Die Niere ist ein paarweise angelegtes Organ. Seine Funktion besteht hauptsächlich im Ausscheiden von Stoffwechselprodukten und der Regulierung des Wasserhaushalts des Körpers. Weiterhin spielt das Organ eine wichtige Rolle für den Blutdruck, beim Säure-Basen-Haushalt und der Kontrolle des Elektrolythaushalts.
Dabei funktioniert die Niere im wesentlichen wie ein sehr feiner, extrem leistungsstarker Filter. Pro Tag wird die Niere von ca. 1800 Litern Blut durchflossen. Dieses wird gefiltert und die für den Körper unbrauchbaren Stoffe zusammen mit etwa 2 Litern Urin ausgeschieden.

Nieren und ihre Lokalisation

Nieren und ihre Lokalisation

Nierenschmerzen – woran erkennt man sie?

Schmerzen in der Niere strahlen oft dumpf aus und lassen sich nicht immer gleich exakt lokalisieren. Daher werden sie gelegentlich mit Rückenschmerzen verwechselt. Diese gehen allerdings zumeist mit einer deutlichen Einschränkung der Bewegungsfreiheit einher.
Nierenschmerzen können einseitig auftreten, oder auf beiden Seiten. Zur Überprüfung kann man sich selbst einige Zentimeter oberhalb des Beckens auf die Niere drücken. Löst dies einen starken Schmerz aus, ist dies ein sicheres Zeichen für ein Nierenproblem.

Weitere Symptome von möglichen Nierenleiden:

Die Ursachen können sehr unterschiedlich sein.

  • Nierenbeckenentzündung
  • Nierenentzündung
  • Nierenkoliken
  • Zu viel Alkohol
  • Zu geringe Flüssigkeitsaufnahme
  • Nierensteine
  • Nierengrieß
  • Harnsteine
  • Regelbeschwerden
  • Schwangerschaft
  • Infektionen
  • Diabetes
  • Nierenkrebs

Durch ihre Filterfunktion sind die Nieren darauf angewiesen, ständig mit ausreichend Flüssigkeit versorgt zu werden. Es ist unerlässlich, täglich ausreichend Wasser zu trinken. So werden die organischen Filter stets gut „durchgespült“.
Alkohol hingegen schädigt nicht nur die Leber. Auch die Nieren sind am Ausscheidungsprozess beteiligt und können durch übermäßigen Konsum Schaden nehmen.
Viel Flüssigkeit hilft den Nieren meistens. Lediglich bei schweren Schäden oder gar einem drohenden Nierenversagen kann zu viel Flüssigkeit schädlich sein.

Neben Krankheiten gibt es noch andere Dinge und Umstände, welche die Nieren in Mitleidenschaft ziehen können. Das Organ ist sehr empfindlich und mag beispielsweise keine kalte Zugluft. Daher sollte man an kühlen Herbsttagen immer dafür Sorge tragen, dass die Nierengegend ausreichend geschützt ist. Und besonders beim Motorradfahren ist auf angemessene Schutzkleidung zu achten. Am besten trägt man unter der Jacke einen speziellen Nierengurt, der die Nieren warm hält.

Die Bandbreite der Schmerzen, die von den Nieren ausgehen können, ist sehr groß. Von leichtem Schmerz, der kaum wahrnehmbar ist, bis hin zu kaum erträglichen Schmerzen beim Abgang eines großen Nierensteines. Diese Schmerzen werden von vielen Betroffenen als die schlimmsten beschrieben, die sie jemals haben aushalten müssen.

ACHTUNG: Nierenschmerzen werden oft mit Rückenschmerzen verwechselt!

ACHTUNG: Nierenschmerzen werden oft mit Rückenschmerzen verwechselt!

Nierenschmerzen – so lassen sie sich behandeln

Schmerzmittel

Bei leichten Nierenschmerzen, die keine ernste Ursache haben, können einfache Schmerzmittel aus der Hausapotheke helfen. Allerdings ist dabei unbedingt zu beachten, dass man ein Medikament verwendet, das nicht hauptsächlich über die Niere abgebaut wird. Damit verhindert man, dass das Organ zusätzlich belastet wird.
Der Wirkstoff Ibuprofen wird auch über die Leber ausgeschieden, sodass die Nieren etwas entlastet werden.
Hingegen sollte man bei Medikamenten auf Basis von Acetylsalicylsäure (ASS) vorsichtig sein. Vor allem, wenn man unter Gicht leidet. Gicht wirkt sich zwar symptomatisch zunächst auf die Gelenke aus, hat seine Ursache aber in einer Unterfunktion der Nieren. ASS-haltige Schmerzmittel können den Harnsäurespiegel im Blut derart erhöhen, dass sie einen Gichtanfall auslösen.

