Das Weinen gehört ebenso zum Leben wie das Lachen. Ob aus Trauer, Wut oder ganz einfach, weil ein melancholisches Musikstück oder ein trauriger Film uns mitgenommen hat: Die meisten Menschen vergießen hin und wieder ein paar Tränen. Doch was genau hat es mit dem Weinen eigentlich auf sich?


Der Zusammenhang zwischen Tränen und Emotionen

Schon die Tatsache, dass wir nicht nur aus Trauer, sondern auch aus Freude weinen können, zeigt, dass die Tränenproduktion des Körpers ganz eng mit menschlichen Emotionen in Zusammenhang steht. Ausgiebig zu schluchzen und zu heulen hat dabei für die meisten Menschen einen erleichternden, beruhigenden Effekt und trägt auf diese dazu bei, Stress abzubauen. Den Gefühlen freien Lauf zu lassen ist daher immer besser als das Unterdrücken von Empfindungen wie Angst oder Wut.

Die biologischen Hintergründe des Weinens sind noch nicht gänzlich erforscht, jedoch vermuten Forscher, dass Tränen auch als Beruhigungsmittel wirken können, welches vom Körper über die Augen und die umliegende Haut aufgenommen wird. Denn die Tränenflüssigkeit enthält nicht nur Salze wie Kalium und Calcium, sondern auch Hormone, die vermutlich dafür sorgen, dass wir nach dem Vergießen von Tränen entspannter sind als vorher. Nicht zuletzt werden beim Prozess des Weinens Schadstoffe ausgeschieden: Es hat also auch einen reinigenden und befreienden Effekt. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass viele Menschen, insbesondere Frauen, gerne Filme zum Weinen anschauen.

Über Krokodilstränen und weinende Männer

Wenn ein Mensch weint, rinnen stets echte Tränen über seine Wangen, weshalb das Weinen in der Regel mit wirklichen Emotionen in Zusammenhang steht. Es ist jedoch möglich, auf Knopfdruck auf die Tränendrüse zu drücken. So können Schauspieler mit viel Übung schlechte Erinnerungen oder negative Gefühle abrufen, die den Körper zur Tränenproduktion anregen. Für Männer kommt das in der Regel jedoch nicht in Frage, denn sie setzen Tränen meist mit Schwäche gleich und weinen tatsächlich viel seltener als Frauen. Das liegt unter anderem daran, dass Frauen ganz anders sozialisiert werden als das „starke Geschlecht“, denn “ein Junge weint nicht”. Während es für Frauen also meist völlig in Ordnung ist, ihren Gefühlen durch Tränen Ausdruck zu verleihen, behalten Männer ihre Emotionen gerne für sich und weinen lediglich bei schweren Verlusten oder Trennungen. Die Gründe, die Frauen zum Weinen bringen, sind vielfältiger: Eine Frau weint aus Wut, weil sie sich verletzt oder ungerecht behandelt fühlt oder auch dann, wenn sie mit einer Situation überfordert ist.