Lymphknoten zählen zu den Organen des Immunsystems. Im Normalfall sind diese runden oder bohnenförmigen Gewebeknoten nicht größer als 25 Millimeter im Durchmesser. Bei Entzündungen und Infektionen können sie sich jedoch stark vergrößern. Ein Lymphknoten am Hals kann als Filterstation für das Lymphe genannte Gewebswasser angesehen werden. Lymphknoten treten nicht nur am Hals, sondern in den Achseln, der Leiste und an vielen anderen Körperstellen auf. Dabei filtern die Gewebeknoten in der betreffenden Körperregion die Abbauprodukte und Fremdkörper. 

Funktion und Aufbau der Lymphknoten

Die unter der lateinischen Bezeichnung Nodus lymphaticus bekannten Gewebeknoten kommen bei allen Säugetieren vor. Eine eher primitive Form von Lymphknoten ist sogar bei Vögeln

Der Mensch besitzt bis zu 600 Lymphknoten

Der Mensch besitzt bis zu 600 Lymphknoten

anzutreffen. Wenn sich Lymphknoten vergrößern, dann ist davon auszugehen, dass die betreffende Körperregion mit der Abwehr von Krankheiten beschäftigt ist. Ist ein Lymphknoten tast- und sichtbar und größer als 20 Millimeter, dann spricht man von aktivierten Knoten, welche aktiv mit der Abwehr von Krankheiten beschäftigt sind. Die Lymphknoten am Hals unterliegen anatomisch gesehen einer Zweiteilung. Die Unterteilung wird im Hinblick auf das oberflächliche Blatt der Halsfaszie vorgenommen. Man unterscheidet die Nodi lymphatici cervicales superficales genannten oberflächlichen Halslymphknoten und die als Nodi lymphativi cervicales profundi bezeichneten tiefen Halslymphknoten. Lymphknoten unterhalb des Zungenbeines in der vorderen Halsregion werden als vordere Halslymphknoten bezeichnet und die in der lateralen Halsgegend gelegenen Gewebeknoten nennt man seitliche Halslymphknoten. Nodi lymphatici cervicales profundi sind also in der Halsregion vorkommende Gewebeknoten, welche sich unterhalb der oberflächlichen Halsfaszie befinden. Entlang der Halsgefäße befindliche Knoten werden als Halslymphknoten bezeichnet. Liegen die Lymphknoten im Nacken, unweit der als Vertebrae cerviclaes bezeichneten Halswirbel, dann spricht man von Retropharyngcallymphknoten. Sind die Knoten geschwollen, können viele Ursache eine Rolle spielen. Eine große Zahl davon ist harmlos. Es können jedoch auch Krebsarten wie Morbus Hodgkin direkt die Lymphknoten am Hals befallen.

 

Ursachen für geschwollene Lymphknoten

Bei einem gesunden Menschen sind die Knoten in der Regel nicht spürbar. Zeichnen sich am Hals jedoch deutliche Schwellungen ab und man kann den „Knubbel“ leicht ertasten, dann ist eine Schwellung vorhanden und es gilt, die Ursache dafür abzuklären.

Einige Ursachen für Lymphknotenschwellungen am Hals können sein:

  • Grippe
  • Lymphom
  • lokaler Entzündungsherd
  • Rheuma
  • AIDS
  • Katzenkrankheit
  • Krebs

Krebs im Kopf- und Halsbereich ist eher selten. Lymphknotenmetastasen können auf Krebserkrankungen der Atemwege, der Schilddrüse oder der Bronchien hinweisen. Doch meist sind die Entzündungen eher harmlos. Schwellungen der Lymphknoten treten jedoch im Halsbereich vermehrt auf, denn als Ursachen kommen Erkältungen, Ohrenentzündungen, Nasennebenhöhlenentzündungen oder Entzündungen von Zähnen und Zahnfleisch in Frage. Die Erreger werden über die Lymphgefäße bis in den Halsbereich transportiert wo es dann zu einer Entzündung der Lymphknoten kommt.

Symptome

Zu den häufigsten Symptomen einer Lymphadenitits zählen:

Zu einer chronischen Lymphknotenvergrößerung können auch einige Medikamente beitragen. Dazu zählen Antibiotika, welche man zur Behandlung von bakteriellen Infektionen einsetzt. Auch Medikamente, die gegen epileptische Anfälle helfen oder gegen Entzündungen und Schmerzen verordnete, nichtsteriodale Antirheumatika können zu vergrößerten Lymphknoten führen. Ebenso kann eine Lymphknotenvergrößerung als eine Reaktion auf Gold auftreten, welches häufig bei der Rheumatherapie zum Einsatz gelangt.

