Der Meniskus, plural Menisken, ist ein halbmondförmiger Knorpel zwischen einem Gelenk, also eine Art Hilfseinrichtung. Die Menisken, zwei an der Zahl, gibt es beim Menschen nur im Kniegelenk. In anderen Gelenken gibt es einen Diskus, also einen ringförmigen Knorpel. Der Meniskus ist im Kniegelenk eine spezielle Einrichtung, die das reibungslose Gleiten des Oberschenkelknochens auf dem Schienbein ermöglicht. Eigentlich passen diese beiden Knochen an ihren Gelenkflächen nicht ideal zueinander, wie es zu Beispiel im Ellebogengelenk der Fall ist. Ohne die Menisken wäre das Kniegelenk nur beschränkt benutzbar und würde bei jeder Bewegung wehtun, da die Knochen aufeinander reiben würden.


Der Meniskus besteht aus Knorpel und hat somit die besten Eigenschaften, um Druck- und Zugkräfte auszugleichen und aufzufangen. Das Kniegelenk steht unter einer großen Last, da es das Körpergewicht tragen muss, daher ist der Druckausgleich sehr wichtig. Im Gegensatz zu dem Diskus unterteil ein Meniskus die Gelenkhöhle nicht vollständig. Die Gelenkhöhlen, jeweils um die Menisken herum, stehen miteinander in Verbindung. Zwischen den Menisken ist die Gelenkflüssigkeit, die Synovia, die in jedem echten Gelenk vorhanden ist.

Speziell beim Austrecken des angewinkelten Beines leistet der Meniskus seine Arbeit

Speziell beim Austrecken des angewinkelten Beines leistet der Meniskus seine Arbeit

Der Meniskus ermöglicht auch eine erhöhte Beweglichkeit des Knies, da die Menisken selber ebenfalls beweglich sind. Der äußere Meniskus ist beweglicher als der innere, da der innere Meniskus an einem Band befestigt ist. Aufgrund dieser Gegebenheiten reißt der innere Meniskus aber auch häufiger, da er einfach starrer ist. Die Bedeutung der Menisken wird besonders dann deutlich, wenn man im Sitzen das angewinkelte Bein langsam ausstreckt. In den letzten Zentimetern, bevor der Fuß waagerecht zur Hüfte steht, rotiert das Knie ganz leicht innen (der Fuß rotiert dabei nach außen). Diese Bewegung ist den Menisken geschuldet, da diese die beteiligten Knochen in die richtige Position bringen. Das ganze nennt man Schlussrotation. Es ist auch seit 1948 bekannt, dass die Entfernung eines Meniskus zur frühzeitigen Arthrose, also zur Gelenkabnutzung, führt. Dies verdeutlicht nochmals die wichtige Rolle der Menisken. Sie verhindern also auch eine zu schnelle Abnutzung des Knies. Das Knie ist neben der Schulter das am meist abgenutze Gelenk, weil es oft bewegt wird und großen Druckkräften ausgesetzt ist. Die Menisken können auch verschiedene Krankheiten aufweisen. Vielen Sportlern ist der Meniskusriss ein Begriff. Meistens reißt dabei der Innenmeniskus, weil dieser unbeweglicher ist. Ein gerissener Meniskus kann zwar operativ kuriert werden, allerdings nur, wenn der Riss am äußeren Rand ist, da hier eine ausreichende Blutversorgung zur Heilung gewährleistet ist. Befindet sich der Riss im Zentrum, heilt er meistens nicht mehr komplett aus. Die harmlosere Variante der Meniskusverletzung ist die Meniskusquetschung, die von alleine, nach einiger Schonzeit, wieder abheilt.