Sodbrennen entsteht häufig dadurch, dass Magensäure zurück in die Speiseröhre fließt, weil der Muskel, der den Mageneingang verschließt, nicht mehr richtig funktioniert. Das verursacht in den meisten Fällen ein schmerzhaftes Brennen hinter dem Brustbein, das sich bis in den Hals hinauf zieht und mit einem unangenehmen Druck im Magen einhergeht. Leichtes Sodbrennen kann meist schon mit einigen Hausmitteln bekämpft werden. Dagegen ist mit lang anhaltendem Sodbrennen nicht zu spaßen. Es kann unter Umständen chronisch werden und zu Entzündungen an der Speiseröhre führen, die wiederum Krebs verursachen können. In solchen Fällen sollte das Sodbrennen nicht nur medikamentös behandelt, sondern gezielt von einem Arzt untersucht werden.

Symptomatik und Auswirkungen

Die Speiseröhre ist ein dehnbarer Muskelschlauch von etwa 25 Zentimetern Länge und einem Zentimeter Durchmesser. Sie befördert die Nahrung vom Mund in den Magen, wo sie von der Magensäure zerkleinert wird. Dass die Magensäure dabei nicht in die Speiseröhre zurückfließt, wird lediglich von einem Muskel zwischen ihr und dem Magen verhindert. Funktioniert der Schließmuskel nicht mehr richtig, ist dieser Ablauf gestört und Teile der Magensäure können zurück in die Speiseröhre fließen. Da sie im Gegensatz zur Magenschleimhaut nicht vor Magensäure geschützt ist, wird ihre empfindliche Schleimhaut angegriffen und Sodbrennen entsteht. Zu den häufigsten Beschwerden bei Sodbrennen gehören in diesem Fall vermehrtes saures Aufstoßen (umgangssprachlich auch Schluckauf genannt), starker Speichelfluss und ein Brennen hinter dem Brustbein und im Hals. Die Magensäure kann auch im Magen selbst Beschwerden auslösen. Wird zu viel Magensäure produziert, ist häufig auch der Schutz der Magenschleimhaut vor der Säure gestört und es kommt zu Magendruck oder Magenschmerzen, in schlimmeren Fällen kann sogar ein Magengeschwür entstehen. Auch morgendliche Heiserkeit, nächtliche Hustenanfälle, asthmaähnliche Beschwerden sowie krampfende und drückende Schmerzen hinter dem Brustbein durch einen Rückfluss von Magensaft können dadurch bedingt sein. Darüber hinaus stellen sich mit der Zeit häufig Schluckstörungen, Blutungen, Gewichtsabnahme oder bis in den Rücken ausstrahlende Schmerzen ein. Diese Warnsignale sollten Betroffene ernst nehmen und einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen abzuklären und geeignete Behandlungsmaßnahmen zu besprechen.

 

Die häufigsten Auslöser

In 60 Prozent der Fälle liegen den Symptomen für Sodbrennen keine organischen Störungen zugrunde, sondern werden durch äußere Faktoren ausgelöst. Am häufigsten tritt Sodbrennen in Verbindung mit Aufstoßen bei falscher Ernährung auf. Zu schnelles Essen in Verbindung mit fettigen Lebensmitteln und zu großen Portionen sowie auch sehr scharfe oder zu süße Speisen können die Säureproduktion im Magen anregen und für die Beschwerden sorgen. Daneben zählen Nikotin und Alkohol zu den klassischen Auslösern für Sodbrennen. Außerdem kann die Entstehung von Sodbrennen auch durch überflüssige Pfunde begünstigt werden, da bei Übergewicht der Druck auf den Magen ansteigt. So gelangt saurer Mageninhalt leichter in die Speiseröhre. Ähnlich verhält sich das bei einer Schwangerschaft, die ebenfalls eine häufige Ursache für Sodbrennen ist. Da für viele Menschen heutzutage auch Stress, Hektik und seelische Belastungen häufige Begleiter sind, wirkt sich das negativ auf den Magen aus. Bei Stress wird die Produktion der Magensäure angeregt und Sodbrennen entsteht. Auch kann der Verschlussmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre dadurch empfindlich gestört werden. Darüber hinaus gibt es viele Arzneimittel, die säurebedingte Magenbeschwerden auslösen. Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Probleme, Asthma oder psychische Erkrankungen sowie auch Verhütungsmittel oder Schmerztabletten kommen zum Beispiel als Auslöser infrage. Wenn nach der Einnahme eines bestimmten Medikaments häufiger Symptome für Sodbrennen auftreten, sollte diesbezüglich am besten ein Arzt konsultiert werden.

