Aszites nennt man größere Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum, die durchaus 20 Liter betragen können. Den Aszides findet man bei verschiedenen Grunderkrankungen, Unfällen mit Bauchtrauma oder (tuberkulöse) Peritonitis.


Häufigste Ursache für einen Aszides, die Leberzirrhose

Bei dieser fortschreitenden chronischen Erkrankung geht durch Nekrose Leberzellgewebe zugrunde. Es kommt zur Wucherung von Bindegewebszellen und die Läppchenstruktur wird zerstört. Infolge Dessen verliert die Leber wichtiges Parenchym und verhärtet sich. Die Folge davon ist, dass die Leber nicht mehr richtig durchblutet wird und es zu einem Pfortaderstau kommt. Dadurch steigt der Druck im Pfortadersystem. Es kommt also vor der Leber zu einem Bluthochdruck. Die Albumine in der Leber, die für wichtige Transport- und Druckregulierungsaufgaben zuständig sind, werden erheblich gestört. (begünstigt Aszides)

Da das Blut sich dennoch Wege sucht, versucht es andere Bahnen zu nutzen um den Stau zu umgehen. Das sind dann meistens die Ösophagusvenen, also die Venen in der Speiseröhre. Sie erweitern sich zu Ösophagusvarizen. Diese können dann platzen und ganz schnell zu lebensbedrohlichen Blutungen und Aszides führen. 30 bis 50 % der Erkrankten mit Leberzirrhose sterben an so einer Blutung. Außerdem kann es zur einer Erweiterung der Venen um den Nabel herum kommen, auch Medusenhaupt genannt. Es kommt zum Aszites.

Die Ausbildung eines Aszides passiert folgendermaßen: Durch den erhöhten Pfortaderdruck, werden die flüssigen Bestandteile des Blutes, also vor allem Wasser in die freie Bauchhöhle gepresst. Dadurch entsteht der sogenannte Aszites.

Ursachen der Leberzirrhose

Neben dem Alkoholmissbrauch, als Ursache Nummer eins, kommen auch andere Vorerkrankungen in Betracht. Das kann eine Virushepatitis sein oder eine chronische Autoimmunhepatitis. Weiterhin kommen in Frage, eine Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose), eine Kupferspeicherkrankheit oder eine Glukosespeicherkrankheit. Auch eine Herzerkrankung kann zum Aszites führen.

Symptome von Leberzirrhose und Aszides

Eine Aszites führt zu einer drastischen Zunahme des Bauchumfanges. © Fotolia.com

Eine Aszites führt zu einer drastischen Zunahme des Bauchumfanges.
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Neben relativ uncharakteristischen Beschwerden wie Übelkeit, Blähungen, Durchfall, Müdigkeit und Leistungsverlust können auch Menstruations- und Potenzstörungen auftreten. Aufstoßen und Sodbrennen durch Refluxösophagitis gehören ebenfalls dazu und eine starke Zunahme des Bauchumfanges (Aszides) infolge der Flüssigkeits-ansammlungen.

Die Haut zeigt ebenfalls Veränderungen, zum Beispiel spinnenartige Gefäßerweiterungen kleiner Arteriolen, häufig an Hals und Brust. Es können auch Hautrötungen auf der Handinnenfläche und den Fußsohlen vorkommen. Lippen und Zunge weisen möglicherweise eine lackartige Oberfläche auf. Nagelanomalien, wie Uhrglasnägel und weiße Flecken auf der Haut können auftreten, sowie Gefäßerweiterungen im Gesicht, sogenannte Teleangiektasen. Der Volksmund kennt es als Säufernase. Im weiteren Verlauf kann es zu Aszides, Delirium oder Leberkoma kommen.

Behandlungsmöglichkeiten von Aszites und Leberzirrhose

Sie richten sich nach Ursache, aber immer wird ein absoluter Alkoholverzicht an erster Stelle stehen. Daneben sollte eine Vitamin- und Eiweißreiche Kost auf dem Speiseplan stehen. Bettruhe und körperliche Schonung ist ebenfalls angesagt. Je nach Stadium können Vitamin B-Komplex, Antibiotika, Kortison oder spezielle Medikamente gegen chronisch-agressive Hepatitis verordnet werden. Gegen den Aszites hilft nur noch eine Punktion und Drainage des Bauchraumes.

