Die Kopfhaut wird von den meisten Menschen nur selten beachtet. Dabei wird sie von vielen Nerven durchzogen und weist dementsprechend eine hohe Empfindlichkeit auf, die sich zum Beispiel bei einer Kopfmassage bemerkbar macht. Trockenheit, Schuppen und Juckreiz können das allgemeine Wohlbefinden jedoch einschränken. Bestimmte Hausmittel verschaffen Abhilfe.

Was ist die Kopfhaut eigentlich?

Die Kopfhaut versteckt sich unter den Haaren und überzieht den Schädel. Obwohl ihr nur wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, ist sie für die Gesundheit des Menschen wichtig. So beeinflusst ihr Zustand nicht nur die Beschaffenheit der Haare, sie ist darüber hinaus für die Wasserregulierung im Körper, Temperatur und Sinneswahrnehmung von Bedeutung. Aufgebaut wird die Kopfhaut durch mehrere Schichten. Eine grobe Differenzierung teilt die Haut in Ober-, Leder- und Unterhaut ein. Dabei verfügen die Schichten über ihre eigenen Funktionen. In der Unterhaut werden Fettzellen gespeichert, während die Oberhaut sich durch ihre Hornhaut schützend über den Kopf legt. In der Lederhaut befinden sich spezifische Zellen, welche die Schicht an der Sinneswahrnehmung beteiligen. Dabei lässt sich die Kopfhaut nicht von Mensch zu Mensch verallgemeinern. Stattdessen existieren vier unterschiedliche Typen:

  • Bei einer normalen Kopfhaut liegt ein Gleichgewicht zwischen Fett- und Flüssigkeitshaushalt vor. Den Hautschichten gelingt es, ausreichend Talg für die Pflege von Kopf und Haar zu produzieren, ohne dass sich ein fettiger Schimmer über die Strähnen legt. Eine juckende Kopfhaut kommt hier eher selten vor.

 

  • Anders sieht es bei der empfindlichen und zur Trockenheit neigenden Kopfhaut aus. Die Hautschichten stellen zu wenig Talg her, wodurch Haut und Haare einen Mangel an Flüssigkeit aufweisen. Trocknen sie aus, kann eine Schuppenbildung nicht ausgeschlossen werden. Trockene Regionen resultieren häufig in einer juckenden Kopfhaut.

 

  • Die fettige Kopfhaut produziert mehr Talg als erforderlich wäre. Dadurch ist die Haut zwar nicht trocken, die Haare sehen jedoch oft bereits kurz nach dem Waschen fettig aus. Hormonelle Veränderungen und Stress können den Körper dazu veranlassen, übermäßig viel Fett herzustellen.
  • Bei der schuppigen Kopfhaut lassen sich abgestorbene Hautschuppen in den Haaren erkennen. Sie stammen von der Kopfhaut, die sich in regelmäßigen Abständen erneuert. Wird die oberste Schicht in dem Prozess frühzeitig abgestoßen, kommt es zur Schuppenbildung. Diese wird ebenfalls durch eine Störung der Talgdrüsen begünstigt. Das produzierte Fett ist in seiner Konsistenz verändert und sorgt durch seine Dickflüssigkeit dafür, dass die kleinen Hautschuppen verkleben und auf diese Weise sichtbar werden. Stress, Hormonschwankungen, eine falsche Ernährung und trockene Heizungsluft können zur Entwicklung von Schuppen beitragen.
    Schuppige Kopfhaut kann man gut selbst bekämpfen

    Schuppige Kopfhaut kann man gut selbst bekämpfen

Warum juckt die Kopfhaut?

Eine juckende Kopfhaut lässt sich auf unterschiedliche Faktoren zurückführen. Der Juckreiz ist dabei nicht nur unangenehm. Häufiges Kratzen kann die Kopfhaut zudem beschädigen und zum Beispiel zu Entzündungen führen. Auch deshalb ist es wichtig, dass die Empfindungen behandelt werden. Oft helfen dabei bereits Hausmittel oder die Umstellung des Shampoos. Wenn sich auf diese Weise keine Linderung herbeiführen lässt, sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden.