Auch spezielle Krankheiten führen zu einer Schwellung der Lymphknoten

Im Kopf- und Halsbereich besitzt der Mensch eine Vielzahl an Lymphknoten. Diese lassen sich im Kindesalter häufig noch ertasten, wachsen jedoch nicht mit und werden beim Erwachsenen zu weich und klein und können in der Regel nicht ertastet werden. Vergrößerte Lymphknoten sind hingegen nicht nur tastbar, sondern werden auch deutlich sichtbar. Es gibt einige sehr spezifische Krankheiten, welche eine Lymphknotenschwellung im Halsbereich nach sich ziehen. So sind die Lymphknoten bei der durch Hauskatzen übertragenen Toxoplasmose stark geschwollen. Die Krankheit an sich verläuft jedoch harmlos. Besondere Vorsicht geboten ist während der Schwangerschaft. Allgemein bleibt eine als Lymphadenitis colli bezeichnete Lymphdrüsenentzündung nur wenige Wochen bestehen. Dauern die Beschwerden länger als einen Monat an, dann spricht man von einer chronischen Lymphadenitits.

Behandlung durch Medikamente und Hausmittel

Bei der Behandlung von Lymphknoten am Hals stößt der Betroffene schnell an seine Grenzen. Die medikamentöse Behandlung von Lymphdrüsenschwellungen ist von der Grunderkrankung abhängig. Ist die Grunderkrankung gefunden und wird behandelt, dann heilen in der Regel auch die vergrößerten Lymphknoten ab. Findet sich keine spezielle Erkrankung, dann unternimmt der Arzt einen sogenannten probatorischen Therapieversuch und behandelt mit Antibiotika, welche gegen bakterielle Infekte verwendet wird. Bei der Bekämpfung der Grunderkrankung kann auch die Naturapotheke helfen, indem man die Beschwerden mit Kräutern oder Salben behandelt. Vorbeugend lässt sich gegen eine Lymphknotenschwellung nur wenig ausrichten. Wer sein Immunsystem mit gesunder Ernährung und einer gesunden Lebensweise stärkt, der wird seltener unter Erkältungen leiden und kann damit auch das Risiko der geschwollenen Lymphknoten am Hals eindämmen.

Bei Unklarheit den Hausarzt kontaktieren

Wann sollte der Arzt aufgesucht werden? Kann der Betroffene die Grunderkrankung klar definieren, leidet er zum Beispiel an Schnupfen und Halsschmerzen, dann kann der grippale Infekt selbst behandelt werden, sofern es nicht zu hohem Fieber oder anderen Komplikationen kommt. Gibt es jedoch keine erkennbare Ursache für die Schwellung der Lymphknoten am Hals oder tritt die Schwellung ohne erkennbare Ursache nur einseitig auf, dann sollte ein Arzt die Ursache abklären. Treten weitere untypische Symptome wie Fieber, Gewichtsverlust oder Abgeschlagenheit auf, dann ist ein Arztbesuch auf jeden Fall die richtige Wahl. Wer mehr als drei Wochen unter einer Lymphknotenschwellung leidet, der sollte sich auf jeden Fall in einer Praxis oder einem Krankenhaus untersuchen lassen. Im schlimmsten Fall muss über eine Lymphknotenentfernung nachgedacht werden. Eine Lymphadenitits ist meist harmlos, doch Betroffene sollten die Veränderung der Lymphkoten am Hals nicht auf die leichte Schulter nehmen und lieber auf Nummer sicher gehen. Der Arzt kann Blut entnehmen und entsprechende Tests durchführen, um die Lymphknotenentzündung auf die richtige Weise zu behandeln und eine schwerwiegende Erkrankung auszuschließen.

Das Lymphsystem kann auch von Krebs befallen sein

Krebszellen in den Lymphknoten

Krebszellen in den Lymphknoten

Bei Krebs des Lymphsystems sind geschwollene Lymphknoten die ersten Anzeichen. Hinzu kommen können:

Die Ursachen für diese Krebsform sind nicht bekannt, es wird jedoch vermutet, dass eine Virusinfektion beteiligt sein könnte. Lymphome können in allen Alterstufen auftreten, die Häufigkeit nimmt jedoch mit dem Alter zu. Man unterscheidet in gut- und bösartige Lymphome. Gutartige Schwellungen müssen in der Regel nicht behandelt werden. Bösartige Lymphome können unbehandelt zum Tod führen. Etwa ein Drittel der Betroffenen kann geheilt werden. Die Behandlung erfolgt mit Strahlentherapie oder mit Krebsmedikamenten.

 

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