Kennen Sie auch die Werbung, in der es heißt: „Es gibt viele verschiedene Arten von Kopfschmerzen, die Sie alle selbst behandeln können?“ Viele Menschen fragen sich seither, welche Arten von Kopfschmerzen es gibt. Wenn der Kopf dröhnt, macht man sich oft nicht viele Gedanken um deren Ursache. Man sucht schnelle Abhilfe und findet diese meistens in den bekannten Pillen und Tabletten.

Häufige Kopfschmerzarten

Ungefähr 250 Kopfschmerzarten unterscheiden die Mediziner. Wie Sie anhand dieser Zahl leicht erkennen können, sind die meisten nicht selbst behandelbar. Viele sind auch nicht harmloser Natur. Zu unterscheiden sind Kopfschmerzen, die hämmern, drücken, stechen oder sich einseitig breit machen. Die bekanntesten beiden Kopfschmerzarten sind die Migräne und der Spannungskopfschmerz. Sie machen unter allen Kopfschmerzarten den größten Anteil aus. Der Spannungskopfschmerz geht auf starke Verspannungen im Nackenbereich zurück. Zunächst bemerkt man den verspannten Nacken. Dann zieht der dumpfe Schmerz in den Hinterkopf, hinter die Ohren und bis zum Stirnbereich hoch. Spannungskopfschmerzen gehören zu den häufigsten Kopfschmerzen. Das Computerzeitalter hat die Quote der Betroffenen deutlich erhöht. Doch auch ein falsches Kopfkissen oder nächtliches Zähneknirschen können für Nackenverspannungen sorgen. Diese können einen Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Das gilt auch für die Migräne, die in unterschiedlichen Intensitäten auftreten kann. Häufig beginnt sie einseitig oder hinter den Augen als bohrender Kopfschmerz. Er kann so intensiv werden, dass man erbrechen muss, Gleichgewichtsstörungen oder Sehstörungen bekommt. Die Mediziner kennen zehn verschiedene Migränearten. Einige treten familiär gehäuft auf, andere haben andere Ursachen. Die Auswirkungen sind unterschiedlich dramatisch. Leichte Migräne-Attacken kann man mit Rückzug und Dunkelheit beantworten. Schwere gehören in ärztliche Behandlung. Sie beeinträchtigen einen Menschen dermaßen, dass er nicht mehr Herr seiner Sinne ist. Vorbeugend und bei einem akuten Migräne-Anfall müssen oft starke Medikamente verabreicht werden. Kann man die Ursachen und Auslöser ermitteln, ist die Migräne meistens gut behandelbar.

Nicht ganz so bekannte Kopfschmerz-Arten

Eine relativ bekannte Kopfschmerzart ist der Vergiftungskopfschmerz. Er kann als Alkohol- und Nikotinkater auftreten. Meistens hat man dröhnende, dumpfe Kopfschmerzen, die mit Übelkeit, Schwindel und Brechreiz einhergehen können. Mancher kennt auch den „Cocktail-Kopfschmerz“, der unmittelbar nach dem Genuss alkoholischer Cocktails auftreten kann. Hohe Dosen Histamin können ebenfalls Kopfschmerzen auslösen. Vor allem nach dem kombinierten Genuss von reifem Käse und altem Rotwein leiden empfindliche Menschen unter Histamin-Kopfschmerzen. In allen genannten Fällen ist man vermutlich bereit, für seine Ernährungssünden zu büßen. Man kennt die effektiven Gegenmittel und weiß, was der Auslöser dieser Kopfschmerzen war. Anders gelagert ist der Vergiftungskopfschmerz, von dem Menschen mit einer multiplen Chemikalien-Unverträglichkeit betroffen sind. Kopfschmerzen durch Chemikalienexposition treten meist im Stirnbereich auf. Sie konzentrieren sich später zunehmend auf die linke Kopfseite. Dieser Vergiftungskopfschmerz widersteht meistens medikamentöser Behandlung. Er kann mit Homöopathie, Hochdosis-Vitamingaben und naturmedizinischen Entgiftungsmaßnahmen für die Leber beseitigt werden. Der Entgiftungsprozess kann bis zu drei Tage dauern. Die Meidung auslösender Faktoren wie Parfüm, Erdölprodukte oder Rauch bildet die wichtigste Grundlage der Behandlung. Problematisch ist, dass viele Ärzte solche Vergiftungskopfschmerzen nicht ernst nehmen und Chemikalien als Ursache nicht in Betracht ziehen. Das derzeitige medizinische Paradigma besagt, dass Chemikalien im Niedrigdosis-Bereich ungefährlich sind. Das gilt aber nur, sofern keine chronische Toxin-Vorbelastung besteht.

