Bei dem Medikament Risperidon handelt es sich um ein Neuroleptikum, das bei Anzeichen von Psychosen und Schizophrenie häufig verschrieben wird. Risperidon, oder von manchen anderen Herstellern auch als Risperdal bezeichnet, unterdrückt das Unterbewusstsein des Patienten. So können die Symptome einer Schizophrenie gelindert, oder sogar ganz behoben werden. Das Hören von Stimmen, Wahngedanken, oder das Sehen von Bildern, die nicht real sind, kann durch Risperidon behandelt werden.


Das Medikament wird meistens zum Abend oder vor dem Einschlafen eingenommen. Risperidon macht den Patienten sehr müde und gerade während des Schlafes schafft das Medikament eine Art Schutzmauer zwischen dem Bewusstsein und dem Unterbewusstsein des Patienten, damit keine fremdartigen Gedanken oder Sinneseindrücke an die Oberfläche gelangen.

Risperidon behandelt und behebt die Anzeichen von Psychosen, doch es behandelt nicht die Krankheit an sich. © Fotolia.com

Risperidon behandelt und behebt die Anzeichen von Psychosen, doch es behandelt nicht die Krankheit an sich.
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Risperidon behandelt und behebt die Anzeichen von Psychosen, doch es behandelt nicht die Krankheit an sich. Manche Patienten müssen das Medikament ihr Leben lang nehmen, um den Anzeichen ihrer geistigen Erkrankung vorzubeugen.

Die Entwicklung von Neuroleptika

Neuroleptika wurden bei Forschungen über antihistaminisch wirkende Stoffe entdeckt. Erst in den 1950er Jahren begann man intensiv mit der Forschung nach Antipsychotika und entwickelte langsam wirksame Medikamente gegen schizophrene Erkrankungen. Ab 1945 bezog man auch Phenothiszine in die Forschung mit ein. 1951 kam Chlorpromazin auf den Markt. Diese Substanz war schwach antihistaminisch, doch sehr sedativ. Man bezeichnete sie anfangs als „Major Tranquilizer“, später wurde der Begriff durch Neuroleptika abgelöst. 1952 erprobte man weitere vielversprechende Wirkstoffkombinationen an schizophrenen Patienten. Auf der Suche nach Substanzen mit weniger Nebenwirkungen entwickelte man bald Butyrophenone. 1958 kam der Wirkstoff Haloperidol auf den Markt, ab den 1960er Jahren setzte man Butyrophenone bei vielen psychischen Erkrankungen ein. Haloperidol zählt ebenfalls zu dieser Gruppe und ist bis heute das weltweit meist verschriebene Neuroleptikum.

Nebenwirkungen von Risperidon

Die meisten Patienten, die mit diesem Medikament behandelt werden, nehmen sehr viel Gewicht zu. Eine Umstellung der Ernährung ist deshalb sinnvoll. Kohlenhydrathaltige Lebensmittel sollten zu Beginn des Tages eingenommen werden und im Laufe des Tages sollte die Menge an Kohlehydraten reduziert werden. Kohlenhydrathaltig sind Kartoffeln, Brot, Nudeln und Reis. Diese Lebensmittel sollten nur in kleinen Mengen konsumiert werden. Risperidon führt weiter noch zu einer Gedankenarmut, da das Unterbewusstsein nicht in Kontakt mit dem Bewusstsein kommen kann. Patienten, die Risperidon einnehmen müssen zusätzlich noch mit starker Antriebslosigkeit und Depressionen rechnen. Darum ist es hilfreich, dass der Patient für mehrere Wochen in eine Tagesklinik geht. Dort werden sein Antrieb und seine geistigen Fähigkeiten gefördert und trainiert.

Einnahme von Risperidon/Risperdal

Das Medikament wird meist in Form von Tabletten von den Patienten eingenommen. Es kann aber auch gespritzt werden. Die übliche Dosierung von Risperdal liegt zwischen 1 und 3 Milligramm. Bei stärkeren Symptomen einer Erkrankung kann die Dosis bis auf 16 Milligramm erhöht werden. Dies greift aber sehr tief in das Leben des Patienten ein, da dieser an starker Antriebslosigkeit, Gedankenarmut, Müdigkeit und Depressionen leiden wird.

