Menschen mit unreiner Haut leidet oft an ihrem so veränderten Äußeren. Sind die Betroffenen junge Mädchen oder Frauen, lassen sie sich oft die Antibabypille bei Akne verschreiben. Obwohl die Pille in erster Linie unerwünschte Schwangerschaften verhindern soll, ist sie für diverse Akne Geplagten das Mittel der Wahl

Antibabypille bei Akne – tatsächliche Wirkung?

Andere Frauen wiederum schätzen auch die anderen Vorteile, die die hormonellen Kontrazeptiva mit sich bringen. Die Hersteller reagieren ihrerseits auf die weiblichen Wünsche nach mehr körperlicher Attraktivität, indem sie ihre Verhütungsmittel wie Schönheitspräparate vermarkten. So wirbt beispielsweise Jenapharm ganz gezielt mit dem Beauty Effekt seiner Antibabypille. Dass in diesem Zusammenhang auch andere gesundheitliche Vorteile hervorgehoben werden, versteht sich von selbst.

Wie Akne entsteht

Zur Bildung von Akne kommt es erstmals in der Pubertät. Bei Jungen und Mädchen werden vermehrt Androgene (männliche Geschlechtshormone) ausgeschüttet. Sie sorgen für eine verstärkte Talgdrüsen-Produktion. Zugleich wird die Herstellung körpereigenen Keratins angeregt. Die verstopften Talgdrüsen werden sofort mit einer Hornschicht bedeckt, sodass es zur Bildung von Mitessern kommt. Kratzt der Betroffene nun die betreffende Stelle auf, werden die Mitesser durch eindringende Bakterien infiziert. Der Pickel fängt an zu eitern. Da sich die meisten Talgdrüsen im Gesicht befinden, blüht die Akne auf Stirn und Kinn am stärksten. Manche Patienten haben sogar auf Rücken und Dekolleté Pusteln.
In der Regel reicht es aus, normale Mittel gegen unreine Haut aufzutragen. Sie wirken desinfizierend und Haut klärend. Bei starker Akne empfiehlt sich jedoch der Gang zum Hautarzt, der dann ein spezielles Mittel gegen die Pickel verschreibt. Es ist speziell auf die beim Patienten vorliegende Form der Akne abgestimmt. Entzündliche Akne muss anders behandelt werden als nicht entzündliche. Gerade bei jungen Mädchen ist es nicht nötig, die Pille gegen Pickel zu verschreiben – es sei denn, sie dient auch der Empfängnisverhütung. Die pubertäre Akne verschwindet meist in der Mitte des zweiten Lebensjahrzehnts: Nur etwa 4 Prozent der Erwachsenen haben auch danach noch die entstellenden Pusteln und Pickel. Von ihnen benötigt jeder Dritte ärztliche Hilfe bei der Behandlung seine Akne. Bei Frauen hängt das Wiederaufblühen der Akne unmittelbar mit den Hormonschwankungen im weiblichen Körper zusammen: Während Schwangerschaft, Monatsblutung und in den Wechseljahren ist die Gesichtshaut besonders fettig und neigt zu Unreinheiten. Das gilt sogar für die Zeit kurz nach dem Absetzen der Pille, da der Körper einige Monate benötigt, um sich auf die veränderten hormonellen Verhältnisse einzustellen. Grundsätzlich gilt, dass die Neigung zu unreiner Haut genetisch bedingt ist. Das Auftreten von Akne begünstigen bestimmte Lebensmittel (meist fettreiche und süße), Medikamente und starker seelischer Stress.

