Zwar gibt es immer wieder Stimmen, die den Apotheker als eine Art „studierten Verkäufer“ darstellen wollen, der quasi nach dem Rezept eines Arztes lediglich ein verschriebenes Medikament aus der Schublade zieht. Solche Aussagen sind aber mit Sicherheit unüberlegt und in keiner Weise substanziiert. Man kann sich aber schon einmal Gedanken machen, wie sich das Berufsbild Apotheker in den letzten Jahren gewandelt hat. Der Apotheker hat sicher heute ganz andere Aufgaben, als dies noch vor gar nicht langer Zeit der Fall war.

Wie hat sich der Aufgabenbereich des Apothekers in der Vergangenheit gewandelt?

Gerade ältere Menschen wissen sicher noch, dass die Apotheker früher dafür bekannt waren, dass sie zum Beispiel eigene Salben herstellten und diese verkauften. Sie konnten also in einer gewissen Weise kreativ tätig sein und ihre im Studium der Pharmazie erworbenen Kenntnisse zum Wohle der Kunden anwenden. Dies ist in der heutigen Zeit sicher kaum mehr der Fall. Der Apotheker wird jedoch auf andere Weise gefordert. So betreten heute viele Menschen eine Apotheke, schildern ihre Beschwerden und hoffen ein passendes Medikament zu erhalten. Der Apotheker übernimmt hier also Aufgaben, die früher eher der Allgemeinarzt hatte. Es stellt sich die Frage, wie dieser Wandel zu erklären ist.

Wie kommt es, dass sich die Aufgaben des Apothekers in der letzten Zeit ganz erheblich gewandelt haben?

Der Apotheker von heute ersetzt teilweise immer mehr den Allgemeinarzt. (© contrastwerkstatt - Fotolia.com)

Der Apotheker von heute ersetzt teilweise immer mehr den Allgemeinarzt. (© contrastwerkstatt – Fotolia.com)

Man kann sicher sagen, dass die Krankenkassenreform zu einem guten Teil dazu beigetragen hat, dass der Apotheker heute auch Aufgaben eines Arztes übernehmen muss. Wenn nämlich die Ärzte innerhalb eines Quartals ein bestimmtes Punktekontingent erreicht haben, wird die Praxis geschlossen. Gerade für ältere Menschen ist es dann sicher beschwerlich, den Vertreter eines Hausarztes aufzusuchen. Der Gang in die nächste Apotheke erweist sich dann sehr viel einfacher. Dies vor allen Dingen dann, wenn man schon viele Jahre Kunde bei dem dortigen Apotheker ist. So konnte nämlich über viele Jahre ein Vertrauensverhältnis aufgebaut werden.

Ist es gut, dass ein Apotheker heute andere Aufgaben übernimmt?

Auf der einen Seite kann man sagen, dass vielen Menschen, die in Zeitnot sind, sicher in der Apotheke geholfen werden kann, wenn sie keine größeren Beschwerden haben. Gerade bei akuten Krankheiten sollte aber unbedingt ein Arzt oder die Notfallaufnahme eines Krankenhauses aufgesucht werden. Sicher haben sich in der Vergangenheit sehr viele Berufsbilder gewandelt. Es muss aber gesagt werden, dass in diesem Bereich immer gewisse Grenzen eingehalten werden sollten.