2014/2015 kam es in Westafrika zum bisher größten Ebola-Ausbruch. Ebola – das Wort flößt dabei Angst und Schrecken ein, handelt es sich doch um eine schwere, oft tödlich verlaufende Krankheit mit Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Muskelschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Magenkrämpfen, Halsschmerzen und zum Teil äußeren und inneren Blutungen, an denen Infizierte häufig qualvoll sterben (sog. hämorrhagisches Fieber). Die Mortalitätsrate wird auf zwischen 50 und 80 Prozent geschätzt. Mittlerweile gilt die Epidemie jedoch als gebannt. Doch wie steht es tatsächlich damit in den betroffenen Ländern? Ein aktueller Stand:

Woher stammt der Ebola Erreger?

Grundsätzlich ist zum Ebola Erreger, einem Fadenvirus, Folgendes zu sagen: Es handelt sich dabei um einen Virus aus den tropischen Regenwäldern Zentralasiens und Südostasiens, der erstmals 1976 in Yambuku, Zaire, und zeitgleich im Sudan entdeckt wurde, und über Körperflüssigkeiten übertragen wird (Blut, Speichel und Sperma). Als primäre Wirte gelten Flughunde. Affen sollen Zwischenwirte sein. Benannt wurde das Virus nach dem kongolesischen Fluss Ebola, wo es zu einem ersten Ausbruch kam. Die erste große Epidemie ging Ende Dezember 2013 vom Dorf Guéckédou in Guinea aus. Von dort aus verbreitete sich das Virus über Landreisende und über Flugzeuge in die umliegenden Länder und in Einzelfällen auch nach Europa und Nordamerika.

Wie viele Menschen sind bereits an dem Virus gestorben?

Bislang gab es mehr als 28.000 Erkrankte. Mehr als 11.000 Tote waren aufgrund einer Infektion mit dem Virus zu beklagen. Das Virus gilt als hoch ansteckend mit einem sehr oft tödlichen Verlauf, vor allem in den medizinisch unterentwickelten westafrikanischen Ländern. Als besonders gefährdet gelten Helfer wie medizinisches Personal, die – unter möglicherweise schlechten hygienischen Bedingungen – in direktem Kontakt mit Erkrankten stehen. Deswegen sollten Infizierte auf Isolierstationen behandelt werden und medizinisches Personal sollte spezielle Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Handschuhen und Atemschutzmasken ergreifen.

Wo kommt Ebola inzwischen noch vor?

In Guinea, Liberia, Nigeria und Sierra Leona waren 2014/2015 fast alle Provinzen vom Ebola-Fieber betroffen. Nachdem Ebola zwischenzeitlich als gebannt galt, ist vor einigen Tagen in Sierra Leona ein neuer Fall aufgetreten. In den betroffenen Staaten gilt deswegen weiterhin erhöhte Wachsamkeit. Die WHO warnt, dass es weiterhin zu Epidemien und Pandemien kommen kann, wenn die Ansteckungskette nicht endgültig durchbrochen wird. Bei der zuletzt Infizierten, einer 22-jährigen Studentin, ist noch nicht gesichert, wie sie sich angesteckt hat. In Frage kommt ein Direktkontakt mit Erkrankten, aber auch Kontakt zu infizierten Tieren. Die Frage, wie sich die Betroffene angesteckt hat, ist eine Schlüsselfrage, um weitere Infektionen zu verhindern.

Wie ist der aktuelle Stand der Dinge?

Im Laufe des Jahres 2015 ist die Zahl der registrierten Neuinfektionen in Westafrika kontinuierlich gesunken. Seit August 2015 wurden schließlich nur noch Einzelfälle protokolliert. Der Ausbruch wird deswegen von der WHO weitgehend als beendet angesehen. Bis ein Land als Ebola-frei erklärt wird, gilt allerdings die Faustregel, dass nach dem letzten bekannten Fall 42 Tage ohne Neuinfektionen verstrichen sein müssen, was zwei maximalen Inkubationszeiten des Virus entspricht. In den betroffenen Ländern gilt aufgrund der jüngsten Neuinfektion in Sierra Leona weiterhin erhöhte Alarmbereitschaft.

Wird man Ebola je nachhaltig besiegen?

Aufgrund der dramatischen Ausmaße der Erkrankungen ist die Frage berechtigt, ob das tödliche Virus je wird endgültig besiegt werden können. Mit dem Impfstoff VSV-ZEBOV ist der Forschungsstand derzeit viel versprechend, was die finale Eindämmung des heimtückischen Virus angeht. Der Impfstoff hat sich in Tests mit mehr als 7.500 Teilnehmern Mitte 2015 nach rund einer Woche als zu 100 Prozent wirksam erwiesen. Wenn das Serum zugelassen ist, ist eine Ringimpfung geplant, um das Virus einzukreisen und so einzudämmen. Forscher erhoffen sich davon, dass Ebola auf diese Weise ähnlich ausgerottet werden kann wie seinerzeit die Pocken. Andere Impfstoffe befinden sich noch im Frühstadium der Erprobung. Kritiker wenden ein, dass ein mangelndes wirtschaftliches Interesse daran besteht, weiterhin in Impfstoffe zu investieren, da man dem Virus mittlerweile Einhalt gebieten konnte und der Gewinn für Pharmafirmen deswegen potenziell geringer ausfällt. Ein Heilmittel für Ebola existiert bislang noch nicht, daran wird allerdings ebenfalls geforscht. Rein von der wissenschaftlichen Perspektive her ist es durchaus möglich, Ebola endgültig zu besiegen. Dies ist die erfreuliche Nachricht.

 

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