Narbige Rückstände von Akne

Narbige Rückstände von Akne

Wie die Antibabypille bei Akne hilft

Generell gilt, dass zwar viele Pillen gegen Akne helfen, aber dass sie nicht bei allen Formen der berüchtigten Hauterkrankung gleichermaßen gut geeignet sind. Die Cochrane Collaboration, ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlern, untersuchte seinerzeit 31 vergleichende wissenschaftliche Studien, in denen es um die Wirkung verschiedener Antibabypillen bei Akne ging. Das untersuchte Material bestand aus Vergleichsstudien zweier Pillen gegen Pickel und aus Placebo kontrollierten Hautpillen-Untersuchungen. Bei allen damals getesteten Verhütungsmitteln konnte eine mehr oder weniger intensive Haut-bessernde-Wirkung nachgewiesen werden. Allerdings muss die jeweils verordnete Pille gegen Akne einige Monate lang eingenommen werden, bevor der positive Effekt äußerlich sichtbar ist.
Problematisch ist der Umgang junger Minderjähriger mit dem Thema Pille gegen Pickel: Es sind insbesondere junge Frauen unter 16 Jahren, die den Frauenarzt aufsuchen und um Verschreibung der Antibabypille bei Akne bitten. Sie lassen sich das Verhütungsmittel verschreiben, auch wenn sie gar nicht verhüten müssen. Außerdem sind sie meist nicht in der Lage, über bestimmte, in ihrer Familie vorherrschende, Erkrankungen Auskunft zu geben. Daher kann man davon ausgehen, dass sich die jungen Mädchen nicht der Risiken bewusst sind, die sie mit der Einnahme der Pille gegen Pickel eingehen. Obwohl Ärzte die Hautpille nur dann verschreiben dürfen, wenn sie zur Verhütung benötigt wird, passiert es dennoch, dass sie wegen der Akne verordnet wird – was laut Heilmittelwerbegesetz (HWG) eigentlich verboten ist. Um das Risiko von Schädigungen durch die Nebenwirkungen weitgehend zu minimieren, empfiehlt es sich, beim Haut oder Frauenarzt unbedingt einen Hormonstatus machen zu lassen und mit ihm über familiär gehäuft auftretende Erkrankungen und persönliche Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Bluthochdruck und krankhaft erhöhten Cholesterinspiegel ausführlich zu sprechen. So erhält die Patientin das für sie am besten geeignete Präparat.

Wie die Antibabypille bei Akne wirkt

Die besten Hautpillen sind Präparate, die neben dem künstlichen Östrogen auch Ethinylestradiol Gestagene enthalten. Sie sind dem natürlichen Gelbkörperhormon nachgebildet und führen zu verringerter Produktion männlicher Hormone (anti-androgener Effekt). Zu den Gestagenen, die in der Antibabypille bei Akne vorkommen, gehören:

  • Norethindron
  • Norgestimat
  • Levonorgestrel
  • Cyproteronacetat
  • Drospirenon
  • Chlormadinonacetat
  • Dienogest
  • Desogestrel

Die stärksten Antiandrogene sind Cyproteronacetates ist in Deutschland nicht zur Empfängnisverhütung zugelassen –, Drospirenon, Chlormadinonacetat und Dienogest. Antibabypillen mit diesen Anti-Androgenen sind am besten als Pille gegen Pickel geeignet. Das gilt übrigens für Mikro und Minipillen gleichermaßen. Die Antiandrogene sorgen zusammen mit dem weiblichen Geschlechtshormon Ethinylestradiol dafür, dass die Talgdrüsen der Haut weniger Talg produzieren, sodass es nicht zu Mitessern kommt, die sich entzünden können.

Vor- und Nachteile der Antibabypillen gegen Akne

Außer der Hautbild verbessernden Wirkung schätzen Patientinnen die Gestagen haltigen Pillen gegen Pickel noch zusätzlich wegen folgender positiver Eigenschaften:

  • Sie mildern oder beseitigen die während der Menstruation auftretenden Schmerzen
  • Sie verhindern die Bildung von Ödemen und eine Gewichtszunahme (das gilt vor allem für das Drospirenon)
  • Sie schwächen die Monatsblutung ab
  • Sie wirken zu starkem Haarwuchs auf dem Körper (Hypertrichose) entgegen
  • Sie sorgen für schönes volles Haar und wirken gegen Haarausfall

Haupt-Nebenwirkungen der Gestagene sind:

  • Kopfschmerzen/Migräne
  • Übelkeit
  • Spannungsgefühl in den Brüsten
  • depressive Verstimmungen
  • mangelnde Libido
  • leicht erhöhtes Thrombose-Risiko

Auch wenn die heutigen Antibabypillen die Wirkstoffe in wesentlich niedrigerer Konzentration enthalten, kann man das Auftreten von Nebenwirkungen immer noch nicht ganz ausschließen. Ob sie auftreten und – falls ja – welche von ihnen auftreten, ist von Patientin zu Patientin verschieden.

diese Pillen helfen wirklich gegen Akne

diese Pillen helfen wirklich gegen Akne

Die besten Pillen gegen Akne

Wie der Antibabypillen Vergleich zeigt, gibt es nur wenige Pillen gegen Pickel, die für bessere Haut sorgen und zugleich für den weiblichen Körper gut verträglich sind. In punkto Empfängnisverhütung sind sie alle gleich gut geeignet.

