Fast jeder Mensch kennt dieses Gefühl, wenn der Kopf mal wieder dröhnt und schmerzt. Verschwindet normaler Kopfweh in der Regel nach kurzer Zeit wieder, treten chronische Kopfschmerzen hingegen über einen längeren Zeitraum in unterschiedlich kurzen Abständen regelmäßig auf. Ein Schmerzmittel oder ausgiebige Ruhe lindert oftmals das leichte, vorübergehende Pochen im Kopf. Patienten mit chronischen Kopfschmerzen müssen sich hingegen einer intensiveren Therapie unterziehen. In einigen Fällen können Kopfschmerzen auch ein Warnsignal für eine ernsthafte Grunderkrankung wie Parkinson oder einen Hirntumor sein. 

Was Sie über chronische Kopfschmerzen wissen sollten

Kopfschmerzen erscheinen zu den unpassendsten Gelegenheiten. Sie beginnen schleichend oder treten plötzlich auf und gehen mit einem dumpfen oder stechenden Schmerzgefühl in unterschiedlicher Ausprägung einher. Fast kein Mensch bleibt von der Pein im Kopf verschont. Betroffene wissen, wie chronische Kopfschmerzen sowohl die Gesundheit als auch die Lebensqualität einschränken können. Im schlimmsten Fall kann diese Erkrankung eine Behinderung darstellen, die das Leben im Alltag deutlich einschränkt. Doch was hilft gegen Kopfschmerzen wirklich? Diese Frage kann nicht ohne Weiteres beantwortet werden, denn Kopfschmerzen treten in unterschiedlichsten Formen auf. Migräne, Clusterkopfschmerz, Spannungskopfschmerz oder medikamentös verursachte Kopfschmerzen – jeder Kopfschmerz ist einzigartig und muss individuell behandelt werden.

Kopfschmerzerkrankungen treten weltweit auf. Untersuchungen haben ergeben, dass Menschen unabhängig von der Herkunft sowie vom sozio-kulturellen Status betroffen sind. Es wird vermutet, dass ein Großteil der Kopfschmerzarten nicht aufgrund von äußerlichen Einflüssen auftritt, sondern rein biologischen Ursprungs sind. Grundsätzlich leiden Frauen etwas häufiger unter chronischen Kopfschmerzen als Männer. Hierbei leidet das weibliche Geschlecht eher unter Migräne, das männliche hingegen unter dem sogenannten Clusterkopfschmerz. Selbst Kinder bleiben von chronischen Kopfschmerzen und Migräne nicht verschont. Ältere Menschen ab dem 60. Lebensjahr leiden hingegen seltener unter Kopfschmerzen. Insgesamt etwa 50 % dieser Altersgruppe klagen nie über Schmerzen. Im Alter zwischen 14 bis 44 benennen dagegen lediglich 19 % der Befragten, permanent kopfschmerzfrei zu sein. In Deutschland leben ungefähr 54 Millionen Menschen, die unter anfallartigen oder chronischen Kopfschmerzen leiden. Dies macht rund 70 % der in Deutschland lebenden Menschen aus. Viele davon beklagen ihr Kopfweh nur kurz, viele leiden jedoch auch unter chronischen Kopfschmerzen. Am häufigsten tritt der sogenannte Spannungskopfschmerz auf. Gemeinsam mit dem Migränekopfschmerz machen diese beiden Formen fast 90 % aller Kopfschmerzerkrankungen aus. Der Spannungskopfschmerz liegt hierbei in seiner Häufigkeit deutlich auf Platz eins: 63 bis 86 % der Menschen beklagen diese spezielle Form. Oftmals leiden Personen jedoch auch unter mehreren Kopfschmerzformen gleichzeitig. So ist es nicht selten, dass Migränepatienten ebenfalls unter Spannungskopfschmerzen leiden.

Welche Kopfschmerzarten werden unterschieden?

