Die Schwindsucht oder Tuberkulose ist eine bakterielle Infektion, die den Menschen, aber auch Rinder befallen kann. Verschiedene Arten von Mykobakterien sind für die Entstehung der Erkrankung verantwortlich. Viele Menschen infizieren sich, ohne dass bei ihnen das Vollbild der Krankheit jemals ausbricht. Begleitfaktoren wie ein schwaches Immunsystem oder ungünstige Lebensumstände beschleunigen den Ausbruch der Schwindsucht.


Eine offene Tuberkulose liegt vor, wenn die Keime im Auswurf nachgewiesen werden können. Tuberkulose wird hauptsächlich durch Tröpcheninfektion, aber auch durch Schmierinfektion, Sex, offene Wunden und Transfusionen übertragen. Früher gab es aber noch eine ganz andere Ansteckungsquelle, nämlich die mit Mykobakterien infizierte Milch der Kühe. Erst seit Louis Pasteur das nach ihm benannte Verfahren der Pasteurisierung der Milch erfand, ist diese Art der Ansteckung eingedämmt.

Schwindsucht Behandlung © Fotolia.com

Schwindsucht Behandlung
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In den ersten Wochen nach der Infektion mit Tuberkulose-Bakterien entstehen in der Lunge abgekapselte kleine Entzündungsherde, die so genannten Tuberkel. In diesem Stadium der Erkrankung kann der Patient andere Menschen nicht anstecken. Dieses Stadium kann über Jahre andauern, ohne dass die Bakterien absterben.
Ist das menschliche Immunsystem aber zu schwach, die Erreger in Schach zu halten, so vermehren sie sich plötzlich und die Krankheit bricht aus.

Jetzt beginnt die Phase der Schwindsucht mit Gewichtsverlust, Schwäche, Fieberanfällen und Nachtschweiß. Husten, blutiger Auswurf und Heiserkeit können, müssen aber nicht auftreten. Bei tuberkulöser Lungenentzündung droht höchste Ansteckungsgefahr für das Umfeld der Kranken.

Schreitet die Krankheit weiter fort, so zerstören die Bakterien systematisch das Lungengewebe. Aber auch in die Blutbahn können sie eindringen und dann fast jede Region des Körpers befallen. Die Lymphknoten sind häufig betroffen, aber auch die Knochen, die Wirbelsäule und die Nieren. Einen schweren, oft tödlichen Verlauf nimmt die Tuberkulose des Gehirns.

Symptome bei Schwindsucht

Schwindsucht Symptom Husten © Fotolia.com

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Die Tuberkulose, auch Schwindsucht genannt, ist eine Infektionskrankheit, die auf der ganzen Welt auftritt. Bei dieser Erkrankung befallen sogenannte Mykobakterien zumeist die Lunge. Die World Health Organisation WHO (Weltgesundheitsorganisation) schätzte, dass im Jahr 2008 etwa 1,8 Millionen Menschen an einer Tuberkuloseinfektion starben.
Die Symptomatik bei einer Erkrankung ist oft schwer eindeutig einer Schwindsuchterkrankung zuzuordnen. Die Ansteckung erfolgt meist über eine Tröpfcheninfektion, allerdings kann der anschließende Krankheitsverlauf durchaus sehr unterschiedlich voranschreiten. Die Tuberkulose befällt vor allem die Lunge, kann aber auch auf andere Organe übergreifen.

Nach der Infektion treten bei einigen Betroffenen überhaupt keine Symptome auf. Dies kann ein Leben lang so bleiben, die Personen ohne eine Symptomatik können zwar Träger der Krankheit sein, ohne dass diese jemals ausbricht oder für andere Personen ansteckend ist. Allerdings kann in solchen Fällen die Tuberkulose auch noch nach Jahren ausbrechen und ein akuter Krankheitsverlauf somit die Folge sein.

Bei anderen Menschen sind die Symptome wenig schwerwiegend und ähneln denen einer Erkältung: ­Gewichtsabnahme, erhöhte Temperatur, nächtliches Schwitzen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Husten können erste Anzeichen einer Infektion sein. In den meisten Fällen kann der Körper gegen die Erkrankung ankämpfen, die Entzündungen in der Lunge können verkapselt werden und verursachen keinerlei Beschwerden mehr.

Die Bakterien, die die Krankheit ausgelöst haben, verbleiben allerdings weiterhin im Organismus, sodass die eine erneute Erkrankung nicht auszuschließen ist. Eine solche kann durch eine Schwächung des Immunsystems auftreten, durch Krankheit, Alter, Mangelernährung oder viele andere Faktoren.

