Adipositas, oder auch Fettsucht genannt, ist eine weiter verbreitete chronische Krankheit, als man glauben mag. Die Fettsucht kann zu vielerlei körperlichen und auch psychischen Folgen und Erkrankungen führen, welche die Lebensqualität erheblich einschränken.

Was ist eigentlich Fettsucht?

Fettsucht (Adipositas) ist eine über das normale Maß hinausgehende, Ansammlung von Fettgewebe, welches das Körpergewicht stetig erhöht. Das Übergewicht, über das in diesem Zusammenhang gesprochen wird, ist der Übergang in die Adipositas. Um Adipositas oder Übergewicht festzustellen, dient der Sogenannte BMI, der Body-Mass-Index, oder auch Körpermassenindex genannt. Dieser wird durch die mathematische Formel Gewicht in Kilogramm geteilt durch Größe in Meter zum Quadrat berechnet. Dabei sind Ergebnisse bis 25kg/m² noch Übergewicht. Bei einem BMI von 30kg/m² und höher, spricht man schon von Adipositas, also Fettsucht oder Fettleibigkeit. Auch bei Fettsucht wird noch unterschieden. Bei einem BMI von 35-39,5 hat man den Adipositasgrad II, und bei einem BMI höher als 40 Sogar den Grad III. Ab diesem Grad besteht unter verschiedenen Umständen schon Lebensgefahr.

Verbildlichung der BMI Skala: Links Mann, Rechts Frau

Verbildlichung der BMI Skala: Links Mann, Rechts Frau

Was sind die Ursachen der Adipositas?

“Generell hat sich der Lebenswandel in den letzten 50 Jahren stark verändert. Die meisten Menschen arbeiten in Berufen, die sie körperlich nicht auslasten. Zudem treiben sie zu wenig Sport, essen aber noch immer wie zu „Großmutters Zeiten“. Ungesunde Fertignahrung verstärkt das Problem von Adipositas zusätzlich.” (meds4all.ch) Der Hauptgrund für Adipositas ist eine viel zu hohe Energiezufuhr. Der Körper kann die aufgenommene Energie in Form der Kalorien nicht mehr verbrennen beziehungsweise verarbeiten. Die Folge ist ein steigendes Körpergewicht. Bei einem Essen mit zu viel Fett oder Kohlehydraten, hat der Körper keine Möglichkeit diese abzubauen, und lagert sie stattdessen in so bezeichneten Fettzellen ein. Je weiter fortgeschritten die Fettsucht ist, umso höher der Gehalt und auch die Größe der Fettzellen. Damit eng verbunden ist die Abnahme der Insulinrezeptoren. Dies ist deiner der Gründe, dass das Hungergefühl wächst. Das liegt daran, dass die Fettzellen schlechter auf das Hormon Insulin ansprechen, welches hauptverantwortlich für die Kontrolle des Blutzuckers ist. Das Ergebnis ist, dass der ansteigende Blutzucker nicht mehr verarbeitet werden kann und das Hungergefühl stetig steigt. Natürlich spielen auch andere Dinge eine Rolle bei der Größe der Fettzellen. So verringert zum Beispiel Bewegung, richtige ausgewogene und nicht zu fettige Ernährung die Größe der Zellen. Dies gilt auch für Androgene, die männlichen Sexhormone. Kortison, hingegen bewirkt genau das Gegenteil. Um Adipositas oder auch Übergewicht therapieren zu können, muss eine grundlegende Änderung der Lebensweise in Kraft treten. Das beginnt mit der genauen Kenntnis was man wie und wann essen darf, aber auch einem sinnvollen und passendem Bewegungsprogramm.

