Arbeiten im Stehen bedeutet in erster Linie Entlastung für den Rücken!

Arbeiten im Stehen bedeutet in erster Linie Entlastung für den Rücken!

Wohl jeder, der seinen Arbeitstag im Büro verbringt, kennt es: Man sitzt über Stunden nahezu unbeweglich auf seinem Stuhl, von kurzen Pausen oder dem Gang zum Drucker einmal abgesehen. Nach der Arbeit geht es mit dem Aufzug in die Tiefgarage und im Auto sitzend in Richtung Heimat – wo man den Feierabend sitzend vor dem Fernseher oder am Esstisch verbringt. Kurze Pausen im Büro, etwa, um sich einen Kaffee zu holen oder ein Gespräch mit dem Kollegen zu führen, helfen da nur wenig.

Am Ende des Arbeitstages fühlen sich daher viele müde und abgespannt, dazu kommen Schmerzen und Verspannungen im Rücken, dem Schulter- und Nackenbereich. Wer über viele Jahre hinweg täglich über viele Stunden sitzt, dessen Muskulatur verkümmert früher oder später. Die Folge sind Haltungsschäden, Schmerzen bis hin zu Schädigungen an der Bandscheibe und Übergewicht.

Sitzen: Gift für den Körper

Auch für die Venen ist langes Sitzen Gift. Im Sitzen wird die Durchblutung behindert, es kann im schlimmsten Fall zu Durchblutungsstörungen oder bei entsprechender Veranlagung sogar zu einer Thrombose in den Beinen kommen.

Der Grund: Im Sitzen fließt das Blut in die Beine, was letztendlich zu einem Blutstau in den Beinen führen und die Gefäße belasten kann. Beim Gehen oder Stehen dagegen wird die sogenannte Wadenmuskelpumpe genutzt, die den Blutfluss in den Beinvenen unterstützt.

Nicht zuletzt ist es Gift für die Figur, über Stunden an seinem (Büro)stuhl zu kleben. Wer zu lange sitzt, verlangsamt seinen Stoffwechsel sowie sein Herz- Kreislaufsystem – und verbrennt darüber hinaus kaum Kalorien. Über die Jahre hinweg kann langes Sitzen daher nicht nur ein Risikofaktor für Herz-Kreislauferkrankungen sein, sondern auch Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes fördern und die Gefahr verstärken ein gefährliches Übergewicht zu erreichen.

Abwechslung in den Arbeitsalltag bringen

Die richtige Sitzposition im Büro ist eine wichtigte Komponente um Bandscheibenvorfälle zu verhindern.

Die richtige Sitzposition im Büro ist eine wichtigte Komponente um Bandscheibenvorfälle zu verhindern.

Was lässt sich nun gegen die schädlichen Auswirkungen des Sitzmarathons tun? Wie kann der Arbeitsalltag im Büro so gestaltet werden, dass er häufige Bewegung und Abwechslung in das stundenlange ungesunde Sitzen bringt? Wer etwas für seinen Körper tun möchte, sollte sich darüber dringend Gedanken machen – denn wer länger sitzt, schädigt auf Dauer sich selbst und das wirkt sich letztendlich auch auf die Figur aus und erschwert das Abnehmen.

Regelmäßige Bewegung ist daher Pflicht. Und dabei genügt es nicht, nach Feierabend hin und wieder die eine oder andere Sporteinheit einzulegen. Vielmehr muss die Bewegung regelmäßig in den Arbeitsalltag gebracht werden.

Ein Mix aus Sitzen, Gehen und Stehen gilt als ideal und kann schon nach kurzer Zeit dabei helfen, unliebsame Folgen des Sitzens abzumildern.

So können schon einige einfache Maßnahmen dabei helfen, die sich unkompliziert und ohne lange Vorbereitung in die tägliche Routine integrieren lassen.

Bewegen und Stehen im Arbeitsalltag

Dazu zählt etwa, mit dem Rad ins Büro zu fahren oder alternativ, wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist und der Weg zum Arbeitsplatz zu weit für das Fahrrad ist, eine oder zwei Haltestellen früher auszusteigen und den Rest des Weges zu Fuß zurückzulegen. Ein Spaziergang in der Mittagspause tut nicht nur dem vom Sitzmarathon geplagten Körper gut, er kurbelt auch den Stoffwechsel an und verbrennt Kalorien – und wenn man dazu noch in einer Gruppe mit den liebsten Kollegen eine Runde dreht, dient er zudem noch der Geselligkeit.

