes. Den Patienten werden Salz-Zucker-Lösungen gegeben und milde Kräutertees, die den Darm beruhigen. Unterstützend können Medikamente gegen die Übelkeit verabreicht werden. Ist die orale Flüssigkeitsaufnahme noch schwierig, werden bei Gefahr einer Austrocknung Infusionen eingesetzt. Stuhlproben und Blutuntersuchungen untermauern ggf. die Diagnose. Der Kostaufbau erfolgt mit leicht verdaulichen Kohlenhydraten (z.B. Zwieback). Um einer Gastroenteritis vorzubeugen, sollte man auf eine ausreichende Hand- und Lebensmittelhygiene achten und sich besonders bei Auslandsreisen über die Gepflogenheiten des Reiselandes informieren.

Durchfall bei Kleinkindern

Durchfall bei Kleinkindern ist nicht selten und an sich auch nicht bedrohlich. Wann Durchfall bei Kleinkindern gefährlich werden kann, hängt von den genauen Umständen ab. Fakt ist: An einem unbehandelten Durchfall kann ein Kleinkind im Extremfall aber auch sterben. Eltern sollten sich deswegen über Durchfall bei Kleinkindern informieren, damit sie im Notfall auch rechtzeitig und richtig handeln können.

Wovon wird Durchfall bei Kleinkindern ausgelöst?

Gerade in Kindergartengruppen kann sich Durchfall bei Kleinkindern schnell ausbreiten. © Fotolia.com

Gerade in Kindergartengruppen kann sich Durchfall bei Kleinkindern schnell ausbreiten.
© Fotolia.com

Durchfälle sind meistens harmlose Infekte, die oft im Rahmen von Wellen unter Kleinkindern grassieren. Bekannt ist hierbei besonders das Magen Darm Virus, was mit Durchfall einhergeht. Magen Darm Infekte sind hochansteckend. So verwundert es auch nicht, dass oftmals die ganze Kindergartengruppe betroffen ist. Tückischerweise sind die betroffenen Kinder auch schon dann ansteckend, wenn die Erkrankung noch nicht ausgebrochen ist. Ein Schutz gegen Magen Darm Infekte ist deswegen kaum möglich. Ist eine akute Krankheitswelle bekannt, müssen Eltern abwägen, ob sie ihr Kind trotzdem in die Kita schicken. Durchfall kann aber auch von einem falschen Essen oder einem Zuviel an Essen ausgelöst werden. Bekannt ist dieses Phänomen oftmals nach Kindergeburtstagen: Die Kinder haben viel zu viel und vielleicht auch Ungewohntes gegessen. Magen und Darm reagieren mit Durchfall. Ein so ausgelöster Durchfall ist meistens innerhalb von wenigen Stunden oder maximal einem ganzen Tag wieder verschwunden und auch nicht ansteckend.

Warum wird Durchfall bei Kleinkindern schnell gefährlich?

Bei starkem Durchfall besteht bei Kindern die Gefahr, dass sie austrocknen. Mit dem Durchfall verlieren die Kinder viel Flüssigkeit. Wird der Durchfall nicht gestoppt beziehungsweise sorgen Eltern oder Arzt nicht für einen Flüssigkeitsausgleich, besteht die Gefahr des Austrocknens. Bei sehr starkem Durchfall kann dies innerhalb weniger Stunden geschehen. Austrocknen gefährdet die Herz-Kreislauf-Funktionen und kann somit im Extremfall zu einem tödlichen Kreislaufversagen führen. Austrocknungs-anzeichen sind Schlappheit, ungewohnte Müdigkeit und eingefallene Augen. Eltern können erste Austrocknungsanzeichen aber auch feststellen, indem sie die Haut an der Hand etwas anheben: Fällt sie direkt spurenlos zurück, ist der Feuchtigkeitshaushalt noch in Ordnung.

Richtig verhalten bei Durchfall

Durchfall bei Kleinkindern sollte, wenn es zum ersten Mal auftritt, am besten immer kinderärztlich abgeklärt werden. Je jünger das Kind ist, umso wichtiger ist dabei ein Arztbesuch. Der Kinderarzt kann auch ein Präparat verordnen, was dem Körper wichtige Elektrolyte zuführt. Solche Präparate kann man allerdings auch rezeptfrei in der Apotheke erhalten. Gegen die eigentlichen Verursacher eines Magen-Darm-Infekts, nämlich Viren, kann auch der Kinderarzt nichts ausrichten. Antibiotika helfen nicht gegen Viren! Der Kinderarzt kann aber einen Austrocknungszustand sicher diagnostizieren und die weiteren Maßnahmen einleiten. Bei schweren Durchfällen kann auch eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus notwendig sein.

