Die Gastroenteritis, umgangssprachlich auch Magen-Darm-Grippe oder Magen-Darm-Virus genannt, ist eine Entzündung des Magen-Darm-Traktes.

Sie kann durch folgende Erreger verursacht werden:

  • Bakterien
  • Protozoen (Amöben und Giardien)
  • Giftstoffe und Toxine
  • Pilze
  • Röntgen und Atomare Strahlung
  • Viren

Der Magen-Darm-Virus wird häufig durch Rotaviren, Adenoviren Coronaviren und das Noro Virus ausgelöst. Der Noro Virus ist einer der schlimmsten Erreger, denn er breitet sich rasant aus und der Verlauf von dem Magen-Darm-Virus ist schwerwiegender als bei anderen Viren. Die Symptome klingen nicht so schnell ab und es dauert deutlich länger bis sich der Körper von dem Magen-Darm-Virus erholt hat.

Welche Symptome bei einer Gastroenteritis auftreten können

Je nach Erreger können bei einer Gastroenteritis Symptome auftreten, die nicht immer zum typischen Erkrankungsbild passen. Das können zum Beispiel Gliederschmerzen, Schlaflosigkeit, Unruhegefühl aber auch Erkältungssymptome sein.

Die typischen Symptome bei einem Magen-Darm-Virus sind:

Durch das Erbrechen versucht der Körper, die Krankheitserreger aus dem Körper zu spülen. Der Durchfall entsteht durch die infizierten Darmwände und durch diese beiden Symptome, verliert der Körper viel Flüssigkeit. Der Erkrankte sollte versuchen, so viel Flüssigkeit wie möglich zu sich zu nehmen, da sonst eine Austrocknung droht. Vor allem Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen sind davon betroffen. Schaffen die Patienten es nicht, genügend Flüssigkeit aufzunehmen, sollte schnellstens ein Arzt konsultiert werden.

Der Magen-Darm-Virus gehört zu den häufigsten Infektionskrankheiten, doch meist ist sie harmlos und die Symptome klingen nach wenigen Tagen schon wieder ab. Bei der Anamnese stellt der Arzt dem Patienten gezielte Fragen, um eine genaue Diagnose stellen zu können und gegebenenfalls Medikamente verschreiben zu können.

Ansteckung und Übertragung

Meist erfolgt die Ansteckung durch infizierte Lebensmittel und Gegenstände. Die Erreger gelangen über die Hände in den Mund und somit in den Verdauungstrakt. Bei dem Magen-Darm-Virus verbreiten sich die Erreger mitunter in der Luft und der Patient steckt sich durch Tröpfcheninfektionen, wie zum Beispiel Niesen und Husten an.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Eine Ansteckung lässt sich nur schwer vermeiden, durch folgende Maßnahmen lässt sich das Ansteckungsrisiko zumindest minimieren:

  • ist ein Familienmitglied infiziert, sollte die Toilette täglich gereinigt werden
  • es sollten getrennte Handtücher benutzt werden, welche bei mindestens 60 Grad gewaschen werden sollten
  • zwischendurch gründlich Hände waschen, insbsondere bevor man mit Lebensmitteln hantiert
  • häufiges Stoßlüften
  • Gemeinschaftstoiletten möglichst meiden, denn die Erreger haften auch an Amaturen und Türklinken

Gastroenteritis

Gastroenteritis ist eine Magen-Darm-Entzündung, welche im Volksmund auch als Bauchgrippe bezeichnet wird. Am häufigsten löst eine Lebensmittelvergiftung oder ein Magen-Darm-Virus die Erkrankung aus. Besonders gefährlich ist der Norovirus, wo es bei Gastroenteritis neben starken Durchfällen und Erbrechen auch zu Bauchschmerzen kommt. Die Patienten müssen am Tag mehrmals die Toilette aufsuchen.

Bei dieser Art von Infektionskrankheiten verliert der Körper sehr viel Flüssigkeit, deshalb sollte möglichst ausreichend Tee getrunken werden. Gastroenteritis ist extrem ansteckend und Personen, welche sich um den Patienten kümmern, sollten direkten Körperkontakt meiden. Da bei Gastroenteritis fast immer Lebensmittel die Ursache sind, ist es angeraten, gefährliche Restbestände aus dem Kühlschrank zu entfernen.

Die Ausbreitung

Manchmal tritt Gastroenteritis in geballter Form an Kindereinrichtungen oder in Seniorenheimen auf. Bei immunschwachen Personen besteht sogar die Gefahr, dass sie an dieser Erkrankung sterben. Erkranken gleichzeitig viele Menschen, so ist dieser Vorfall an das Gesundheitsamt zu melden. Die Mitarbeiter begeben sich auf die Suche, um das Lebensmittel zu finden, welche die Krankheit auslöste. Durch entsprechende Maßnahmen kann die Ausbreitung von Gastroenteritis verhindert werden.