Chronische Kopfschmerzen stellen ein weites Feld in der Medizin dar. Es können mehr als 200 verschiedene Kopfschmerzarten unterschieden werden. Diese verschiedenartigen Formen werden prinzipiell in zwei wesentliche Kategorien eingeteilt:

  1. Primärer oder idiopathischer Kopfschmerz
    Bei dieser Form treten die Schmerzen selbstständig, ohne erkennbaren Grund auf. Mehr als 90 % aller Kopfschmerzpatienten werden dieser Gruppe zugeordnet. Zum primären oder auch ideopathischen Kopfschmerz zählen u. a. Migräne-, Spannungs- sowie Clusterkopfschmerz.
  2. Sekundärer oder symptomatischer Kopfschmerz
    Diese Kopfschmerzform tritt als Begleiterscheinung einer anderen Erkrankung auf. Hierbei können u. a. orthopädische, internistische, neurologische oder psychogene Krankheiten ursächlich für das Auftreten der Kopfschmerzen sein. Auch kann ein sekundärer oder symptomatischer Kopfschmerz eine Folge von Hals-, Nasen- und Ohrenerkrankungen sowie Augen- oder Zahnbeschwerden sein. Diese Form von chronischen Kopfschmerzen tritt im Vergleich zum primären Kopfschmerz mit einer Häufigkeit von 10 % bis 20 % eher selten auf.

Zu den wichtigsten und am häufigsten auftretenden chronischen Kopfschmerzen zählen sowohl der Spannungskopfschmerz und die Migräne als auch der Clusterkopfschmerz und der medikamenteninduzierte Kopfschmerz:

  • Spannungskopfschmerz
    Wie schmerzhaft der Druck ist, wird individuell wahrgenommen

    Wie schmerzhaft der Druck ist, wird individuell wahrgenommen

    Unregelmäßig auftretende Kopfschmerzen von leichter bis mittelschwerer Intensität sind häufig dem Spannungstyp zuzuordnen. Ungefähr die Hälfte der Bevölkerung wird von solch gelegentlich auftretenden Spannungskopfschmerzen gequält. Etwa 3 % beklagen einen chronischen Verlauf. Eine eindeutige Ursache kann dem Spannungskopfschmerz nicht zugeordnet werden. Es wird in einigen Fällen eine gestörte Schmerzhemmung vermutet, die als Reaktion auf eine Reizung auftritt. Das Schmerzgefühl beschreiben die Betroffenen als eher dumpf und drückend. Der Schmerz wird teilweise als diffus bezeichnet. Öfters empfinden die Betroffenen den Schmerz als ein festes Band, was eng um den Kopf geschnürt anliegt. Negative Begleiterscheinungen wie Übelkeit oder Erbrechen sind für solch chronische Kopfschmerzen eher selten. Die Attacke kann nur 30 Minuten andauern oder auch eine Dauer von einigen Tagen betragen. Die Schmerzstärke nimmt langsam zu. Beim Spannungskopfschmerz können beide Kopfhälften betroffen sein und fast immer kann der Schmerz bestimmten Regionen wie Stirn, Schläfe oder Scheitel genau zugeordnet werden. Als chronische Kopfschmerzen wird diese Form beschrieben, wenn sie insgesamt wenigstens zehn Tage im Monat andauert.Die Diagnose von chronischen Kopfschmerzen vom Spannungstyp darf erst dann gestellt werden, wenn sämtliche neurologischen Ursachen ausgeschlossen wurden und insbesondere kein Hinweis auf eine Erkrankung des Gehirns vorliegt. Zu den wichtigsten Krankheiten, die im Vorfeld ausgeschlossen werden sollten, zählen u. a. Grippe und Nasennebenhöhlenentzündungen, Bluthochdruck, Schädelverletzungen, Gefäß- oder Hirnhautentzündungen oder bestimmte Stoffwechselerkrankungen.

