Eine Krankschreibung ist nichts schlimmes. Jeder hat mal einen leichten Schnupfen und braucht ein paar Tage Erholung auf der Couch. Weder der Chef noch die Kollegen können einem das übel nehmen. Ausserdem wird das Gemüt durch das Wissen beruhigt, dass eh gerade mal wieder eine Krankheitswelle im Freundeskreis grassiert. Erkältung oder Magen-Darm – wer sich kränklich fühlt braucht Ruhe.

Arbeit oder Bettruhe

Es ist Montag morgen, die Arbeit ruft. Aber zu 100% fühlt man sich nicht fit. Die Nase läuft etwas und auch in der Nacht hat man schon das ein oder andere Taschentuch verbraucht. Man könnte aufstehen – wenn das Kreislaufsystem erstmal in Gang kommt, fühlt man sich mit Sicherheit gleich besser. Oder aber man erwägt es dem Chef bescheid zusagen, dass man sich nicht gut fühlt und das man gleich zum Arzt gehen möchte. Es wäre sehr unsozial, aufgrund einer kleinen Erkältung eine Epidemie unter den Arbeitskollegen im Büro auszulösen. Nein, dass kann man nicht verantworten. Bevor man eine schwere Grippe ausbrütet, schützt man lieber seine Arbeitskollegen und lässt sich Krank schreiben. Das verhindert massiven Arbeitsausfall im Büro. Es st sogar verboten, mit einer infektiösen Krankheit auf der Arbeit zu erscheinen. Und wer hat sich nicht mal ein paar Tage Pause vom stressigen Alltag verdient?

Krankschreibung mit guten gutem Gewissen

Ärzte sind, im Herbst, lockerer mit der Feder in der Hand und unterschreiben eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung deutlich schneller als zu anderen Jahreszeiten. So kann sich der Arbeitnehmer drei Tage Auszeit nehmen um sich mal richtig zu erholen. Ein schlechtes Gewissen braucht man ja nicht haben. Selbst in den Nachrichten wurde verkündet, dass eine momentane Grippewelle vielen Deutschen das Leben schwer macht. Am Wochenende auf der Feier waren ja auch zwei bis drei Menschen dick eingepackt mit Schal und Mütze. Vielleicht hat einer von denen im Vorbeigehen genießt und somit einen selbst angesteckt. Tröpfcheninfektion merkt man ja kaum. Oder es ist schon beim grüßenden Händeschütteln passiert. Und wer kennt das nicht: Man lebt zusammen mit seinem Freund/seiner Freundin in einer kleinen Zwei-Zimmer Wohnung. Wenn da einer Krank wird, erwischt es den Lebenspartner garantiert bald auch. Erst recht wenn es eine schwere Grippe ist. Da hilft der beste Honig und die saubersten Biozitronen im Tee nicht. Unterstützt wird das gute Gewissen ja selbst vom Arzt, wenn dieser Sätze sagt wie: „Na dann bleiben Sie mal lieber ein paar Tage Zuhause, bevor Sie Ihren Schnupfen noch verschleppen.“

Übertriebene Arbeitsmoral

Eine übertriebene Arbeitsmoral kann zu einem Komplettausfall auf der Arbeit führen. Positive Einstellung hin oder her: Wer mit übermäßigem Fleiß trotz Krankheit zur Arbeit geht, riskiert nicht nur böse Blicke von den anderen Kollegen und Kolleginnen, sondern auch eine Abmahnung vom Chef. Laut OLG Hamm, Az. 17 SA 605/88, muss der Arbeitgeber seine Fürsorgepflicht erfüllen und einen Arbeitnehmer sogar nach Hause schicken, wenn „die Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers objektiv feststeht“. In anderen Worten – Wer mit rotem Kopf, aufgrund von erhöhter Temperatur, triefender Nase und riesigen Augenringen (weil man in der Nacht auf insgesamt zwei Stunden Schlaf kam) zur Arbeit kommt, darf vom Arbeitnehmer unverzüglich nach Hause geschickt werden. Auch die Kollegen werden es einem eher danken anstatt sauer zu sein, wenn man sich eine Pause gönnt, sei es nun wegen leichten Kopfschmerzen oder einem grippalen Infekt. Die Mehrarbeit nehmen viele Mitarbeiter lieber in kauf, als selbst flach zu liegen und sich elend zu fühlen. Auch sollte man es vermeiden, wenn man drei Tage krank geschrieben ist, zum Beispiel am zweiten Tag wieder zur Arbeit zu gehen. Ausser acht des Faktes das man sich wieder besser fühlt, kann man immer noch ansteckend sein. Man sollte die drei Tage, die man krank geschrieben ist, vollends ausnutzen. Nicht nur zum eigenen, sondern auch zum allgemeinen Wohl. Man selbst kann ja kaum etwas für die eigene Krankheit. Es geht einem in den Wintermonaten immer ein bisschen schlechter als in den wärmeren Monaten. Das ist ganz normal und liegt daran, dass dem Menschen das Sommervitamin fehlt.

Vitamin-D für das Immunsystem

Ohne das Sommervitamin werden viele Menschen in den kalten Monaten depressiver oder einfach nur unglücklicher als in den sonnigen Monaten. Dies geht einher mit einer besonderen Anfälligkeit für Krankheiten wie die Grippe oder Magen-Darm Infekten. Die Viren haben es aufgrund von mangelndem Vitamin D leichter uns ausser Gefecht zu setzen. Vitamin D kann durch Sonnenbestrahlung über die Haut gebildet werden. Dieses Vitamin ist äußert wichtig für uns, denn es stärkt das Immunsystem und bringt es auf trapp. Dies ist auch ein Grund warum man im Sommer seltener Krank ist als in anderen Jahreszeiten. Wer jetzt den Geheimtip „Solarium“ erwähnt, um das Vitamin-D-Depot  in den Sonnenarmen Monaten wieder aufzufüllen, dem sei gesagt, dass diese Methode sehr umstritten ist. Einmal aufgrund der anderen Strahlung – in den meisten Solarien wird mit UVA-Strahlung gearbeitet, die Haut braucht jedoch UVB-Strahlung um das Vitamin D herzustellen. Zum anderen sind die allgemeinen Risiken von Solarien wie z.B. Hautkrebs wohl bekannt. Hier sollte abgewägt werden, ob man sich dem Risiko aussetzt oder sich doch lieber drei Tage vom Arzt krank schreiben lässt, damit der Körper sich regenerieren kann.