TCM mit Chinesischen Heilkräutern

TCM mit Chinesischen Heilkräutern

Die chinesische Medizin, im Westen Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) genannt, ist eine über 2000 Jahre alte Heilkunde. Ursprünglich im ostasiatischen Raum verbreitet, findet die TCM auch immer mehr Anhänger in Europa. Die Traditionelle Chinesische Medizin verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Der Mensch in seiner Einheit von Körper, Geist und Seele wird als ein Teil der äußeren Natur betrachtet.

Er unterliegt ihren Einflüssen und befindet sich im ständigen Austausch. Aus Sicht der TCM ist ein Mensch dann gesund, wenn er mit sich und der ihn umgebenden Natur im Einklang lebt.
Der gesundheitliche Zustand eines Menschen wird als ein sehr individueller und sich ständig wandelnder Prozess verstanden. Während einer Therapie werden aktuelle Fortschritte immer wieder diagnostiziert und die Behandlungsmethoden entsprechend modifiziert. Das innere Gleichgewicht, die fließende Energien und die harmonische Verbundenheit mit der Natur bilden die Grundlage für die Gesunderhaltung und die Entfaltung der Selbstheilungskräfte. Die Stärke der Traditionellen Chinesischen Medizin liegt im Erkennen der Ungleichgewichte und funktionalen Störungen, lange bevor sie sich in Krankheitssymptomen manifestiert haben.

„Die Weisen heilen, was noch nicht krank ist.“
(Huangdi Neijing: Klassiker des Gelben Kaisers zur Inneren Medizin)

Die Grundlagen und Grundbegriffe der TCM

Das Prinzip von Yin und Yang

Das Gleichgewicht und seine dynamische Balance wird durch Yin und Yang beschrieben. Yin ist das Dunkle, Materielle, das Passive und das Ruhende. Yang ist das Helle, Energetische, das Aktive und das Bewegte. Jedes Leben existiert zwischen diesen beiden Polen, wie zum Beispiel Dunkelheit und Licht, Kälte und Wärme, Ruhe und Aktivität, Leere und Fülle, Leben und Tod. Die Traditionelle Chinesische Medizin sieht im Einklang zwischen Yin und Yang eine wesentliche Voraussetzung für Gesundheit.

Das Prinzip von Qi

Qi ist die fließende Lebensenergie, die Lebenskraft. Diese Energie durchzieht in dem weitverzweigten Netz der Meridiane den gesamten Körper. Sie aktiviert, beruhigt und regeneriert die Organe und alle Körperfunktionen. Die Energie des Qi und ihr belebendes Fließen kann durch äußere Faktoren, wie Wind, Kälte und Nässe, aber auch durch innere Faktoren, wie Wut, Sorge und Trauer gestört werden. Qi Energie kann durch Atmung und Ernährung zugeführt werden.

Das Prinzip der fünf Elemente (Wandlungsphasen)

Die chinesische Lehre von den fünf Elementen bzw. Wandlungsphasen beschreibt den dynamischen Wandlungsprozess, der allem Leben zugrunde liegt. Die fünf Elemente sind Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. Sie entsprechen zum Beispiel den Jahreszeiten Frühling, Sommer, Spätsommer, Herbst und Winter, lassen sich aber auch allen anderen natürlichen Erscheinungen zuordnen. Die fünf Wandlungsphasen beschreiben das Werden, Reifen und Vergehen als einen fließenden, dynamischen und zyklischen Prozess, in dem ein Element aus dem anderen hervorgeht und schließlich in ein anderes übergeht. Alle Erscheinungen der inneren und äußeren Natur können sowohl Yin und Yang als auch den fünf Elementen zugeordnet werden.

Diagnoseformen

Als jahrtausendealtes Heilverfahren kommt die Traditionelle Chinesische Medizin ohne Laborbefunde und schulmedizinische Diagnostik aus. Ihre Diagnosemethoden sind sensorischer Art und erfolgen durch:

  • Hören: Befragung nach Lebensumständen, Krankheitsgeschichte, aber auch Hören auf den Klang der Stimme
  • Sehen: Zungendiagnose als wichtigste Form, Augen- und Ohrendiagnose, Antlitz und Körper
  • Fühlen: Pulskontrolle am Handgelenk, Bauchdiagnostik, Leitbahnendiagnose
  • Riechen: Körpergeruch

Therapieformen

Die Therapieformen der TCM werden als die fünf Säulen bezeichnet. Dazu zählen:

  • Akupunktur inklusive Moxibustion, der Erwärmung von Akupunkturpunkten
  • Arzneimitteltherapie mittels pflanzlicher, tierischer und mineralischer Produkte
  • Diätik, Ernährung und Lebensführung
  • Qi Gong als Atem- und Bewegungstherapie
  • Tuina-Therapie als Massageform, die chiropraktische Manipulationen und Akupressur umfasst

Diese Formen werden oft kombiniert angewendet. Qi Gong und Akupressur können vom Patienten selbst angewendet werden.