Alternativen zu Risperidon

Da viele Patienten die Nebenwirkungen von Risperidon umgehen möchten, bieten einige Arzneimittelhersteller Alternativen zu Risperidon an. Am häufigsten wird das Medikament Abilify verschrieben. Dieses sorgt zwar auch für eine starke Gewichtszunahme, doch nach etwa 4 Monaten der Anwendung ist die Gedankenarmut des Patienten behoben und er kann wieder kreativ denken und arbeiten. Die Nebenwirkungen von Risperdal können aber auch durch die Einnahme eines Antidepressivums gelindert werden.

Nebenwirkungen

Welche Nebenwirkungen hat Risperidon und wie häufig treten sie auf?

Wer Tabletten zu sich nimmt, hat oftmals unerwünschte Nebenwirkungen, die schwere Folgen für den Körper haben können. © Fotolia.com

Wer Tabletten zu sich nimmt, hat oftmals unerwünschte Nebenwirkungen, die schwere Folgen für den Körper haben können.
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Wer Tabletten zu sich nimmt, hat oftmals unerwünschte Nebenwirkungen, die schwere Folgen für den Körper haben können. In den psychiatrischen Kliniken und beim Arzt wird Patienten immer wieder zur Behandlung von Ängsten, Zwangsstörungen, Bipolare Störungen, Schizophrenie, sowie andere seelische Erkrankungen Risperidon verordnet. Sehr häufige tritt auf (d.h. 1 Behandelter von 10): – Parkinson und ähnliches Zittern – Kopfschmerzen – Schlaflosigkeit Häufige Nebenwirkungen (d.h. 1 bis 10 Behandelte von 100): – Übelkeit, Erbrechen – Durchfall – Verdauungsstörungen – Magenbeschwerden – Appetitverminderung/ -verstärkung – starke Gewichtszunahme – Herzrasen, Unruhe, Schwindel – Verstimmung – Antriebslosigkeit, Schläfrigkeit – verstopfte Nase, starkes Nasenbluten – Husten – unkontrollierte Bewegungen des Körpers, der Zunge, des Mundes und des Gesichts – trockener Mund – Hautausschlag, Hautrötungen – starke Gelenk-,Rücken- und Gliederschmerzen – heftige Fieberanfälle und Grippe – Wassereinlagerrungen in Armen und Beinen – schwere Schlafstörungen, Angst und Aufregung – Ruhelosigkeit, Restless-leg-Syndrom – Gangstörungen Gelegentliche Nebenwirkungen (d.h. 1 bis 10 Behandelte von 1000): – Gliedersteifigkeit – Herzrhythmusstörungen, Vorhofflimmern – Blutzuckererhöhung – extreme Blutbildveränderung (weiße Blutkörperchen-Verminderung) – Blutarmut – Hirnfunktions-, Gleichgewichts- und Sprechstörungen – Augenrötungen, Bindehautentzündungen, Augenfluss – Teilnahmslosigkeit – Lugenstau, Lungenrasseln, Lungenentzündung, Atemfunktionsstörung – Harnfluss, Harninkontinez – Entzündung der Nasennebenhöhlen – Muskelschwäche und Muskelschmerz – Ausbleiben der Perioden – Sexualfunktionsstörungen, Errektionsstörungen – Akne

Früh- und Spätdyskinesien als Nebenwirkungen von atypischen Neuroleptika

Andere unerwünschte Nebenwirkungen von Neuroleptika können Bewegungsstörungen wie Frühdyskinesien, Spätdyskinesien, Akathisie und das Parkinson-Syndrom sein. Unter Frühdyskinesien versteht man unwillkürliche Bewegungen unter Einfluss von Neuroleptika. Akathisie ist oft ein frühes Anzeichen von Morbus Parkinson, kann aber auch nur durch Neuroleptika ausgelöst werden. Betroffene zeigen einen krankhaften Bewegungsdrang. Der Zwang kann nur durch das Ausführen von Bewegungen gelindert werden. Auch das Blutbild kann sich durch Schädigungen des Knochenmarks verändern, sodass zu wenige weiße Blutkörperchen vorhanden sind. Unter den psychischen Auswirkungen ist bei manchen Patienten eine Verstärkung der depressiven Verstimmung und eine Verstärkung der Minussymptome insgesamt festzustellen.