Was ist eine Aszitespunktion?

Bei einer Aszitespunktion wird dem Patienten, welcher in Seiten- oder Rückenlage liegt, mit einer Hohlnadel Flüssigkeit entnommen. Diese läuft dann über ein Schlauchsystem ab. Dies ist notwendig, um den Grund der Bauchwassersucht herauszufinden.

Ziel einer Aszitespunktion

Durch die Aszitespunktion wird die Ursache der Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum festgestellt. Es gibt verschiedene Arten von Aszites.

  1. Ein blutender Aszites
    Dies kommt vor, wenn ein Gefäß zerreißt und sich das Blut in der Bauchhöhle ansammelt
  2. Ein entzündeter Aszites
    Bei einer Bauchfellentzündung oder einer Bauchspeicheldrüsenentzündung kann es zu solchen Symptomen kommen
  3. Ein nicht entzündeter Aszites
    Dies ist zum Beispiel bei fortgeschrittenen Tumoren des Verdauungstraktes oder der Eierstöcke, Herzinsuffizienz, Eiweißmangel, Erkrankungen der Leber wie Pfortaderthrombose oder Leberzirrhose
  4. Chylöser Aszites
    Dies passiert, wenn die Darmlymphe nicht mehr durch den Hauptlymphgang abfließen kann. Dies kann passieren, wenn Gewalteinwirkung oder ein Tumor vorliegt.

Wie wird eine Aszitespunktion durchgeführt?

Wie oben erwähnt, liegt der Patient in Seiten- oder Rückenlage und mithilfe eines Ultraschallgerätes wird nachgesehen, welcher Punktionspunkt der richtige ist, um eine Verletzung der umliegenden Organe zu vermeiden. Dieser Punkt liegt zwischen dem Bauchnabel und der Beckenkammspritze. Vor der Punktion wird der Patient lokal betäubt und die Stelle desinfiziert um die Gefahr einer Infektion einzudämmen.

Dann wird entweder die Entlastungspunktion durchgeführt, welche dem Patienten Erleichterung bietet. Zum Beispiel bei Atemproblemen. Hier wird eine Drainage im Bauchraum eingeführt, um die Flüssigkeit abfließen zu lassen. Ist diese beendet, wird die Stelle verbunden.

Handelt es sich bei der Punktion dagegen um einen Eingriff, bei der eine Diagnose erstellt werden soll, wird die punktierte Flüssigkeit im Labor auf Eiweiß, Bakterien, Zellen und verschiedene Parameter untersucht, um herauszufinden, weshalb sich so viel Wasser im Bauchraum angesammelt hat.

Probleme durch die Punktion

Durch die Punktion können stärkere Blutungen, Infektionen, Verletzungen der Organe im Bauchraum sowie eine Überempfindlichkeit gegen das Lokalanästhetikum auftreten.

Leberzirrhose

Was ist eine Leberzirrhose? Die Leber ist ein besonders wichtiges Organ im menschlichen Körper, denn sie ist die größte Drüse des Körpers und der Mittelpunkt aller Stoffwechselvorgänge. Sie umfasst dabei verschiedene Aufgaben, die aber im Wesentlichen darin bestehen, verschiedene Stoffe in das Blut übergehen zu lassen bzw. diese aus dem Blut zu entfernen. Dabei geht es um die Verwertung von Stoffen wie Glukose und Vitamine, aber auch den Abbau von Giften und Medikamenten. Die Leber des Menschen wiegt zwischen 1,5 und 2 Kilogramm und ist in unterschiedliche Segmente und Lappen unterteilt, von denen sich ein Lappen in der Nähe des Zwerchfells befindet.

