Die erektile Dysfunktion beschreibt die körperlich bedingte Unfähigkeit oder Einschränkung zum Geschlechtsverkehr. Beim Mann heißt das, dass sich das Glied entweder nicht lange genug oder gar nicht aufstellt, sodass das Einführen unmöglich ist. Weniger bekannt ist die Dysfunktion bei der Frau, die sich auf viele Arten äußern kann: von fehlender Lubrikation bis hin zur Verkrampfung der Scheidenmuskulatur gibt es viele Ursachen, die den Geschlechtsverkehr schmerzhaft machen können. In der heutigen Zeit ist die erektile Dysfunktion gut behandelbar und muss nicht mehr dazu führen, dass gar kein gesundes Sexleben mehr möglich ist.

Sexuelle Funktionsstörungen beim Mann

Am bekanntesten sind sexuelle Funktionsstörungen bei Männern, was aber nicht bedeuten muss, dass sie nicht mindestens genauso viele Frauen betreffen. Männer genießen den Bonus, dass durch die Entdeckung von Medikamenten wie Viagra das Thema enttabuisiert und außerdem in den Medien weitreichend diskutiert wurde. Eine sexuelle Funktionsstörung bis hin zur Dysfunktion äußert sich beim Mann in zwei groben Formen:

  • das Glied bleibt nur kurz steif
  • das Glied wird überhaupt nicht steif

Eine Dysfunktion dieser Art kann jeden Mann treffen. Häufiger wird sie mit zunehmendem Alter, allerdings kann sie auch Erkrankungen zur Ursache haben. Hoher Blutdruck oder Herzprobleme lösen schnell eine schwächere erektile Reaktion des Penis aus, diese kann bis zur Dysfunktion reichen. Entscheidend ist, dass das Glied nicht lange genug erregt bleibt, um den Geschlechtsakt zu vollziehen. Schlimmstenfalls findet gar keine körperliche Reaktion auf psychische Erregung statt. Die Auslöser einer vorübergehenden sexuellen Funktionsstörung beim Mann können auch starker Stress, Trauer oder andere starke Emotionen oder Belastungen sein. In diesem Fall gehen sie jedoch nach der psychischen Bewältigung der Ursache von alleine wieder zurück, während körperlich bedingte Dysfunktionen medikamentös behandelt werden müssen.

Die erektile Dysfunktion – Bei Männern weitaus bekannter, doch auch Frauen können betroffen sein

Die erektile Dysfunktion – Bei Männern weitaus bekannter, doch auch Frauen können betroffen sein

Sexuelle Funktionsstörungen bei der Frau

Frauen leiden an einer Vielzahl möglicher sexueller Dysfunktionen, da ihre Anatomie in dieser Hinsicht komplizierter ist als die des Mannes. Während es beim Mann alleine darauf ankommt, dass der Schwellkörper des Penis ausreichend durchblutet werden kann und dies im richtigen Moment passiert, läuft die Erregungskurve der Frau mit den körperlichen Reaktionen etwas anders ab. Psychische Erregung löst bei der Frau Lubrikation aus, ohne diese wäre die Scheide zu trocken für schmerzfreies Eindringen. Schlechte Erfahrungen, gemischte Gefühle und andere seelische Auslöser können bei der Frau zur unbewussten Verkrampfung der Scheidenmuskulatur führen, sodass ein Eindringen nur unter großen Schmerzen möglich ist – oder auch gar nicht mehr. Der Begriff der erektilen Dysfunktion ist zwar eher im Bezug auf den Mann gebräuchlich, jedoch tritt sie auch unter Frauen auf. Es gibt genau wie beim Mann Möglichkeiten der Behandlung, die allerdings je nach Ursache auch langfristiger ausfallen können, da sie in den Bereich der Sexualtherapie übergreifen.

Möglichkeiten der Prävention und Heilung

Eine erektile Dysfunktion gilt bei Mann und Frau je nach Ursache durchaus als heil- und behandelbar. Am umfangreichsten fällt die Behandlung bei Verletzungen aus. Beim Mann handelt es sich um Verletzungen der Nervenstränge des Penis, bei der Frau können Geburtsverletzungen, angeborene Deformationen oder nachträglich zugefügte Verstümmelungen aus religiösen oder kulturellen Gründen vorliegen. Frauen tragen auch bei Vergewaltigungen manchmal Verletzungen davon, die operativ behandelt werden müssen. Beim Mann werden in solchen Fällen manchmal auch Spritzen verordnet, die kurz vor dem Geschlechtsverkehr selbst gesetzt werden können, um kurzzeitig die Funktion des Penis wieder herzustellen. Vor allem für Männer gibt es Medikamente wie Viagra oder Cialis, die eine Dysfunktion nach Bedarf für einige Stunden ausschalten und die normale Funktion gewährleisten können. Frauen behandeln die häufige Scheidentrockenheit mit Cremes oder manchmal auch mit Hormonersatztherapien, falls diese nur das Symptom einer endokrinen Störung ist.

Medikamente gegen die Potenzstörung

Dass die sexuelle Dysfunktion bei Männern weit mehr thematisiert wurde als bei Frauen, liegt an der revolutionären Entdeckung des Medikaments Viagra durch den US-amerikanischen Pharmakonzern Pfizer zum Ende des letzten Jahrhunderts. Zum Thema erektile Dysfunktion und potenzfördernde Mittel gibt es eine interessante Studie, in der 3429 männliche Probanden zum Thema befragt wurden. Der Durchbruch dieser Medikamente hält bis heute an und konnte sexuelle Probleme sehr vieler Männer lösen. Das liegt mitunter auch daran, dass viele Männer das gleiche Problem haben: der Botenstoff, der das erregte Glied wieder in seinen normalen Zustand zurückversetzt, wird viel zu früh ausgeschüttet. Viagra war das erste Medikament, das diese Störung unterband. Inzwischen gibt es weitere gleich wirkende Präparate wie Cialis, mit dem Wirkstoff Tadalafil, oder Levitra, auch Generika sind inzwischen auf dem Markt erhältlich. Zwar haben diese Medikamente in einigen Fällen durchaus Nebenwirkungen, grundsätzlich aber sind diese gut zu verkraften und die meisten Männer vertragen sie gut. Für Frauen gibt es eine derartige „blaue Pille“ zwar nicht, dafür aber für die meisten einfach zu behandelnden Probleme passende Medikamente. In manchen Fällen hilft bereits etwas Gleitgel, oder aber es kommt eine Creme zur Förderung der Lubrikation in Frage.

Vorbeugung der erektilen Dysfunktion

Leider gibt es wenig Möglichkeiten, einer sexuellen Dysfunktion vorzubeugen. Der bestmögliche Schutz besteht in der Vermeidung von Verletzungen der Geschlechtsorgane. Je nach kultureller Herkunft haben es manche Frauen damit jedoch schwer. In den Ländern der Dritten Welt werden immer mehr Beschneidungen an jungen Mädchen durchgeführt, die später zu erheblichen Problemen, nicht nur beim Geschlechtsverkehr, führen können. Schlimmstenfalls ist gar kein normaler Geschlechtsverkehr mehr möglich. Ein gesunder Lebensstil und Verzicht auf Substanzen wie Drogen, übermäßig viel Alkohol oder Zigaretten ebenfalls zur Erhaltung der sexuellen Funktion bei, sei es direkt oder indirekt durch die Vermeidung von körperlichen Erkrankungen, die zur erektilen Dysfunktion führen können.

 

 

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