Akupunktur

Die Akupunktur basiert diagnostisch vor allem auf der Puls- und Zungendiagnose. Sind Stauungen und Blockaden der Leitbahnen diagnostiziert, können sie durch Akupunktur gelöst werden. Diese Therapieform, die in vielen Ausprägungen existiert, hat im Westen die höchste Akzeptanz gefunden. Verantwortlich sind ihre Erfolge in der Schmerztherapie.

Akupunktur ist ein wichtiger Bestandteil der TCM

Akupunktur ist ein wichtiger Bestandteil der TCM

Arzneimitteltherapie

Ausgehend von der Erkenntnis, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile, verwendet die Traditionelle Chinesische Medizin Kombinationen von Heilkräutern, Mineralien und tierischen Produkten. So wird das einzelne Mittel in seiner Wirkung ergänzt, unterstützt und erhöht. Jede Mixtur ist individuell auf den Patienten zugeschnitten und wird während der Therapie ständig angepasst.

Diätik

Wie stark der Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit ist, belegt der Anstieg ernährungsbedingter Krankheiten in den Industrieländern. In der TCM werden die Nahrungsmittel den fünf Elementen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser zugeordnet. Die fünf Elemente korrespondieren mit den fünf Geschmacksrichtungen süß, scharf, salzig, sauer und bitter und den thermischen Zuständen heiß, warm, neutral, erfrischend, kalt. Lebensmittel können wärmende oder kühlende Wirkungen haben, die je nach Tages- und Jahreszeit ausgleichend wirken. Eine ausgewogene Ernährung sollte alle fünf Elemente beinhalten. Für jede Disharmonie im Körper gibt es ausgleichende Nahrungsmittel. Die Abneigung gegen einen bestimmtem Geschmack kann auf ein Übergewicht des zugeordneten Elementes hindeuten.

Qi Gong

Qi Gong sind einfache und sanfte Bewegungsabfolgen, die Atem und Vorstellungskraft verknüpfen und die eigene Körperwahrnehmung sensibilisieren. Es wird unterschieden zwischen stillem und beweglichen Qi Gong. In letzter Zeit haben sich auch viele symptombezogene Übungen entwickelt, die bei Schwächen verschiedener Organe gezielt eingesetzt werden. Qi Gong ist eine erfolgreiche Selbstheilungsmethode, die in jedem Alter angewendet werden kann. Qi Gong erhält die Beweglichkeit, das Gleichgewichtsgefühl, bessert die mentale und emotionale Verfassung und fördert die Selbstheilungskräfte.

Tuina

Tuina ist eine Massageform, die folgende Bewegungen anwendet: schieben, drücken, greifen und ziehen. Sie zielt wie die Akupunktur auf die Lösung von Blockaden des Energieflusses und wird vorrangig bei Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, körperlichen und psychischen Belastungen eingesetzt.

TCM und Schulmedizin

Akute Erkrankungen, die chirurgische Eingriffe erfordern, bleiben der Schulmedizin vorbehalten, da die TCM keine invasiven Methoden kennt. Bei chronischen Krankheiten, Erschöpfungszuständen, den sogenannten psychosomatischen Erkrankungen, Suchtproblemen und Schmerzen kann die Traditionelle Chinesische Medizin eine wertvolle Alternative zur Schulmedizin sein. Nach Operationen oder während einer Chemotherapie kann die TCM Nebenwirkungen von Medikamenten und Schmerzen lindern und die schulmedizinische Behandlung sinnvoll ergänzen. Viele Schulmediziner, die eine Zusatzausbildung in der TCM absolviert haben, schwören auf die Kombination beider Methoden.

TCM und Krankenkassen

Die Traditionelle Chinesische Medizin gehört nicht zum anerkannten medizinischen Standard, da ihre Wirksamkeit nicht ausreichend wissenschaftlich abgesichert ist.
Die Securvita Krankenkasse möchte die Traditionelle Chinesische Medizin stärken und übernimmt Diagnose und Behandlung, sofern die Behandlung durch Kassenärzte mit einer anerkannten Zusatzausbildung erfolgt.

Viele andere Krankenkassen erstatten Teilleistungen unter bestimmten Voraussetzungen. Einige der Krankenkassen unterstützen Akupunktur aufgrund ihrer Erfolge in der Schmerztherapie. Qi Gong Kurse werden, sofern sie anerkannt sind, als präventive Maßnahme von den meisten Krankenkassen bezuschusst. Da es keine allgemeingültigen Regelungen gibt, bleibt nur der detaillierte Leistungsvergleich der einzelnen Kassen, zum Beispiel auf Onlineportalen wie www.krankenkasseninfo.de oder www.krankenkassen.de.

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