Propofol ist ein Narkotikum. Es besitzt eine kurze Plasmahalbwertzeit, sowie eine geringe Kumulation. Aus diesem Grund ist es gut steuerbar, um eine schonende Anästhesie einzuleiten und aufrecht zu erhalten. Propofol wirkt nicht schmerzlindernd oder relaxierend. Es ist lipohpil und wird in Öl gelöst. Deshalb ist Propofol nur als Emulsion verwendbar. Es löst nur selten eine postoperative Übelkeit und Erbrechen aus. Eine positive Eigenschaft ist auch, dass das Einschlafen und Erwachen aus der Narkose als angenehmer empfunden wird.


Wirkung des Propofol

Es greift an den GABA- Rezeptoren an. Dabei führt es zu einer unspezifischen Wirkung an der Lipidmembran. An den Natriumkanälen werden die Proteinuntereinheiten verändert. Propofol wirkt also direkt am Zentralen Nervensystem und löst so die sedierende Wirkung aus.

Indikationen des Propofol

Es wird zur Einleitung und Aufrechterhaltung einer intravenösen Narkose verwendet. Hierbei wird es häufig mit kurzwirksamen Analgetika kombiniert. Die Applikation erfolgt als Initialbolus und anschließend weiter über eine Spritzenpumpe. Zur Sedierung wird es häufig in Kombination mit Opiaten verwendet. Das Hauptanwendungsgebiet ist hier die Intensivmedizin. Außerdem kommt es bei maligner Hyperthermie zum Einsatz.

Nebenwirkungen des Propofol

Propofol wird als Narkosemittel in der Intensivmedizin angewendet. (© Fotolia.com)

Propofol wird als Narkosemittel in der Intensivmedizin angewendet. (© Fotolia.com)

Am häufigsten kommt es zu einer Atemdepression, was bis zur Apnoe gehen kann. Auch ein Blutdruckabfall ist möglich. Der Grund dafür liegt im verminderten peripheren Gefässwiderstand. Das Herz-Zeit-Volumen wird ebenfalls reduziert. Dies kann besonders bei älteren und kardial erkrankten Menschen zu den genannten Nebenwirkungen führen. Muskelkrämpfe und unbewusste Bewegungen sind ebenfalls möglich. Durch die Histamin Freisetzung ist eine allergische Reaktion auf das Schlafmittel möglich. Häufig wird über intensive Träume berichtet, die in den meisten Fällen positiv sind. Es sind aber auch negative Träume und Empfindungen möglich. Die reizende Wirkung an der Venenwand kann zu Schmerzen bei der Injektion des Schlafmittels führen.

Bei längerer Anwendung kann es zum Herz-Kreislauf-Versagen kommen. Eine Laktatazidose und der Zerfall von Muskelgewebe können auftreten. Außerdem ist ein akutes Nierenversagen möglich. Diese unerwünschten Wirkungen kommen selten vor, verlaufen aber häufig tödlich.

Propofol hat ein primär psychisches Abhängigkeitspotenzial. Es wird wegen seiner kurz andauernden euphorisierenden Wirkung häufig als Suchtmittel missbraucht. Da die Dosis bei einer Abhängigkeit immer weiter gesteigert wird, endet der Propofolmissbrauch in den meisten Fällen tödlich. Von der Abhängigkeit sind meist Personen betroffen, die einen freien Zugang dazu haben.

Gegenanzeigen vom Propofol

Die Kreislaufinsuffizienz und eine Hypovolämie schließen die Verwendung von Propofol aus. Wird es dennoch eingesetzt, kann es zu einem massiven Blutdruckabfall kommen. Weiterhin sind die Schwangerschaft und die Stillzeit Gegenanzeigen, da es zu Schäden beim Kind kommen kann. Kinder unter 16 Jahren stellen ebenfalls eine Kontraindikation dar.

Narkose

Die Vollnarkose wird seit über 150 Jahre in der Medizin angewandt.
Zur Ausschaltung des Bewusstseins, der Schluck- und Hustenreflexe, Muskelaktivität und Schmerzempfindlichkeit werden gezielt durch die Vergabe eines Betäubungsmittels (Narkose) vor der Operation erreicht. Narkosemittel bestehend aus mehreren Arzneistoffen (z. B. Propofol) und werden intravenös verabreicht. Narkosegas wird der Atemluft beigemischt. Bei längeren operativen Eingriffen wird die Atmung mit einer Atemmaske (künstliche Beatmung) unterstützt.

