Die Wundrose ist allgemein auch unter der Bezeichnung Rotlauf bekannt und zeichnet sich durch eine scharf begrenzte Rötung aus. Der Mediziner verwendet den Fachbegriff Erysipel und wird bei einer eingehenden Untersuchung andere Erkrankungen ausschließen, die mit dem gleichen oder zumindest einem ähnlichen Erscheinungsbild einhergehen. Hauptsächlich sind das Gesicht und die Extremitäten betroffen.


Seltener zeigt sich die Wundrose an anderen Körperstellen, wie zum Beispiel am Nabel. Die Behandlung erfolgt durch Einnahme eines Antibiotikums, das schlimmstenfalls während eines stationären Aufenthaltes intravenös verabreicht werden muss.

Der Beginn der Erkrankung

Eine kleine Wunde der Haut, die bis in die Lederhaut hinein reicht, kann sich als Ursache für die Erkrankung an Wundrose herausstellen. Die Bakterien des Stammes Streptococcus pyogene vermehren sich sowohl in der unteren Hautschicht als auch in den dort angesiedelten Lymphwegen. Nicht immer sind diese kleinen Wunden auf den ersten Blick direkt erkennbar, denn bei Fußpilz kann der Nagel zu kleinen Verletzungen des Nagelbettes führen und ebenfalls einen idealen Zugang für die Bakterien schaffen.

Schon eine kleine Hautwunde kann Auslöser für Wundrose sein. © Fotolia.com

Schon eine kleine Hautwunde kann Auslöser für Wundrose sein.
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Ein besonders hohes Risiko an der Wundrose zu erkranken liegt bei Patienten, die an Ödemen erkrankt sind. Liegt zudem noch ein Lymphgefäßschaden vor, dann können die eindringenden Bakterien nicht mehr in die Lymphknoten transportiert werden. Die körpereigene Abwehr wird damit nahezu außer Gefecht gesetzt.

Der Verlauf der Wundrose

Nach 2 bis 5 Tagen zeigen sich die ersten Anzeichen der Infektion. Hohes Fieber und Schüttelfrost leiten die Erkrankung ein, die dann nur wenige Stunden später mit den typischen Hautrötungen deutlich zu erkennen ist. Die von der Wundrose betroffenen Hautpartien schwellen an und sind stark erwärmt. Es gibt allerdings auch Erscheinungsformen der Wundrose, die sich in einer optisch eher unauffälligen Variante präsentieren. In besonders schlimmen Fällen kann es zur Blasenbildung führen, die zudem Einblutungen mit sich bringen kann.

Das unbehandelte Erysipel

Eine unbehandelte Wundrose kann jedoch zu weiteren Erkrankungen führen, die zum Beispiel Patienten mit einer Herzklappe zu einer Risikogruppe machen, die sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben sollte. Weitere Komplikationen können bei einem Rückfall auftreten und zu einer fatalen Störung des Lymphsystems führen. Zudem kann die Wundrose schlimme Folgeerkrankungen wie Meningitis, Hirnvenenthrombose oder sogar eine Thrombophlebitis auslösen.

Symptome bei Wundrose

Unter Rotlauf bzw. Wundrose oder auch Erysipel versteht man eine Entzündung der Haut, welche plötzlich aufgetreten ist und sich durch eine flächenhafte starke Rötung kennzeichnet. Primär betroffen davon sind das Gesicht wie auch die Unterschenkel.

Die Ursache, weshalb ein Rotlauf überhaupt entstehen kann, sind Bakterien, welche von den Streptokokken der Gruppe A in den Körper eindringen. Eindringen können diese Bakterien meist über kleine Verletzungen. Unter kleine Verletzungen versteht man beispielsweise oberflächige Hautkratzer aber auch Insektenstiche wie Verletzungen, welche durch die Maniküre wie Pediküre verursacht wurden. Auch Mundwinkeleinrisse oder Fußpilz können durchwegs ein Herd für Bakterien der Streptokokken der Gruppe A sein, welche durch diese Hautöffnungen in den Körper eintreten können. Das Immunsystem versucht die eindringenden Bakterien zu bekämpfen, was in der Regel eine Entzündungsreaktion hervorruft.

