Schon alleine der Gedanke, dass parasitäre Lebewesen (Würmer, Maden, Einzeller, usw.) im Darm eines Körpers leben, verursacht bei den meisten Menschen ein ehrliches Gefühl von Ekel. Darmparasiten können sich auch über lange Zeit im menschlichen Körper einnisten, ihn auslaugen und für ihre Vermehrung nutzen. Bleiben sie über lange Zeiträume unentdeckt und erfolgt keine Behandlung, so können sie ernsthafte Schäden im menschlichen Körper verursachen. Übrigens tragen mehr Menschen als gedacht – meistens vollkommen unentdeckt – Darmparasiten in sich.

Lebensformen und Auftreten von Darmparasiten

Darmparasiten unter dem Mikroskop (Fadenwurm)

Darmparasiten unter dem Mikroskop (Fadenwurm)

Der menschliche Körper wird in den meisten Fällen ganz unscheinbar durch eine nicht oder nur kaum spürbare Infektion von den Parasiten befallen, die sich anschließend im Körper (ihrem Wirt) einnisten, ausbreiten und ihn Tag für Tag stärker auslaugen. Die Ausbreitung ist dabei abhängig von

  • seinem Alter
  • körperlichen Zustand
  • eventuellen Vorerkrankungen

– Madenwurm (Enterobius vermicularis)

Der Madenwurm ist in seinem Auftreten der häufigste Darmparasit im menschlichen Körper, insbesondere bei Kindern. Etwa 10 Prozent der Erwachsenen und 30 Prozent der Kinder tragen ihn in sich. Der Madenwurm tritt auf der ganzen Welt auf und wird besonders leicht übertragen: Seine Eier legt dieser Parasit nachts in den Pofalten ab, was vor allem bei Kindern zu analem Juckreiz führt. Durch eine Berührung können die Eier, zum Beispiel unter den Fingernägeln, lange Zeit überleben und so einfach auf einen neuen Wirt übertragen werden. Der Madenwurm erreicht eine Größe von bis zu 1,2 cm.

– Spulwurm (Ascaris lumbricoides)

Der Spulwurm nutzt einen ausgeklügelten Kreislauf im menschlichen Körper, um sein parasitäres Wesen auszubreiten. Hat man die Eier des Spulwurms aufgenommen, so schlüpfen die Larven im Dünndarm und dringen anschließend durch den Dickdarm direkt in die Blutbahn des Menschen ein. Die Larven wandern weiter in die Lunge und rufen dort Husten hervor. Durch das Einatmen des Auswurfs gelangen die Larven erneut in den menschlichen Körper oder werden effizient an neue Wirte übertragen. Spulwürmer werden bis zu 25 cm lang und ihre Symptome bei einer Besiedlung sind uneindeutig.

– Bandwurm (Rinderbandwurm: Taenia saginata, Schweinebandwurm: Taenia solium)

Der Bandwurm tritt in zwei ähnlichen Arten auf, die durch rohes oder nicht vollständig durchgegartes Fleisch übertragen werden. Vor allem der Rinderbandwurm tritt überall auf der Welt auf. Wie alle anderen Darmparasiten auch nistet er sich im Körper ein, dies geschieht konkret durch Eier, die sich an der Wand des Dünndarms festsetzen. Innerhalb eines Zeitraums von ca. drei Monaten entwickeln sich ausgewachsene Würmer, die über den Stuhl wieder ausgeschieden werden. Sie sind bis zu 10 m lang.

Da die Larven aber bereits in der Blutbahn sind, sich sogar im Gehirn (Gefahr für epileptische Anfälle) oder in der Muskulatur (Muskelschmerzen) einnisten, ist der Befall ohne Behandlung dauerhaft. Die Symptome eines Befalls mit dem Bandwurm sind häufig nicht eindeutig, wodurch eine klare Diagnose erschwert wird. Erst eine Untersuchung mittels Röntgen oder eine Computertomografie kann Klarheit bringen.

Diese drei genannten Arten von Würmern treten häufig und weltweit auf. Zahlreiche weitere Arten von Darmparasiten sind vor allem in den warmen, feucht-tropischen Gebieten der Erde verbreitet. Grundsätzlich ist man aber nirgends vor der Ansteckung geschützt.

Auch einzellige Parasiten (z. B. Kryptosporidien oder Lamblien), die zum Beispiel über kontaminiertes Trinkwasser übertragen werden, sind ein nicht zu unterschätzendes Risiko, da sie schwere und anhaltende Durchfälle verursachen können. Bei gesunden Menschen heilt der Befall zwar nach mehreren Wochen von selbst aus, für immungeschwächte Personen kann ein Befall aber unter Umständen auch zu lebensbedrohlichen Situationen führen.

