Die Phimose, auch Vorhautverengung genannt, ist eine Anomalie der Vorhaut des männlichen Geschlechtsorgans. Unterschieden werden die vollständige und die unvollständige Vorhautverengung.  Liegt eine vollständige Vorhautverengung vor, so ist ein Zurückschieben des Häutchens über den Penis weder im erigierten noch im erschlafften Zustand möglich.


Bei einer unvollständigen Phimose ist es teilweise zumindest noch im erschlafften Zustand möglich, die Vorhaut über die Eichel zu ziehen. Welche Form der Phimose auch vorliegt, stets führt die Versteifung des Penis zu mehr oder weniger stark ausgeprägten Schmerzen bzw. ist gar nicht mehr möglich. Liegt eine angeborene Vorhautverengung vor, so kann schon im Kleinkindalter entsprechend reagiert werden. Die Vorhautverengung kann aber auch in späteren Lebensjahren als Folge einer Infektion der Eichel oder des Vorhautblattes auftreten. Beim Erwachsenen kann das plötzliche Auftreten einer Phimose auch die Folge einer Erkrankung an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) sein.

Vorhautverengung Symptome

Die Symptome der Vorhautverengung sind recht eindeutig und bleiben nicht lange unbemerkt.

Die Symptome einer Phimose:

  • ein schwacher Urinstrahl weicht in eine Richtung ab
  • häufige Entzündung des Penis
  • nur unter Schmerzen kann die Vorhaut über den Penis gezogen werden
  • erschwertes Wasserlassen
  • häufige Harnwegsinfekte

Eine Erektion kommt nur unter Schmerzen zustande, auch Harnwegsschmerzen werden beobachtet, die Vorhaut lässt sich nicht oder nur teilweise zurückschieben. Gelingt das Zurückschieben der Vorhaut über die Eichel doch, bei der Erektion beispielsweise, so kann es zur Bildung eines sogenannten “Spanischen Kragens” kommen. Die verengte Vorhaut schnürt sich unterhalb der Eichel in den Penis ein. Beim Spanischen Kragen spricht man auch von einer Paraphimose. Bei dieser handelt es sich um eine ernsthafte Komplikation, die sofortiger Behandlung bedarf, da der Abfluss des Blutes aus dem Penis durch den Vorhautkragen nicht mehr möglich ist.

Ärztlicherseits wird gewöhnlich zunächst versucht, den Blutstau durch entsprechende Massage zu lösen. Dieses Vorgehen ermöglicht es dem Arzt, das Ausmaß der Phimose im abgeschwollenen Zustand beurteilen, und davon ausgehend die weitere Behandlungsweise planen zu können. Lässt sich die Einschnürung des Penis jedoch nicht auf manuelle Weise lösen, muss die verengte Vorhaut sofort durchtrennt werden. Um Komplikationen wie diese zu vermeiden, sollte bei etwaigen Symptomen unverzüglich ein Urologe aufgesucht werden. Er wird die Ausprägung der Vorhautverengung diagnostizieren und die weitere Behandlungsweise festlegen. Handelt es sich um eine unvollständige Phimose, reicht es unter Umständen schon, die Eichel mit einer Kortisoncreme zu behandeln, bis sich die Vorhaut angepasst hat. Sollte hingegen ein operativer Eingriff nötig sein, so kann die Vorhaut entweder vollständig oder nur teilweise entfernt werden.

Vorhautverengung Ursachen

Für eine Vorhautverengung gibt es mehrere Ursachen. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist eine sehr enge Vorhaut, die sich nicht oder nur schwer zurückstreifen lässt, normal und verschwindet im Alter von drei bis fünf Jahren. Wird während dieser Zeit versucht, die Vorhaut gewaltsam zurückzustreifen, kann eine chronische Phimose entstehen, denn die sensible Haut vernarbt und büßt ihre Elastizität ein. Es existieren noch weitere mögliche Ursachen. Bei manchen Menschen ist die Vorhautverengung angeboren und muss operativ behandelt werden.

