Die Symptome einer Herzinsuffizienz oder Herzschwäche kommen anfangs schleichend. Ermüdung, Atemnot und Wasseransammlungen im Körper – vor allem in den Beinen, insbesondere Schienbeine, Knöchel und Zehen schwellen deutlich an. Die Atemnot beginnt zunächst nur bei Belastungen wie Treppensteigen oder schnelleren Spaziergängen, später leider auch in Ruhepositionen.

Die Symptome lassen sich noch differenzieren, denn es gibt die sogenannte Rechtsherz- und die Linksherzinsuffizienz. Während es bei der der Rechtsherzinsuffizienz vor allem zu Wassereinlagerungen im Körper kommt, sind bei der Linksherzinsuffizienz vor allem Atemnot, Hustenreiz und rasselnde Geräusche beim Atmen zu beobachten.
Herzinsuffizienz-Patienten sind in ihrem Alltag eingeschränkt, neben den psychischen Beeinträchtigungen kommt es oft zu psychischen Problemen, da sich die Erkrankten mehr und mehr aus dem sozialen Leben zurückziehen und der Umstand Depressionen hervorrufen kann. Doch eine übermäßige Schonung ist laut Medizinern nicht sinnvoll, denn ein aktives Leben wirkt sich wiederum positiv auf Körper und Seele aus. Ruhepausen sollten sich mit den Aktivphasen in einem gesunden Maß abwechseln. Stress und Hektik sind allerdings Gift für Menschen mit Herzschwäche. Der Alltag sollte mit Bedacht und eher langsam und energieschonend begangen werden.

Sport trainiert den Herzmuskel und senkt den Ruhepuls

Mit einer medikamentös gut eingestellten Herzschwäche wirkt sich regelmäßiger Sport positiv auf die Leistungsfähigkeit des Herzens aus. Die Bewegung trainiert den Herzmuskel: Er arbeitet effizienter und der Ruhepuls sinkt, der Herzmuskel wird langfristig entlastet. Sport ist grundsätzlich also gut. Doch sollte das detaillierte Training auf jeden Fall vorher mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Er kann die Belastbarkeit des Patienten im Detail prüfen und den maximalen Puls unter körperlicher Anstrengung vorgeben. Wer sich unsicher ist, kann in Herzsportgruppen unter Aufsicht trainieren – auch Rehabilitations- und Herzzentren bieten Sport für Herzschwäche-Patienten an. Ob Walking, Fahrradfahren oder Wandern: Sportarten, die viel Bewegung, aber wenig Kraftaufwand erfordern, sind bei Herzinsuffizienz ideal. Wichtig: Zu Beginn nicht überfordern, die Trainingseinheiten langsam steigern, gemäßigt, aber regelmäßig Sport treiben. Patienten können die Bewegung auch im Alltag integrieren: Treppen steigen statt Fahrstuhl fahren, Fahrradfahren, regelmäßige Spaziergänge und Gartenarbeit zum Beispiel stärken das Herz auch.

Herzinsuffizienz und Reisen: Was zu beachten ist

Oft haben Menschen, die unter Herzschwäche leiden, Angst in den Urlaub zu fahren, weil sie sich unsicher sind, was sie ihrem Herzen überhaupt zumuten können – und was nicht. Die Vorbereitung der Reise ist dabei das A und O, denn eine gute Planung gibt Sicherheit und Vertrauen und sorgt dafür, dass der Urlaub auch wirklich erholsam wird. Ein wichtiger Aspekt dabei ist natürlich auch die medizinische Versorgungslage am Urlaubsziel.

Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt!

Über Ihre Reisepläne sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt sprechen. Er kann in einer Untersuchung abklären, ob das geplante Ziel sich mit der Herzschwäche vereinbaren lässt. Er versorgt Sie auch mit Medikamenten in ausreichender Menge.
Tipp: Tragen Sie immer eine Liste mit den Medikamenten, die Sie täglich benötigen, bei sich. Notieren Sie neben dem Handelsnamen auch die darin enthaltenen Wirkstoffe, da die Medikamente im Ausland oftmals unter anderen Namen verkauft werden als in Deutschland. So können Sie im Falle eines Verlusts die benötigten Medikamente auch im Ausland bekommen.

Medikamente gehören stets ins Handgepäck

Bei der Urlaubsplanung ist natürlich die Schwere der Herzinsuffizienz von wesentlicher Bedeutung. Wer bereits nach wenigen Schritten in Atemnot gerät, sollte auf keinen Fall ins Hochgebirge verreisen, auch die Tropen sind keine Option – Herz und Kreislauf würden zu sehr belastet werden. Apropos Hochgebirge: Obwohl während eines Fluges der Luftdruck in der Kabine auf ein Niveau fällt, das einer Höhe von etwa 2.500 Metern entspricht, ist für die meisten Herzinsuffizienz-Patienten eine Flugreise kein großes Problem. Beachten Sie aber: Ihre gesamte Reiseapotheke gehört ins Handgepäck und nicht in den Koffer. Sollten Sie während des Fluges ein Medikament benötigen, muss es immer griffbereit sein. Bedenken Sie auch, dass aufgrund der verschärften Sicherheitsvorschriften am Flughafen eventuell ein ärztliches Attest vorgelegt werden muss, damit bestimmte medizinische Utensilien mit an Bord genommen werden dürfen.
Erkundigen Sie sich vor Urlaubsbeginn bei Ihrer Krankenkasse, ob ein ausreichender Versicherungsschutz für das Ausland besteht. Der Abschluss einer zusätzlichen privaten Krankenversicherung könnte eventuell sinnvoll sein, damit im Ernstfall die Kosten für einen Krankenrücktransport übernommen werden.

Gesunde Gewohnheiten beibehalten und tägliche Gewichtskontrolle

Behalten Sie gesunde und gewohnte Verhaltensweisen auch im Urlaub bei: Nicht nur zu viel Salz, sondern auch zu viel Flüssigkeit belastet das Herz. Daher ist es wichtig, auf die richtige Trinkmenge zu achten. Als Flüssigkeit gelten auch Suppen, Joghurts, wasserreiches Obst und wasserreiches Gemüse. Die erlaubte Trinkmenge – insbesondere wenn das Klima auf Reisen warm ist und mehr geschwitzt wird – unbedingt vor Reiseantritt mit dem Arzt besprechen. Meist liegt die empfohlene Trinkmenge bei Herzinsuffizienz bei 1,5 bis 2 Litern pro Tag.
Auch die tägliche Gewichtskontrolle sollte im Urlaub beibehalten werden, denn das Gewicht in ein Indiz für die Wirksamkeit der vom Arzt verschiedenen Diuretika (Entwässerungstabletten). Bei einer Gewichtszunahme ist die Dosierung des Medikaments eventuell zu niedrig (oder es wurde zu viel Flüssigkeit eingenommen, was die Wirksamkeit herabsetzt). Eine Gewichtsabnahme wiederum könnte darauf hinweisen, dass das Diuretikum zu hoch dosiert ist und eine Dehydrierung droht.
Mehr darüber, wie man sich im Alltag mit Herzinsuffizienz am besten verhält, welche Ernährung ideal ist und weitere Aspekte lesen Sie im Ratgeber Herzinsuffizienz.

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