Besonderheiten:

Werdende Mütter sollten auf keinen Fall Risperidon nehmen, denn das Neugeborene kann unter den Spätfolgen leiden. Risperidon sollte bei Überempfindlichkeit gegenüber der Bestandteile der Tablette nicht eingenommen werden.

Welche Nebenwirkungen gibt es in Kombination mit anderen Medikamenten?

Patienten, die zusätzlich ein Medikament für das Herz nehmen, welches den Herzschlag verlangsamt und zeitgleich Risperidon einnehmen, können einen Herzstillstand bekommen. Behandelte, die zusätzlich Wassertabletten nehmen, aufgrund von Wasseransammlungen im Bein, können unter Folgen wie Schlaganfall und Herzstillstand leiden. Nimmt man zugleich Risperidon, trizyklische Antidepressiva und Betablocker ein, hat dies zur Folge, dass eine verstärkte Wirkung gegenseitig hervorgerufen wird. Patienten mit einer Blutzuckererkrankung oder starker Leibesfülle müssen während ihrer Therapie mit Risperidon ihren Blutzucker verstärkt kontrollieren. Bei Leber- und Nierenprobleme, sollte Risperidon nicht verordnet werden. Wer an Thrombose leidet, sollte kein Risperidon nehmen, da das Medikament die Entstehung von Blutgerinnsel fördert. Barbiturate können die Wirkung von Risperidon vermindern. Es sollte niemals eine zeitgleiche Einnahme von Alkohol, Beruhigungsmittel, Blutdrucksenkendemittel, sowie Narkosemittel im Zusammenhang mit Risperidon genommen werden.

Was sind Neuroleptika

Neuroleptika sind Psychopharmaka, die verwendet werden, um die Symptome bestimmter Arten von psychischen Erkrankungen zu behandeln, wie zum Beispiel eine bipolare Störung, Schizophrenie, wahnhaften Störungen und psychotische Depressionen. Häufig auch als Antipsychotika bezeichnet, werden einige dieser Medikamente auch verwendet, um eine Reihe von anderen Krankheiten zu behandeln, wie die Huntingtonkrankheit und Zwangsstörungen. Diese Medikamente sind für ihre oft belastenden Nebenwirkungen bekannt, einschließlich einer verschwommenen Sicht, Muskelkrämpfen und unfreiwilligen Gesichtszuckungen, weshalb Arzneimittelhersteller immer noch versuchen neue Medikamente zu erforschen, welche diese Effekte nicht auslösen. Darüber hinaus sind diese Medikamente nicht für alle Patienten gleich wirksam, denn einige dieser Medikamente sind bei bestimmten Patienten viel wirksamer als bei anderen.

Wie funktionieren Neuroleptika

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass einige psychotische Störungen mit einem Ungleichgewicht des Neurotransmitters Dopamin verbunden werden können. Dieser grundlegende Botenstoff des Gehirns ist an vielen Funktionen beteiligt, einschließlich Lernen, der Steuerung der Feinmotorik, Gedächtnis und Stimmung, aber zu viel von diesem Botenstoff kann zu Psychosen führen. Deshalb blockieren sowohl typische als auch atypische Neuroleptika die Dopamin-Rezeptoren im Gehirn, wodurch die Überaktivität von Dopamin reduziert wird und für viele Patienten die Symptome der Psychose gemindert werden. Beide Arten dieser Medikamente arbeiten in ähnlicher Weise, aber typische Antipsychotika blockieren im Vergleich zu atypischen ein breiteres Spektrum von Dopamin-Rezeptoren. Rezeptoren sind Moleküle auf der Oberfläche von Zellen, welche zelluläre Reaktionen als eine Antwort auf Signale von Chemikalien wie Dopamin hervorrufen. Es gibt fünf bekannte Arten von Dopamin-Rezeptoren im Gehirn und typische Neuroleptika funktionieren bei allen, während atypische Medikamente nur drei der fünf Arten aktivieren. Es wird angenommen, dass dies wahrscheinlich auch zu der geringeren Wirksamkeit und Schwere von Nebenwirkungen beiträgt, welche durch atypische Medikamente verursacht werden.