Wie Darmparasiten dem Körper großen Schaden zufügen

Die Auswirkungen eines Befalls mit Darmparasiten können nicht pauschal genannt werden. Vielmehr sind alle Wurmarten individuell und das Ausmaß und die Auswirkungen eines Befalls des menschlichen Körpers sehr spezifisch. Wesentliche Faktoren sind: das Alter des Wirtes, der allgemeine körperliche Zustand und die körperliche Leistungsfähigkeit.

Sind andere Erkrankungen bereits vorhanden oder ist das Immunsystem geschwächt, so kann ein Befall mit Darmparasiten besonders gefährlich sein, da sie den bereits geschwächten Körper zusätzlich angreifen.

Gefährlich sind Darmparasiten aber besonders deswegen, weil sie in seltenen Fällen unzählige Folgeerkrankungen, auch mit tödlichem Ausgang, hervorrufen können. Da sie sich in den Organen des Körpers einnisten können und dort entzündliche Prozesse hervorrufen, die später zum Beispiel die Entstehung einer Krebserkrankung begünstigen können, ist die genaue Analyse der Symptome und eine Behandlung zwingend erforderlich.

Symptome eines Befalls mit Darmparasiten

Die Symptome sind oft unspezifisch und lassen nicht direkt auf eine Infektion mit Darmparasiten schließen. Oft erkennen erst auf parasitäre Erkrankungen spezialisierte Ärzte den Zusammenhang.

Häufige, einzeln oder zusammen auftretende Symptome sind:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall
  • Müdigkeit und Erschöpfungsgefühle
  • (leichtes) Fieber
  • Bauchschmerzen
  • Blähungen und Völlegefühl
  • Verstopfung und Gewichtsabnahme

In späteren Stadien können auch Entzündungen (von Leber, Lunge, usw.) auftreten, die sich aus einem unerkannten Befall des menschlichen Körpers mit Darmparasiten entwickelten.
Beim Befall mit dem insbesondere bei Kindern häufigen Madenwurm treten Juckreiz und Entzündungen im Analbereich auf, bei starkem Befall kann es zu einer Entzündung des Dickdarms kommen.

Zur Nachweis von Parasiten im Darm, zum Beispiel nach einer Reise in tropische Gebiete, werden vom Arzt mehrere Stuhlproben an mehreren Tagen genommen, die gegebenenfalls Eier oder Larven erkennen lassen. In manchen Fällen können Blutuntersuchungen den notwendigen Aufschluss über einen Befall mit Parasiten geben. Einfacher ist die Diagnose beim Madenwurm, da hier mittels des kurzzeitigen Aufbringens eines Klebestreifens am After etwaige Eier im Mikroskop erkannt werden können.

Die Übertragungswege auf den menschlichen Körper

Eine Übertragung von Darmparasiten auf den menschlichen Körper findet auf folgenden Wegen statt:

  • Konsum oder Kontakt mit Lebensmitteln, Trinkwasser oder Gegenständen, die mit wurminfiziertem, menschlichem oder tierischem Kot in Berührung kamen (z. B. durch mangelnde Hygiene, Düngung, usw.)
  • Sex, insbesondere durch Analverkehr
  • Einatmen von Staub, der mit kleinen Wurmeiern verschmutzt ist (z. B. beim Aufschütteln von Betten, auf Handtüchern, usw.)
  • Insbesondere die Eier des Madenwurms lassen sich in Handtüchern, Lebensmitteln, usw. finden. Sie gelangen durch das Kratzen am Po dorthin und werden auf diesem Weg einfach an einen neuen Wirt übertragen.
  • Bandwürmer werden durch rohes oder nicht ausreichend gegartes Fleisch, das mit Wurmlarven infiziert ist, übertragen.

 

Hygiene schützt vor Ansteckung

Am besten schützt ein hohes und permanentes Maß an persönlicher Hygiene vor der Ansteckung mit Darmparasiten. Das Waschen der Hände nach jedem Gang auf die Toilette sollte eine Selbstverständlichkeit sein, da es am besten vor der Infektion schützt. Vor allem Kindern muss daher so früh wie möglich diese hygienische Selbstschutzmaßnahme beigebracht werden. Auch vor der Nahrungsaufnahme ist der Gang zum Waschbecken obligatorisch.