Verschiedene Grundformen der Narkose (Anästhesie):

  • Spinale Narkose (Rückenmarkbetäubung)
    Ein Lokalanästhetikum wird in die Lendenwirbelsäule (Epiduralraum) gespritzt. Spinale Narkosen werden hauptsächlich beim Kaiserschnitt eingesetzt. Unterbauch, Becken und Beine sind ungefähr 3-4 Stunden schmerzfrei. Der Patient bleibt bei Bewusstsein und der Rest des Körpers behält die Schmerzempfindungen.
  • Vollnarkose (Allgemeinanästhesie)
    Der Patient wird in einem schlafähnlichen Zustand gebracht. Schmerzempfindungen und Bewusstsein sind vollständig ausgeschaltet.
  • Lokalanästhesie (örtliche Betäubung)
    Es wird nur eine kleine Körperstelle empfindungslos gemacht.

Die spinale Narkose kann auch der operierende Arzt durchführen. Für eine Regional- und Vollnarkose ist der Anästhesist/in zuständig. Anästhesisten/innen führen vor der Operation mit dem Patienten Aufklärungen und Untersuchungen durch. Während der Operation ist der Anästhesist/in für die Ausschaltung der Schmerzen, Narkosetiefe und die Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen (z. B. Kreislauf, Atmung) verantwortlich.
Trotz der ausführlichen Aufklärung vor der Operation hat fast jeder Patient Angst vor der Allgemeinanästhesie.

Zu beachtende Verhaltensregeln vor der Narkose

  • Mindestens sechs Stunden vor der Narkose darf der Patient keine feste Nahrung zu sich nehmen.
  • 4 Stunden vor der Narkose darf der Patient nicht mehr trinken. Mundausspülen und zur Einnahme wichtiger Medikamente nach Absprache sind Ausnahmen.
  • Prothesen, Schmuck, Brille, Kontaktlinsen und Kosmetik (z. B. Nagellack, Schminke) sind vor der Anästhesie zu entfernen.
  • Auch das Rauchen ist verboten!

Seltene Nebenwirkungen bei einer Vollnarkose

  • Nach einer Narkose kann Übelkeit mit Erbrechen, leichter bis starker Schüttelfrost, Narkosefieber, Venenreizungen, Muskelverspannungen, Herz- und Kreislaufprobleme, Schluckbeschwerden oder erkältungsähnliche Symptome im Hals auftreten.
  • Bei Nichteinhalten des Nüchternheitsgebotes kann die Gefahr einer Lungenentzündung bestehen, wenn Mageninhalt oder Magensaft in den Rachen und in die Lunge fließt.

Schlafmittel

Der Griff zum Schlafmittel scheint der einzige Ausweg zu sein, wenn man sich, anstatt einzuschlafen, unruhig von einer Seite zur anderen rollt, mitten in der Nacht wieder erwacht und zerschlagen am Morgen das Bett verlässt. Wegen der zum Teil erheblichen Nebenwirkungen sollten diese Medikamente nur kurzfristig genommen werden. Über Schlafstörungen klagen etwa ein Drittel der Erwachsenen, Frauen mehr als Männer. Schlafprobleme, die über einen längeren Zeitraum andauern, bedürfen einer ärztlichen Abklärung.

Die Wirkung

Schlafmittel, auch Hypnotika genannt, wirken über den Botenstoffwechsel im zentralen Nervensystem. Im Wachzustand ist das Gehirn aktiv und die Prozesse zur Signalübertragung laufen auf Hochtouren. Beim Einschlafen müssen diese Vorgänge heruntergefahren werden. Das geschieht durch den körpereigenen Neurotransmitter (Botenstoff) Gamma-Aminobuttersäure (GABA), der als wichtigster Hemmstoff im zentralen Nervensystem agiert.

Die meisten Arzneimittelsubstanzen greifen an den Rezeptoren von GABA an und führen zu einer Verstärkung der durch GABA hervorgerufenen Wirkung. Pharmakologisch bedeutsam sind Benzodiazepine, die auch am häufigsten verschrieben werden. Sie wirken dämpfend auf verschiedene Vorgänge im Gehirn und damit z. B. beruhigend, muskelentspannend und schlafanstoßend. Vertreter dieser Substanzklasse unterscheiden sich dabei bezüglich der einzelnen Effekte und können auf diese Weise auch als Beruhigungsmittel eingesetzt werden. Gleichzeitig kommt es zur Beeinträchtigung der Konzentration, des Reaktions-und Leistungsvermögens sowie der Fahrtauglichkeit. Es bestehen zahlreiche Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, aber auch mit Alkohol. Wegen des langsamen Abbaus können alle diese Defizite länger andauern (“hangover”). Darüber hinaus steigt bei hoher Dosierung und längerer Anwendungsdauer das Risiko einer Abhängigkeit.

