Vorsorgeuntersuchungen ermöglichen es, Gefahren für die Gesundheit rechtzeitig zu erkennen und gegebenenfalls mit den richtigen Maßnahmen gegenzusteuern. Dies erhöht bei den meisten Krankheiten die Heilungschancen. Manche Krankheiten lassen sich auf diese Weise komplett vermeiden, vorausgesetzt der Patient ist bereit, sein Leben umzustellen.

Können sie gesundheitliche Probleme auslösen?

Untersuchungen mit dem Ziel, Krankheiten rechtzeitig zu erkennen, machen Sinn. Sie lassen sich auf den neuesten Standard der Medizintechnik durchführen und sind in der Lage, Leben zu retten. In seltenen Fällen stellen falsch bewertete Befunde ein Problem für den Patienten dar. Denn diese sind in der Lage, beim Screeningprogramm für Frauen zur Brustkrebserkennung oder anderen Untersuchungen Todesängste auszulösen.

Gesundheitliche Gefährdungen für Männer

Es hat den Anschein, als würden manche Männer ihre Autos mehr lieben als ihre Gesundheit. Statt besser in sich hineinzuhorchen, um Signale zu erkennen, die auf mögliche gesundheitliche Fehlentwicklungen hindeuten, putzen oder reparieren sie ihre Autos. Dabei sind Männer in der Regel öfter krank als Frauen. Sie trinken im Durchschnitt mehr Alkohol und konsumieren mehr Zigaretten als Frauen, was ihre Lebenserwartung sinken lässt. Die größten gesundheitlichen Gefährdungen bei Männern gehen von folgenden Krankheiten aus:

  • Herzinfarkt (jährlich nahezu 130000 Erkrankungen und 30000 Todesfälle)
  • Prostatakrebs (40000 Erkrankungen oder mehr jährlich)
  • Darmkrebs (30000 Erkrankungen oder mehr jährlich)

Eine häufige Erkrankung bei Frauen

Bei Frauen besteht die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken. Dabei gilt ein erhöhtes Risiko für Frauen, die älter als 50 Jahre sind oder keine Kinder haben. Des Weiteren für Frauen, deren erste Regelblutung früh einsetzte oder deren Wechseljahre früh anfingen. Weiterhin spielt die erbliche Vorbelastung eine Rolle.

Kostenübernahme der Krankenkassen für Maßnahmen zur Gesundheitsprävention
Nicht alle Versicherten wissen, dass Krankenkassen die Kosten für viele Vorsorgeuntersuchungen übernehmen. Und diejenigen, die es wissen, nehmen ihr Recht auf kostenlose Untersuchungen in vielen Fällen nicht wahr. Dies gilt im besonderen Maße für Männer.

Krankenkassen übernehmen nicht alles, was es an Präventionsmaßnahmen gibt. Die meisten zahlen für regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchungen, Impfungen und Gesundheitschecks. Außerdem übernehmen sie die Kosten für die Teilnahme an Nichtraucher- oder Stressbewältigungskursen. Für Vorsorgeuntersuchungen der Augen oder Lunge gibt es keine Zuschüsse. Außerdem für Untersuchungen der Knochendichte oder Hirnleistung.

Grundsätzlich gilt: Bei vielen Untersuchungen schreibt das Gesetz Kostenübernahme vor. Wer sich für spezielle Vorsorgeleistungen interessiert, erkundigt sich im Idealfall vorab bei seiner Krankenkasse, ob diese die Kosten übernimmt.

Vorsorgekalender

Der Vorsorgekalender für gesetzlich versicherte Frauen und Männer ist umfangreich und unterscheidet sich von Kasse zu Kasse. Unter anderen sind folgende wichtige Untersuchungen kostenlos:
  • Gesundheitscheck
  • Krebsvorsorge
  • Zahnärztliche Untersuchung und Entfernung von Zahnstein
  • Schwangerschaftsvorsorge für Frauen

Gesundheitscheck

Ärzte bieten Männern und Frauen ab Beginn des 36. Lebensjahres alle zwei Jahre einen kostenlosen Gesundheitscheck an. Durch diesen lassen sich vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen sowie Diabetes mellitus rechtzeitig erkennen. Leider nutzen gerade 20 Prozent der Männer in Deutschland diese Chance, um Risikofaktoren rechtzeitig zu erkennen und Krankheiten entgegenzuwirken. Zu der Untersuchung gehören ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt, eine Untersuchung des kompletten Körpers sowie eine Blutdruckuntersuchung.