In der Arbeitszeit sollte man regelmäßig aufstehen und sich kurz bewegen. Anstatt dem Kollegen nebenan eine E-Mail zu schreiben, ist dem Körper besser dabei geholfen, aufzustehen und ihn direkt aufzusuchen. Und wer einen noch besseren Effekt ausnutzen möchte, bleibt stehen. Etwa beim Telefonieren oder, wenn ein Steh-Sitz-Arbeitsplatz oder eine andere Stehgelegenheit im Büro vorhanden ist, auch gleich über einen längeren Zeitraum.

Arbeiten im Stehen: das haben Sie davon

kleine Bewegungseinheiten zwischen sitzenden Tätigkeiten helfen enorm!

kleine Bewegungseinheiten zwischen sitzenden Tätigkeiten helfen enorm!

Wer einen Teil seines Arbeitstags stehend verbringt, kann von einer Reihe von Vorteilen profitieren. Das Arbeiten in der aufrechten Haltung gilt als gesünder als langes Sitzen – sofern auch hier genügend Variabilität hinein gebracht wird. Wer öfter mal steht, entlastet den Rücken und beugt auf diese Weise Schmerzen und Verspannungen vor.

Auch die Beine werden entlastet und die Durchblutung wird gefördert. Das wiederum beugt nicht nur riskanten Krankheiten wie Thrombose vor. Sondern belebt auf den Kreislauf. Man fühlt sich fitter und wacher und arbeitet somit auch konzentrierter und effektiver.

Steh-Sitz-Arbeitsplätze für gesunde Arbeitstage

Doch auch beim Arbeiten in der aufrechten Position gilt es, einiges zu beachten. Einfach aufstehen und in gebückter Form am gewohnten Schreibtisch weiterarbeiten ist keine Lösung – im Gegenteil wäre dies schädlicher. Beim Telefonieren oder zwischendurch in kleinen Pausen kurz aufzustehen, ist immer noch besser, als stundenlang starr zu sitzen, doch der Effekt ist vergleichsweise gering.

Wer mit dem Arbeiten im Stehen beginnt, sollte zunächst seinen Arbeitsplatz entsprechend ausstatten. Ideal ist ein höhenverstellbarer Arbeitstisch, der sich bis auf Stehhöhe bringen lässt. Das kann elektromotorisch oder über eine Kurbel erfolgen, je nach Modell. Alternativ lässt sich, sofern dafür Platz ist, auch ein Stehpult im Büro unterbringen, das stundenweise genutzt werden kann.

Fit und gesund bleiben

Auch in den Stehphasen gilt allerdings: Bewegung ist das A und O. So sollte man auch im Stehen öfter mal das Gewicht von einem Bein auf das andere verlagern, sich vor und zurück bewegen, auf die Zehenspitzen gehen ein paar Schritte laufen oder im Stehen die Beine und Arme bewegen. Dies hilft dabei, eine einseitige Belastung des Körpers zu vermeiden. Wer seine Haltung regelmäßig variiert, kurbelt den Stoffwechsel an und fördert zudem den Blutfluss.

Damit diese Bewegung störungs- und schmerzfrei über viele Stunden ausgeführt werden kann – mit regelmäßigen Sitzphasen dazwischen – ist das passende Schuhwerk unverzichtbar. Frauen sollten auf zu hohe Absätze verzichten, da diese nicht nur die Füße schmerzen lassen, sondern auch nicht gerade förderlich für die Bandscheiben sind. Wer auf hohen Absätzen längere Zeit steht, wird schnell merken, dass der Rücken schmerzt und die Füße wehtun. Wer trotz flacher Schuhe Schwierigkeiten beim Stehen hat, sollte einen Arzt aufsuchen. Womöglich sind orthopädische Schuheinlagen notwendig und können das Stehen entlasten.

Stehen will trainiert sein

Allerdings ist auch das Arbeiten am Steh-Arbeitsplatz wie so vieles eine Sache der Gewöhnung. Viele halten längeres Stehen nicht von Anfang an durch, das Arbeiten in der aufrechten Haltung will somit trainiert werden. Und: in langen Stehzeiten werden die Beine und Füße belastet. Es ist damit ebenso wenig anzuraten, ständig ausschließlich im Stehen zu arbeiten wie im Sitzen. Erst die Kombination aus beidem, gepaart mit regelmäßiger Bewegung, macht ein gesundes Arbeiten möglich. Dabei hilft dies effektiv dabei, Verspannungen, Schmerzen und Durchblutungsstörungen zu vermeiden. Darüber hinaus verbreucht man auch im Arbeitsalltag mehr Kalorien.

 

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