In Anbetracht der Lebenserwartung des Menschen vollbringt die Leber einen sehr zuverlässigen Dienst. Dieser kann jedoch nur unter der Bedingung stattfinden, dass der Mensch nicht mehr Gifte zu sich nimmt, als nötig (zum Beispiel durch Medikamente). Hier geht es vor allem um den Alkohol, mit dem die Leber nach einem größeren Rausch sehr zu kämpfen hat. Aus diesem Grund bildet sich bei vielen Alkoholikern über Jahre oder Jahrzehnte hinweg eine Leberzirrhose, das irreversible Endstadium chronischer Lebererkrankungen. Eine Leberzirrhose bedeutet eine Veränderung des Gewebes innerhalb der Leber. Es bildet sich neues Bindegewebe, das zur Vergrößerung der Leber führt und das viele kleine Knoten aufweist. Dadurch benötigt die Leber auch eine stärkere Durchblutung, die der Körper aber ab einem gewissen Punkt nicht mehr gewährleisten kann. Hier kommt es dann zu einem Blutstau in der Portader vor der Leber und zu erheblichen Funktionsstörungen der Leber. In den Industrieländern sind die beiden häufigsten Ursachen für eine Leberzirrhose regelmäßiger und übermäßiger Alkoholmissbrauch und chronische Infektionen mit Hepatitisviren.

Übermäßiger Alkoholkonsum führt auf Dauer zu einer Leberzirrhose. © Fotolia.com

Übermäßiger Alkoholkonsum führt auf Dauer zu einer Leberzirrhose.
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Unter einer Leberzirrhose leidet natürlich nicht nur die Leber, denn es kommt eine große Kettenreaktion ins Rollen, von denen mehrere Organe betroffen sind. Durch die entstehenden Knoten im Bindegewebe werden die Gallen- und Leberkanäle unterbrochen, weshalb es früher oder später zu einer Aszites kommt, einer Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum. Im weiteren Verlauf führt eine solche Ansammlung zu einer unangenehmen Bauchfellentzündung, einer Peritonitis. Diese führt weiterhin zu einer Vergrößerung des Milz- und Lebervolumens und kann auch Krankheiten wie die unangenehme Refluxösophagitis hervorrufen, die in der Umgangssprache auch als Sodbrennen bekannt ist. Dabei handelt es sich um einen Ausstoß von Magensäure in die Speiseröhre und verursacht ein unangenehmes Brennen in dieser Gegend. Dies tritt bei Betroffenen vor allem Nachts und nach dem Konsum süßer Speisen sowie Alkohol und Tabak auf.

Da die Leber auch für die Produktion verschiedener Eiweiße verantwortlich ist, leidet bei einer Leberzirrhose auch die Produktion von Albumin, einem Eiweiß, das für die Löslichkeit verschiedener Stoffe im Körper benötigt wird. Sinkt der Albuminvorrat im Körper dramatisch, so kann es zur Gerinnung verschiedener Stoffe kommen, was bedeutet, dass diese nicht mehr transportiert werden können und somit auch Mängel entstehen. Eine Leberzirrhose ist eine ernstzunehmende Krankheit und es ist in jedem Falle wichtig, die Risikofaktoren für eine Leberzirrhose zu vermindern.

Was ist Peritonitis?

Unter Peritonitis versteht man die Entzündung des Bauchfells. Hierbei handelt es sich um eine extrem bedrohliche Krankheit, die sehr häufig zum Tode führt.

Wie kann eine Peritonitis entstehen?

Es gibt viele mögliche Ursachen für eine Bauchfellentzündung. Man unterscheidet häufig zwischen primärer und sekundärer Peritonitis. Bei der ersten Form entsteht die Krankheit durch eine aufsteigende Infektion durch z.B. Tuberkuloseerreger.
Weit verbreiteter ist die sekundäre Form, die durch Erkrankungen oder Verletzungen der Bauchorgane hervorgerufen wird, wie z.B. nach einer Operation. Es kommt auch vor, dass ein entzündetes Organ wie der Blinddarm perforiert und es somit zur bakteriellen Verunreinigung im Bauchraum kommt. Eine Peritonitis ist zudem häufig eine Komplikation des Aszites. Hier erhöht sich aufgrund der Bauchwassersucht der Druck auf die Pfortader, der eine Auswanderung von Bakterien aus dem Darm zur Folge hat. Ein erhöhter Pfortaderdruck entsteht auch bei einer Leberzirrhose.

Was sind die häufigsten Symptome einer Peritonitis?