Der Rotlauf ist nicht altersabhängig und kann in jedem Lebensabschnitt auftreten. Häufig tritt er jedoch bei Kindern wie auch älteren Menschen auf. Weitere begünstigte Krankheiten, welche den Rotlauf fordern, sind beispielsweise Diabetes mellitus, Störungen der Hauptbarriere, Alkoholismus bzw. Alkoholmissbrauch, Zirkulationsstörungen der Arterien oder Venen wie auch immer wieder auftretende Lymphödeme. Ebenso ist ein geschwächtes Immunsystem (beispielsweise auf Grund des HI-Virus) durchwegs ein Grund, weshalb man an einem Rotlauf erkranken kann.

Geschwollene Lymphknoten sind ein typisches Sympton von Rotlauf. © Fotolia.com

Geschwollene Lymphknoten sind ein typisches Sympton von Rotlauf.
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Typisch für den Rotlauf ist der plötzliche und unerwartete Beginn der Krankheit. So beginnt sich eine flammenartige Hautrötung auf der Haut zu bilden, welche nicht nur starke Schmerzen hervorruft sondern auch ausbreitet, sodass binnen weniger Stunden weitere Hautregionen betroffen sein können. Auch können die Lymphknoten anschwellen. Dazu klagt die Person oftmals über Schüttelfrost wie Fieber und Übelkeit. Auch von einem allgemeinen Krankheitsgefühl wird berichtet, sodass oftmals der Irrtum aufkommt, es würde sich um einen grippalen Infekt handeln. Sollte das Immunsystem sehr stark geschwächt sein und/oder auch Durchblutungsstörungen vorhanden sein, so ist es durchwegs möglich, dass der Rotlauf eine weitaus radikalere und gefährlichere Form annimmt. So ist eine Bläschenbildung auf der Haut sowie eine Einblutung der Haut durchwegs möglich.

Therapie von Wundrose

Das sogenannte Eryspels ist eine gerötete Haut, welche sich auf Grund einer bakteriellen Infektion auf der Haut bilden kann. Das Wort Eryspels stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt so viel wie rote Haut. Die Infektion, welche auf Grund der Bakterien ausgelöst wird, betrifft in der Regel nur die obere Hautschicht bzw. die Lymphwege.

Ausgelöst wird das Eryspels von kleinen, oftmals nicht wahrnehmbaren Hautverletzungen, die unter anderem auch bei der Maniküre, der Pediküre oder auch durch Insektenstiche entstehen können. Die Rötung tritt in erster Linie an den Armen oder Beinen oder auch in der Nähe des Nabels auf. Unter Eryspels versteht man unter anderem auch Wundrose oder auch Rotlauf.

Wenn ein Eryspel Blasen entwickelt sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden. © Fofolia.com

Wenn ein Eryspel Blasen entwickelt sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.
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Wer ein bullöses oder auch bulläs-hämorrhagisches (blasenbildend oder auch blasenbildend wie blutend) Eryspel hat, der wird in erster Linie stationär im Krankenhaus aufgenommen. Die Therapie wird mittels hochdosiertem Antibiotika begonnen, welches intravenös in den Patienten geleitet wird. Penicillin wie auch Cefuroxim wie Cephalosporine werden dem Patienten verordnet, da das Eryspel sehr wohl eine Neigung zu Rückfällen bei einer zu sanften Behandlung aufweist. Auch eine Therapie auf Basis einer Dauertropffunktion kann durchwegs angewendet werden – je nachdem – wie weit die Krankheit bzw. Infektion bereits fortgeschritten ist. Wer nur gering von der Infektion betroffen ist, der kann durchwegs daheim betraut werden und Antibiotika in Tablettenform bekommen.