  • Migräne
    Migräne Symptome beschreiben Patienten als pulsierende, stechende Kopfschmerzen von mäßiger bis sehr starker Ausprägung. Bei einer Migräneattacke treten sehr oft negative Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit auf. Bei etwa 10 % der Patienten tritt vor der Migräne eine sogenannte Aura auf. Diese ist mit unangenehmen Sehstörungen wie beispielsweise Flimmern vor den Augen oder auch Wortfindungsstörungen verbunden. Auch sind Sensibilitätsstörungen wie Missempfindungen in den Armen und Beinen bei dieser speziellen Form von chronischen Kopfschmerzen nicht selten.Personen, die unter einer Migräne leiden, werden ein- bis sogar sechsmal monatlich von den Beschwerden heimgesucht. Eine Migräneattacke dauert zwischen vier bis 72 Stunden. In den meisten Fällen beschränken sich die Schmerzen beim Migräneanfall auf eine Kopfseite, wobei sich diese auch auf die andere Seite verlagern können. Schließlich können bei einem Migräneanfall auch beide Kopfhälften betroffen sein.Die Ursachen für das Entstehen chronischer Kopfschmerzen vom Migränetyp sind nicht eindeutig geklärt. Es wird eine genetische Veranlagung vermutet. Neben einer Störung in der Schmerzverarbeitung kommt es weiterhin zu einem Aktivierungsprozess in unterschiedlichen Bereichen des Gehirns. Diese rufen dann Symptome wie Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit hervor. Auch werden bestimmte Botenstoffe übermäßig stark freigesetzt, die eine schmerzende Gefäßentzündung verursachen.Eine Sonderform der Migräne ist die vestibuläre Migräne, die auch als Schwindelmigräne bezeichnet wird. Also kann Schwindel Ursache im Rahmen einer Aura für einen Migräneanfall sein. Typische Anzeichen sind jedoch sogenannte Drehschwindelanfälle, die ganz plötzlich ohne erkennbaren Grund auftreten. Viele Patienten litten vor Auftreten des Schwindels bereits schon einmal unter einem Migräneanfall. Manche Betroffene erleben auch ganz ohne Kopfschmerzen Schwindelbeschwerden.
  • Clusterkopfschmerz
    Clusterkopfschmerzen zählen zu den eher seltenen, chronischen Kopfschmerzen. Diese Form ist stark ausgeprägt und kann manchmal mehrmals täglich auftreten. Nach einem Anfall kann danach wieder einige Monate Schmerzfreiheit bestehen. Die Schmerzintensität erreicht in nur wenigen Minuten ein absolutes Höchstmaß. Die Dauer beträgt oftmals zwischen etwa 15 Minuten bis hin zu drei Stunden. Die Form des Cluster-Kopfschmerzes tritt meist einseitig auf. Der Schmerz beginnt häufig hinter dem Auge und wird von Betroffenen als stechend beschrieben. Als Begleiterscheinungen nennen Patienten sehr oft ein tränendes Auge, eine verstopfte Nase sowie ein gerötetes, geschwollenes Augenlid.Die Ursache von Cluster Kopfschmerzen konnten bisher noch nicht eindeutig geklärt werden. Es ist allerdings bekannt, dass diese Form durch den Genuss von Alkohol und Zigaretten sowie flackerndes Licht wie im Kino begünstigt wird. Auch tyramin- sowie histaminhaltige Lebensmittel wie Nüsse, Schokolade oder Käse, starke körperliche Anstrengung und gefäßerweiternde Medikamente können Cluster-Kopfschmerz-Attacken auslösen. Inwieweit erbliche Ursachen eine Rolle spielen, ist nicht eindeutig geklärt. Jedoch gibt es Hinweise dafür, dass sich das Risiko dieser chronischen Kopfschmerzen stark erhöht, wenn ein Verwandter ersten Grads unter der gleichen Erkrankung litt.
  • Medikamenteninduzierter, chronischer Kopfschmerz
    Es kann vorkommen, dass die Einnahme von Medikamenten chronische Kopfschmerzen verursachen kann. Dieser sogenannte medikamenteninduzierte Schmerz entwickelt sich und kann letztlich dauerhaft in mittlerer bis starker Intensität empfunden werden. In vielen Fällen sind gerade Schmerzmittel die Ursache, die eigentlich das Gegenteil bewirken sollten. Eine Erhöhung der Dosis kann daher den Kopfschmerz noch weiter verschlimmern. Betroffene beschreiben medikamenteninduzierte Kopfschmerzen als dumpf und drückend, ähnlich, wie beim Spannungskopfschmerz. Oftmals sind beide Kopfhälften betroffen. Begleiterscheinungen werden eher selten beklagt. Der Eintritt der Schmerzen kann zeitlich mit der Medikamenteneinnahme verbunden werden. Daneben zählen einige Blutdrucksenker zu den Arzneimitteln, die Kopfschmerzen verursachen können. Man spricht dann von den sogenannten Nitratkopfschmerzen.

