Das Seborrhoisches Ekzem (Morbus Unna) ist weit verbreitet. Unter der Krankheit leiden etwa 5% der Menschen weltweit. Meist tritt es auf der Kopfhaut und im Gesicht auf. Nase, Kopfhaut, Augenbrauen und im Bereich der Ohren bilden sich großflächige gelbliche Schuppen. Gerade talgdrüsenreiche Bereiche werden von dem Ausschlag befallen.


Hefepilz Malassezia verantwortlich für Seborrhoisches Ekzem

Eine Veränderung der Talgproduktion (Über- oder Unterfunktion) kann den Säureschutzmantel der Haut zerstören.

Die empfindlich gewordene Haut ist der ideale Platz für Bakterien und Pilze. Zum Schutz bildet die Haut eine starke Verhornung und im weiteren Verlauf entwickeln sich Schuppen auf der Kopfhaut. Häufig vermehrt sich der Pilz und ein seborrhoisches Ekzem entsteht. Eine spezielle Form des Ekzems ist der Grind oder Kopfgneis. Dieser tritt bei Neugeborenen auf und sollte nicht mit Milchschorf verwechselt werden. Milchschorf entsteht meist erst nach dem dritten Monat des Babys.

Ein Seborrhoisches Ekzem befindet sich oft direkt auf der Kopfhaut

Ein Seborrhoisches Ekzem befindet sich oft direkt auf der Kopfhaut

Die Hautkrankheit Seborrhoisches Ekzem dagegen wird ab der 5. Lebenswoche des Babys ebenso wie bei Erwachsenen als Seborrhoisches Ekzem oder Seborrhoische Dermatitis bezeichnet. Dafür verantwortlich ist der Hefepilz Malassezia Furfur. Er gehört zu den natürlichen Hautkeimen. Er kann sich jedoch durch verschiedene Ursachen ausbreiten. Bis heute ist der Auslöser nicht bekannt.

Zu den jedoch begünstigenden Faktoren gehören:

  • Stress
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Genetische Veranlagung
  • Bei Aids Patienten
  • Hormonschwankungen
  • Nebenwirkung bestimmter Medikamente
  • Therapie mit Medikamenten und speziellen Cremes

Die meist fettigen Schuppen bilden zusammenhängende Herde an einzelnen Hautregionen. Darunter ist die Haut entzündet und gerötet. Typisch beim Seborrhoischen Ekzem ist heftiger Juckreiz. Dadurch kann es zu blutenden Hautverletzungen kommen. In schweren Fällen nässen die Schuppen und befallen die Wirbelsäule. Auch auf der Brustmitte, Leisten und Achselhöhlen kann der Pilz sich verbreiten. Die chronisch entzündliche Hauterkrankung ist meist nicht heilbar. Zur Linderung werden rückfettende und antiseptische Salben mit bakterienabtötenden Wirkstoffen empfohlen, z. B. Cremes und Salben mit dem Wirkstoff:

  • Kortison
  • Antimykotika
  • Salicylsäure zur Ablösung von Schuppen
  • Harnstoff
  • Antibiotika bei Bakterien

Eine Alternative ist Stiefmütterchenkraut. Das Pflanzenkraut hilft beim allerdings nur in schwachen Fällen.

Physikalische Therapie

Eine Phototherapie kann in hartnäckigen Fällen hilfreich sein. UV-Licht und Weißlicht lindern die Symptome beim Seborrhoischem Ekzem. Das Immunsystem der oberen Hautschicht wird beruhigt und der Juckreiz gemildert. Allerdings muss diese Therapie unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Denn eine zu lange Anwendungszeit kann zu schweren Hautschäden führen.

Erhaltungstherapie

Auch nach Abklingen der Entzündungen ist eine medikamentöse Erhaltungstherapie notwendig. Zur Pflege werden Keratolytika, sowie Pflegepräparate zur Erhaltung des Feuchtigkeitsgehalts der Haut und spezielles Shampoo empfohlen.

Wie behandelt man ein seborrhoisches Ekzem?


Antipilzmittel helfen in der Regel gut, mitunter müssen auch Kortisonpräparate verwendet werden. Das Mittel wird als Shampoo oder Creme direkt auf die Kopfhaut aufgebracht. Da ein seborrhoisches Ekzem in Verbindung mit einem geschwächten Immunsystem öfter auftritt, müssen Patienten ihre Abwehrkräfte stärken. Gesunde Ernährung, Bewegung an der frischen Luft, genügend Schlaf, Sport, Nikotin- und Alkoholverzicht sind zum Schutz gegen ein seborrhoisches Ekzem sinnvoll.
Pimecrolimus und Tracolimus

Beide Arzneien werden zur Behandlung von Neurodermitis verwendet, man kann sie auch gegen ein seborrhoisches Ekzem nehmen. Diese Immunmodulatoren hemmen Botenstoffe, sodass das Immunsystem wieder auf „normalem“ Niveau arbeitet. Hautärzte verschreiben meist wirkstoffhaltige Salben für dünnhäutige Bereiche wie Gesicht, Genitalien und Körperfalten. Kinder, deren Haut noch zart ist, können sie auch benutzen. Für Anwender besteht jedoch Hautkrebsrisiko, sofern sie sich verstärkt der Sonne aussetzen. Ein sehr guter Sonnenschutz ist unbedingt notwendig.
Kortikoide

Diese Kortikosteroide sind Steroidhormone, die man synthetisch herstellen kann und die der Körper selbst in der Nebennierenrinde bildet. Die meist verwendeten Salben wirken entzündungshemmend und werden bei vielen Patienten zur Dauertherapie diverser Hauterkrankungen, auch beim seborrhoischen Ekzem, eingesetzt. Die heute genutzte vierte Generation dieser Kortisonpräparate ist relativ nebenwirkungsarm.
Stiefmütterchenkraut

Ein natürliches, nebenwirkungsfreies Heilmittel ist Stiefmütterchenkraut. Man verwendet Tee dieser Pflanze gegen Juckreiz, bei Ekzemen und Schuppenflechte. Er wirkt entzündungshemmend, antibakteriell, kann Rosazea und auch ein seborrhoisches Ekzem lindern. Stiefmütterchenkraut eignet sich insbesondere für Kinder mit Milchschorf, hier in Form von Wickeln oder Waschungen. Die Inhaltsstoffe helfen auch bei vermehrter Talgabsonderung.

Kann man der Erkrankung vorbeugen?


Die Vermeidung bzw. Reduzierung von Stress sowie das Stärken des Immunsystems sind die beste Vorbeugung vor dem seborrhoischen Ekzem. Entspannungsmethoden erlernen kann hier sehr hilfreich sein. Gute Pflege und Reinigung mit hautneutralen Produkten schützt und stärkt vor einem Rückfall.