In Frage kommen beispielsweise:

  • Schwermetall- und Amalgambelastungen
  • Hohe Pestizidbelastungen
  • Chronische Vergiftungen durch Erdölprodukte
  • Chronische Vergiftungen durch Reinigungsmittel
  • Chronische Vergiftungen durch Desinfektionsmittel
  • Chronische Vergiftungen durch Lösungsmittel in Farben und Lacken

Bestimmte Berufsgruppen sind für Vergiftungskopfschmerzen anfälliger als andere. Trotzdem gilt nur die nachweisbare Dauer-Exposition mit Lösungsmitteln als anerkannte Berufserkrankung. Der sogenannte Donnerschlagkopfschmerz entsteht urplötzlich. Er ist von starker Intensität und gehört schnellstmöglich in ärztliche Behandlung. Hinter diesem intensiven und plötzlich auftretenden Kopfschmerz können sich dramatische Entwicklungen verbergen:

  • eine Hirnblutung
  • ein Hirninfarkt
  • ein Aneurysma

Auch andere lebensbedrohliche Erkrankungen sind möglich. Die Diagnose kann – nach Ausschluss aller eben genannten Möglichkeiten – auch harmlos sein. Sie lautet dann „Primärer Donnerschlag-Kopfschmerz“ oder Orgasmus-Kopfschmerz. Letzterer wird durch intensive sexuelle Aktivitäten ausgelöst.

Kopfschmerztabeletten als Auslöser für Kopfschmerzen

Medikamentös bedingter Kopfschmerz kann absurderweise durch übermäßigen Genuss von Schmerzmitteln entstehen. Wer ständig von Kopfschmerzen unklarer Natur geplagt wird, greift häufig zur Schmerztablette. Mindestens an 20 Tagen eines Monats sollte man aber tablettenfrei bleiben. Durch häufigere Tabletteneinnahme kann es zum Absinken der Schmerzschwelle und zu einem Dauerkopfschmerz kommen. Bekannt ist, dass manche Kopfschmerzmittel solche Dauerkopfschmerzen auslösen können. Zu diesen Schmerzmitteln gehören beispielsweise:

  • Thomapyrin
  • Ibuprofen
  • Paracetamol
  • Triptane

Diese Medikamente werden häufig als Migränetherapeutikum verabreicht. Bei einer Entwicklung zum Dauerkopfschmerz unter solchen Medikamenten bleibt nur der ärztlich überwachte Entzug.

Weitere Ursachen für Kopfschmerzen

Stechende, ziehende oder dröhnende Kopfschmerzen in Stirnbereich und hinter den Augen können darauf hinweisen, dass man eine (neue) Brille benötigt. Diese Kopfschmerzart entsteht durch eine Überanstrengung der Augen. Diese kann durch einen Brechungsfehler in der Brille oder einen Computer-Arbeitsplatz ausgelöst werden. Bei solchen Kopfschmerzen sollten Sie einen Optiker aufsuchen, um die Augen auf die Notwendigkeit einer (neuen) Sehhilfe hin prüfen zu lassen. Wenn die neue Brille angepasst wurde, kann es trotzdem noch eine Woche dauern, bis sich die Augen daran gewöhnt haben. Da die überanstrengten Augen die Ursache dieser Kopfschmerzen sind, helfen Tabletten meist nur wenig. Die Augen öfter mal auszuruhen, nicht den ganzen Tag zu lesen oder stundenlang am Computer zu sitzen, erbringt bei sehbedingten Kopfschmerzen deutlich mehr Abhilfe. Interessant sind Kopfschmerzen, die durch eine unerkannte Schilddrüsenunterfunktion ausgelöst werden. Hier wird die Ursache der Kopfschmerzen ärztlicherseits oft lange nicht erkannt. Die Schilddrüsenunterfunktion fällt häufig erst auf, wenn die Herzschlagrate bereits erheblich abgesunken ist. Der Patient ist bereits im fortgeschrittenen Alter von vierzig Jahren. Er klagt darüber, ständig müde und erschöpft zu sein. Seine Stimme wirkt unter Umständen rauer und tiefer als gewöhnlich. Der Betroffene klagt möglicherweise über Schluckbeschwerden, Heiserkeit ohne begleitende Halsschmerzen und störende Kloßgefühle im Hals. Zusätzlich hat sich ein beidseits auftretender, anhaltender Kopfschmerz manifestiert. Ist die Ursache dafür endlich ermittelt und wird die auslösende Schilddrüsenstörung behandelt, sind nach ausreichend langer Behandlung mit Schilddrüsenhormon auch die ständigen Kopfschmerzen wie weggeblasen. Die Hormone müssen aber eingeschlichen werden. Daher dauert es etwas, bis man seine quälenden Kopfschmerzen wieder los ist.

Kopfschmerztabletten sind nicht immer sinnvoll

Der bewährte Griff zur Pille ist nicht immer ratsam, wie Sie gesehen haben. Hausmittel oder gezielte Entgiftungsmaßnahmen sind häufig die klügeren Kopfschmerz-Mittel. Wer mehr erfahren möchte, klickt hier.

 

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