Kann der Körper die Infektion nicht aufhalten, verschlimmern sich die Symptome. Die Betroffenen klagen über ständig andauernden Husten, Atemnot, Schmerzen im Brustkorb und einen, in schlimmen Fällen blutigen Auswurf. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig behandelt, hinterlässt sie irreparable Schäden an der Lunge. Doch auch der Befall anderer Organe durch die Tuberkulosebakterien ist möglich. Zu den bereits erwähnten Symptomen können zahlreiche andere Symptome auftreten, von Gelenkschmerzen über Magenkrämpfe, Kopfschmerzen bis hin zu Sehstörungen.

Wer Symptome dieser Art bemerkt oder unter einem lang andauernden Husten leidet, sollte dringend einen Arzt aufsuchen, denn die Krankheit ist behandelbar, die Chance auf Heilung in den meisten Fällen sehr groß. Nicht zu verwechseln ist die Tuberkulose mit einer Lungenentzündung. Die Symptome beider Krankheiten sind einander zwar recht ähnlich, eine Lungenentzündung verläuft aber akuter, mit hohem Fieber und stärker auftretenden Beschwerden. Zudem tritt sie häufig in Folge einer Grippe oder anderen Vorerkrankung auf.

Verlauf von Schwindsucht

Tuberkulose (Tbc) ist eine bakterielle Infektionskrankheit mit weiter Verbreitung. In ihrem Verlauf lassen sich gewöhnlich drei Stadien unterscheiden, wobei nicht jeder Erkrankte alle drei Stadien vollständig durchlaufen muss.

Das erste Stadium der Schwindsucht ist gekennzeichnet durch die Infektion mit der Krankheit. Zumeist handelt es sich um eine Tröpfcheninfektion, die über die Lunge aufgenommen wird, kann aber auch durch Nahrungsmittelinfektion andere Teile des Körpers befallen. Da Tuberkulose-Erreger nur ein langsames Wachstum haben, zeigen sich die ersten Symptome der Schwindsucht häufig erst nach Monaten. Sie bestehen aus hartnäckigem Husten begleitet durch Fieber und ähneln damit einer leichten Lungenentzündung. Zum Teil kommt es auch im Infektionsstadium zu gar keinen Symptomen. Die Krankheit ist zwar vorhanden, bleibt aber völlig unbemerkt.

Im zweiten Stadium breiten sich die Tuberkelerreger von diesem Primärherd über die Blutwege und das Lymphsystem im gesamten Körper aus und setzen sich in den anderen Organen fest. Auch in diesem Stadium müssen sich nicht zwangsläufig Symptome bemerkbar machen. Die Tuberkuloseherde können in einen geschlossenen Ruhezustand verfallen. Sind sie jedoch aktiv, besteht die Gefahr einer Blutvergiftung mit der Möglichkeit eines tödlichen Ausgangs oder gerade bei Kleinkindern die Erkrankung an einer tuberkulösen Hirnhautentzündung.

Das dritte Stadium ist für den Erkrankten das lebensbedrohlichste. Die lange ruhenden Erkrankungsherde aktivieren sich in Zeiten geschwächter Immunabwehr durch eine andere Erkrankung, im Alter oder bei schlechtem Allgemeinzustand. Bei Befall in der Lunge können auf dem Röntgenbild Kavernen sichtbar werden, Löcher im Lungengewebe, von denen aus Eiter abfließen kann. Der Zustand des Patienten ist dadurch gekennzeichnet, dass er wie unter einer lang anhaltenden schweren Lungenentzündung leidet. Er hustet hochinfektiösen Eiter ab, verliert deutlich an Gewicht und ist geschwächt. Dieser Krankheitsverlauf ist der Grund, warum Tuberkulose auch unter der Bezeichnung Schwindsucht bekannt ist. Unbehandelt ist der Verlauf einer aktiven Schwindsucht zumeist tödlich, während durch die Gabe spezieller Tuberkulose-Medikamente die Krankheit sehr gut heilbar ist.

Therapie der Schwindsucht

Schwindsucht Therapie © Fotolia.com

Schwindsucht Therapie
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Eine Schwindsucht-Erkrankung bedarf immer einer Behandlung, wobei die Behandlung der offenen Tuberkulose in der ersten Zeit in einem Krankenhaus vorgenommen werden muss. Bei der Behandlung werden in der Regel verschiedene Medikamente miteinander kombiniert, was dazu beitragen soll, die Entwicklung einer Resistenz der Erreger zu unterbinden.