Welche Faktoren begünstigen chronische Kopfschmerzen?

Es gibt viele Einflüsse, die das Auftreten von chronischen Kopfschmerzen begünstigen können. Insbesondere der Lebensstil kann Kopfschmerzen verursachen. Sinnvoll ist das Führen eines Kopfschmerztagebuchs, um die auslösenden Faktoren ans Licht zu bringen.

 

  • Schlechte Körperhaltung und falsches Sitzen
    Wer viel sitzen muss, sollte auf seine Körperhaltung achten. Übermäßig langes Sitzen in einer falschen Position führt zwangsläufig zu einer Verkrampfung der Rückenmuskulatur. Als Folge werden permanent geringfügige Schmerzsignale an das Gehirn gesendet. Diese sollen eigentlich zum Schutz dienen und den Menschen warnen, eine andere Körperhaltung einzunehmen. Anfangs werden diese Impulse vom Gehirn als unbedeutend eingestuft. Es wird angenommen, dass sie nach einer gewissen Zeit ungehindert zum Gehirn weitergeleitet werden, was der Mensch dann als Kopfschmerz wahrnimmt. Personen, die beruflich an den Schreibtisch gefesselt sind und viel mit dem Computer arbeiten, sollten unbedingt auf einen ergonomisch eingerichteten Arbeitsplatz achten.

 

  • Stress
    Stress ist einer der häufigsten Auslöser für chronische Kopfschmerzen

    Stress ist einer der häufigsten Auslöser für chronische Kopfschmerzen


    Stress gilt als häufiger Auslöser für Kopfschmerzen. Teilweise treten die Beschwerden erst nach dem Stress auf. Die Zeiten, die eigentlich zur Entspannung dienen sollten wie das Wochenende oder der Urlaub, werden dann zur Krankheitsphase. Insbesondere in der Altersgruppe der 30- bis 59-Jährigen, wird Stress als Auslöser für Kopfschmerzen genannt.

 

  • Rauchen und Alkohol
    Der Konsum aber auch der Entzug beider Substanzen können Kopfschmerzen auslösen. Insbesondere beim Clusterkopfschmerz wird das Rauchen als gesicherter Auslösemechanismus beschrieben. Doch auch Migräne- und Spannungskopfschmerzpatienten beschuldigen das Rauchen als Auslöser. Dass chronische Kopfschmerzen vom Alkoholkonsum beeinflusst werden, wurde immer wieder in wissenschaftlichen Untersuchungen bestätigt. Beim Abbau von Alkohol in der Leber entsteht das Nervengift Acetaldehyd. Dieses verursacht nicht nur Kopfschmerzen, sondern auch Übelkeit.

 

  • Ernährung
    Die Nahrung spielt bei der Entstehung von chronischen Kopfschmerzen eine wesentliche Rolle. Einige Nahrungsmittel und Getränke werden besonders mit Migräne in Verbindung gebracht. Es gilt, dass u. a. Schokolade, Kaffee oder Tee und künstlicher Süßstoff für eine Attacke verantwortlich sein kann. Zudem können bestimmte Käsesorten sowie nitrithaltige Nahrungsmittel, wie Wurst, Kopfschmerzen auslösen. Bei Personen, die unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten leiden, kann der Verzehr der unbekömmlichen Nahrung Kopfschmerzen verursachen. Werden die täglichen Mahlzeiten zudem sehr unregelmäßig eingenommen, schwankt der Blutzuckerspiegel sehr stark, wodurch wiederum Kopfschmerzen auftreten können.

