Als Läsion (aus dem Lateinischen ‘laesio’ = Verletzung) bezeichnet man im medizinischen Sinne eine Schädigung, Veränderung (Anomalie) oder Verletzung von Gewebe. Völlig unabhängig von ihrer Ursache, werden alle abnormalen Gewebeveränderungen als Läsion bezeichnet. Grundsätzlich können alle Teile des Körpers und jede Gewebeart von einer Läsion betroffen sein, meistens steht sie damit aber in Zusammenhang mit einer Schädigung der Haut.


Ursachen

Physikalische Einwirkungen:

Ein Mädchen mit einer Läsion am Bein.

Ein Mädchen mit einer Läsion am Bein.

Die Ursache einer Läsion hängt von der Art der Verletzung ab. Hirnläsionen entstehen beispielsweise häufig durch ein Trauma, das durch einen Schlag auf den Kopf verursacht wird oder auch als Folge eines Unfalls. Durch innere Blutungen im Gehirn können sich Blutgerinnsel bilden, die den Druck im Schädel erhöhen und das Hirn komprimieren. Dadurch entstehen häufig irreparable Schäden am Gehirn. Eine lebensgefährliche Verletzung wird auch als Polytrauma bezeichnet.

Altern (Degenerative Veränderungen):

Weiterhin sind Läsionen natürliche Prozesse des Alterns, die einen Verlust von Zellen, insbesondere Hirn- und Nervenzellen, hervorrufen.

Vaskulär:

Ähnlich wie bei einem Trauma, wird die Blutzufuhr im Gehirn unterbrochen oder eingeschränkt durch einen Schlaganfall. Durch die verhinderte Blutzufuhr sterben die Gehirnzellen ab.

Tumoren:

Tumore sind Arten von Läsionen in oder an den Organen, die bösartig (maligne Tumoren) oder gutartig (benigne Tumore) sein können. Bei malignen Geschwüren ist die Gefahr der Metastasierung (Streuung) erhöht, sodass Läsionen durch Tumore in anderen Organen entstehen können.

Toxine:

Toxine können unter Umständen die Funktion der Organe beeinträchtigen und dadurch zu Läsionen führen. Das häufigste Nervengift, welches vom Menschen aufgenommen wird, ist Alkohol. Aber auch andere Chemikalien können sich negativ auf Gewebe und Organe auswirken.

Arten von Läsionen

Meniskusläsion:

Unter einer Meniskusläsion versteht man eine Verletzung des Innenmeniskus oder des Außenmeniskus. Dabei sind Männer doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Degenerative Veränderungen im Bereich der Menisken setzen ungefähr bei Personen ab dem 40. Lebensjahr ein und können durch Verschleiß zu plötzlichen Rissen bei geringer Gewalteinwirkung führen. Traumatisch bedingte Läsionen werden bei jungen, sportlich aktiven Personen häufiger diagnostiziert. Symptome bei einer Meniskusläsion sind Schmerzen beim Gehen und Bewegen des Kniegelenks, sowie die Aufhebung der Beuge- und Streckfunktion. Bei jüngeren Betroffenen werden Meniskusläsionen häufig erfolgreich genäht. Die Betroffenen müssen oft ihre sportlichen Aktivitäten reduzieren, um Folgeschäden zu vermeiden.

Hautläsionen:

Als Hautläsion (oder auch Hautdefekt) werden alle krankhaften Anomalien der Haut bezeichnet. Häufiger Grund sind Krankheiten, Infektionen (durch Viren, Bakterien oder Pilze), Toxine oder Verletzungen, aber auch äußerliche Reize wie Strahlung, Kälte und Hitze (z.B. Verbrennungen). Veränderungen der Haut können in Form von Bläschen, Blasen, Krusten, Pickeln, Papeln oder Geschwüren an allen Körperbereichen auftreten und werden mit Tabletten, Salben, Hormonen und auch Hauttransplantationen behandelt.