Magenschmerzen sind unangenehm und können Kinder wie Erwachsene außer Gefecht setzen. Sie sind nicht selten, je nach Erscheinungsform sollten sie aber genau beobachtet und ärztlich untersucht werden. Während sicherlich jeder freiwillig zum Arzt geht, der häufiger von Schmerzen in der Magengegend geplagt wird, fragen sich alle Betroffenen: „Was hilft bei Magenschmerzen?“ Denn eines wollen alle Patienten: die Bauchschmerzen so schnell wie möglich wieder loswerden!

Magenbeschwerden richtig einordnen: Arten und ihre Entstehung

Bauchschmerzen sind längst nicht gleich Bauchschmerzen. Je nachdem, mit welchen konkreten Beschwerden sie verbunden sind und wie sich der Schmerz anfühlt, lassen sich Rückschlüsse auf die Ursache ziehen. In manchen Fällen kann man sich die Frage: „Was hilft bei Bauchschmerzen?„, dann bereits selbst beantworten. Magenbeschwerden treten in folgenden Erscheinungsformen auf:

  • Schmerzen in der Magenegend
  • Schmerzen in der Darm- und Unterbauchgegend
  • Magenschmerzen mit Übelkeit
  • Magenschmerzen mit Erbrechen
  • Sodbrennen
  • Völlegefühl
  • Bauchkrämpfe

Magenbeschwerden, die sich vor allem im Oberbauch befinden oder sich in den Unterbauch ziehen können, jedoch nur mit leichter oder gar keiner Übelheit einhergehen, liegen sehr wahrscheinlich an der Verdauung. Ein eher brennender Schmerz deutet auf Entzündungen hin, von denen vor allem Magenwand und Magenschleimhaut betroffen sind. Sodbrennen könnte ebenfalls die Ursache sein. Übelkeit und Erbrechen dagegen deuten darauf hin, dass man etwas gegessen hat, was der Körper nun wieder loswerden will. Schlimmstenfalls ist es eine Lebensmittelvergiftung. Bestenfalls verträgt der Körper lediglich einzelne Nahrungsbestandteile nicht, die man dann besser nicht mehr zu sich nimmt. Vor allem der empfindliche Stoffwechsel von Kindern reagiert so heftig auf unverträgliche Nahrungsbestandteile. Bei Schmerzen, die sich muskulär anfühlen, könnte ein Nabelbruch im Spiel sein. Diese Art von Bauchschmerz fühlt sich so anders an, dass Patienten selbst bemerken, dass es nicht die gewöhnlichen Magenschmerzen sind.

Einmalige und wiederkehrende Bauchschmerzen

Es kann jedem einmal passieren, dass er Bauchschmerzen bekommt. Meist sind sie leicht und gehen schnell wieder vorbei. Probleme mit der Verdauung oder ein neu ausprobiertes Lebensmittel können dahinter stecken, oft ist es auch einfach nur Stress. Auf die Frage: „Was hilft bei Magenschmerzen?“, wenn sie nur einmalig auftreten und gut auszuhalten sind, liefern oft simpelste Hausmittel und Entspannung die Antwort. Bei wiederkehrenden Bauchschmerzen oder Erscheinungsformen, die man nicht häufig hat oder die eine bereits geklärte Ursache haben, sollte man dagegen hellhörig werden und diese ärztlich untersuchen lassen. Während Verdauungsprobleme oder schwer verträgliche Lebensmittel vom Körper noch gut überstanden werden, kann es sich bei auffälligen Magenbeschwerden um ernste Erkrankungen handeln. Bestenfalls wird nur eine Magenschleimhautentzündung diagnostiziert, schlimmstenfalls können solche Magenbeschwerden auf Tumore oder chronische Erkrankungen hindeuten.

Andauernde Magenschmerzen können auf eine bösartige Krankheit hinweisen

Andauernde Magenschmerzen können auf eine bösartige Krankheit hinweisen

Hausmittel: Wärmflaschen und Magentees

So ernst Magenbeschwerden auch sein können: häufig haben sie harmlose Ursachen. Kinder leiden leider häufiger an Bauchschmerzen als Erwachsene, da ihre Verdauung empfindlicher ist und sie empfänglicher für Stress sind. Hausmittel empfehlen sich zur Abhilfe, wenn es sich nur um leichte Magenschmerzen handelt und sie nicht von starkem Erbrechen oder Fieber begleitet werden. Auch Sodbrennen, dessen Ursache bereits abgeklärt wurde, lässt sich mit einfachen Hausmitteln behandeln. Folgende Mittel erweisen sich dabei als hilfreich gegen Magenschmerzen und leichtes Sodbrennen:

  • Wärmflasche mit lauwarmem Wasser oder Kirschkernkissen (Körnerkissen)
  • Kräuter- und Magentees, besonders Pfefferminz- oder Kamillentee
  • warmes Bad mit Lavendel oder Schafgarbe
  • etwas sanfte Bewegung
  • bei Sodbrennen Milch, Weißbrot und hochgelagerte Stellung
  • sanfte Bauchmassagen mit wenig Druck
  • Verzicht auf Kaffee, Nikotin, scharfe und stark gewürzte Lebensmittel

