Fruchtfliegen kennt wohl jeder. Vor allem in den wärmeren Monaten sind diese lästigen Flieger in vielen Haushalten unterwegs. Kaum steht frisches Obst in der Wohnung, sind auch die störenden Fruchtfliegen nicht weit. Die Plage beginnt meist im Frühjahr, kurz nachdem die Temperaturen wieder ansteigen und hält etwa bis September an.
In diesem Jahr gab es besonders viele dieser Fliegen und auch jetzt noch im Herbst sind sie zahlreich aktiv. Schuld daran ist der vorangegangene milde Winter, den ein Großteil der Population mühelos überlebt hat. In der Folge mussten wir im Sommer 2014 mit deutlich mehr Fruchtfliegen leben. Und nun dauert diese lästige Plage auch noch weit in den Herbst hinein an. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen im Oktober waren optimal für Fruchtfliegen. Daneben ist es aber auch grundsätzlich nicht ungewöhnlich, wenn weit in den Herbst hinein immer wieder Fruchtfliegen auftauchen. Da es im Herbst ein besonders großes Angebot an reifem Obst gibt, bestehen für die Fruchtfliegen optimale Bedingungen. Im Volksmund werden die Fliegen auch als Obstmücken oder Essigfliegen bezeichnet. Die richtige Bezeichnung lautet allerdings Drosophilidae, Taufliege.

Können Fruchtfliegen ein Gesundheitsrisiko darstellen?

Durch Fruchtfliegen besteht für den Menschen kein gesundheitliches Risiko. Im Gegensatz zu anderen Fliegenarten können sie keine Krankheiten übertragen. Selbst wenn sie bereits auf dem Obst gesessen und ihre Eier dort abgelegt haben, besteht beim Verzehr keine Gefahr für den Menschen. Obst sollte vor dem Verzehr ohnehin immer gut unter fließendem Wasser abgewaschen werden, dabei wird auch der Großteil möglicher Eier entfernt. Die Fliegen sind also einfach nur lästig und eklig, stellen aber keine Gefahr für die Gesundheit dar. Wahrscheinlich hat jeder von uns schon einmal derartige Eier oder Larven mitgegessen und es nicht bemerkt.

Woher kommen Fruchtfliegen?

In den meisten Fällen schleppt man sich die kleinen Lästlinge beim Kauf von Obst aus dem Supermarkt ein. Die geschlechtsreifen Fliegen legen ihre Eier nämlich vorzugsweise auf Obst ab. Besonders wenn es sich um sehr reifes Obst handelt, oder angeschlagene bzw. faulige Stellen an den Früchten vorhanden sind, ist das Obst ein beliebter Eiablageplatz für die Obstmücken. Sie kommen aber auch von draußen in unsere Wohnräume, wenn sie den Duft von reifem Obst wahrnehmen. Da die Eier sehr klein und damit nicht sichtbar sind, fällt uns der Befall nicht auf und die Entwicklung von Ei zu Larve und anschließend zur Fruchtfliege, kann ungehindert stattfinden. Wie schnell diese Entwicklung stattfindet, ist von der Umgebungstemperatur abhängig. Im Schnitt dauert es etwa 14 Tage bis sich das Ei in eine Fruchtfliege verwandelt hat. Junge Fliegen sind sehr schnell in der Lage, selbst Eier abzulegen. Eine Eiablage besteht oft aus mehreren hundert Eiern. Das erklärt, warum sich Taufliegen oft so schnell vermehren und ausbreiten. Sie haben im Durchschnitt eine Lebensdauer von etwa 4 Wochen. In dieser Zeit können sie mehrmals Eier ablegen. Wenn auf jede Fruchtfliege auch nur hundert Nachkommen folgen, wird der Befall schnell zu einer extremen Plage.

Wie kann man Fruchtfliegen wirksam bekämpfen?

Aber auch wenn die Fruchtfliegen im Grund völlig ungefährlich sind, möchte man sie wieder loswerden. Dabei gilt: Je früher Maßnahmen gegen die Fruchtfliegen ergriffen werden, umso schneller wird man die Plagegeister auch wieder los. Hat erst eine große Vermehrung stattgefunden, wird es umso schwieriger den Befall unter Kontrolle zu bekommen. Um den ausgewachsenen und fliegenden Obstmücken Herr zu werden, empfiehlt sich am besten eine Fruchtfliegenfalle, in der die Fliegen ertrinken. Diese sind im Handel erhältlich oder können auch mit Hausmitteln selbst hergestellt werden. Dazu gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Bei der ersten Variante wird ein weites Gefäß benötigt, das mit einer Lockflüssigkeit leicht befüllt wird. Das kann Apfelsaft oder Wein sein, am besten mit einem Schuss Essig vermengt. Es sollte darauf geachtet werden, dass der Rand des Gefäßes nicht mit der Flüssigkeit in Berührung kommt, sonst kann es sein, dass sich die Fliegen nur dort aufhalten und nicht in der Flüssigkeit ertrinken. Damit die Fliegen in der Flüssigkeit tatsächlich ertrinken, muss ein Schuss Spülmittel hinzugegeben werden. Dadurch wird die Oberflächenspannung der Flüssigkeit zerstört. Diese Falle wird dort aufgestellt, wo sich die meisten Fruchtfliegen befinden. Sehr schnell, nachdem diese Fruchtfliegenfalle aufgestellt wurde, werden sich schon erste Erfolge zeigen. Wenn die Fruchtfliegenfalle aus Hausmitteln nicht hilft, kommt dann noch eine Falle aus dem Handel in Frage. Wichtig ist, dass während der Bekämpfung keinerlei Obst offen herumsteht. Sonst legen die noch lebenden Fliegen dort wieder und wieder neue Eier ab und die Population wird nicht unterbrochen.

So können Sie Fruchtfliegen vorbeugen

Am besten ist es, dem Befall von Taufliegen vorzubeugen. Einfache Maßnahmen sind dazu völlig ausreichend. Die beste Vorsichtsmaßnahme ist, kein Obst und keine Obstreste offen herumstehen zu lassen. Das gilt auch für Saftreste in Gläsern oder Essensreste auf Tellern. Daneben kann auch ein Komposteiner Fruchtfliegen anlocken und sollte deshalb stets verschlossen sein. Da wir die lästigen Fruchtfliegen aber auch oft im Supermarkt mit einkaufen, sollten auch hier entsprechende Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. Wenn nach dem Einkauf das Obst sofort gründlich gewaschen wird, können dabei mögliche Eier und Larven von den Früchten entfernt werden und sich nicht weiter zu fertigen Fliegen entwickeln. In der Regel wird man dabei aber nicht alle Eier erwischen, trotzdem ist die Maßnahme empfehlenswert. Schon beim Einkauf kann aber auch vorgebeugt werden: wenn in der Obstabteilung schon Fruchtfliegen zu sehen sind, ist es empfehlenswert dort eher nichts zu kaufen. Vor allem nicht auf Vorrat. Ist der Einkauf zum schnellen Verzehr gedacht, besteht weniger die Gefahr, dass sich die Fruchtfliegen im eigenen Zuhause ausbreiten.

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