    1.  Trockene Kopfhaut
      Besonders häufig kommt es zu einer juckenden Kopfhaut, wenn diese trocken ist. Einige Menschen neigen bereits zu einer Unterproduktion an Fett im Bereich der Haare. Weitere Faktoren können die Trockenheit verschlimmern. Zu diesen gehört zum Beispiel viel Sonne und Salzwasser. So entstehen die Beschwerden besonders häufig im Urlaub. Vor allem ein Sonnenbrand kann die Kopfhaut weiter austrocknen und zu Rötungen führen. Darüber hinaus kommen jedoch auch gechlortes Wasser, heißes Föhnen oder eine sehr niedrige Luftfeuchtigkeit als Auslöser in Frage. Mechanische Einflüsse wie das Tragen einer Mütze oder eines Helms reizen die Kopfhaut und können in trockenen Stellen resultieren.Was hilft bei einer trockenen Kopfhaut?
      Eine juckende Kopfhaut aufgrund von einem Feuchtigkeitsmangel lässt sich gut durch Hausmittel behandeln. Zunächst sollte das Shampoo genau unter die Lupe genommen und anschließend eventuell gewechselt werden. Viele Kosmetikprodukte enthalten zahlreiche Parfüme, welche eine empfindliche Haut reizen können. Produkte mit Wirkstoffen aus Pflanzenölen oder Kräutern sind dazu in der Lage, Hautirritationen zu mildern. Dabei sollte das Produkt nie intensiv einmassiert werden, weil ansonsten weitere Reizungen entstehen. Eine weitere Möglichkeit stellt die Verwendung von Olivenöl dar. Dieses wird am Abend tröpfchenweise ins Haar gegeben und über Nacht einwirken gelassen. Am morgen kann es mit einem milden Shampoo ausgespült werden. Weder das Wasser noch der Föhn sollte zu heiß eingestellt sein. Weiterhin verschafft Teebaumöl Abhilfe. Dieses sollte jedoch nicht unverdünnt auf die juckende Kopfhaut gegeben werden, weil es ansonsten zu Irritationen kommt.

 

    •  Allergien
      Hinter einer juckenden Kopfhaut kann ebenfalls eine Allergie stecken. Diese wird in der Regel durch ein verwendetes Pflegeprodukt ausgelöst. Dabei kann sich die Reaktion des Körpers plötzlich entwickeln und auch dann bemerkbar machen, wenn dasselbe Produkt eine lange Zeit zuvor keinerlei Beschwerden hervorgerufen hat. Eine zuverlässige Diagnose erstellt der Arzt mithilfe eines Allergietests. Besteht bereits ein spezifischer Verdacht, so sollte die Verpackung bestenfalls zum Arzttermin mitgenommen werden.

      Was hilft bei einer Allergie gegen die juckende Kopfhaut?
      Ist eine Allergie der Auslöser, besteht die Behandlung in der Vermeidung der auslösenden Stoffe. Sämtliche Kosmetikprodukte sollten untersucht und anschließend nach Alternativen geschaut werden.

 

    •  Parasiten
      Vor allem an Orten, wo viele Menschen zusammenkommen, können sie sich gut verbreiten: Kopfläuse. Bei Kopfläusen handelt es sich um Parasiten, sie ernähren sich also in Form von

      Von Kopfläusen hört man immer wieder in Kindergärten

      Von Kopfläusen hört man immer wieder in Kindergärten

      Blut von ihrem Wirt. Dabei wird während des Absaugens Speichel in die Kopfhaut gegeben. Dieser ist für den entstehenden Juckreiz verantwortlich.