Neuroleptika beeinflussen den Dopaminstoffwechsel und vermindern die Wirkung von Dopamin als Neurotransmitter. Die antipsychotische Wirkung entsteht durch die Blockade des D2-Rezeptors. Je nach Neuroleptikagruppe wirken die Substanzen auf unterschiedliche Rezeptoren in unterschiedlicher Weise. Atypische Neuroleptika wie Risperidon blockieren zusätzlich weitere Rezeptoren wie die Serotonin-Rezeptoren. Alle Neuroleptika verdrängen das Dopamin und setzen sich statt seiner an die Rezeptoren. Alle weiteren Auswirkungen der Medikamente beruhen ebenfalls auf Rezeptorblockaden. Da die Rezeptoren aber auch bei der Signalübertragung anderer Systeme beteiligt sind, ergeben sich durch den Einsatz der Medikamente viele unerwünschte Nebenwirkungen. Haloperidol als Prototyp der klassischen Neuroleptika unterdrücken die so genannten Plussymptome, doch die negativen bleiben erhalten. Diese sind viel schwieriger zu behandeln, quälen und führen deutlich schneller zu:

  • Resignation
  • Pessimismus
  • Depressivität
  • Hilflosigkeit
  • Scham

Sie sind vor allem für die Familienangehörigen der Erkrankten belastend und zum Teil verhängnisvoll – weit mehr als andere schizophrene Beschwerden. Weil die Negativsymptome erhalten bleiben, bessert sich auch der Zustand des Kranken nicht wesentlich. Nur die Hälfte aller behandelten Personen spricht auf die Medikamente, und dies auch nur partiell, an. Andere Neuroleptika verbessern auch die Minussymptome und können sogar kognitive Defizite korrigieren. Diese neueren Neuroleptika (Beispiel Clozapin) wirken sich insgesamt positiv auf und erleichtern den Umgang mit dem Patienten. Die Behandlung erstreckt sich oft über viele Jahre. Trotzdem sehen Psychiater heute von einer Intervalltherapie ab, da sie gegenüber der traditionellen Erhaltungsbehandlung schlechter abschneidet.

Es gibt zwei Hauptklassen von Neuroleptika: nämlich typische und atypische. © Fotolia.com

Es gibt zwei Hauptklassen von Neuroleptika: nämlich typische und atypische.
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Arten von Neuroleptika

Es gibt zwei Hauptklassen von Neuroleptika: nämlich typische und atypische. Typische Neuroleptika wurden erstmals in den 50er Jahren eingeführt und umfassen Haloperidol, Loxapin und Chlorpromazin. Atypische Medikamente wurden hingegen erstmals in den 70er Jahren verwendet und umfassen Clozapin und Ziprasidon. Forscher arbeiten jedoch weiterhin an der Entwicklung von neuen Medikamenten der dritten Generation, wobei Aripiprazol das erste neue Medikament dieser Generation ist, welches im Jahre 2002 zunächst nur für den Einsatz in den USA genehmigt wurde. Atypische Antypsychotika werden allgemein als effizienter angesehen und sind weniger wahrscheinlich Nebenwirkungen hervorzurufen, als Medikamente in der typischen Kategorie. Als Ergebnis dessen bevorzugen Mediziner in der Regel atypische Medikamente zu verschreiben, wenn dies möglich ist, und die Verwendung von einigen typischen Antipsychotika, wie Molindon, wurde in den USA vollständig eingestellt. Die dritte Generation dieser Medikamente wird voraussichtlich eine effizientere Bewältigung der Symptome bieten und noch weniger Nebenwirkungen aufweisen.

Verwendung

Neuroleptika werden häufig verwendet, um schizophrene Erkrankungen zu behandeln, indem Halluzinationen, Wahnvorstellungen, Paranoia, Verwirrung und andere schwere Symptome verringert werden. In der Regel werden diese Medikamente nur dann verschrieben, wenn die Symptome sehr belastend für den Patienten sind oder wenn sie bewirken, dass die Person eine Gefahr für sich selbst oder für andere Personen darstellt. Ärzte können diese Medikamente auch für nicht-psychotische Erkrankungen verschreiben, welche das Gehirn beeinflussen. Beispielsweise werden diese Medikamente manchmal auch zur Bewältigung von Symptomen der Huntingtonkrankheit, dem Tourettesyndrom und Depressionen verschrieben. Wenn Neuroleptika in dieser Weise verwendet werden, ist das Ziel normalerweise die Wirksamkeit der anderen Medikamente zu ergänzen, welche für dieses Krankheit verschrieben wurden.