Viren und Hygiene

Wie bei vielen anderen Krankheiten ist das beste Mittel gegen Rotaviren simple Hygiene. Bereits regelmäßige, gründliche Reinigung und Desinfektion der Hände ist eine der besten Präventionsmittel gegen alle Arten von Infektionen, nicht nur Rotaviren, und andere, einfache Hygienemaßnahmen können die Gefahr einer Ansteckung bedeutend verringern.

Um Hygiene richtig zu verstehen, lohnt es sich, die Geschichte dahinter zu verstehen. Hygiene nach heutigem Verständnis ist eine vergleichsweise neue Erfindung – noch bis ins neunzehnte Jahrhundert basierte die Medizin auf einer völlige falschen Auffassung von Krankheitserregern.

Vom revolutionärem Durchbruch zur Selbstverständlichkeit

Die längste Zeit ging die Medizin davon aus, dass Krankheiten nicht von Kleinstlebewesen, sondern von Miasmen verursacht wurden. ‘Miasma’ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie ‘schlechte’ oder ‘unreine Luft’, also Luft, in denen sich ungesunde Teilchen befinden. Daher wurden zwar gelegentlich Masken getragen, um die schlechte Luft abzuwehren, dennoch vermutete niemand, dass Mikroben auch auf Händen und Oberflächen überleben können, um dann später beim Kontakt mit Mund, Augen oder Nase die Person zu infizieren.

Nicht zuletzt dank der Erfindung moderner Mikroskope, die es überhaupt erst ermöglichten, Mikroben sichtbar zu machen wurde diese ‘Keimtheorie‘ von der Medizin anerkannt. Langsam etablierten sich Hygienemaßnahmen wie die Desinfektion medizinischer Geräte oder das Tragen von Schutzkleidung, Vorkehrungen, die heutzutage als selbstverständlich gelten, in der medizinischen Praxis.

Gewappnet mit diesem Wissen lässt sich Hygiene besser verstehen: Ziel der Hygiene ist es, Mikroorganismen zu beseitigen, in diesem speziellen Fall Rotaviren.

Hygiene im Alltag

Eine sehr wichtige Besonderheit der Rotaviren ist, dass sie im Vergleich zu anderen Keimen sehr widerstandsfähig sind, also einfaches Händewaschen mit heißem Wasser und Seife oftmals nicht ausreicht. Für die Handreinigung sollte deshalb ein alkoholbasiertes Desinfektionsmittel verwendet werden. Besonders wichtig für die Hygiene ist die Desinfektion der Hände:

  • Nach dem Toilettengang
  • Bevor Nahrungsmittel berührt oder gegessen werden
  • Nach einem Windelwechsel bei Kleinkindern
  • Nach Kontakt mit infizierten Personen

Allgemein sind alkoholhaltige Desinfektionsgels zu empfehlen, da diese ohne Wasser wirksam sind, also auch problemlos unterwegs verwendet werden können.

Was die Hygiene und Desinfektion der Wohnung angeht, sind chlor- oder wasserstoffperoxid-haltige Mittel sehr zu empfehlen. Dabei sollte vor allem Wert auf die Desinfektion von Kinderspielzeugen, Küchenoberflächen, Badezimmerarmaturen, Toiletten und allgemein von mehreren Personen genutzte Flächen, wie zum Beispiel Türgriffe, gelegt werden.

Rotaviruserkrankungen sind sowohl vor als auch bis zu 10 Tage nach dem Ausbruch von Symptomen weiterhin ansteckend, weshalb bei einer diagnostizierten Rotaviruskrankheit regelmäßige Desinfektion nicht zu früh beendet werden darf.

Im Bus lauern nahezu überall Infektionsherde. © Fotolia.com

Im Bus lauern nahezu überall Infektionsherde.
© Fotolia.com

Da vor allem Kleinkinder im Alter von 4 bis 24 Monaten anfällig für Rotaviren sind, ist besondere Vorsicht beim Umgang mit Windeln geboten, da sich der Virus vor allem über Fäkalien verbreitet. In diesem Falle sollten Windeln am Besten mit (latexfreien) Handschuhen berührt und anschließend sicher in separaten Plastikbeuteln entsorgt werden.

Unterwegs und in öffentlichen Räumen sollte darauf geachtet werden, nach dem Berühren häufig genutzter Flächen wie Türen, Theken oder Haltegriffe in Bussen entweder die Hände schnell zu desinfizieren oder möglichst nicht das eigene Gesicht zu berühren, bis die Hände desinfiziert werden können.