Magnesium ist ein Leichtmetall, welches wie Silber glänzt. Die Oberfläche bildet unter dem Kontakt mit Sauerstoff schnell eine dünne Oxidschicht. Das brennbare Erdalkalimetall hat die Ordnungszahl 12 und ist in der II. Hauptgruppe des Periodensystems der Elemente mit dem Symbol Mg verzeichnet.

Die Entdeckung des Magnesiums

Wahrscheinlich wurde der Name des von Joseph Black neu entdeckten chemischen Elementes von der kleinasiatischen Stadt Magnesia abgeleitet. Black experimentierte im Jahr 1755 mit Magnesiumkarbonat. Natürliche Vorkommen von Magnesium gibt es nur in Form von chemischen Verbindungen wie beispielsweise Magnesiumkarbonat oder –silicat. Den reinen Stoff konnte der Schotte Black noch nicht herstellen. Die Gewinnung des reinen Elements gelang erst dem französischen Forscher Antoine Bussy im Jahr 1828. Mittlerweile wurde festgestellt, dass Magnesium mit einem Anteil von etwa 2,5 Prozent und damit als achthäufigstes Mineral in der Erdkruste vertreten ist.

Wie wird reines Magnesium gewonnen?

Da Magnesium in der Natur nicht als reines Element vorkommt, müssen die Magnesiumverbindungen wie Silikate, Karbonate und Chloride durch Verfahren wie eine Schmelzflusselektrolyse oder durch thermische Reduktion bearbeitet werden. Die thermische Reduktion von Magnesiumoxid wird auch als Pidgeon-Prozess bezeichnet. Dieser Herstellungsprozess wird heute am häufigsten angewendet, um reines Magnesium zu gewinnen.

Welche Bedeutung hat Magnesiums für den Menschen?

Das chemische Element Magnesium ist ein Stoff, der für den menschlichen Organismus und allgemein für die Entwicklung von Leben auf der Erde eine wichtige Bedeutung besitzt. Das Mineral befindet sich in den Knochen und in der Muskulatur. Es wirkt beispielsweise auf die Funktion von Muskeln wie dem Herzmuskel und den Muskelschichten in den Wänden der Blutgefäße. Auch für die Bildung von körpereigenen Enzymen wird Magnesium benötigt. Das Element Magnesium ist ein Stabilisator für organische Zellmembranen. Magnesium ist unersetzlich für die Versorgung des Organismus mit Sauerstoff und für die Gewinnung von Energie im Rahmen der körpereigenen Stoffwechselprozesse.

Welche Symptome verursacht ein Magnesiummangel im Organismus?

Ein erstes Anzeichen von einem Magnesiummangel sind Wadenkrämpfe

Ein erstes Anzeichen von einem Magnesiummangel sind Wadenkrämpfe

Steht dem Organismus zu wenig von dem Mineral zur Verfügung, zeigt sich der Magnesiummangel zunächst durch Krämpfe in der Muskulatur der Gliedmaßen. Sehr verbreitet sind Krämpfe in der Wadenmuskulatur, die bei den Betroffenen oft in der Nacht auftreten und sehr schmerzhaft sind. Bei einem anhaltenden und sich verschärfenden Magnesiummangel im Körper kann es zu Herzrhythmusstörungen, Herzrasen und einer ausgeprägten Nervosität kommen. Dazu können sich unspezifische Symptome wie Erbrechen und Durchfall, andauernder Appetitverlust und schließlich sogar Koordinationsstörungen im Bewegungsablauf gesellen.

Anzeichen einer Überversorgung mit Magnesium

Im menschlichen Organismus kann sich auch ein zu hoher Magnesiumspiegel entwickeln. Dabei kommt es ebenfalls zu einer Verkrampfung der Muskulatur. Die Muskelreflexe können abnehmen und schließlich ganz ausfallen. Weitere Anzeichen für eine Überbelastung mit Magnesium können Funktionsstörungen im Bereich der Nieren und der Harnwege sein. Außerdem leiden die Patienten häufig an chronischer Verstopfung. In schweren Fällen eines Magnesiumüberschusses kommt es schließlich zu Problemen im Herz- und Kreislaufsystem und zu einer Dämpfung der Atmung.

Wie kann es zu einem Magnesiummangel oder einer Überbelastung des Organismus mit dem Mineral kommen?

  • Magnesiummangel (Hypomagnesiämie) kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Unser Organismus kann das Element Magnesium nicht selbst herstellen. Wir sind auf die Zufuhr des Mineralstoffs über die Nahrung angewiesen. Magnesiumdefizite können durch eine Fehl- und Mangelernährung über einen längeren Zeitraum entstehen. Weitere Ursachen können Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes sein. Infektionen mit schweren Durchfällen und chronischem Erbrechen können genauso einen Mangel an Magnesium auslösen wie Resorptionsstörungen durch eine Erkrankung der Darmschleimhaut. Der Körper verliert Magnesium durch starkes Schwitzen. Deshalb haben Sportler einen erhöhten Bedarf an dem Mineralstoff. Patienten mit Vorerkrankungen wie einer Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes mellitus entwickeln als Komplikation oft eine Störung des Magnesiumhaushaltes. Auch bei Problemen bei der hormonellen Ausschüttung der Nebennieren und der Nebenschilddrüse kann es zu einem Magnesiummangel kommen. Ein weiterer wichtiger Grund, der zu einer Mangelsituation in der Magnesiumversorgung der Zellen führen kann, ist chronischer Alkoholmissbrauch.

