Schamhaare besitzt jeder Mensch, aber es wird in der letzten Zeit immer mehr Trend, sich diese Haare abzurasieren oder gar mittels Wachs entfernen zu lassen. Vor allem Frauen entscheiden sich immer öfter dazu die Haare zumindest zu stutzen und begründen dies damit, dass es hygienischer wäre, was jedoch ein fragliches Argument ist.


Schamhaare wachsen das erste Mal in der Pubertät und befinden sich an bzw. auf den Geschlechtsorganen. Sie sind somit ein sekundäres Geschlechtsmerkmal. Bei Mädchen beginnt der Wuchs meist ab dem zehnten Lebensjahr, während bei Jungen erst ab dem zwölften Lebensjahr mit dieser Behaarung zu rechnen haben. Schamhaare zeichnen sich dadurch aus, dass sie deutlich dicker und dunkler, als die Kopfhaare sind. Bei Europäern sind sie meist sehr störrisch und gekräuselt. Afrikaner hingegen haben sehr eng gekräuselte Schamhaare, während diese Haare bei Asiaten und amerikanischen Ureinwohnern oftmals deutlich glatter und auch stärker anliegend sind. Die Dichte, Länge, Farbe und Ausbreitung ist genetisch bedingt und variieren somit.

Weibliche Hüfte

Weibliche Hüfte

Heute sind wir nicht mehr auf diese Haare angewiesen, aber evolutionsbiologisch haben sie auf jeden Fall ihren Sinn. Einerseits boten sie früher in gewisser Weise Schutz vor Krankheitserregern und Fremdkörpern, andererseits schützen sie auch vor Hitze und Kälte. Auch wird angenommen, dass sie behilflich sind bei der Verdunstung von Duftdrüsen-Sekreten. Durch die Schamhaare präge sich der geschlechtsspezifische Körpergeruch stärker aus und signalisierte somit Paarungsbereitschaft. In der modernen Welt ist dies natürlich nicht mehr nötig.

Es hängt aber auch von der jeweiligen Kultur ab, welchen Ruf Schamhaare haben und ob sie entfernt werden oder nicht. Wie bereits erwähnt, ist in Deutschland der Trend zum „unten ohne“ deutlich wahrzunehmen. Auch in der islamischen Welt werden Schamhaare oftmals entfernt, denn sie gelten als unhygienisch. Anders sieht es bei älteren Kulturen aus, die sich beispielsweise in der Südsee oder in Afrika befinden. Dort sind Schamhaare ein Symbol für Fruchtbarkeit und signalisieren, dass die Person heiratsfähig ist. Auch in Japan gilt Schamhaar bei Frauen als sehr weiblich und wird deswegen nicht abrasiert.