Behandlung

Gastroenteritis ist eine Magen-Darm-Entzündung, welche im Volksmund auch als Bauchgrippe bezeichnet wird. © jedi-master - Fotolia.com

Gastroenteritis ist eine Magen-Darm-Entzündung, welche im Volksmund auch als Bauchgrippe bezeichnet wird. © jedi-master – Fotolia.com

In den meisten Fällen geht es den Patienten nach einigen Tagen wieder besser. Das besondere an dieser Erkrankung ist, durch Erbrechen und dem Durchfall wird auch ein großer Teil der Viren aus dem Körper gespült. Mit leichter Kost und viel Flüssigkeit geht es vielen Betroffenen auch ohne Arztbesuch schnell wieder besser.

Bei schweren Krankheitsverläufen ist manchmal ein Krankenhausaufenthalt erforderlich. Gefährlichere Verläufe sind in den meisten Fällen bei älteren Menschen und Kindern festzustellen. Bei Gastroenteritis sind meistens keine Medikamente erforderlich, sondern es muss nur ausreichend getrunken werden, um eine Dehydrierung zu verhindern. Zur Unterstützung können in der Apotheke Rehydratationssalze gekauft werden, welche dem Körper wichtige Mineralien zuführen. Die Portionen der Mahlzeiten sollten klein gehalten werden und es ist dafür mehrmals am Tag zu essen.

Vorbeugung

Vor jedem Essen oder dem Hantieren mit Lebensmitteln sind die Hände gründlich zu waschen. Sind einige Produkte schon über eine längere Zeit im Kühlschrank, so sollte auf den Verzehr von schnell verderblicher Ware verzichtet werden. Im häuslichen Umfeld können sich die Menschen sehr gut vor Gastroenteritis schützen.

Beim Essen in einer Gaststätte oder Kantine müssen die Leute darauf vertrauen, dass die Köche mit keinen verdorbenen Lebensmitteln arbeiten und ihre Hände immer ordnungsgemäß waschen. Trotzdem kommt es immer wieder zu Erkrankungen von Gastroenteritis, weil bei einer Etappe von der Herstellung bis zum Servieren auf dem Teller, irgendwo unsauber gearbeitet wurde. Es helfen keine gesetzlichen Bestimmungen, wenn sich einige Leute nicht daran halten.

Norovirus

Das Norovirus zählt zu den Infektionskrankheiten und ist ein Magen-Darm Virus. Es breitet sich überall dort aus, wo viele Menschen auf engem Raum zusammen sind. Dazu zählen Kindergärten, Schulen und Altenheime, aber auch Betriebskantinen und Kreuzfahrtschiffe. Im Volksmund wird das Norovirus auch als Magen-Darm-Grippe bezeichnet.

Anamnese und Ansteckung

Die Krankheitssymptome zeigen sich schon bis zu zwei Tagen vor dem Ausbruch der Krankheit.

Dazu zählen:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bauchkrämpfe
  • leichtes Fieber

Schon bald folgt heftiger Durchfall, der von starken Bauchkrämpfen begleitet wird. Patienten mit Norovirus fühlen sich allgemein schlecht, matt und schwindlig. Kopf- und Gliederschmerzen zählen zu den Begleitsymptomen. Der akute Schub dauert zwei Tage. Je nach Konstitution sind Betroffene mehr oder weniger geplagt. Werden Noro-Viren durch eine Stuhlprobe nachgewiesen, dann sind Hygienemaßnahmen notwendig, denn schon 10 Noro Viren lösen einen Krankheitsschub aus. Das Norovirus fällt unter das Seuchengesetz. Erkrankungen müssen dem Gesundheitsamt gemeldet werden.

  1. Betroffene, die in der Lebensmittelindustrie arbeiten, werden bis zwei Tage nach Abklingen der Symptome frei gestellt.
  2. Kinder dürfen eine Betreuungseinrichtung erst dann wieder besuchen, wenn sie zwei Tage ohne Beschwerden waren.
  3. Personen die im Gesundheitswesen arbeiten oder in gemeinschaftlichen Eirichtungen tätig sind, dürfen erst zwei Tage nach dem Abklingen der Symptome wieder zur Arbeit gehen.

Therapie

Ein Medikament gegen das Norovirus gibt es nicht. © fotoliaxrender - Fotolia.com

Ein Medikament gegen das Norovirus gibt es nicht. © fotoliaxrender – Fotolia.com

Die Noroviren müssen den Körper selbstständig verlassen. Ein Medikament gegen das Norovirus gibt es nicht. Durch den Durchfall verloren gegangene Flüssigkeit muss ersetzt werden. Verdünnte Säfte, Brühe, Tee und spezielle Säfte mit Elektrolyten gleichen den Verlust an Flüssigkeit und Salz aus. Wer Appetit hat, der kann leichte Kost wie Zwieback oder Weißbrot essen.