Bei einer Blasenbildung muss jedoch sofort ein Arzt aufgesucht werden. Angenhem kühlende Umschläge werden den Patienten auf die entzündeten Hautregionen gelegt, sodass der Schmerz gelindert wird. Auch wenn kein stationärer Aufenthalt notwendig ist, so erhält der Patient strenge Bettruhe. Komplikationen treten eher selten auf, wobei durchwegs eine Hirnvenenthrombose als auch eine Thrombophlebitis bereits bei Patienten ausgelöst wurden, welche an einem Eryspels erkrankt waren. Auch kann eine Meningitis auftreten, vor allem dann, wenn die Infektion im Gesicht vorhanden ist – bzw. bereits tiefe Gesichtsregionen von den Bakterien befallen wurden. Sogar eine nekrotische Fasziitis in der Region des Unterschenkels kann durchwegs entstehen.

Hautkrankheiten

Hautkrankheiten kommen sehr häufig vor. Schließlich ist die Haut das größte Organ des Menschen und sie ist auch am meisten der Umwelt ausgesetzt. Aber außer äußeren Einflüssen spiegelt die Haut auch das Innenleben des Menschen wider, ist der “Spiegel der Seele”.

Meistens zeigt die Haut deutlich, wenn es ihr nicht gut geht. Sie zeigt es durch Rötungen, Schuppen, Pusteln, Knötchen und Quaddeln, oft auch durch Juckreiz und Schmerzen. Eine der am häufigsten auftretenden Hautkrankheiten ist die Neurodermitis. Bei den Betroffenen, sehr oft sind das Kinder und Jugendliche, reagiert das Immunsystem extrem gegen eigentlich harmlose Stoffe aus der Umwelt. Es entstehen entzündete juckende trockene Hautstellen, oft im Gesicht, am Hals, den Ellbogen und Kniekehlen. Wird an diesen Stellen gekratzt, besteht zusätzlich Infektionsgefahr. Die Krankheit tritt schubweise auf, sie wird mit fettenden Salben und Ölen und mit Kortison behandelt.

Hautkrankheiten wie z.B. Neurodermitis sind Autoimmunerkrankungen. © Fotolia.com

Hautkrankheiten wie z.B. Neurodermitis sind Autoimmunerkrankungen.
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Neurodermitis entsteht durch Umweltfaktoren und kann auch erblich sein. Auch die Schuppenflechte (Psoriasis) gehört zu den sehr häufigen entzündlichen Hautkrankheiten. Sie ist genau wie die Neurodermitis eine Autoimmunkrankeit. Es bilden sich stark schuppende entzündete Hautstellen. Die Schuppenflechte tritt schubweise auf und ist sehr oft genetisch bedingt. Aber auch starke psyschiche und physische Belastungen können sie auslösen und verschlimmern. Zur Behandlung werden äußerliche Mittel wie Salben und auch innerliche Mittel wie Tabletten und Spritzen angewendet. Eine spezielle Ernährung und Bade-wie Lichttherapie können hier zusätzlich helfen.

Zu einer anderen Sorte von Hautkrankheiten gehört der Hautpilz. Besonders an den Füßen, aber auch an anderen Körperstellen können sich in feucht warmer Umgebung Hautpilze ansiedeln. Die Haut reagiert mit Juckreiz und geröteten Stellen. Hautpilz ist ansteckend und muss deshalb dringend behandelt werden. Dafür gibt es verschiedene wirksame Antimykotika aber auch gute Hygiene ist wichtig. Zu den nicht gefährlichen aber lästigen Hautkrankheiten, gehört das Hühnerauge. Es ist eine Hornhautverdickung am Fuß. Sehr oft entsteht sie durch zu enge drückende Schuhe aber auch eine Virusinfektion kommt als Auslöser in Frage. In der Mitte der Hornhautschwiele bildet sich ein nach innen gehender Sporn, der sehr schmerzhaft ist. In vielen Fällen helfen Hühneraugen-Pflaster bei der Auflösung der Verhornung und Entfernung des Sporns. Es gibt aber auch Fälle, bei denen das Hühnerauge operativ entfernt werden muss.