Wärme ist grundsätzlich eine gute Antwort auf die Frage: „Was hilft bei Magenschmerzen?“ Bei Babys und Kleinkindern empfiehlt sich dafür ein Körnerkissen, diese Wärme empfinden sie als angenehmer als die Wärmflasche. Auch manche Erwachsene mögen es lieber. Ein warmes Vollbad mit Lavendel oder Schafgarbe kann ebenfalls Abhilfe schaffen. Während bei Stress Ruhe gut gegen Bauchweh hilft, tut etwas Bewegung, jedoch kein Extremsport, bei der Durchblutung des Magens gut – auch das kann bereits Abhilfe schaffen. Bei Sodbrennen sollte der Patient den Oberkörper höher lagern, so kann die Magensäure nicht mehr ungehindert in die Speiseröhre gelangen. Milch und Weißbrot helfen, das unangenehme Brennen zu beruhigen. Bei Sodbrennen und Bauchschmerzen sollten scharfe Gewürze, Kaffee, Zigaretten und Alkohol grundsätzlich vermieden werden, da sie die Beschwerden nur verschlimmern. Tee mit Heilpflanzen wie Pfefferminz und Kamille dagegen kann beruhigend wirken.

Medikamente bei Magenbeschwerden

Patienten, die häufiger unter Magenbeschwerden leiden, brauchen medikamentöse Hilfe. Besonders bei Sodbrennen gibt es gut verträgliche Medikamente, die das unangenehme Brennen binnen Minuten abstellen und dem Patienten einen beschwerdefreien Alltag ermöglichen. Tabletten oder Gels sind besonders empfehlenswert, da sie schnell wirken. Sie können zwar als Sofortmaßnahme eingenommen werden, die Ursache des Sodbrennens muss bei wiederkehrendem Schmerz jedoch abgeklärt werden. In Frage kommen auch Medikamente, die die Aggressivität der Magensäure eindämmen, der Wirkstoff Omeprazol hat sich als wirksames Medikament erwiesen. Behandlungsbedürftig kann auch das Erbrechen sein, wenn bereits Übelkeit entstanden ist. Vor allem häufiges Erbrechen in kurzen Zeiträumen kann aufgrund des Flüssigkeitsverlusts problematisch werden und muss medikamentös gestoppt werden. Danach wird die Magenflora durch orale Einnahme wieder aufgebaut. Bei Patienten, die aufgrund anderer Medikamente an Magenbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen leiden, können Antiemetika verschrieben werden, die gegen all das helfen. Vor allem Krebspatienten, die aufgrund ihrer Chemotherapie die Frage stellen: „Was hilft bei Magenschmerzen?“, muss eine derart dauerhafte Medikation verschrieben werden.

Was hilft bei Magenschmerzen außergewöhnlicher Art?

Ein Kind, dem es vor wenigen Stunden noch blendend ging, leidet plötzlich unter heftigen Bauchschmerzen. Ein anderes übergibt sich mindestens einmal pro Stunde. Ein Erwachsener leidet unter ziehendem, reißendem Bauchschmerz an der Bauchdecke, der weder besser noch schlechter wird, aber sehr empfindlich auf Bewegung reagiert. Jeder Mensch leidet ab und zu unter Bauchschmerzen, teils sind sie auch ganz harmlos. Folgende Erscheinungsformen sollten jedoch ärztlich abgeklärt werden, da sie andere Ursachen haben können:

  • ziehender, reißender Schmerz
  • häufiges Erbrechen und/oder starke Durchfälle
  • plötzlich eintretender, schlimmer werdender Schmerz
  • Bauchschmerzen, die mittig beginnen und in den rechten Unterbauch wandern
  • blutiger Stuhl und/oder Erbrechen
  • Fieber
    Extreme Bauch- oder Magenschmerzen sollten unbedingt von Facharzt begutachtet werden

    Extreme Bauch- oder Magenschmerzen sollten unbedingt von Facharzt begutachtet werden

Magenbeschwerden, die oberflächlich von der Bauchdecke kommen, könnten einen Nabelbruch andeuten. Plötzliches, starkes Erbrechen oder Durchfälle sind vor allem bei Kindern problematisch, da diese den Flüssigkeitsverlust oft nicht gut verkraften und ärztlich beobachtet werden müssen. Diese Erscheinungen deuten auf eine starke Unverträglichkeit hin und könnten sogar auf eine Lebensmittelvergiftung hindeuten. Diese muss ärztlich untersucht und notfalls auch behandelt werden. Erst dann können Hausmittel wie Wärmflaschen zum Einsatz kommen. Bedenklich sind in diesem Zusammenhang auch Erkältungs- und Entzündungssymptome wie Fieber, da sie normalerweise nicht zusammen mit gewöhnlichen Magenschmerzen auftreten. Wandert der Schmerz gleichzeitig von der Magenmitte in den rechten Unterbauch (sehr selten bei spiegelverkehrten Organlagen in den linken Unterbauch), ist das ein Hinweis auf eine Blinddarmentzündung. Selbst gewohnte Symptome, die sonst entweder mit Hausmitteln oder Medikamenten behandelt wurden, aber sich in letzter Zeit verändert, verschlimmert oder häufiger aufgetreten sind, sollten ärztlich untersucht werden, da jede Veränderung körperlicher Symptome auf eine unsichtbare Veränderung im Körperinneren hindeutet.

 

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