Nierenschmerzen – diese Hausmittel gibt es

Nicht immer ist der Griff zu Medikamenten nötig oder richtig. Einfache Hausmittel können ebenso helfen, die Symptome zu lindern oder gar die Ursachen zu beseitigen.
Hausmittel weisen sehr viele Vorteile auf:

  • Sie sind in der Regel billiger als Mittel aus der Apotheke
  • Oft ist bereits alles im Haus, was man benötigt
  • Hausmittel sind für gewöhnlich einfach anzuwenden
  • Sie wirken meistens sanft und haben weniger ungewollte Nebenwirkungen als pharmazeutische Produkte
  • Man weiß genau, mit was man sich behandelt, ohne lange, unverständliche Listen von Inhaltsstoffen durchlesen zu müssen

Wärme

Nieren mögen keine Kälte. Unabhängig von der Ursache der Beschwerden sollten sie warm gehalten werden. Man kann sich einen Schal oder ein Tuch um die Nierengegend legen. Bei Bedarf kann auch ein kleines, mit Leinsamen gefülltes Stoffsäckchen erwärmt und auf die schmerzende Stelle gelegt werden. Man spürt augenblicklich die lindernde Wirkung der Wärme. Alternativ können auch Leinsamen oder die Kerne von Wassermelonen erwärmt, in ein Tuch gewickelt und auf die Nieren gelegt werden.
Man kann diesen Effekt noch verstärken, indem man sich mit ätherischen Ölen einreibt. Dies entkrampft und bringt zusätzliche Entlastung.
Auch ein warmes Bad bringt zusätzliche Entspannung. Nicht nur für die Nieren.

Tees und andere Getränke

Häufig resultieren Nierenschmerzen aus bakteriellen Infektionen. Tee wirkt harntreibend und hilft, Bakterien und Keime aus den Nieren und aus den Harnleitern zu spülen.
Neben Nieren- und Blasentees aus der Apotheke kann man sich selbst einen Tee aus Löwenzahn oder Wacholderblättern zubereiten. Ist weder das eine, noch das andere vorhanden, kann man jeden anderen Tee nehmen. Entscheidend ist die harntreibende Wirkung.
Generell gilt:

Viel trinken ist gut und hilft den Nieren!

Wasser ist immer in Ordnung, Kräutertees sind gut und Alkohol ist verboten!

Zitronensaft

Zitronensaft hilft, Nierensteine zu zersetzen. Bei akuten Schmerzen eine frische Zitrone auspressen, den Saft mit ein wenig Wasser verdünnen und trinken. Am besten 2-3 mal täglich.

Petersilie

Die Petersilie ist ein sehr vielseitiges Kraut. Es enthält nicht nur große Mengen an Vitamin C, das der Körper im Krankheitsfall ohnehin benötigt. Sie wirkt auch harntreibend und schmerzlindernd.
Ein Bund frisch gehackter Petersilie 10 Minuten in einem Liter Wasser kochen und abkühlen lassen. Dies über den Tag verteilt trinken, um die Beschwerden zu lindern.

Ernährung

Wichtig ist eine möglichst salzarme Kost. Zu viel Salz im Essen begünstigt die Bildung von Nierensteinen.

Weiterhin ist alles nützlich, was auch bei den meisten anderen Krankheiten und Beschwerden gilt:

  • Viel frisches Obst und Gemüse essen; das versorgt den Körper mit den nötigen Nährstoffen und stärkt die Widerstandskraft
  • Ausreichend schlafen um den Organen Zeit zu geben, sich zu erholen
  • Bewegung an der frischen Luft
  • Verzicht auf Alkohol und Medikamente, welche die Nieren belasten

 

Fazit

Nierenschmerzen sind sehr unangenehm und sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Die Nieren sind kleine Wunderwerke, die Enormes leisten.
Meist kann man einfache Nierenschmerzen gut mit Hausmitteln in den Griff bekommen. Halten die Schmerzen jedoch länger an, sind außergewöhnlich stark oder gehen mit Fieber einher, sollte stets ein Arzt aufgesucht werden. Eine Nierenbeckenentzündung sollte beispielsweise besser mit Antibiotika behandelt werden.

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