Es gibt außerdem eine ganze Reihe von Hautkrankheiten, deren Ursache Infektionskrankheiten sind. Kinderkrankheiten wie Masern, Röteln, Mumps und Scharlach gehören dazu, aber auch so schlimme Infektionskrankheiten wie Pocken und Lepra. Alle diese Krankheiten bringen auch Hautsymptome mit sich. Die Behandlung dieser Hautkrankheiten richtet sich nach der Grunderkrankung.

Streptokokken

Streptokokken werden umgangssprachlich auch Kettenkokken genannt und sind kettenförmig aneinander gereihte, kugelförmige Bakterien mit dem Gattungsnamen Streptococcus. Meist wachsen sie unter anaeroben Bedingungen. Sehr viele Streptokokken sind in der normalen Bakterienflora des Mund- und Rachenraums zu finden, diverse andere sind Krankheitserreger.

Krankheiten

Häufig verursachen Streptokokken eitrige Infektionen, die sich flächenmäßig ausbreiten können.

  • Lokalinfektionen: Durch Streptokokken werden akute Entzündungen der Haut, beispielsweise Wundrosen, Eiterflechten oder das Ekthyma verursacht.
  • Lungenentzündungen (Pneumonien): Diese Form wird auch Pneumokokken genannt und wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Besonders gefährdet sind Personen mit geschädigtem Abwehrsystem wie beispielsweise Alkoholiker, Patienten ohne Milz oder auch Tumorkranke. Die Möglichkeit der Impfung für diesen Personenkreis besteht, wirkt aber nich gegen alle Bakterienstämme. Außerdem können Pneumokokken zudem Meningitis oder Bauchfellentzündungen hervorrufen.
  • Harn- und Infekte der Geschlechtsorgane: Verursacher sind hier meist Enterokokken. Durch Schmierinfektion durch den Darm können sie in den Urogenitaltrakt gelangen.
  • Infektionen des Kopfbereich: Streptokokken verursachen beispielsweise Mittelohrentzündungen, Entzündungen der Nasennebenhöhlen und der Mandeln.
  • Folgeerkrankungen: 1–4 Wochen nach Genesung der eigentlichen Erkrankung besteht durch die immunologische Reaktion die Gefahr von Folgeerkrankungen, wie das akute rheumatische Fieber und die Nierenentzündung.

Die Übertragung der Streptokokken erfolt überwiegend durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion.

Streptokokken werden durch Tröpfcheninfektion, wie beispielsweise beim Niesen, übertragen. © Fotolia.com

Streptokokken werden durch Tröpfcheninfektion, wie beispielsweise beim Niesen, übertragen.
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Bei der Tröpfcheninfektion erfolgt die Übertragung über die Luft.Beim Husten, Niesen oder Sprechen werden kleine Tröpfchen in die Luft abgegeben, die in die Atemwege eines anderen Menschens gelangen können. Bei der Schmierinfektion werden die Bakterien durch Berührung eines infizierten Menschen oder eines mit Bakterien behafteten Gegenstandes übertragen. Enger, körperlicher Kontakt mit einem Erkrankten sollte generell vermieden werden, bzw. nur unter Schutzmaßnahmen wie Einmalhandschuhe oder Mundschutz stattfinden.

Behandlung

Streptokokkeninfektionen werden meist mit Antibiotika wie Penicillin behandelt. Bei Enterokokkeninfektionen des Harn- und Geschlechtstrakts, sprechen Breitspektrumantibiotika oft um ein vielfaches besser an. Besonderer Augenmerk ist aufgrund der Gefahr von Streptokokken-Folgeerkrankungen darauf zu legene, dass die Antibiotika über den gesamten vom Arzt verordneten Zeitraum eingenommen werden.