Die Indikationen von Risperidon

Der Wirkstoff Risperidon zählt zu den atypischen Neuroleptika und wird bei psychischen Erkrankungen unterschiedlicher Schwere eingesetzt. Heute sind über 30 risperidonhaltige Präparate auf den Markt. Ihre Haupteinsatzgebiete sind Schizophrenie mit Psychose, Psychosen, Demenz mit Psychose und andere Demenzformen sowie chronische Aggressivität.
Der 5-HT2-Antagonist Risperidon wird gut resorbiert. Man verabreicht Tabletten, die einmal täglich eingenommen werden. Bei normaler Dosierung gibt es kaum Nebenwirkungen. Bei höheren Dosen kann es zu Symptomen wie Angstzuständen, Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen kommen. Grundsätzlich gibt es immer Wechselwirkungen zwischen Neuroleptika und anderen Medikamenten, die das Zentralnervensystem beeinflussen.

Schizophrenie

Eine gestörte Wahrnehmung der Umwelt und eine falsche Einschätzung der eigene Persönlichkeit können erste Anzeichen einer schizophrenen Veränderung und der Beginn einer ernsthaften Krankheit, die sich leider nur schwer revidieren lässt. Beachtliche Erfolge der Wissenschaft lassen einen wirklichen Durchbruch und eine Hoffnung auf dauerhafte Heilung jedoch zu. Schizophrenie peinigt in Deutschland etwa 0,5 bis 0,75 % der Bevölkerung. Meist ist die Schizophrenie genetische bedingt.

Schizophrenie peinigt in Deutschland etwa 0,5 bis 0,75 % der Bevölkerung. © Fotolia.com

Schizophrenie peinigt in Deutschland etwa 0,5 bis 0,75 % der Bevölkerung.
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Vielfältige potenzielle Ursachen erschweren eindeutige Diagnosen

Ursächlich sind genetische Veranlagungen für Schizophrenie zu konstatieren, aber auch traumatische Erlebnisse, Durchblutungsstörungen im Gehirn, Schädigungen im Mutterleib, Drogenkonsum und dergleichen sind weitere Gründe für das Entstehen dieser Krankheit. Die gesamte Persönlichkeit des Betroffenen verändert sich oder ihn in einen Wahn versetzt, aus dem er sich nicht mehr befreien kann. Der Verfolgungswahn (Paranoia) ist wohl die bekannteste Form der Schizophrenie, der Menschen zwingt sich permanent vor irgendwelchen nicht existenten Kräften zu schützen.

Depressionen und Schizophrenie für in die Isolation

Leider gibt es keine typischen Merkmale, an denen sich der Beobachter orientieren kann. Die Umstände und die Intensität der Entfremdung können erst nach intensiver Analyse mit Sicherheit diagnostiziert werden. Aber auch hier gilt, je früher die Schizophrenie erkannt wird, desto schneller kann effektive Unterstützung gegeben werden. Die ebenfalls vorkommenden Halluzinationen, die sich durch unterschiedliche Phänomene ausdrücken und von fremden Stimmen oder Geistern und anderen Einflüssen bestimmt sind, bedrohen den Erkrankten nicht nur in seiner Wahrnehmung, sondern stürzen ihn zusätzlich in tiefe Depressionen, die ihn weiter in die soziale Isolation treiben und den Verlauf der Krankheit verlängern.

Risperidon bei Schizophrenie

Die Risperidon-Therapie bei Schizophrenie erfolgt auf mehreren Ebenen, ohne dass man auf Neuroleptika verzichten könnte. Anders als klassische Neuroleptika verbessert Risperidon die Positivsymptome bei Shizophrenie, da es ein D2-Rezeptor-Antagonist ist. Somit werden auch die motorischen Aktivitäten nur geringfügig gedämpft. In Deutschland leiden etwa 800.000 Menschen an der Krankheit, die ihr soziales Leben und ihre Arbeitsfähigkeit oft schon früh einschränkt. Etwa 15 % der Erkrankten begehen Suizid. Antipsychotika können das Leid mindern, auch wenn sie nicht immer gänzlich helfen.