Ein bekannter Vertreter der Benzodiazepine ist Valium. K.-o.-Tropfen, als Beispiel kriminellen Missbrauchs von Schlafmitteln, können ebenfalls Benzodiazepine enthalten. Schlafmittel, die der Gruppe der Nicht-Benzodiazepine angehören, sollen weniger Nebenwirkungen aufweisen.

Einige Antihistaminika, das heißt, Stoffe, die gegen Histamin und damit anti-allergen wirken, haben ebenfalls schlaffördernde Eigenschaften.
Schlafmittel werden meist als Tabletten angewendet; einige jedoch, wie Propofol, werden intravenös verabreicht. Sie dienen in der Intensivmedizin und in der Anästhesie der Sedierung (Ruhigstellung) sowie bei diagnostischen oder minimal-invasiven Eingriffen zur Einleitung der Narkose.

Frei verkäufliche und rezeptpflichtige Schlafmittel

Pflanzliche Schlafmittel, die Extrakte aus der Baldrianwurzel, aus Melissenblättern oder aus Hopfenzapfen enthalten, sind in der Wirkung schwächer als die synthetischen. Sie helfen eher beim Einschlafen und weniger bei Durchschlafstörungen. Kombinationspräparate, beispielsweise aus Baldrian und Hopfen oder Baldrian mit Hopfen und Passionsblume sowie höher dosierte Baldrian-Präparate sind als Schlafmittel besser geeignet und, wie auch Antihistaminika, ohne Rezept zu erwerben. Während Antihistaminika sehr schnell wirken, erfordert der Einsatz pflanzlicher Schlafmittel ein wenig Geduld, da sie nicht unmittelbar helfen, sondern erst nach einigen Wochen. Die synthetischen Schlafmittel sind alle rezeptpflichtig. Die Einnahme sollte nur kurzfristig erfolgen und muss wegen der Nebenwirkungen von einem Arzt überwacht werden. Wichtig ist in jedem Fall, nach den Ursachen für die Schlafstörung zu suchen.

Sedierung

Sedierung bezeichnet den Prozess des gezielten Ausschaltens des Bewusstseins mit Medikamenten. Das Wort stammt vom lateinischen “sedare” ab, was “beruhigen” heißt.

Nutzen

Bei der Sedierung ist der Bewusstseinszustand des Menschen verändert. (© Fotolia.com)

Bei der Sedierung ist der Bewusstseinszustand des Menschen verändert. (© Fotolia.com)

Das Ausschalten der Bewusstseinseffekte wird vor allem in der Medizin betrieben. Das Geben von Schmerzmitteln ist schon eine leichte Sedierung und bezeichnet auch eine Analgosesedierung, da der Bewusstseinsaspekt der Schmerzempfindungen ausgeschaltet wird. Auch Unruhezustände als Folge von Aufregung oder Krankheiten können mit Seditiva behandelt werden. Auch bei Operationen wird teilweise eine Sedierung statt einer Narkose vorgezogen, wenn der Arzt auf die Zusammenarbeit mit dem Patienten angewiesen ist, zum Beispiel bei der Diagnoseerhebung oder therapeutischen Eingriffen.

Unterscheidung zur Narkose

Der Übergang zu einer Narkose, bei der alle Bewusstseinsregungen ausgeschaltet sind, ist bei einer Sedierung sehr fließend. Allerdings ist die Erweckung ohne physische Reize sehr schwierig, auch die körperlichen Risiken sind höher. Die Abfolge in Reihenfolge der Tiefe der Bewusstseinsausfälle sieht folgendermaßen aus:

  • Wachzustand
  • Sedierung
  • Analgosesedierung
  • Narkose
  • “Künstliches” Koma

Bei einer Narkose muss immer ein Anästhesist, ein Facharzt für Narkosemedizin, anwesend sein, um die Vitalfunktionen zu überprüfen und die richtige Zusammenstellung aus Analgetika (Schmerzmitteln) und Anästhetika (Narkosemittel/Schlafmittel) zu bestimmen, die individuell sehr unterschiedlich ist. Die Risiken bei der falschen Dosierung sind die Möglichkeit des Bewusstseinsverlust oder Beeinträchtigung körperlicher Schutzreflexe. Auch ein Atemstillstand oder zu tiefe Narkotisierung sind Risiken einer Sedierung, die bedacht und verhindert werden müssen.