Patienten mit einer Peritonitis werden intensivmedizinisch betreut. © Fotolia.com

Patienten mit einer Peritonitis werden intensivmedizinisch betreut.
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Ist die Entzündung örtlich begrenzt, bemerkt man einen sehr starken Bauchschmerz, der unabhängig von Bewegung auftritt. Gleichzeitig ist der Bauch Druck-und Klopfempfindlich. Falls die Entzündung diffuser ist, kommt es zu einer Abwehrspannung der Bauchmuskulatur, die sich zu einem brettharten Bauch steigern kann. In diesen Fällen spricht man von einem akuten Abdomen und einem paralytischen Ileus. Weitere Anzeichen einer Peritonitis sind Blähungen, Schluckauf, Übelkeit mit Erbrechen und Stuhlverhaltung. Häufig kommt es auch zu Fieber oder Symptome für einen Schock.

Wie verhält man sich richtig, wenn die genannten Symptome auftreten?

Bei Verdacht auf eine Peritonitis ist Eile geboten und man muss sofort den Notarzt verständigen. Die Patienten dürfen keine Nahrung oder Getränke zu sich nehmen. Ebenso ist die Einnahme von Schmerzmitteln zu vermeiden. Um die Spannung auf der Bauchdecke zu erleichtern, wird der Oberkörper flach gelagert, während die Beine z.B. durch eine Knierolle nach oben gestützt werden.

Wie wird eine Peritonitis behandelt?

Die Behandlung erfolgt zunächst immer operativ und wenn möglich in Hinblick auf die auslösende Krankheit. Krankheitserreger, Eiterherde und abgestorbenes Gewebe müssen entfernt werden. Häufig werden zum vollständigen Sekretabfluss Drainagen gelegt. Die Patienten werden Intensivmedizinisch betreut.

Albumin: das unbekannte Blut Eiweiß

Kaum jemand hat von dem Bluteiweiß Albumin und dessen wichtiger Bedeutung schon etwas gehört oder gelesen. Es handelt sich hier um Eiweiß, dass in der Leber gebildet wird und eines der wichtigsten körpereigenen Proteine ist.

Albumin sorgt für die Verteilung der Flüßigkeit im Körper. © Fotolia.com

Albumin sorgt für die Verteilung der Flüßigkeit im Körper.
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Albumin ist verantwortlich für die Flüssigkeitsverteilung im Körper und reguliert den Flüssigkeitsgehalt in den Blutgefäßen und deren Umgebung. Bei verändertem Albuminspiegel kann es z.B. zu Ödemen (schmerzhaften Wassereinlagerungen) in den einzelnen Körperteilen kommen.

Die zweite und eigentlich fast noch wichtigere Aufgabe des Albumins ist der Transport von nicht wasserlöslichen Stoffen im Blut (z.B. Hormone, einige Vitamine, Fettsäuren und auch einige Medikamente). Sie würden auf sich selbst gestellt im Blut verklumpen und auf Dauer unweigerlich zu Gefäßverschlüßen (Thrombosen) führen. An das Albumin gekoppelt ist ihr Transport problemlos möglich.

Wie werden Albuminwerte gemessen?

Albumin kann entweder im Blut oder im Urin nachgewiesen und gemessen werden. Von medizinischer Bedeutung sind hier vor allem zu niedrige Werte im Blut oder erhöhte Werte im Urin. Es kann auch durchaus einmal zu schwankenden Werten kommen, ohne dass eine ernste Erkrankung vorliegt. Es sollten also immer noch weitere Untersuchungen und diagnostische Verfahren zur Bestimmung verschiedener Erkrankungen zu Rate gezogen werden.

Welche Erkrankungen können Störungen im Albuminstoffwechsel hervorrufen?

Verbreitet ist hier vor allem die Aszites (Bauchwassersucht), die meist nur im Ultraschall festgestellt werden kann. Bei fortgeschrittener Aszites kann es zu Wassereinlagerungen von bis zu 20 Litern kommen, die dann auf das Zwerchfell drücken und das Atmen erschweren. Die Aszites selbst ist keine eigenständige Erkrankung, sondern häufig eine Folgeerkrankung der Leberzirrhose. Hier ist es wichtig, medikamentös für das Entwässern zu sorgen und in wenigen fortgeschrittenen Fällen kann es sein, dass eine Punktion notwendig wird, damit die eingelagerte Flüssigkeit rasch ablaufen kann.