Kinder und ältere Menschen sind durch das Norovirus besonders gefährdet. Der immense Flüssigkeitsverlust kann schnell lebensbedrohlich werden. Ein Arzt sollte daher lieber eher als zu spät aufgesucht werden.

Übertragungswege

Noro-Viren halten sich auf Türklinken, Wasserhähnen, Geländern und Toilettensitzen. Sie halten sich auf Lebensmitteln, die gekühlt oder sauer eingelegt werden. Temperaturen bis 60 Grad überstehen sie mehrere Minuten. Kranke scheiden das Norovirus in großer Anzahl mit Erbrochenem oder Stuhl aus. Die Viren lassen sich selbst nach einigen Wochen noch im Stuhl nachweisen. 30-50 Prozent aller Magen-Darm-Infekte in den Wintermonaten werden durch das Norovirus ausgelöst. Sie wandeln sich wie die Erreger der Grippe. Deshalb können Menschen immer wieder neu an Gastroenteritis durch das Magen-Darm-Virus erkranken.

Vorbeugende Maßnahmen:

  • Hände nach Toilettenbesuch und vor dem Essen waschen
  • Lebensmittel wie Obst sorgfältig waschen
  • Lebensmittel gründlich garen
  • bei Erkrankung eigene Handtücher und Geschirr nutzen und Desinfektionsmitte für die Hände nutzen
  • Kleidung bei 60 Grad Celsius waschen

Infektionskrankheiten

Als Infektionskrankheiten werden alle Krankheiten bezeichnet, die ansteckend sind und sich von einem Lebewesen auf ein anderes Lebewesen übertragen können. Infektionskrankheiten haben viele Gesichter – es gibt Infektionskrankheiten mit einer Inkubationszeit von wenigen Stunden, aber auch Infektionskrankheiten die erst nach Monaten oder Jahren zu Symptomen führen.

Die Symptome von Infektionskrankheiten decken ebenfalls ein breites Spektrum ab und können nicht abschließend aufgeführt werden. Eine Infektionskrankheit kann sich übrigens nicht nur unter Menschen verbreiten sondern auch von Tieren auf Menschen übertragen werden – und umgekehrt.

Wie übertragen sich Infektionskrankheiten?

Die Erreger, die die Infektion im Endeffekt auslösen, können sich auf unterschiedlichste Weise übertragen. Nicht jeder Erreger ist zu jeder Übertragungsart in der Lage – die meisten Erreger übertragen sich nur auf ein oder zwei bestimmten Wegen.

Zur häufigsten Übertragungsart gehört die so genannte Tröpfcheninfektion. So übertragen sich beispielsweise Grippen, Erkältungen, Gastroenteritis und auch das Magen-Darm-Virus. Durch kleine Speicheltröpfchen gelangen die Erreger von Mensch zu Mensch – daher stammt auch der Brauch, sich beim Husten die Hand vor den Mund zu halten. Auch können sich Erreger auf Gegenständen festsetzen oder in verdorbenen Lebensmitteln, so wie der Norovirus.

Andere Erreger (beispielsweise der HIV-Virus) können durch Blutkontakt übertragen werden – daher kann man sich vor dem HIV-Virus auch viel effektiver schützen als vor Erkältungen.

Einige Erreger dringen auch bei bloßem Hautkontakt in den Körper ein und sind daher ohne präventive Schutzmaßnahmen hochgefährlich und leicht zu übertragen.

Infektionskrankheiten werden z.B. über Tröpfcheninfektion verbreitet. © RioPatuca Images - Fotolia.com

Infektionskrankheiten werden z.B. über Tröpfcheninfektion verbreitet. © RioPatuca Images – Fotolia.com

Auch über die Atemwege können Erreger in den Organismus eingebracht werden, ebenso kann eine Infektion über die Geschlechtsorgane erfolgen.
Ungeborene können eine Infektionskrankheit bereits im Mutterleib erhalten – der Erreger dringt dann in der Entstehungsphase in die Zellen des werdenden Babys ein. Besonders problematisch gestaltet sich dieser Effekt bei der HIV-Infektion, wobei die Medizin mittlerweile Möglichkeiten hat um Ungeborene vor Infektionskrankheiten der Mutter zu schützen.

Welche Infektionskrankheiten sind am bekanntesten?