      Wie verschwinden Läuse?
      Läuse müssen behandelt werden. In der Apotheke existieren Shampoos, welche die Parasiten abtöten. Darüber hinaus sollte die Bettwäsche regelmäßig gewechselt werden während des Befalls, um eine erneute Ansteckung zu verhindern. Ein spezieller Kamm kann ebenfalls dazu beitragen, die Läuse schnell loszuwerden.

 

    • Neurodermitis, Schuppenflechte, Ekzeme
      Neurodermitis, Schuppenflechte und Ekzeme gehören zu häufig auftretenden Hauterkrankungen. Sie können sich darüber hinaus auf dem Kopf bemerkbar machen und zu einer juckenden Kopfhaut führen. Vor allem bei Ekzemen entstehen die Beschwerden während des Kämmens der Haare. Schuppenflechte verbreitet sich oft auch im Gesicht und verursacht bei einigen Patienten Haarausfall. Auf medizinischer Ebene wird die Erkrankung auch als Psoriasis bezeichnet. In Deutschland leiden ungefähr 2 Millionen Menschen unter Kopfpsoriasis. Ekzeme lassen sich vermehrt am Haaransatz und hinter den Ohren entdecken. Sie nässen bei den meisten Betroffenen.

      Was tun bei juckender Kopfhaut aufgrund von Hauterkrankungen?
      Wenn aus Neurodermitis, Schuppenflechte oder Ekzemen eine Entzündung resultiert, kann diese durch das Auflegen von Kamillenteebeuteln gelindert werden. Bei akuter Schuppenflechte helfen kortisonhaltige Präparate. Bestenfalls erfolgt die Behandlung nicht eigenständig, sondern auf Rat eines Hautarztes.

 

    • Pilze
      Darüber hinaus kann die juckende Kopfhaut unter Umständen auf Malassezia zurückgehen. Hierbei handelt es sich um einen Pilzbefall. Generell gehört Malassezia zu den natürlichen Hautkeimen, welche die Kopfhaut besiedeln. Erst ein übermäßiger Befall führt zu Beschwerden. So können die Pilze in einem Seborrhoischen Ekzem resultieren, welches wiederum oft zu Kopfschuppen führt.

      Welche Therapie empfiehlt sich bei Pilzen?
      Malassezia sowie ein Seborrhoisches Ekzem sollten ärztlich behandelt werden. Es empfehlen sich unterschiedliche Mittel, in denen Kortison enthalten ist. Eine Therapie mit Hausmitteln ist nicht anzustreben.

 

  1. Trichodynie
    In verhältnismäßig seltenen Fällen resultiert eine juckende Kopfhaut aus Trichodynie. Der Begriff bezeichnet Missempfindungen im Bereich der Kopfhaut. Diese machen sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar, zum Beispiel durch ein Kribbeln, Jucken oder Brennen. Warum genau Trichodynie entsteht, ist bis heute nicht vollkommen entschlüsselt. Häufig wird die Erkrankung jedoch von Haarausfall begleitet.

    Behandlung von Trichodynie
    Trichodynie muss ärztlich therapiert werden. Darüber hinaus kann es hilfreich sein, Stress zu vermeiden oder wenigstens einzuschränken.

Weitere Mittel gegen juckende Kopfhaut

Um die Beschwerden zu vermeiden, sollte auf Haarspray und Haarschaum ebenso verzichtet werden wie häufiges, intensives Föhnen. Eine Spülung aus 2 Esslöffeln Apfelessig und einem Liter Wasser kann ebenfalls Linderung verschaffen. Die Spülung wird nach dem Auftragen nicht ausgewaschen. Das Shampoo sollte pH-neutral und parfümfrei sein. Es lässt sich in einer Apotheke erwerben. Ansonsten empfiehlt sich beispielsweise Babyshampoo. Bei einer Hauterkrankung wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder Trichodynie sollte keine Selbstbehandlung erfolgen. Stattdessen ist es wichtig, einen Termin beim Hausarzt zu machen.

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