 

  • Schlaf
    Ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus, starker Schlafmangel aber auch übermäßig viel Schlaf können Auslöser für Kopfschmerzen sein. Insbesondere Patienten, die unter chronischen Kopfschmerzen wie Migräne leiden, können durch einen gleichmäßigen Schlafrhythmus Attacken verhindern.

 

  • Wetter und Sauerstoffmangel
    Viele Menschen sind wetterfühlig und reagieren vor allem auf Wetterumschwünge mit Kopfschmerzen. Auch Änderung des Luftdrucks gelten als Ursache. Ein Sauerstoffmangel tritt vornehmlich bei starken Höhenunterschieden auf, wie dies u. a. bei Wanderungen in den Bergen oder auch beim Fliegen der Fall ist.

 

  • Überanstrengung
    Wer körperlich oder geistig übermäßig stark beansprucht wird, neigt vermehrt zu Kopfschmerzanfällen. Bei Sportlern kommen in diesem Zusammenhang häufig die sogenannten Anstrengungskopfschmerzen vor. Es wird vermutet, dass die Ursache bei einer Gefäßveränderung im Kopf zu suchen ist. Zudem verursachen Flüssigkeits- und große Salzverluste Kopfschmerzen. Meist klagen Ausdauersportler nach extremer Belastung über einen migräneähnlichen, sehr heftigen Kopfschmerz. Weiterhin treten nicht selten bei Sportlern chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp auf, die durch Verspannungen von Schulter- oder Nackenmuskulatur verursacht werden.

 

  • Hormonschwankungen bei der Frau
    Das Auftreten von Kopfschmerzen hängt bei Frauen oftmals vom Zyklus ab. So leiden einige Frauen beispielsweise kurz vor dem Eintreten oder während der Periode unter starken Kopfschmerzen. Ungefähr 14 % der unter chronischen Kopfschmerzen leidenden Frauen beklagen solch eine menstruelle Migräne. Anders wirken sich Hormonveränderungen während der Schwangerschaft aus. Grundsätzlich sind in dieser Zeit Kopfschmerzen nichts Ungewöhnliches. Wer regelmäßig vor seiner Schwangerschaft Kopfschmerzen beklagte, wird sich freuen, denn diese können hierdurch deutlich gebessert werden oder sogar vollständig verschwinden. Einige Frauen allerdings leiden vermehrt unter Kopfschmerzen in der Schwangerschaft. Auch die Wechseljahre können in vielerlei Hinsicht als Ursache für chronische Kopfschmerzen betrachtet werden. Mit zunehmendem Alter nimmt die Funktion der Eierstöcke nach und nach ab. Da diese u. a. für die Produktion der Hormone zuständig sind, kommt es im Laufe der Jahre zu einem Rückgang des Östrogens. Solche Hormonverschiebungen bringen das Gleichgewicht im Gehirn durcheinander und verursachen beispielsweise Kopfschmerzen und vor allem Migräne.

 

  • Genetische Ursachen
    Neben äußeren Einflussfaktoren und dem eigenen Lebensstil kommen chronische Kopfschmerzen zudem familiär gehäuft vor.

 

  • Die Psyche und chronische Kopfschmerzen
    Psychische Erkrankungen wie z.B. Depressionen können einerseits Ursache als auch Folge von chronischen Kopfschmerzen sein. Chronische Kopfschmerzen wirken sich zwangsläufig auf die Seele des Menschen aus. Eine Depression kann daher eine Begleiterscheinung darstellen. Jedoch auch Menschen, die unter einer unbehandelten Depression leiden, können diese in Form von Kopfschmerzen wahrnehmen. Die Psyche hat starke Auswirkungen auf sowohl Kopfschmerzhäufigkeit als auch -intensität. In vielen Fällen können Dauerbelastungen z. B. durch starke berufliche Anforderungen oder familiäre Konflikte Einfluss auf chronische Kopfschmerzen nehmen. In diesem Zusammenhang helfen spezielle Verfahren wie Stressbewältigung, Entspannungsverfahren und Strategien zur Schmerzbewältigung.