Neuroepileptika zeigt gute Erfolge

Eine medikamentösen Therapie ist das Mittel der Wahl. Allerdings muss die Neuroepileptika langfristig eingenommen werden, um einen guten Progress zu erreichen. Bei 20% der Patienten hilft das Medikament optimal. Medikamentös eingestellt sind die Kranken zwar in ihren Reaktionen gedämpft, werden aber nicht mehr durch die quälenden Symptome der Schizophrenie gepeinigt und können sogar wieder an Lebensqualität gewinnen. Aber es gibt auch viele Rückfälle, die es zu überwinden gibt – etwa 75% der Patienten bekommt innerhalb der ersten 12 Monate wieder einen Rückfall. Viele Angehörige sind leider vollkommen überfordert und sehen sich letztlich veranlasst, den Betroffenen während der Behandlung in einer Pflegeeinrichtung unter zu bringen. Das erschwert und verlängert die Therapie natürlich.

Demenz

Risperidon bei Demenz

Antipsychotika wie Risperidon werden immer häufiger bei psychopathologischen Symptomen von älteren Menschen eingesetzt. Indikationen sind Demenz mit Psychosen, bipolare Störungen, Schlafstörungen und unipolare Depressionen. Da in Deutschland fast 1,5 Millionen Menschen an einer Demenz leiden und sich ihre Zahl konstant erhöht, ist das Anwendungsspektrum der Medikamente groß. Das Risiko von über 65-Jährigen, an einer leichten Form von Demenz zu erkranken, liegt immerhin bei 15 %. Für eine schwere Demenz hat man ab diesem Alter ein 6-prozentiges Risiko. Die Behandlung ist nicht einfach und neben dem Kranken selbst leiden auch die Angehörigen stark. Infolge der Belastung haben auch sie ein erhöhtes Risiko, an einer Depression zu erkranken. Der Leidensdruck bei pflegenden Angehörigen ist extrem hoch. Auch wenn der Verlust der kognitiven Fähigkeiten letztendlich nicht aufgehalten werden kann, so bringt das Medikament Risperidon in vielerlei Hinsicht Erleichterung.

Aggressivitätsdämpfung zum Wohle der Angehörigen

Risperidon-Präparate setzt man auch bei schwerer chronischer Aggressivität ein, wie sie oft bei Demenz festzustellen ist. Gerade in diesem Umfeld wird die Belastung der Angehörigen oft zu wenig gewürdigt. Die kognitiven Defizite eines demenziell erkrankten Menschen bringen einen nahen Angehörigen schnell an die Grenzen ihrer Belastbarkeit, das weiß jeder, der schon einmal mit einer betroffenen Familie gesprochen hat. Toleranz und Geduld werden auf eine extrem harte Probe gestellt, doch irgendwann ist selbst der geduldigste Mensch an den Grenzen der Zumutbarkeit angelangt. Es ist vor allem das Unberechenbare im Verhalten des Kranken, das so stresst. Mit dessen verändertem Wesen, oft begleitet von Halluzinationen oder sogar Wahnvorstellungen, kommen sie nicht mehr zurecht. Risperidon-Präparate können die Aggressionen der Erkrankten dämpfen und schwächen somit auch die Belastung der Familienangehörigen ab. Weil risperidonhaltige Medikamente gut verträglich sind, setzen Ärzte große Hoffnungen in sie. Bei Untersuchungen an 344 über 80-jährigen Demenzkranken konnte man feststellen, dass das Aggressivitätslevel schon bei niedriger Dosierung nach zwei Wochen deutlich abnahm.

Womit beschäftigt sich Psychiatrie?

Psychiatrie ist ein Fachgebiet der Medizin, welches sich mit seelischen Erkrankungen des Menschen sowie der Diagnose, Therapie und Prävention solcher Erkrankungen befasst. Der Begriff „Psychiatrie“ entstammt der griechischen Sprache und bedeutet sinngemäß übersetzt „Seelenheilkunde“. „Seelische Erkrankungen sind Erkrankungen des Gehirns“, lautet eine These eines Psychiaters aus dem frühen 19. Jahrhundert, der Anfangszeit der Forschungen auf dem Gebiet der Psychiatrie. Diese These stellt eine der wichtigsten Grundlagen der modernen Psychiatrie dar. Bekannte Psychiater aus dieser Anfangszeit sind z.B. Alfred Alzheimer, der die nach ihm benannte Alzheimersche Krankheit zum ersten Mal beschrieb oder Emil Kraepelin, der erstmals den Begriff des „manisch-depressiven Irreseins“ quasi als Vorläufer der „bipolaren Störung“ verwendete.