Andauerndes Sodbrennen kann unter bestimmten Umständen zu Krebs führen

Andauerndes Sodbrennen kann unter bestimmten Umständen zu Krebs führen

 

Mögliche Folgeerkrankungen

Solange das Sodbrennen nur gelegentlich vorkommt, halten die meisten Menschen die Symptome für normal und es wird nichts dagegen unternommen. Wenn Betroffene jedoch mehrmals wöchentlich oder sogar täglich unter einem starken, brennenden Gefühl hinter dem Brustbein leiden, kann das nicht nur ihre Lebensqualität deutlich einschränken, sondern mit der Zeit auch gefährlich werden. Zwar sind schwerwiegende Folgeerkrankungen durch Sodbrennen eher selten, trotzdem können oftmals unangenehme Begleiterscheinungen auftreten. Dazu zählen unter anderem:

  • Schäden an Zahnfleisch oder Zahnschmelz
  • ständiges Räuspern
  • Heiserkeit und Husten

Schuld daran sind die hochaggressiven Substanzen, die in der Magensäure enthalten. Wird das Sodbrennen von saurem Aufstoßen begleitet, können die Verdauungssäfte sogar bis in die Mundhöhle fließen, dort die empfindlichen Schleimhäute reizen und Entzündungen entstehen lassen. Nicht selten kann anhaltendes Sodbrennen auch auf die sogenannte gastroösphageale Refluxerkrankung (GERD) hinweisen. Die Krankheit bezeichnet das chronische Zurücklaufen des säurehaltigen Mageninhalts in die Speiseröhre, wenn sich der Mageneingang nicht mehr richtig verschließt und stark ausgeprägtes Sodbrennen ausgelöst wird. Die ständige Reizung der Speiseröhre kann dann oftmals zu Entzündungen wie der Ösphagitis führen. Wird eine Ösphagitis nicht behandelt, kann ein blutendes Schleimhautgeschwür die Folge sein. Treten Entzündungen häufiger auf, entstehen in einigen Fällen narbenähnliche Einengungen in der Speiseröhre. Diese behindern unter Umständen den Transport des Speisebreis zum Magen. Auch der Barrett-Ösphagus kann eine mögliche Folge einer Refluxkrankheit sein. Dabei kommt es zu einer Entartung der Zellen im unteren Drittel der Speiseröhre. In schlimmen Fällen kann dadurch Speiseröhrenkrebs, das sogenannte Ösphaguskarzinom, entstehen.

Behandlungsmethoden

Ist die Speiseröhre Betroffener bereits angegriffen, wird der Arzt Medikamente zur Neutralisierung der Säure verschreiben. Damit lassen sich die Symptome des Sodbrennens meist gut in den Griff bekommen. Es gibt spezielle Säure-Hemmer, sogenannte Protonenpumpenhemmer oder H2-Antagonisten. Diese enthalten Wirkstoffe wie Omeprazol oder Rantidin, die zu den wirksamsten Mitteln bei Sodbrennen zählen. Häufig sind diese Mittel frei in Apotheken verkäuflich. Sie drosseln die Säurebildung im Magen und überziehen die Schleimhaut der Speiseröhre mit einer Schutzschicht. Auch Medikamente wie Antizida binden und neutralisieren Magensäure und wirken gegen Sodbrennen. Betroffene sollten allerdings bedenken, dass die medikamentöse Therapie nur die Symptome und nicht die Ursache bekämpft. Halten die Beschwerden länger an, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Wenn das Sodbrennen so schmerzhaft wird, dass Betroffene es nicht mehr aushalten können, hat der Arzt verschiedene Möglichkeiten, Ursache und Ausmaß des Reflux zu finden. Dazu gehört zum Beispiel die Magenspiegelung. Hierbei wird die Speiseröhre bis in den Magen mit einer schlauchartigen Videokamera nach Rötungen und Reizungen abgesucht, um Blutungen oder verdächtige Schleimhautveränderungen zu erkennen. Gleichzeitig können Gewebeproben auffälliger Bereiche gewonnen werden, um diese anschließend mikroskopisch zu untersuchen. Soweit die Magenspiegelung keine sichtbare Reizung zeigt, kann eine Langzeit-Säuremessung angewendet werden. Dabei wird für etwa 24 Stunden eine Sonde in der Speiseröhre kurz vor dem Mageneingang platziert, um den pH-Wert des aufsteigenden Mageninhalts zu messen. Darüber hinaus können ein Ösphagusbreischluck oder eine Speiseröhrendruckmessung Aufschluss über die Ursache des Sodbrennens geben, um sie langfristig wirksam zu behandeln. Weitere Information hierzu erhalten Betroffene im informativen Ratgeber von omep.de zum Thema Magen-Darm-Gesundheit.

 

Bildquellen:
65788836 © papa – Fotolia.com
eranicle/Bigstock.com