    • Programmen zur Stressbewältigung
      Es ist Fakt, dass das Erleben von Stress vor allem von der eigenen Wahrnehmung abhängt. In Programmen zur Stressbewältigung lernen Patienten, die persönlichen Stressfaktoren besser wahrzunehmen und ihnen rechtzeitig entgegenzuwirken. Auch wird vermittelt, wie die persönlichen Ressourcen besser genutzt werden können, um wieder Kraft und Energie zu schöpfen.
    • Entspannungsverfahren
      Zu den wichtigsten Entspannungsverfahren zählt die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson. Hierdurch lernen Menschen, wie sie mit besonders belastenden Phasen im Leben besser umgehen können. Das spezielle Verfahren beruhigt weiterhin das autonome Nervensystem und chronische Kopfschmerzen können gelindert werden.
    • Strategien zur Schmerzbewältigung
      Durch das Erlernen spezieller Strategien zur Schmerzbewältigung können Patienten ihre Schmerzen besser beeinflussen und zeitweise „vergessen“. Sinn dieser Strategien ist es, eine Distanz zum Schmerz zu schaffen. Die Aufmerksamkeit wird vom Schmerz weggelenkt und auf schöne Dinge gerichtet. Durch diese Form der Schmerzbewältigung erlangen Betroffene von chronischen Kopfschmerzen mehr Selbstkontrolle und fühlen sich dem Schmerz nicht mehr hilflos ausgesetzt.

In wissenschaftlichen Untersuchungen wurde festgestellt, dass durch diese Verfahren sowohl die Häufigkeit von Kopfschmerzen als auch Medikamenteneinnahme deutlich verringert wird.

Entschleunigung und Entspannung helfen oftmals gegen viele Arten von Kopfschmerzen

Entschleunigung und Entspannung helfen oftmals gegen viele Arten von Kopfschmerzen

Wie chronische Kopfschmerzen erfolgreich behandelt werden

Die Form der Therapie bei chronischen Kopfschmerzen richtet sich insbesondere nach der Ursache. Gerade bei der sekundären Kopfschmerzform sollte die Ursachen berücksichtigt werden. Bei der Diagnose einer bestimmten Kopfschmerzform sollten Patienten eine entsprechende, spezielle Schmerzbehandlung erhalten. Die Wahl eines geeigneten Schmerzmittels hängt hierbei von der Art des Kopfscherzes ab. Doch auch andere Therapiemaßnahmen können Erfolg versprechend sein.

 

  • Behandlung von Spannungskopfschmerzen
    Tritt der Spannungskopfschmerz akut auf, können Schmerzmedikamente wie Ibuprofen, Acetylsalizylsäure, Paracetamol, Metamizol oder Naproxen Linderung bringen. Zudem können Mischpräparate mit verstärkenden Wirkstoffen wie Koffein im Akutfall helfen. Einige Betroffene berichten, dass das Einreiben der Schläfen oder des Nackens mit Pfefferminzöl die Schmerzen lindert.Wer unter chronischen Kopfschmerzen vom Spannungstyp leidet, für den kann eine Prophylaxe mit Medikamenten sinnvoll sein. Inwieweit solch eine vorbeugende Behandlung hilft, muss im Einzelfall mit einem Facharzt abgeklärt werden. Problematisch ist hierbei, dass der häufige Gebrauch von Schmerzmedikamenten auch Auslöser für Kopfschmerzen sein kann. Zudem kann die regelmäßige Verwendung zu einer Abhängigkeit führen. Zu weiteren Medikamenten, die vorbeugend gegen chronische Kopfschmerzen vom Spannungstyp eingenommen werden können, zählen Antidepressiva. Diese werden im Rahmen einer Schmerztherapie teilweise erfolgreich eingesetzt, weil sie die Schmerzwahrnehmung beeinflussen. Abgesehen von einer medikamentösen Behandlung sollten Patienten versuchen, ob die Häufigkeit der Kopfschmerzepisoden durch spezielle Entspannungs- und Stressbewältigungsverfahren sowie Ausdauertraining wie Walken oder Radfahren verringert werden kann.

