Cannabis gehört zu der Gattung der Hanfpflanzen. Obwohl aus den Fasern des Nutzhanfes auch Garne zur Herstellung von Stoffen gewonnen werden, assoziiert man meist bei Hanf das Rauschmittel. Cannabis war im 19. Jahrhundert das meist verschriebene Medikament. Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts wurde auf der zweiten Opiumkonferenz das Abkommen von der ersten umgeändert und daraus folgend der Anbau und Vertrieb von Hanf verboten. Zur Rauschmittelgewinnung oder für den medizinischen Bereich werden die Blüten und blütennahen Blätter verwendet.

Der Konsum

Cannabis wird auf zwei Wegen konsumiert, entweder wird es inhaliert oder oral eingenommen. Zur inhalativen Aufnahme muss es in eine Form gebracht werden, dass es durch Vergasung aufgenommen werden kann. Dazu werden die getrockneten Pflanzenteile zur Verbrennung gebracht, zum Beispiel mit Hilfe eines Joint, Bong oder Pfeife. Für die orale Aufnahme wird das Kraut in stark fetthaltigen Nahrungsmitteln verarbeitet. Als Cannabisbutter oder auch direkt kann es zu Keksen, Schokolade oder Kakao verarbeitet werden. Für die Medizin wird ein alkoholischer Auszug gewonnen oder Pflanzenextrakte in Form von THC in Reinform. Auch hier wird der orale Konsum angewandt.

Medizinische Sichtweise

Die medizinische Forschung ist bei Cannabis stark in den Fokus gerückt. Die Wirkstoffe dieser Pflanze sind THC und Cannabidiole. So hat man schon herausgefunden und gut dokumentiert, dass man die Wirkstoffe sehr gut bei Übelkeit, Erbrechen und Kachexie zum Einsatz bringen kann. Viele Studien haben bewiesen, dass bei Autoimmunerkrankungen, Depressionen und in der Schmerztherapie eine sehr gute Wirkung erzielt wurde. Die intensiven Forschungen konzentrieren sich derzeit besonders auf die Autoimmunerkrankungen, zum Beispiel auf multiple Sklerose und Morbus Crohn. Cannabis wird seit vielen Jahrtausenden als Heilpflanze genutzt. Der älteste Nachweis dafür ist von 2737 vor Christus. Der chinesische Kaiser Shen Nung empfahl das Harz dieser Pflanze bei Frauenleiden, Verstopfung, Gicht, Rheuma und Malaria.

Rauschmittel

Nach dem Eihneitsabkommen des Betäubungsmittelgesetzes von 1961 ist der Anbau, Handel und Besitz in allen Ländern der Welt verboten. Große Plantagen sind trotz des Verbotes zum Beispiel in Afghanistan und Marokko zu finden. Gehandelt wird Cannabis auf dem Schwarzmarkt. Um diesen Handel zu umgehen, bauen viele Konsumenten die Pflanze selber an. Einige Experten sehen dieses Rauschmittel als Einstiegsdroge in härtere Drogen, dies allerdings ist nicht nachgewiesen. Jedoch können die Wirkstoffe der Hanfpflanzen zur psychischen Abhängigkeit führen. Studien belegen, dass männliche Konsumenten im Alter von 17 Jahren eine Hirnschädigung erlitten haben, das Volumen ist geringer und die Region des Arbeitsspeichers weisen Schädigungen auf. Bei Probanden wurden in Studien die Symptome der Entwöhnung getestet und beobachtet. Die Entwöhnungsprobanden konnten dabei in zwei Gruppen eingeteilt werden. Die erste Gruppe war die mit kaum oder geringen Entzugsbeschwerden. Die körperlichen Symptome waren Schlafstörungen, Schwitzen, verminderter Appetit und Magenbeschwerden. Die psychischen waren Reizbarkeit, Erregbarkeit, Ärger, Angst, Aggressionen und Ruhelosigkeit. Für diese erste Gruppe waren die ersten beiden Entzugstage die härtesten, bei der zweiten Gruppe, mussten die Probanden vier Tage mit schweren Entzugserscheinungen kämpfen.

Sollte man diese Droge legalisieren?

Eine Reihe von Medizinern spricht sich für diese Droge aus. Zum Beispiel würde das pflanzliche Extrakt bei Chemotherapien von Krebspatienten mit seinen positiven Effekten dem Patienten eine große Erleichterung verschaffen. Auch Kinderärzte sehen eine Therapie bei Kindern mit ADS und ADHS als für geeignet an. Aus der Sicht von Patienten wird das Rauchen oder Vaporisieren als wirkungsvoller angegeben. Dagegen halten kann man das Suchtproblem. Wenn das soziale Umfeld negativ ist, kann man schnell psychische Abhängikeit geraten. Auch kann es zu einer Immunisierung kommen, so dass die Dosis dann höher angesetzt werden muss. Eine höhere Dosis erschwert allerdings den Entzug um ein Vielfaches. Gerade bei schweren Erkrankungen würde Cannabis vielen Patienten Erleichterung verschaffen.

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