Lebensmittel sollten wenn immer möglich gründlich abgewaschen werden, auf Obst und Gemüse, das mit Kot gedüngt wurde, sollte unbedingt verzichtet werden.

Der Verzehr von Fleisch und Fisch ist nur im durchgegarten Zustand ratsam, da erst eine Temperatur von 65 °C über fünf Min. die Eier abtötet. Vor allem bei unklarer Herkunft des Fleisches/Fisches sollte dies unbedingt beachtet werden. Tiefgekühlte Produkte sind hingegen meist unbedenklich. Auch Eier und Rohmilch sind potenziell riskant, ein Konsum ist nur angeraten, wenn die einwandfreie Herkunft und Herstellung geklärt ist.

Größte Vorsicht gilt vor allem bei Reisen in Länder, in denen das hygienische Niveau niedriger ist als in Europa. Da hier oft keine ausreichende Fleischbeschau stattfindet, ist das Risiko einer Übertragung mit Bandwürmern höher, oft fehlen die notwendigen Einrichtungen, um Lebensmittel hygienisch einwandfrei zu verarbeiten und Infektionen zu vermeiden. Auch Wasser sollte in vielen Regionen der Erde nur abgekocht oder aus verschlossenen Flaschen konsumiert werden.

Falls es Haustiere im Haushalt gibt, so ist eine regelmäßige Entwurmung und das Waschen der Hände nach jedem Kontakt mit dem Tier angezeigt. ‚Feuchte Küsse‘ und der Kontakt mit unbekannten Tieren sollte vermieden werden.

Darmparasiten natürlich bekämpfen

Der allerbeste Schutz gegen eine Infektion mit Darmparasiten ist neben der persönlichen Hygiene und einer guten Darmflora ein starkes Immunsystem. Es trägt dazu bei, eine Übertragung zu verhindern oder den Kampf des Immunsystems gegen einen eingedrungenen Parasiten zu unterstützen.

Eine Darmreinigung oder auch natürliche Entgiftung des Darmes kann dazu beitragen, die Darmflora zu verbessern oder mögliche Ablagerungen im Darm zu entfernen. Diese Anwendungen sind vor allem präventiver Natur, können aber gegebenenfalls auch bei einer bereits erfolgten Infektion mit Parasiten sinnvoll und wirkungsvoll sein. Auf jeden Fall ist sie als eine mögliche Alternative oder zur Unterstützung einer medikamentösen Therapie anzusehen. Etwaige Ablagerungen und Rückstände im Darm werden durch eine solche Behandlung ausgeschieden und beseitigt, die Darmflora kann durch diese Anwendungen wesentlich verbessert werden.

Ernährung bei Darmparasiten

Knoblauch schützt und hilft bei Darmparasiten

Knoblauch schützt und hilft bei Darmparasiten

Eine Entgiftung des Darms kann wirkungsvoll durch eine gezielte Ernährung unterstützt werden. Um einen hohen Wirkungsgrad zu erreichen, empfiehlt es sich, die Abstände vor/nach den Mahlzeiten möglichst groß zu halten.

  • Knoblauch: 3 rohe Knoblauchzehen am Morgen auf nüchternen Magen, 1 Woche lang
    Roher Knoblauch ist stark antibakteriell, reich an schwefelhaltigen Aminosäuren und wirkt gegen sämtliche Parasiten.
  • Kürbiskerne: Unterstützen auf verschiedenem Wege die Entgiftung des Darmes, insbesondere 1-2 Stunden vor/nach dem Konsum von abführenden Lebensmitteln, zum Beispiel als Mischung mit Honig gegessen.
  • Grapefruitextrakt: Wirkt antimikrobiell und ist in Reformhäusern erhältlich.
  • Artemisia: Eine bekannte Heilpflanze, die als Tee getrunken oder in Kapselform eingenommen parasitäre Organismen schwächt
  • Karotten: Können helfen, die Eier von Würmern im Darm zu beseitigen. Ein tägliches Frühstück aus 2 geraspelten Karotten mit 2 EL Kürbiskernöl vermischt für mindestens eine Woche unterstützt die Reinigung des Darms.

Natürlich profitiert auch das allgemeine Immunsystem des Menschen von einer ausgewogenen Ernährung, die zu einem Leben ohne Darmparasiten einen wesentlichen Beitrag leisten kann. Ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen einer medikamentösen Therapie und der Unterstützung durch natürliche Methoden ist im Umgang mit parasitären Besiedlungen des Körpers mit Sicherheit ein guter und zielgerichteter Weg.

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