Auch Verletzungen können eine Phimose verursachen

Weitere Ursachen können äußere Verletzungen des Gliedes oder der Eichel sein, die zu Rissen und wiederum zu Narbenbildungen führen. Eine vernarbte Vorhaut verliert ihre Dehnungsfähigkeit. Andere Ursachen liegen an Entzündungen: Wenn die Eichel oder die Vorhaut entzündet sind, beispielsweise durch eine Pilzinfektion, wirkt sich das gelegentlich auf die Weite und die Elastizität der Vorhaut aus, und sie lässt sich – vor allem im erigierten Zustand – nur noch unter Schmerzen oder überhaupt nicht mehr zurückschieben. Auch ständig auftretende bzw. chronische Harnwegsinfektionen gehören zu den Ursachen der Phimose.

Gänzlich andere Ursachen können frühere chirurgische Eingriffe an Glied oder Vorhaut sein, die ebenfalls eine Verengung zur Folge haben können, da diese Haut sehr empfindlich ist. Dieses Risiko besteht bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen und wird dann als narbige Phimose bezeichnet. Gelegentlich kommt es vor, dass bei Erwachsenen eine Vorhautverengung sehr unvermittelt auftritt, eventuell begleitet von einer Entzündung. In diesem Fall können die Ursachen in einem bislang nicht erkannten Diabetes mellitus liegen. Der Patient sollte seinen Blutzuckerspielgel testen lassen, um diesen Zusammenhang der Vorhautverengung entweder auszuschließen oder zu bestätigen.

Es zeigt sich, dass die möglichen Ursachen für eine Vorhautverengung sehr komplex sein können und dass man gleichzeitig den Umstand, dass sie bei kleinen Kindern die Norm ist, sorgfältig im Blick haben muss, um der empfindlichen Vorhaut keinen Schaden zuzufügen. Ein guter Kinderarzt wird dabei helfen und die Eltern beraten.

Behandlung Vorhautverengung

Eine Verengung der Vorhaut ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern zudem sehr schmerzhaft und gefährlich. Meist tritt die Phimose bei kleinen Kindern auf, es ist aber auch möglich, dass Männer im fortgeschrittenen Alter unter dieser Krankheit zu leiden haben. Inzwischen ist eine Behandlung der Vorhautverengung jedoch kein Problem mehr.

Eine Phimose kann auf zwei Arten behandelt werden

Entweder konservativ nicht-operativ oder operativ. Hierbei ist die konservative Behandlung zu bevorzugen, da sie nicht so gefährlich ist und ebenfalls gute Ergebnisse erzielt werden können. Bei der nicht-operativen Behandlung wird die Vorhaut vorsichtig über einen längeren Zeitraum gedehnt und die Verklebung durch Bewegung der Vorhaut gelöst. Meist werden dazu auch kortisonhaltige Salben verwendet. Der Vorteil dieser Art der Behandlung ist, dass nicht reversibel in den Körper eingegriffen wird. Auch sind keine Nebenwirkungen bekannt. Laut Statistiken erzielt dieses Vorgehen einen Erfolg bei 50 bis 75 Prozent der Fälle. Die Risiken sind in beiden Fällen der Behandlung gering.

Sollte die konservative Behandlung nicht wirken, so kann immer noch eine Operation erfolgen. In den meisten Fällen wird die Vorhaut entfernt, wobei zwischen Teil- und Vollbeschneidung gewählt werden kann. Bei der Teilbeschneidung bleibt ein Stück der Vorhaut vorhanden, was aber eine erneute Phimose nicht absolut ausschließt. Eine Vollbeschneidung ist hingegen eine einfachere Operation, hat aber zur Folge, dass die Eichel anschließend komplett frei liegt und extrem überempfindlich ist. Mit der Zeit kann es dazu kommen, dass der Betroffene weniger während des Geschlechtsverkehrs spürt, da die Eichel ständig trocken ist. Doch es muss nicht immer eine Beschneidung sein. In der heutigen Zeit ist es auch möglich, die Vorhaut zu erweitern. Hierbei bleibt die Vorhaut komplett erhalten. Lediglich eine kleine Narbe ist zu sehen, die von diesem Eingriff zeugt.

Eine Phimose kann relativ schnell und schmerzfrei behandelt werden

Betroffene sollten jedoch auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, um mit ihm die Art des Vorgehens abzusprechen. Nach entsprechender Therapie ist die Prognose einer Vorhautverengung sehr gut. Nur unbehandelt kann es immer wieder zu Entzündungen kommen, das ist äußerst schmerzhaft und unter anderem auch ein erhöhtes Risiko für Krebs. Es gibt mittlerweile auch die Möglichkeit von Vorhaut erhaltenden Operationen. Zum einen die dorsale Inzision und zum anderen die triple Inzision. Hier sollte man aber spezielle ärztliche Informationen einholen.