Symptome und Folgeerkrankungen

Die Adipositas ist natürlich äußerlich leicht zu erkennen. Das liegt an der stetig wachsenden Gewichtszunahme. Das alleine ist aber nicht alles. Weitere Anzeichen einer Adipositas sind:

  • Starkes Schwitzen
  • Atemnot
  • rasche Ermüdung
    Ein Herzinfarkt kann eine Folge von zu starkem Übergewicht sein

    Ein Herzinfarkt kann eine Folge von zu starkem Übergewicht sein

Das äußert sich meist beim Treppensteigen oder Spaziergängen mit einem leichten Anstieg. Viel schwerwiegender sind aber die Folgeerkrankungen einer solchen Fettsucht. Das Gewicht legt sich schmerzhaft auf die Gelenke nieder, hier besonders auf die Knie und die Fußgelenke. Auch das Anschwellen der Beine durch die extreme Wasserbildung ist eine der typischen Folgeerkrankungen. Natürlich führt dauerhaftes und hohes Übergewicht zu dauerhaften Problemen und Schädigungen der Wirbelsäule und den einzelnen Wirbeln. Das geht hin bis zum Bandscheibenvorfall mit entsprechenden Schmerzen und möglicher Operation. Arthrose, die Abnutzung der Gelenke, sind dagegen fast alltägliche Schmerzen, die man billigend in Kauf nimmt. Zusätzlich werden die Herzkranzgefäße angegriffen, was schnell zu einem Herzinfarkt führen kann, oder zu einem schweren Schlaganfall. Weitere Formen des Krankheitsbildes sind, außer den körperlichen, auch die seelischen und gesellschaftlichen, also die psychosozialen Folgen. Überflüssige Kilos belasten nicht nur wegen des Gewichtes Knie- und Hüftgelenke. Bei Untersuchungen hat man festgestellt, dass das Fettgewebe Hormone absondert, die den Gelenkknorpel angreifen.

Therapie

Jedes Kilo weniger ist von Nutzen. Für adipöse Menschen ist der erste Schritt oft der schwerste. Führt man dem Körper weniger Energie zu, als er benötigt, dann verbraucht er die zugeführten Reservekalorien und man nimmt an Gewicht ab. Deshalb ist der Grundansatz Übergewicht zu reduzieren, die Kalorienzufuhr durch eine konsequente und dauerhafte Ernährungsumstellung zu senken und den Grundumsatz des Körpers durch körperliche Aktivität zu steigern. Wichtig für den Erfolg sind neben der eigenen Motivation vor allem auch die moralische Unterstützung von außen, also durch Familie und Freunde. Bei schweren Fällen von Adipositas müssen teilweise Medikamente zum Einsatz kommen oder sogar Operationen, wie beispielsweise eine Magenverkleinerung, durchgeführt werden.Welche Therapieform zum Einsatz kommt, richtet sich nach dem Grad der Adipositas.

 

Adipöse Menschen in der Gesellschaft

Übergewicht, oder Adipositas ist in einigen Regionen der Welt ein Schönheitsideal, führt aber in unseren Breiten zu massiven gesellschaftlichen und seelischen Ausgrenzungen. Die Gesellschaft hat für stark übergewichtige Menschen keinen Platz. Sei es auf der Arbeit, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Kino. Dort ist alles auf schlanke Menschen ausgelegt. Dazu kommt, dass die Gesellschaft gern über fettsüchtige Menschen herzieht und sie lächerlich macht. Egal, ob man es böse meint oder es als Spaß gesehen wird. Fettsüchtige Menschen werden in der Gesellschaft nicht gern gesehen und nicht anerkannt. Das geht bis zur Ausgrenzung im beruflichen Alltag. Das führt bei Betroffenen zu Depressionen, Angstzuständen sich in der Öffentlichkeit zu zeigen, ein vermindertes Selbstwertgefühl bis hin zu Gedanken wie dem Freitod. Das alles, sowohl die körperlichen als auch die seelischen Erkrankungen und Einschränkungen, führen zu einer Lebensqualität, die nicht mehr lebenswert ist und mit hohen Einschränkungen verbunden ist. Genau diese Dinge, die sich aus einer Adipositas ergeben, verstärken die seelische Belastung zusätzlich.

 

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