Weitaus gefährlicher ist hier die Peritonitis (Bauchfellentzündung). Unbehandelt führt diese Erkrankung noch heute bei 40 % aller Fälle zum Tode. Bemerkbar macht sich eine solche Entzündung durch starke Schmerzen im Bauchraum und einen oft brettharten Bauch. Die Patienten nehmen meist eine gekrümmte Schonhaltung ein und nicht selten kommen Aufstoßen und Übelkeit als Symptome hinzu. Hier sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, der z.B. mit externer Verabreichung von Albumin therapiert!

Veränderte Albuminwerte können aber z.B. auch bei Refluxösophagitis, wobei Magensäure in die Speiseröhre zurück fließt, auftreten. Häufige Symptome hierfür sind z.B. Sodbrennen, saures Aufstoßen, Erbrechen oder Schmerzen beim Essen und auch hier sollte der Arzt unbedingt konsultiert werden, da durch die Magensäure dauerhafte Schädigungen in der Speiseröhre verursacht werden können!

Refluxösophagitis

Refluxösophagitis ist umgangssprachlich als Sodbrennen bekannt. Früher eher unterschätzt ist die Erkrankung heute recht gut erforscht, womit deutlich geworden ist dass mit ihrer zunehmender Schwere auch dramatische Folgeerkrankungen bis hin zu Krebs möglich sind. In modernen Industrieländern ist die Anzahl der an Refluxösophagitis Erkrankten in den vergangenen Jahren tendenziell gestiegen. Studien kommen zu dem Ergebnis, dass zirka 10 % – 12% der Bevölkerung betroffen sind.

Wie macht sich Refluxösophagitis bemerkbar und welche Ursachen liegen zugrunde?

Saure Aufstoßen ist eine häufige Begleiterscheinung der Refluxösophagitis. © Fotolia.com

Saure Aufstoßen ist eine häufige Begleiterscheinung der Refluxösophagitis.
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Der Magensaft/die Magensäure kann nicht im Magen gehalten werden und fließt in die Speiseröhre (Reflux). Die aggressiv Magensäure greift schnell die hochempfindliche Schleimhaut der Speiseröhre und andere Organe an und bewirkt krankhafte Veränderungen. Saures Aufstoßen, Übelkeit, Brennen und Entzündungen in der Speiseröhre und am Kehlkopf, (Dauer)- Husten, Schluck-,Sprach- und Singstörungen, Schmerzen im Hals, Oberbauch und in der Brust, Schluck- und Verdauungsbeschwerden, Reizungen, Entzündungen, partielle oder großräumige Schädigung der Schleimhaut der Speiseröhre, Blutungen bis hin zu Geschwüren (Ulzera) und bösartigen Tumore können Folgen der Krankheit bzw. einer Nicht- oder Falschbehandlung sein.

Meist tritt der Reflux nachts/im Liegen, bei gekrümmter Körperhaltung, bei körperlicher Anstrengung, beim Bücken und übermäßigem Stress, nach (üppigen) Mahlzeiten, dem Genuss von Alkohol, scharfen und süßen Speisen, Bohnenkaffee und Schokolade auf. Enge Kleidung und v.a. Tabak rauchen verstärken die Beschwerden deutlich.
Unterschieden wird die primäre (Schwäche des unteren Speiseröhrenschließmuskels) und sekundäre Form (durch eine Grunderkrankung kommt es zu anatomischen Veränderungen zwischen Magen und Speiseröhre) der Refluxösophagitis.

In der medizinischen Literatur werden Diagnose bezogen meist vier Grade des Krankheitsverlaufes beschrieben:

  1. Eine oder mehrere relativ kleine (ca. 0,5 cm)Schädigungen der Schleimhaut.
  2. Großflächigere und tiefer gehende Schädigungen der Schleimhaut
  3. Schädigungen der Schleimhaut über mehrere Mukosafalten ringsherum der Speiseröhre
  4. Geschwüre, Vernarbungen, Einengungen der Speiseröhre, chronische Schädigungen des Organs.

