Mit dem Begriff „Impingement-Syndrom“ (engl. „Zusammenstoß”) wird eine Gelenkveränderung beschrieben, die durch Aufeinanderstoßen anatomischer Strukturen innerhalb des Gelenks zustande kommt. Das Syndrom kann an verschiedenen Gelenken auftreten. Meist versteht man aber unter dem Impingementsyndrom eine Funktionsbeeinträchtigung des Schultergelenks. Dabei kommt es infolge degenerativer und entzündlicher Prozesse zu einer Einengung im Gelenk, die dazu führt, dass der Humeruskopf an das Schulterdach stößt.


Wie entsteht das Impingementsyndrom?

Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des menschlichen Körpers. Lediglich die aus mehreren Muskeln bestehende sogenannte Rotatorenmanschette hält gemeinsam mit mehreren Bändern den Humeruskopf in der Gelenkpfanne. Knöcherne Strukturen sind an der Stabilisierung des Schultergelenks nicht beteiligt. Dies macht das Schultergelenk besonders anfällig für Verletzungen.

Liegt bereits eine Schädigung vor, verengt sich das Gelenk durch Schwellung. Sehnen und Bänder werden eingeklemmt; die dadurch entstehende Reibung verschlimmert den Entzündungsprozess und fördert die weitere Degeneration. Im Extremfall kann dies bis zu einem Sehnenriss führen.

Eine chronische Überlastung kann der Auslöser für das Imoengementsyndrom sein

Eine chronische Überlastung kann der Auslöser für das Imoengementsyndrom sein

Ursachen des Impingementsyndroms

In den meisten Fällen ist das Impingementsyndrom die Folge von Verschleißerscheinungen. Auslöser für das Impingementsyndrom kann eine chronische Überlastung sein, wie sie zum Beispiel bei Tennis- und Golfspielern, Hand- und Volleyballern, Schwimmern, Werfern und Bodybuildern vorkommt.

Neben Sportlern sind vor allem Menschen betroffen, die beruflich oft Überkopfarbeiten ausführen müssen. Seltener ist das Impingementsyndrom auf eine angeborene Verengung im Schultergelenk zurückzuführen. Auch eine Verletzung der Rotatorenmanschette, etwa durch einen Unfall, kann zum Auftreten eines Impingementsyndroms führen.

Behandlung

Die Behandlung des Impingementsyndroms hängt davon ab, wie stark die Beschwerden sind und in welchem Stadium der Degeneration sich das Schultergelenk befindet. Generell sollte die Schulter geschont und auf jede weitere belastende Bewegung verzichtet werden.

Schmerztherapie:

Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Diclofenac, Ibuprofen und Acetylsalicylsäure lindern die Schmerzen und wirken entzündungshemmend. Bei starken Entzündungen kann auch Cortison direkt ins Gelenk gespritzt werden. Eine weitgehend nebenwirkungsfreie Alternative zu den NSAR stellt die Akupunktur dar, auf die allerdings nicht alle Patienten ansprechen. Bei der sogenannten physikalischen Therapie werden abhängig vom Chronifizierungsgrad der Beschwerden entweder kalte oder warme Kompressen auf die Schulter aufgelegt. Beides kann die Entzündung und die damit verbundenen Schmerzen abklingen lassen.

Physiotherapie:

Durch das gezielte Training bestimmter Muskelgruppen kann der Druck des Humeruskopfes auf das Schulterdach reduziert werden. Zudem kann eine Stärkung der Muskeln der Rotatorenmanschette zu einer Entlastung der Supra- und Infraspinatussehnen führen.

Operation:

Eine Operation wird dann notwendig, wenn die Sehne bereits angerissen ist oder wenn die konservative Therapie auch nach mehrmonatiger Behandlung keine Erfolge zeigt.

Übungen für das Impingementsyndrom

Das Impingementsyndrom, also die Schultergelenksinstabilität, nimmt vielen Betroffenen die Freude an Sport und Bewegung. Doch das muss nicht sein. Es gibt zahlreiche Übungen, die mit dem Impingementsyndrom ausgeführt werden können und sogar hilfreich bei diesem sind. Die wichtigsten wollen wir kurz vorstellen.

Übungen zum Muskelaufbau

Besonders wichtig bei einer Schultergelenksinstabilität sind Übungen, die dem Muskelaufbau zugutekommen. Mit einem Theraband lassen sich diese Übungen gut ausführen. Dabei ist der Ablauf wie folgt:

  • Auf einem Hocker sitzend oder im gegrätschten Stand mit leicht gebeugten Kniegelenken wird das Theraband mit gespreizten Armen über dem Kopf gehalten.
  • Die Arme werden angewinkelt und das Theraband mit Spannung hinter den Kopf gezogen.
  • Dabei werden die Schulterblätter nach hinten und unten gezogen.

Diese Übung eignet sich als Krafttraining für die Schulterblattstabilisatoren. Wer dagegen die Rotatorenmanschette kräftigen will, ist mit folgendem Übungsablauf gut beraten:

  • Die Ausgangsstellung ist wie oben beschrieben, wobei das Theraband vor dem Körper gehalten wird.
  • Dabei sollten die Ellenbogen im 90-Grad-Winkel angewinkelt werden.
  • Nun werden die Unterarme nach außen bewegt, die Ellenbogen bleiben am Körper.

Weitere Übungen mit dem Impingementsyndrom

Mit einem Theraband lassen sich Übungen bei einem Impingementsyndrom gut ausführen.

Mit einem Theraband lassen sich Übungen bei einem Impingementsyndrom gut ausführen.

Weiterhin können zahlreiche Muskelgruppen mit vielen zusätzlichen Übungen trainiert werden. Zum Beispiel lässt sich die gesamte Schulterblatt- und Rückenmuskulatur mit einer Übung kräftigen, bei der das Theraband an einem Haken über der Tür hängt. Schräg unterhalb des Hakens stellt man sich mit leicht gebeugten Kniegelenken im gegrätschten Stand auf. Mit gestreckten Armen zieht man anschließend das Band zu sich neben den Körper. Dabei sollten auch hier die Schulterblätter wieder nach hinten und unten gezogen werden.

Wer sich dagegen seitlich neben den Haken stellt, den Unterarm in das Band einhängt und dieses nun mittels Zugkraft zum Körper bewegt, kräftigt damit die gesamte Muskulatur, die den Schultergelenkskopf nach unten zieht. Auch hier sollten sich die Schulterblätter wieder nach hinten und unten bewegen.

Allgemeine Tipps zu den Übungen beim Impingementsyndrom

Die Liste an Übungen mit dem Impingementsyndrom ließe sich beliebig fortsetzen. Und obwohl viele Übungen durchaus sinnvoll zum Aufbau der Muskulatur sind, sollten einige grundlegende Punkte beachtet werden. So darf nie mit Schmerzen trainiert werden. Tritt der Schmerz während der Übung auf, ist sofort eine Pause angesagt. Andernfalls würden sich die Schmerzen verschlimmern und eine eventuelle Besserung des Grundproblems rückt in weite Ferne.

Das Bankdrücken beispielsweise ist mit dem Impingementsyndrom oftmals unmöglich, weil es massive Schmerzen mit sich bringt. Zudem wird die Regenration bei einer zugrunde liegenden Entzündung blockiert.

Dagegen ist das Schrägbank-Drücken für Patienten mit dem Impingementsyndrom durchaus möglich. Hierbei bleibt mehr Platz unter dem Schulterdach. Zudem wird der Schleimbeutel nicht weiter gereizt.