  • Drospirenon enthalten beispielsweise: Yasmin, Yasminelle, Aida, Aliane, Yirala und YAZ
  • Pillen mit dem Gestagen Cyproteronacetat sind: Diane (Bella Hexal 35), Femogyn und Feminac
  • Dienogest ist Bestandteil von: Valette (Generikum: Maxim)
  • Chlormadinon kommt in den folgenden Antibabypille bei Akne vor: Belara, Balanca und Bellissima

Die stärkste Wirkung gegen Akne hat die Diane 35. Zweitbeste Hautpille ist die Valette. Auf Platz 3 in punkto Pickel-Beseitigung befindet sich die Yasmin. Die Belara erreicht den vierten Platz.

Diane – beste Wirkung gegen starke Akne, aber umstritten

Die Diane, 1987 von Schering hergestellt und mittlerweile von Bayer vertrieben, ist in Deutschland nicht als Antibabypille, sondern als Mittel der Akne-Therapie zugelassen. Die Empfängnis verhütende Wirkung des Medikaments ist lediglich positiver Begleit-Effekt. Die Diane 35 enthält 0,035 mg Ethinylestradiol und 2 mg Cyproteronacetat. Sie hat eine exzellente Wirkung auf Akne geschädigte und fettige Haut, die zu Seborrhoe neigt und wird immer dann verordnet, wenn andere geeignete Akne-Mittel nicht das gewünschte Ergebnis bringen. Die Diane 35 ist ein niedrig dosiertes Anti-Akne-Präparat, das von den Patientinnen außerdem wegen seiner Haarausfall und übermäßige Körper-Behaarung verhindernden Wirkung geschätzt wird. Es mindert darüber hinaus Menstruationsbeschwerden und sorgt für eine schwächere Blutung. In die Schlagzeilen geriet die Diane, als es in Frankreich innerhalb von 20 Jahren zu vier Thrombose-Fällen mit tödlichem Ausgang kam, woraufhin die französische Gesundheitsbehörde die Diane in Frankreich verbot. Obwohl die Pille gegen Pickel auch dort lediglich als Akne-Mittel zugelassen war, hatten diverse Mediziner sie ihren Patientinnen als Verhütungsmittel verordnet. Da die Einnahme der Diane laut Herstellerangaben ein erhöhtes Leberkrebs-Risiko mit sich bringt, wird sie seit Mitte der 1990-er Jahre nur noch als Pille gegen Akne verschrieben.

Valette (Hersteller: Jenapharm)

Verschiedene klinische Tests ergaben, dass die Valette spätestens drei Monate nach ihrer ersten Einnahme für ein verbessertes Hautbild bei Akne-Patientinnen sorgt. Sie enthält 0,03 mg künstliches Östrogen und 2 mg Dienogest und wird verschrieben, wenn andere lokal eingesetzte Akne-Mittel nicht helfen und keine Gegenanzeigen seitens der Patientin bestehen. Die Hautpille zeigt insbesondere bei mittelschwerer Akne eine hohe Wirksamkeit. Zu den am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen gehören Brustschmerzen, Unterbauch-Beschwerden und Kopfschmerzen.

Yasmin (Hersteller: Bayer)

Neben der Aida und der YAZ ist die Yasmin die hierzulande am häufigsten verschriebene Antibabypille bei Akne. Sie enthält 0,03 mg Ethinylestradiol und 3 mg Drospirenon. Dank ihrer niedrigen Hormon-Konzentration ist die Mikropille ausgesprochen gut verträglich. Das Antiandrogen Drospirenon sorgt für reine Haut und bekämpft die überschüssige Talg-Produktion wirkungsvoll. Das Einphasen-Präparat ist auch deshalb so beliebt, weil es keine Gewichtszunahme verursacht und das Auftreten von Menstruationsschmerzen unterbindet. Unter der Einnahme der Yasmin kommt es außerdem zu abgeschwächten Blutungen. Während der ersten drei Monate kann es in 1 bis 10% der Fälle zu folgenden Yasmin Nebenwirkungen kommen:

  • Kopfschmerzen/Migräne
  • depressive Verstimmungen
  • Übelkeit
  • Candidose (Pilzinfektion)
  • Zwischenblutungen
  • verstärkter Ausfluss
  • Brustschmerzen

Die niedriger dosierte Variante Yasminelle hat keine so intensive Wirkung auf Pusteln und Pickel.

 

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