Die bekannteste Infektionskrankheit der modernen Zeitgeschichte dürfte der HIV-Virus sein. Trotz der hohen Aufklärung in den westlichen Industrienationen kommt es immer noch zu zahlreichen Neuinfektionen in jedem Jahr. In den Ländern in Afrika und Asien ist der HIV-Virus auf Grund der schlechteren Aufklärung noch viel verbreiteter.

Auch bei den gängigen Erkältungen, die jede Bevölkerung saisonell heimsucht, handelt es sich in der Regel um Infekte, die von einem Menschen zum anderen weitergegeben werden – daher erkranken meistens auch viele Menschen gleichzeitig an ähnlichen Symptomen. Mit einer Erkältung sollte man also lieber zu Hause bleiben um das Kollegium vor einer Erkrankung zu bewahren.

Auch die Malaria stellt eine Infektionskrankheit dar – sie kommt in deutschen Gefilden zwar nicht vor, bereitet vielen Urlaubern aber jedes Jahr Kopfzerbrechen. Prophylaxe ist aber glücklicherweise möglich. Die Hepatitis-Erkrankungen werden ebenfalls durch eine Infektion übertragen – gegen einige Formen ist aber eine Prävention durch eine Impfung möglich.

Was ist eine Anamnese?

Die Anamnese gehört bei einer ärztlichen Untersuchung zum festen Bestandteil der Diagnosestellung. Auch im Bereich der Therapie und der Krankenpflege werden spezielle Anamnesen gestellt, um gezielt Informationen über den Patienten einzuholen.

Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Erinnerung“. Sinn der Anamnese ist, die Informationen über den Patienten gezielt mit der Therapie und der Diagnostik zu verknüpfen.

Warum ist eine Anamnese wichtig?

Systematische Fragen sollen die aktuellen Beschwerden und die Vorgeschichte erfassen, sodass ein vollständiges Bild der möglichen Erkrankung entsteht. Gesonderte Fragen befassen sich mit den Lebensumständen des Patienten. Je nach Fachbereich unterscheiden sich die Fragen zur Erfassung des Zustandes. Während der Patient antwortet, beurteilt der Fragende den geistigen Zustand, die Orientierung und das allgemeine Erscheinungsbild. Die erste Einordnung kann eventuell sogar über schnelle Entscheidungen der Behandlung entscheiden.

Die Anamnese bei Infektionskrankheiten

Bei Ansteckungen mit einer Infektionskrankheit mit Viren und Bakterien, muss gezielt nach Symptomen gefragt werden. Liegt ein Magen-Darm-Infekt vor, wird der Patient gezielt auf die Auswirkungen auf den Magen-Darm Trakt befragt. Durchfall und Erbrechen sind die häufigsten Erscheinungen bei Erkrankungen des Darms.

Um die Verdachtsdiagnose zu sichern, wird außerdem nach Fieber, Schmerzen und Appetitlosigkeit gefragt. In der Regel berichtet der Patient bereits aus eigener Motivation seine Symptome. Um den Schweregrad der ausgelösten Gastroenteritis zu erfassen, fragt der Arzt nach Blutungen und der Erkrankungsdauer. Bejaht der Patient eine lang anhaltende Symptomatik mit Blutungen und schwerer Erschöpfung, muss eine Infusionstherapie in Erwägung gezogen werden.

Allein die Befragung kann bereits über die Therapie und das weitere Vorgehen entscheiden. Um bestimmte Viren, wie zum Beispiel das Norovirus festzustellen, wird eine Stuhlprobe untersucht. Ergänzend sollten Blut- und Urinwerte kontrolliert werden. Die weitere Therapie wird mit den erfragten Informationen und den Untersuchungsergebnissen entschieden.

Besteht der Verdacht auf eine bakteriell ausgelöste Magen-Darm-Grippe, so muss die Anamnese erweitert werden. Die Erkrankung erfolgt meist über Ansteckung durch Lebensmittel oder auch nach Auslandsaufenthalten. Eventuell muss eine Isolierung erfolgen oder das Gesundheitsamt benachrichtigt werden. Die ausführliche Reisebefragung und Informationen über das Essverhalten in den letzten Tagen können die Ursache eingrenzen. So können Maßnahmen bereits vor dem Eintreffen der Labordiagnostik eine Ausbreitung der Infektion verhindern.

Nicht nur durch die Anamnese bei einem Magen-Darm-Virus, sondern auch bei zahlreichen anderen Erkrankungen kann durch systematisches Erfragen ein großes Feld der Behandlungsbedürftigkeit abgesteckt werden. Es ist jedoch wichtig, dass der Arzt oder der Therapeut die Technik beherrscht, denn die Gefahr ist groß, dass durch den sogenannten Tunnelblick oder eine persönliche Einschätzung, Informationen verloren gehen. Dies kann im Extremfall zu einer Fehldiagnose führen.