Die Therapie der Schwindsucht ist langwierig und benötigt einen Zeitraum, der nicht unter einem halben Jahr liegt. Die Behandlung beginnt zunächst mit der Bekämpfung der Erreger und geht danach in die Stabilisierung über. Die Dauer der Bekämpfungsphase liegt bei zwei bis drei Monaten. In dieser Zeit werden so genannte Tuberlulostatika gegeben.

Die Verabreichung der meist gut verträglichen Mittel erfolgt in der Regel oral. Die Stabilisierungsphase, die sich an die Bekämpfung der Erreger anschließt, benötigt einen Zeitraum von etwa vier Monaten. Die angegebenen Behandlungszeiten können sich deutlich verlängern, wenn sich während der Behandlung Resistenzen ausbilden. In diesem Fall wird versucht, die Behandlung durch die Anwendung bislang noch nicht benutzter Wirkstoffe erneut vorzunehmen. Durch Resistenzen kann sich eine Behandlungsdauer ergeben, die im Bereich von Jahren liegen kann. Um eine Behandlung erfolgreich durchzuführen, ist die Disziplin des Patienten bei der Medikamenteneinnahme unabdingbar.

Wichtig ist, dass die Therapie der Tuberkulose nicht frühzeitig abgebrochen wird. Falls dies erfolgt, sind die noch vorhandenen Erreger gegen die eingesetzten Wirkstoffe resistent. Bildet sich die Krankheit erneut aus, dann wird eine Behandlung mit den gleichen Medikamenten nicht zum Erfolg führen. Dadurch kann die erneute Therapie nach dem Ausbruch der Krankheit mit resistenten Erregern schwierig sein und oftmals noch mehr Zeit benötigen als die Erstbehandlung. Der Patient, der gegen Schwindsucht behandelt wurde, sollte daher nicht eigenmächtig damit aufhören, Medikamente zu nehmen, sondern dies erst nach der Zustimmung des behandelnden Arztes tun. Wenn die Behandlung beendet ist, muss der Patient weiter vom Arzt beobachtet werden. Diese Beobachtungsphase sollte eine Dauer von zwei Jahren nicht unterschreiten.

Risikogruppen

Risikogruppe Kinder © Fotolia.com

Risikogruppe Kinder
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Selbst in unserem modernen Industriezeitalter leiden immer noch viele Menschen an Schwindsucht. Etwa 30 Prozent der Weltbevölkerung ist mit Tuberkulose-Bakterien infiziert. Heutzutage ist diese schlimmste Form der Lungenentzündung, die den ganzen Körper infizieren kann, zu einer Krankheit der Armen und der Risikogruppen geworden. Aber auch Kinder und alte Menschen sind gefährdet.
In Kriegsgebieten schnellt die Zahl der Tuberkuloseinfektionen immer drastisch nach oben.

Die Menschen in den asiatischen Teilen der früheren Sowjetrepubliken, Chinas und Indiens sind besonders betroffen von der Krankheit. Gerade in den ländlichen Gebieten, in denen es an medizinischer Versorgung, Hygiene und Aufklärung mangelt, ist die Schwindsucht weit verbreitet. Die Ärzte in diesen Gebieten und in der Weltgesundheitsorganisation WHO kämpfen mit einem besonders schwierigen Problem. Das Bakterium wird immer aggressiver und resistenter gegen verfügbare und bezahlbare Antibiotika.
Aber auch in Europa wurden diese Keime gefunden, gegen die normale Antibiotika nicht wirken. Diese gefährlichen Erreger konnten sogar im Straßenstaub von Bosnien nachgewiesen werden. In Rumänien und Bulgarien sind sehr viele Menschen erkrankt oder infiziert. Weite Teile Afrikas und Südamerikas sind ebenfalls von der Schwindsucht betroffen.

HIV-Positive oder ans AIDS erkrankte Menschen infizieren sich sehr leicht mit Tuberkulose. Unter Obdachlosen ist ebenfalls eine vermehrte Durchseuchung mit Tuberkulose-Bakterien festgestellt worden.
Auch in Deutschland gibt es Menschen, die an Schwindsucht leiden oder sogar daran sterben. Millionenstädte wie Berlin, Hamburg oder Bremen melden die meisten Fälle. Die Zahl der Neuerkrankungen in Deutschland ist allerdings innerhalb der letzten vierzig Jahre von rund 50.000 auf etwa 5000 zurück gegangen. Die Ausrottung des Bakteriums ist jedoch noch lange nicht in Sicht.