Behandlung der Refluxösophagitis

In den meisten Fällen ist eine medikamentöse Behandlung die erste und zum Erfolg führende Wahl. Eingesetzt werden Magensäure bindende (Antazide) oder Magensäure reduzierende (Protonenpumpenhemmer) Medikamente, die eine gute Heilungschance versprechen. Eine Operation ist nur in seltenen Fällen erforderlich und zwar dann, wenn solche organischen Schädigungen oder Missbildungen vorliegen, die v.a. am Speiseröhrenschließmuskel behoben werden müssen.

Vorbeugen einer Refluxösophagitis und Verhalten bei Erkrankung

aus der Erfahrung lassen sich wichtige Verhaltensregeln ableiten. Dazu gehören:

  1. Normalgewicht herstellen und krankmachenden Stress vermeiden
  2. Fett-, zucker-, salz-, säure-, und kohlenhydratarm essen und trinken
  3. Vermeiden von Verstopfungen, regelmäßiger Stuhlgang
  4. Nicht Rauchen, möglichst keinen Alkoholgenuss, wenn dann in geringen Mengen und niedrigprozentig
  5. Kleine Mahlzeiten zu sich nehmen, drei Stunden von dem Schlafen nicht mehr essen
  6. Mit erhöhtem Oberkörper und ausreichend schlafen
  7. Keine einschnürende Kleidung
  8. Bei Krankheitsanzeichen einen Arzt aufsuchen und die Behandlung strikt nach Vorschriftdurchführen.

Was ist eine Aszitespunktion?

Bei Aszites handelt es sich um eine Bauchwassersucht. Diese besteht, wenn sich zu viel Flüssigkeit im Bauchraum angesammelt hat.

Was ist eine Aszitespunktion?
Bei einer Aszitespunktion wird dem Patienten, welcher in Seiten- oder Rückenlage liegt, mit einer Hohlnadel Flüssigkeit entnommen. Diese läuft dann über ein Schlauchsystem ab. Dies ist notwendig, um den Grund der Bauchwassersucht herauszufinden.

Ziel einer Aszitespunktion
Durch die Aszitespunktion wird die Ursache der Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum festgestellt. Es gibt verschiedene Arten von Aszites.
1. Ein blutender Aszites. Dies kommt vor, wenn ein Gefäß zerreißt und sich das Blut in der Bauchhöhle ansammelt.
2. Ein entzündeter Aszites. Bei einer Bauchfellentzündung oder einer Bauchspeicheldrüsenentzündung kann es zu solchen Symptomen kommen.
3. Ein nicht entzündeter Aszites. Dies ist zum Beispiel bei fortgeschrittenen Tumoren des Verdauungstraktes oder der Eierstöcke, Herzinsuffizienz, Eiweißmangel, Erkrankungen der Leber wie Pfortaderthrombose oder Leberzirrhose.
4. Chylöser Aszites, dies passiert, wenn die Darmlymphe nicht mehr durch den Hauptlymphgang abfließen kann. Dies kann passieren, wenn Gewalteinwirkung oder ein Tumor vorliegt.

Wie wird eine Aszitespunktion durchgeführt?
Wie oben erwähnt, liegt der Patient in Seiten- oder Rückenlage und mithilfe eines Ultraschallgerätes wird nachgesehen, welcher Punktionspunkt der richtige ist, um eine Verletzung der umliegenden Organe zu vermeiden. Dieser Punkt liegt zwischen dem Bauchnabel und der Beckenkammspritze. Vor der Punktion wird der Patient lokal betäubt und die Stelle desinfiziert um die Gefahr einer Infektion einzudämmen.

Dann wird entweder die Entlastungspunktion durchgeführt, welche dem Patienten Erleichterung bietet. Zum Beispiel bei Atemproblemen. Hier wird eine Drainage im Bauchraum eingeführt, um die Flüssigkeit abfließen zu lassen. Ist diese beendet, wird die Stelle verbunden.

Handelt es sich bei der Punktion dagegen um einen Eingriff, bei der eine Diagnose erstellt werden soll, wird die punktierte Flüssigkeit im Labor auf Eiweiß, Bakterien, Zellen und verschiedene Parameter untersucht, um herauszufinden, weshalb sich so viel Wasser im Bauchraum angesammelt hat.

Probleme durch die Punktion
Durch die Punktion können stärkere Blutungen, Infektionen, Verletzungen der Organe im Bauchraum sowie eine Überempfindlichkeit gegen das Lokalanästhetikum auftreten.