Mittel

Es gibt eine Vielzahl von Mitteln zur Beruhigung. viele Mittel heute basieren auf den Benzodiazepinen, Narkotika wie zum Beispiel Propofol werden heute kaum noch zur Sedierung eingesetzt. Im Bereich der Naturmedizin gibt es auch pflanzliche Beruhigungsmittel wie Baldrian oder Hopfen.

Probleme

Bei zu häufiger Verwendung von Schlafmitteln kann eine Gewöhnung auftreten, dass also immer mehr Mittel notwendig werden, um den selben Effekt zu erzielen. Auch die oben genannten Nebenwirkungen bei Falschdosierung bis hin zum Atemstillstand sind zu bedenkende Probleme.

Anästhesie

Eine sogenannte Anästhesie ist der medizinisch absichtlich eingeleitete Verlust eines Lebewesens (sowohl bei Mensch, als auch beim Tier) der Empfindungen. Daher auch der altgriechische Begriff “Anästhesie”, was so viel bedeudet wie Unempfindlichkeit gegenüber von Schmerzen. Das zugehörige altgriechische Wort Narkose bedeudet ins Deutsche übersetzt “Erstarrung”. Diese Funktion ist besonders relevant bei Operationen. Damit werden Lebewesen in eine Narkose versetzt um so etwaige Schmerzen zu vermeiden.

Historie

Der Facharzt der Anästhesie nennt sich Anästhesist. (© Fotolia.com)

Der Facharzt der Anästhesie nennt sich Anästhesist. (© Fotolia.com)

Schon relativ früh begann man sich mit narkotisierenden Mitteln zu beschäftigen. Schon in der Antike wurden Pflanzen zur Schmerzlinderung gesucht: darunter waren unter anderem bekannte Pflanzen wie Mohn, Alraunen oder auch Bilsenkraut. Auch spätere Versuche im 19. Jahrhundert waren zum Teil nicht nur nicht sehr erfolgreich, sondern vor allem auch bei vielen Menschen verpöhnt. Nach weniger erfolgreichen Versuchen mit Lachgas oder Chloroform, konnte 1884 mit der Entdeckung des Kokains Bereiche lokal anästhesiert werden. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde erstmals intravenös Hexobarbital genutzt. 1940 wurde schließlich erstmals Curare genommen. Auch heute wird noch sehr viel in diesem Bereich geforscht. Der aktuellste Stand heutzutage eine Anästhesie durchzuführen ist das Schlafmittel Propofol, da dies als sehr gut steuerbar gilt. Dabei kann es sowohl zur Sedierung als auch zur Allgemeinanästhesie genutzt werden.

Bereiche der Anästhesie

Es gibt unterschiedliche Bereiche wie eine Anästhesie durchgeführt werden kann:
Dabei ist eine Allgemeinanästhesie dazu da, diverse Körperfunktionen auszuschalten, damit eine gewisse Toleranz gegenüber schmerzender Eingriffe (Analgesie) sichergestellt werden kann. Aber auch der Bewusstseinsverlust (Hypnose) oder die Verminderung vegetativer Funktionen kann, neben der Schmerzunempfindlichkeit ein Ziel sein. In Normalfall geht eine Gedächtnislücke (sogenannte Amnesie) über die narkotisierte Zeit einher. Die Lokalanästhesie ist eine Schmerzausschaltung an einem örtlich begrenzten Bereich. So werden Nervenimpulse unterdrückt, damit der Schmerz nicht weiter geleitet werden kann.

Ausbildung

Ein Anästhesist ist in Deutschland ein Facharzt. Die Weiterbildung zum Facharzt dauert im Anschluss an das Medizinstudium weitere 5 Jahre. Dieser führt die Anästhesie durch, genauso wie eine Vor- bzw. Nachbehandlung. Er sorgt dafür, dass die vitalen Funktionen des Körpers auch während der Narkose aufrecht erhalten bleiben. Weiterhin sind diese auch meist stark mit der Intensivmedizin verbunden, genauso wie mit der Notfallmedizin und der Schmerztherapie.