Die Krankenkasse ist dazu verpflichtet, alle notwendigen Eingriffe zu bezahlen. Dabei ist sie an den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit gebunden. Das heißt unter mehreren gleich erfolgversprechenden Möglichkeiten muss die Krankenkasse die preiswerteste Auswählen. Falls der Patient eine teurere Option vorzieht, muss er üblicherweise die Differenz selbst zahlen.

Praktische Anwendung

Die Krankenkasse lehnt meistens alle ästhetischen Operationen wie eine Nasenkorrektur, Brustvergrößerung oder -verkleinerung oder eine Augenlaserkorrektur ab. Wichtig ist es in solchen Fällen, die medizinische Notwendigkeit des Eingriffs deutlich hervorzuheben. Ein vertrauensvolles Gespräch mit dem behandelnden Arzt ist daher von entscheidendsten Bedeutung. Plausible Argumente für solche Eingriffe und Operationen sind zum Beispiel:

  • Die Nasenkorrektur wird übernommen, wenn ärztlich festgestellt wurde, dass die Fehlstellung der Nase körperliche Beschwerden verursacht, der Patient also Schwierigkeiten hat, Luft zu bekommen und dies nur durch einen operativen Eingriff korrigiert werden kann.
  • Die Brustverkleinerung ist medizinisch dringend erforderlich, da die zu große und daher auch zu schwere Brust einen Haltungsschaden verursacht, was zu chronischen Schmerzen führt. Die Operation wird bezahlt, wenn die Schmerzen bereits akut sind.
  • Die Brustvergrößerung kann bei extrem kleinen Brüsten mit einer schweren psychischen Belastung ärztlich begründet werden. Wichtig dabei ist, dass die zu kleine Brust der Grund für diese Belastung darstellt und diese auf keine andere Art behoben werden kann.
  • Die Augenlaserkorrektur wird übernommen, wenn die billigere Lösung, eine Brille, keinen Erfolg mehr verspricht, der Verlust des Sehvermögens fortschreitend ist und nur durch eine Operation behoben werden kann.

Die Durchsetzung

Es ist ratsam, den Punkt der dringenden medizinischen Notwendigkeit bereits bei dem ersten Antrag an die Krankenkasse ausdrücklich zu betonen. Falls es aber nicht oder nicht ausreichend passiert ist, kann es sein, dass die Krankenkasse die Zahlung ablehnt. In diesem Fall ist es sehr wichtig, sofort einen Widerspruch einzulegen. Es besteht dann die Gelegenheit, mit dem behandelnden Arzt einen Attest zu erstellen, der explizit auf die medizinische Notwendigkeit des Eingriffs als einziges Mittel abstellt.

  • Wenn der ärztliche Befund diese wichtigsten Punkte „Notwendigkeit“ und „einziges Mittel“ klar untermauert, wird die Krankenkasse die Kosten übernehmen.

Sollte dies im Einzellfall nicht passieren, ist es ratsam über andere Möglichkeiten nachzudenken. Wie sieht es eventuell mit einem Bankkredit aus? Die Zinsen sind zumindest im Moment sehr niedrig. Oder Sie lassen sich persönlich von einem Finanzexperten wie einem befreundeten Online-Broker beraten. Vielleicht haben Sie aber auch schon über eine Auslands-OP nachgedacht. Eine gute Wahl dabei sind die auf die deutsche Klientel abgestellten Privatkliniken in der Türkei. Die meisten Ärzte in diesen Kliniken sind in Deutschland ausgebildet, die medizinische Einrichtung stammt ebenfalls aus Deutschland. Die Kosten betragen inklusive Anreise und Aufenthalt etwa 40 % der hier verlangten Beträge.

Bildquelle:
© eyewave – Fotolia.com