 

  • Der Überschuss an Magnesium im Organismus wird in der medizinischen Fachsprache als Hypermagnesiämie bezeichnet. Dieser Zustand ist selten, kann für den Gesundheitszustand jedoch sehr gefährlich sein. Die häufigste Ursache für einen Magnesiumüberschuss ist eine Störung in der Funktion der Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen. Funktionsstörungen in der hormonellen Ausschüttung können ebenfalls zu erhöhten Werten des Mineralstoffs führen. Doch auch die hoch dosierte Zufuhr von Magnesium durch Nahrungsergänzungsmittel kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Ein zu hoher Magnesiumspiegel im Blut und in den Zellen zeigt sich zunächst durch Müdigkeit, Abgeschlagenheit und körperliche Schwäche. Der Patient leidet unter zu niedrigem Blutdruck. Bei starkem Magnesiumüberschuss kann es zu Atemproblemen bis hin zum Atemstillstand kommen, weil die Muskulatur der Atmungsorgane erschlafft. Weitere organische Probleme können sich als Funktionsstörung von Blase und Darm zeigen. Zu hohe Magnesiumkonzentrationen können das Nervensystem beeinträchtigen und zu Lähmungen führen.

Wie können Abweichungen im Magnesiumhaushalt festgestellt werden?

Magnesium kann im menschlichen Organismus, zum Beispiel in den Knochen, gespeichert werden. Erst nach der Leerung dieser Depots lässt sich ein Magnesiummangel im Blutserum messen und nachweisen. Auch eine Erhöhung der Magnesiumkonzentration im Organismus lässt sich im Blutserum feststellen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Messverfahren wie den Magnesium-Loading-Test und die Bestimmung des Magnesiumgehaltes in Lymphzellen oder Knochen. In der Praxis werden die klinischen Symptome des Patienten darauf hinweisen, dass ein Ungleichgewicht in der Magnesiumversorgung vorliegen könnte.

Kann die Einnahme eines Magnesiumpräparates Nebenwirkungen verursachen?

Durch eine gesunde Mischkost und das Trinken von magnesiumreichem Mineralwasser können Menschen mit einer gesunden Nierentätigkeit keine Überdosierung verursachen. Übermäßige Mengen des Minerals über das Essen und Trinken werden durch eine erhöhte Stuhlfrequenz (Durchfall) und über die Nieren ausgeschieden. Bei der Einnahme von mineralstoffreichen Nahrungsergänzungsmitteln sollte sich unbedingt an die Dosierungsempfehlungen gehalten werden. Magnesiumpräparate dürfen niemals als Dauermedikation eingenommen werden, mehr zum Thema auf www.magnesium.de. Beim Auftreten von krankhaften Symptomen muss das Präparat abgesetzt und bei anhaltenden Beschwerden ein Arzt aufgesucht werden. Patienten mit Nierenerkrankungen, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, der Schilddrüse, der Nebenschilddrüse und der Nebennieren sollten niemals ohne Absprache mit ihrem Arzt Mineralstoffe als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.

Magnesium als Medikament

Wie bereits erwähnt, gibt es verschiedene Symptome, bei denen durch die Einnahme von Magnesium bei ansonsten organisch gesunden Menschen eine Besserung erzielt werden kann. Typisch dafür sind die Folgen von erhöhtem Stress und Muskelkrämpfe, vor allem in den Waden. Leistungssport und ein hoher Alkoholkonsum erhöhen den Magnesiumverbrauch. In Untersuchungen wurde festgestellt, dass auch Allergiker von der Einnahme von Magnesiumpräparaten profitieren können. Vor allem bei Patienten mit Heuschnupfen lassen sich die typischen Symptome wie Augenjucken, Fließschnupfen und starke Niesattacken durch die Einnahme von Magnesium in vielen Fällen bessern. Es wird vermutet, dass durch die erhöhten Magnesiumgaben die Ausschüttung von Histamin unterdrückt wird. Dadurch kommt es zu einer Verminderung der quälenden allergischen Symptome.

Wo bekommt man Magnesiumpräparate?

Heute gibt es Nahrungsergänzungsmittel und Mineralstoffpräparate nicht mehr nur allein in der Apotheke. In jedem Supermarkt und jeder Drogerie steht ein Regal mit entsprechenden Produkten. Der Versuch, nächtliche Wadenkrämpfe mit der Einnahme von Magnesium zu besänftigen, lohnt sich. Bei anderen unklaren Symptomen sollte jedoch immer erst ein Arzt befragt werden, damit dieser schwerwiegende Krankheiten ausschließen kann.

 

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