 

  • Behandlungsmöglichkeiten einer Migräne
    Bei einer akuten Migräneattacke können gängige Schmerzmittel wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Diclofenac, Naproxen oder Metamizol helfen. Welches Präparat das Mittel der Wahl ist, hängt sowohl von der Verträglichkeit als auch der Art der Verabreichung ab. Manche Medikamente können als Brause-, Schmelz- oder Kautablette eingenommen werden. Patienten, die unter Übelkeit während einer Migräneattacke leiden, können auf Schmerzmittel in Zäpfchenform zurückgreifen. Auf jeden Fall sollten sich Migränepatienten von einem Arzt beraten lassen. Wenn die genannten gängigen Schmerzmittel nicht ausreichend wirken oder die Schwere der Migräneattacke zu stark ausgeprägt ist, was leider bei mehr als einem Drittel der Patienten der Fall ist, kann die Gabe von sogenannten Triptanen notwendig werden. Hierbei handelt es sich um spezielle Substanzen, die eine hohe Wirksamkeit bei einer akuten Migräneattacke aufweisen. Diese Arzneimittel können sowohl als Tablette, bei Bedarf jedoch auch als Nasenspray oder Zäpfchen verabreicht werden. In Deutschland sind derzeit sieben verschiedene Triptane zur Behandlung von chronischen Kopfschmerzen vom Migränetyp auf dem Markt erhältlich (Sumatriptan, Zolmitriptan, Naratriptan, Rizatriptan, Almotriptan, Eletriptan und Frovatriptan). Im Monat sollten Patienten triptanhaltige Medikamente nicht öfter als an zehn Tagen verwenden. Anders als dies normalerweise bei den gängigen Kopfschmerzmitteln der Fall ist, können Triptane bestimmte Nebenwirkungen hervorrufen. Hierzu zählen u. a. Missempfindungen in den Extremitäten oder auch ein Engegefühl in der Brust mit Atemschwäche. Menschen, die unter erkennbaren Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, dürfen das Mittel jedoch nicht verwenden.Treten die Migräneattacken mehr als drei Mal pro Monat auf oder können diese mit der Akuttherapie nicht ausreichend behandelt werden, kann eine vorbeugende Gabe von Medikamenten angezeigt sein. Es stehen hierfür mehrere Substanzen zur Verfügung, wobei der Wirkstoff der meisten Präparate einschleichend dosiert werden muss. Zu den Medikamenten erster Wahl zählen Betablocker, Flunarizin, Valproat und Topiramat. Jedoch können Betablocker unter bestimmten Voraussetzungen nicht eingenommen werden, z. B. wenn die Patienten unter arteriellem Bluthochdruck, verlangsamter Herzfrequenz (Bradykardie) oder bronchialem Asthma leiden. Als Nebenwirkungen werden bei der Behandlung mit Betablockern sowohl Müdigkeit als auch Gewichtszunahmen sowie in seltenen Fällen von Schlafproblemen berichtet. Die Gabe von Flunarizin eignet sich ebenso gut zur Prophylaxe bei chronischen Kopfschmerzen, wobei hierbei sogar die Gegenanzeigen wie bei Betablockern nicht relevant sind. Jedoch können hierbei vermehrte Nebenwirkungen auftreten. Neben Müdigkeitsgefühlen, Gewichtszunahme und Schlafstörungen können darüber hinaus depressive Verstimmungen oder spezifische Bewegungsstörungen unerwünschte Begleiterscheinungen darstellen.Neben diesen beiden Arzneimitteln können ebenfalls Antiepileptika wie Valproat und Topiramat zum Einsatz kommen. Diese Substanzen weisen keinerlei Kontraindikationen auf, weshalb sie breit eingesetzt werden können. Zu den typischen Nebenwirkungen zählen Gewichtsschwankungen, Müdigkeit und Händezittern (Tremor). Eher selten wurde von Patienten eine Erhöhung der Leberenzymwerte oder Hautprobleme wie allergischer Hautausschlag oder Haarausfall beklagt. Zudem kommt es bei der Behandlung mit Valproat vermehrt zu unangenehmen Körperempfindungen und einer Beeinträchtigung des Denkvermögens, bei Topiramat zu einer Wesensveränderung.Das Ergebnis der prophylaktischen Medikation ist vielversprechend, denn die Frequenz von Migräneattacken wird um fast 50 % reduziert. Auch kann durch die Behandlung die Schmerzintensität deutlich gesenkt werden.