In der heutigen Psychiatrie werden bei der Diagnose einer psychischen Erkrankung psychologische, soziale und organische Faktoren berücksichtigt. © Fotolia.com

In der heutigen Psychiatrie werden bei der Diagnose einer psychischen Erkrankung psychologische, soziale und organische Faktoren berücksichtigt.
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1.) Erscheinungsformen psychischer Erkrankungen:

In der heutigen Psychiatrie werden bei der Diagnose einer psychischen Erkrankung psychologische, soziale (gesellschaftliche) und organische Faktoren berücksichtigt. Es werden im Wesentlichen folgende Formen psychischer Erkrankungen unterschieden: – Belastungsreaktionen nach akut belastenden Ereignissen, wie z.B. ein Todesfall eines Nahestehenden – Psychosen und Wahnvorstellungen – Neurosen, die mit Zwangshandlungen und Angstzuständen einhergehen – Suchterkrankungen, die stoffliche Abhängigkeiten wie z.B. Alkohol- und Drogensucht sowie nichtstoffliche Abhängigkeiten wie z.B. Spielsucht umfassen. – Essstörungen (z.B. Bulimie oder Anorexia) – Persönlichkeitsstörungen und Verhaltensstörungen (wie z.B. die Borderline-Persönlichkeitsstörung) – Demenzerkrankungen und andere organisch bedingte psychische Erkrankungen, wie z.B. Morbus Alzheimer

1.1) Beispiel Schizophrenie:

Die Erkrankung „Schizophrenie“ ist dem Bereich der endogenen Psychosen zuzuordnen. Endogen bedeutet, dass die Ursache unbekannt ist. Anfang des 20. Jahrhunderts erfand der Psychiater Eugen Bleuler den Begriff der Schizophrenie. Dieser Begriff kommt ebenfalls aus dem Griechischen: „Schizo“ bedeutet „ich spalte“ und „phren“ heißt übersetzt „der Geist“. Jedoch weist Schizophrenie keineswegs auf eine Persönlichkeitsspaltung hin, in dem Sinne, dass der Erkrankte mehrere Persönlichkeiten in sich trage. Vielmehr kommt es bei an Schizophrenie Erkrankten zu Störungen des Denkens, des Fühlens und zu Ich-Störungen sowie anderen Wahrnehmungsstörungen. Der Erkrankte ist unfähig, sein eigenes Ich von der Umwelt abgegrenzt wahrzunehmen. Charakteristische Symptome sind dabei Halluzinationen, Sinnestäuschungen oder Verfolgungswahn.

2.) Therapieformen psychischer Erkrankungen:

Als Therapieformen der ambulanten (Arztpraxis vor Ort) sowie stationären Psychiatrie (Klinikaufenthalt) werden folgende Maßnahmen angewendet: – Gesprächsführung im Rahmen einer Psychotherapie (z.B. Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse) – gegebenenfalls medikamentöse Behandlung mit Psychopharmaka – soziotherapeutische Maßnahmen (Diese umfassen Trainings- und Motivationsmaßnahmen und vom Psychiater verordnete Handlungsanleitungen für den Patienten, um diesen wieder besser in die Gesellschaft einzugliedern.)

3.) Jugenpsychiatrie

Die Jugendpsychiatrie beschäftigt sich mit der Prävention, Diagnostik sowie mit der Therapie von Kindern und Jugendlichen. Viele Kinder und Jugendliche leiden unter bipolaren Störungen, Angstzuständen, unterdrückten Aggressionen oder anderen schwerwiegenden psychischen Erkrankungen. Rund 4 Millionen Kinder sowie Jugendliche leiden allein in Deutschland unter einer psychischen Erkrankung. Dabei werden etwa 50 % der jungen Patienten medikamentös behandelt.

3.1) Risperidon in der Jugendpsychiatrie

Das Medikament setzt man auch erfolgreich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ein. Es unterstützt die Behandlung von problematischen Verhaltensstörungen wie Selbstverletzungen (Autoaggressionen), zwanghaftem Verhalten, Hypermotorik, Sterotypie und starken Wutausbrüchen. Bei Autismus von Kindern ist die Wirksamkeit des Medikamentes jedoch nicht ausreichend belegt. Hierzu liegen noch keine Langzeitstudien vor.