Einer Vorhautverengung vorbeugen

Gegen Phimosen kann man nicht vorbeugen. Grundsätzlich sollte man vermeiden, die Vorhaut mit Gewalt zurückzuziehen. Gerade bei Säuglingen und Kleinkindern treten dadurch erhebliche Verletzungen auf. Es ist auf eine gründliche Hygiene zu achten, dass sich keine Keime ansammeln können. Gezielte Behandlungen erfolgen immer unter fachärztlicher Aufsicht.

Die Beschneidung der Vorhaut

Wird eine Beschneidung, auch Zirkumzision genannt, beim Mann vorgenommen, kann dies unterschiedliche Ursachen haben. Es wird unter hygienischen, medizinischen, ethischen und religiösen Motiven unterschieden. Eine Beschneidung aus traditionellen Gründen wird meist in Afrika, den USA und vor allem im Islam durchgeführt. Sinnvoll ist eine Beschneidung beim Mann aus rein medizinischen Beweggründen. Diese Personen leiden häufig unter Entzündungen, die durch Vorhautverengungen hervorgerufen werden. Die Vorhaut kann überhaupt nicht oder nur teilweise über die Eichel geschoben werden. Es versteht sich von alleine, dass eine Errektion bei einer Phimose sehr weh tut. Rund 96 Prozent aller neugeborenen Kinder haben von Geburt an eine Vorhautverengung, die sich aber während des ersten Jahres degenerieren kann. Die übrigen, die so eine Selbstheilung vom Körper versagt bleibt, müssen eine Beschneidung vornehmen.

Eine Beschneidung hat eine Menge Vorzüge

Entgegen dem Gerücht, dass die sexuelle Potenz und Erregbarkeit durch eine Beschneidung negativen Einfluss haben soll, soll diese jedoch ausdauernder und intensiver sein. Die Hygiene bzw. Säuberung des Penis nach einer Zirkumzision ist von großen Vorteil. Es können sich zudem durch den kompletten oder teilweisen Wegfall der Vorhaut weniger Bakterien sammeln und damit werden Entzündungen verhindert. Die Gefahr von Krankheiten, die durch den Geschlechtsakt verbreitet werden, sind eindeutig niedriger.

Ablauf einer Beschneidung

Bei der Beschneidung wird die Vorhaut teilweise oder vollständig beseitigt. Die Zirkumzision ist eine kleine Operation, die bei erwachsenen Menschen ambulant und unter örtlicher Betäubung vollzogen wird. Bei Kindern wird meist eine Vollnarkose gegeben. Das Risiko der Operation ist minimal, selten kann es zu Nachblutungen kommen. Bei einer partiellen Zirkumzision, sprich Teilbeschneidung, wird ein Teil der Vorhaut eingeschnitten und eine Plastikglocke wird über die Eichel gestreift. Danach wird am Glockenrand die Vorhaut befestigt, damit die Blutversorgung der Vorhaut unterbrochen ist. Nach einigen Tagen fällt die vertrocknete und schwarze Vorhaut von alleine ab. Diese Behandlungsweise wird sehr oft bei Kindern angewandt. Bei einer kompletten Beschneidung der Vorhaut wird die Vorhaut von der Eichel losgelöst und in Schichten umschnitten. Die dabei entstehenden Wundränder werden zusammengefügt und mit einen selbstauflösenden Faden vernäht.

Besteht nur eine kleine Verengung der Vorhaut reicht es aus, dass nur wenig von dieser entfernt wird. Bei dieser Behandlungsweise wird die vernarbte und verengte Vorhaut abgeschabt und die Wundränder werden nach dem Prinzip verbunden, das mehr Platz für die Vorhaut besteht. 25-33 Prozent der männlichen Weltbevölkerung ist beschnitten. Eine Zirkumzision wird bei Juden mit dem achten Lebensjahr vollzogen. In den islamischen Ländern ist sie sehr verbreitet und wird immer im Jugend- oder Kindesalter ausgeführt. Bis vor wenigen Jahren wurden die Säuglinge in den USA beschnitten. Die Beschneidung ist ein Ritual, das bezeugt, dass der Jugendliche in die männliche und erwachsenen Gesellschaft zugehörig ist.