 

  • Die Behandlung von Clusterkopfschmerzen
    Auch bei der medikamentösen Therapie von Clusterkopfschmerz kann zwischen einer Akutbehandlung bei einer Einzelattacke und einer vorbeugenden Behandlung (Prophylaxe) unterschieden werden. Wie bei einer Migräne können auch Triptane bei akutem Clusterkopfschmerz helfen, aber nur, wenn diese in Form von Nasenspray oder als Injektion verabreicht werden. Bei einer Einzelattacke hilft zudem bei mehr als 50 % der Betroffenen die Inhalation von einhundertprozentigem Sauerstoff. Zuletzt kann auch ein örtliches Betäubungsmittel Linderung verschaffen. Dieses wird in das Nasenloch injiziert, welches von der Attacke betroffen ist.Als Prophylaxe von Cluster Kopfschmerz werden verschiedene Arzneimittel eingesetzt. Mittel der ersten Wahl stellt hierbei der Kalziumantagonist namens Verapamil sowie Lithium dar. Weiterhin können Kortisonpräparate, Valproinsäure, Budipin und Antiepileptika zur Prophylaxe von Clusterkopfschmerzen zum Einsatz kommen.

Was ansonsten bei Kopfschmerzen hilft

Bevor Betroffene auf Medikamente zurückgreifen, können unterschiedliche alternative Hilfen Linderung verschaffen:

      • Ausreichend trinken
        Pro Tag sollte der Mensch wenigstens zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Am Besten eignen sich hierfür Wasser oder Tee. Gerade Personen, die unter chronischen Kopfschmerzen leiden, sollten auf ihren Flüssigkeitshaushalt achten. Ein Mangel kann Ursache für eine Attacke sein.
      • Viel Bewegen
        Bei leichten Kopfschmerzen kann Bewegung Abhilfe schaffen. Der Kreislauf kommt in Schwung, wodurch jedoch lediglich leichte Kopfschmerzen gelindert werden können. Wer unter starken oder sekundären Kopfschmerzen leidet, sollte sportliche Aktivitäten hingegen vermeiden. Spaziergänge an der frischen Luft sind jedoch immer erlaubt und ratsam.
      • Diverse Hausmittel
        Einige Hausmittel können gegen Kopfschmerzen hilfreich sein. Hierzu zählen u. a. Hopfentee, ätherische Öle und Pfefferminzöl oder auch ein heißes Bad oder feuchte Kompressen. Zum Abbau von Stress können Entspannungsmethoden wirksam sein. Autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder auch Yoga bewirkt eine wirksame Linderung bei chronischen Kopfschmerzen. Einige Patienten reagieren zudem positiv auf leichte Massagen an den Schläfen oder an der Stirn. Häufig hilft Betroffenen zudem eine Tasse Kaffee mit Zitrone. Das Koffein im Kaffee bewirkt, dass sich die Spannung der Gefäßwände im Gehirn verändert und eine verbesserte Durchblutung stattfinden kann. Durch die Zitrone werden schmerzlindernde Botenstoffe im Körper aktiviert.

All diese Mittel können oft Wunder bewirken. Da sie fast alle nebenwirkungsfrei und sehr gut verträglich sind, sollte sie unbedingt ausprobiert werden. Was bei den Betroffenen am besten wirkt, sollte jeder selbst ausprobieren. Auch die Einnahme frei verkäuflicher Medikamente kann hilfreich sein. Diese sollten jedoch unbedingt nicht über einen langen Zeitraum eingenommen werden. Wer unter chronischen Kopfschmerzen leidet, sollte immer einen Facharzt aufsuchen. Dieser klärt nicht nur die Ursache ab. Er kann zusammen mit dem Patienten auch eine geeignete Therapie einleiten.

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