Krebsvorsorge

Für Männer ab dem 45. Lebensjahr und Frauen ab dem 20. Lebensjahr gibt es jährlich eine kostenlose Krebsvorsorgeuntersuchung, die jedem zu empfehlen ist. Diese beinhaltet bei Frauen ab dem 30. Lebensjahr die Untersuchung der Brust und der Haut. Bei Männern untersucht der Arzt die Prostata, die äußeren Genitalorgane sowie die Haut. Bei Männern und Frauen ab dem 50. Lebensjahr schließt die Untersuchung den Enddarm und den Dickdarm ein. Dies geschieht in Form eines Tests auf nicht sichtbares Blut im Stuhl. Ab dem 55. Lebensjahr erfolgt der Test auf Darmkrebs für beide Geschlechter im Abstand von zwei Jahren. Dieser lässt sich durch eine Untersuchung auf verborgenes Blut im Stuhl oder durch maximal zwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren durchführen.

Frauen ab dem 50. Lebensjahr bis zur Vollendung des 70. Lebensjahres haben zwei Mal im Jahr Anspruch auf eine Untersuchung (Röntgenanalyse) der Brust nach Tumoren.

Prävention – Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten

Alle Erwachsenen haben zwei Mal im Jahr in Abständen von vier Monaten oder mehr das Recht, sich kostenlos auf Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten untersuchen zu lassen. Dabei untersucht der Zahnarzt die Zähne, das Zahnbett und die Mundschleimhaut. Des Weiteren die Kaumuskulatur und die Kiefergelenke. Die Entfernung von Zahnstein kann der Arzt bei jedem Patienten einmal im Jahr kostenlos durchführen. Professionelle Zahnreinigung durch Prophylaxefachkräfte bezahlt die Krankenkasse nicht.

Leistungen der Krankenkasse zur Schwangerschaftsvorsorge

Methoden zur Erkennung und Überwachung von Risikoschwangerschaften wie HIV-Tests, Ultraschalldiagnostik und andere lassen sich kostenlos in Anspruch nehmen. Wenn Verdacht auf eine Fehlentwicklung des Kindes besteht, übernehmen Krankenkassen weitere Ultraschalluntersuchungen. Grundsätzlich gilt: Alle Kassenleistungen lassen sich in den Mutterschaftsrichtlinien nachlesen.

Kinder und Jugendliche – Vorsorgeuntersuchungen

Für Kinder und Jugendliche gibt es eine Reihe von Präventionsmaßnahmen von der Geburt bis zur Volljährigkeit, die viele Krankenkassen übernehmen. Folgende Untersuchungen lassen Eltern im Idealfall bei ihren Kindern in den ersten sechs Lebensjahren vornehmen:

• Untersuchung der Sinnes-, Atmungs- und Verdauungsorgane
• Zahn-, Kiefer- Munduntersuchung
• Skelett- und Muskulaturuntersuchungen
• Untersuchungen auf Stoffwechselstörungen
• Untersuchung auf Verhaltensstörungen

U-Untersuchungen und J-Untersuchungen

Oben genannte Untersuchungen nennen sich U-Untersuchungen und sind im gelben Gesundheitsheft aufgelistet. Letzteres erhalten Eltern nach der Geburt eines Kindes im Krankenhaus oder vom Kinderarzt.

Daneben gibt es die sogenannte J-Untersuchung für Teenager zwischen dem 13. und 14. Lebensjahr. Diese dient der Beurteilung der körperlichen Konstitution und seelischen Entwicklung. Dabei warnt der Arzt die Jugendlichen vor den Folgen übermäßigen Nikotin- und Alkoholgenusses. Des Weiteren vor den Folgen von Drogenkonsum.

Prävention: Zahn-, Mund und Kieferkrankheiten bei Kindern und Jugendlichen

Bei Kindern bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres sind diese Untersuchungen drei Mal sinnvoll. Danach gilt: Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres folgt im Idealfall in jedem Kalenderhalbjahr eine Untersuchung.

Kostenlose Regelimpfungen für Säuglinge, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren gegen:

  • Diphtherie
  • Tetanus
  • Keuchhusten
  • Kinderlähmung
  • Masern
  • Mumps
  • Röteln
Spezielle Vorsorgeuntersuchungen gibt es für Diabetiker für bestimmte Körperbereiche, die für Betroffene sinnvoll sind. Dabei handelt es sich um die Bereiche, welche die Zuckerkrankheit in der Lage ist zu schädigen:

  • Spiegelung des Augenhintergrunds (einmal jährlich)
  • Untersuchung der Nervenfunktionen (einmal jährlich)
  • EKG (einmal jährlich)
  • Untersuchung der Nierenfunktion (einmal jährlich)
  • Untersuchung des Urins auf Mikroalbumin (alle drei Monate)
  • Regelmäßige Untersuchung der Füße und Unterschenkel (Amputationen vorbeugen)
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