Tadalafil wird in Deutschland und der Schweiz unter dem Handelsnamen Cialis (Hersteller: Lilly Pharma) vertrieben und ist verschreibungspflichtig. Das Medikament ist seit November 2002 in der EU zugelassen. Tadalafil wird zur Behandlung von erektiler Dysfunktion, pulmonaler arterieller Hypertonie und zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms verschrieben.

Das Medikament Cialis beinhaltet den Wirkstoff Tadalafil

Das Medikament Cialis beinhaltet den Wirkstoff Tadalafil

Tadalafil: Anwendungsgebiete und Wirkung

Der Wirkstoff Tadalafil zählt zu der Gruppe der Phosphodiesterasehemmer (PDE-5-Hemmer) und fördert die direkte Durchblutung im Penis. Der Wirkungseintritt von Tadalafil erfolgt zeitnah, weshalb die Einnahme in einem Zeitraum von 30 Minuten bis zu 12 Stunden vor einer geplanten sexuellen Aktivität erfolgen kann. Tadalafil dient dazu, Erektionsstörungen zu verringern und wird zur Behandlung bei einer erektilen Dysfunktion (ED) eingesetzt. Der Wirkstoff führt nicht automatisch zu einer Erektion und hat keine luststeigernde Wirkung, sondern verbessert die Fähigkeit der Erektion bei sexueller Erregung. Tadalafil hemmt das Enzym „Phosphodiesterase-5 (PDE-5), das dafür verantwortlich ist, dass die Erektion im Penis abgebaut wird und verhindert somit, dass der Schwellkörper durch einen Mangel an Durchblutung abstirbt. Wird das PDE-5 gehemmt, so erfolgt bei einer sexuellen Stimulation leichter eine Erektion. Das cGMP (cyclisches Guanosinmonophosphat) bleibt länger im Organismus, wodurch sich die Entspannung der Muskeln verstärkt und die Erektion verbessert. Tadalafil wirkt nur bei Männern, die sexuell erregt sind. Durch die sexuelle Stimulation erfolgt ein rascher Blutstrom im Schwellkörper. Um diese zu erreichen, müssen sich die Arterien erweitern, was nur möglich ist, wenn die umliegende Muskulatur erschlafft. Durch die sexuelle Stimulation setzt sich der Botenstoff „NO“ (Stickstoffmonoxid) frei, der im Schwellkörper dazu führt, dass die Muskelzellen erschlaffen und so den Blutstrom und die Erektion ermöglicht. cGMP wird über das Enzym Phosphodiesterase wieder abgebaut. Durch Tadalafil wird dieses Enzym blockiert, was dazu führt, dass die Erektion verbessert wird, weil sich die Muskeln entspannen können. Durch eine Erektion wird die Wirkdauer von Tadalafil nicht beeinflusst, weshalb es je nach männlicher Konstitution wiederholt zu einer Ejakulation kommen kann. Seit November 2012 erhielt der Wirkstoff eine Indikationserweiterung und wird seitdem auch zur Behandlung gegen das „benignes Prostatasyndrom“ verschrieben.

 

Dosierung und Einnahme von Tadalafil

Tadalafil wird in Tablettenform in den Dosierungen von 10 und 20 Milligramm verabreicht. Empfohlen wird, ca. eine halbe Stunde vor dem Geschlechtsverkehr eine Tablette einzunehmen. Tadalafil verfügt über eine lange Wirkung, weshalb die Einnahme bis zu zwölf Stunden vor einem möglichen Geschlechtsverkehr erfolgen kann.

Chemische Verbindung von Tadalafil

Chemische Verbindung von Tadalafil

 

Um eine erektile Dysfunktion zu behandeln, kann der Wirkstoff in verminderter Dosierung von 2,5 bis 5 Milligramm täglich verabreicht werden. Im Rahmen der Konstanztherapie sorgt die Einnahmen von Tadalafil dafür, dass der Wirkstoff permanent im Körper verbleibt und do auch spontane sexuellen Aktivitäten möglich sind.
Bei höheren Dosierungen ab 10 mg ist eine Einnahme über einen längeren Zeitraum kontraindiziert. Das Mittel gegen erektile Dysfunktion ist auch bei Männern wirksam, die an der Zuckerkrankheit (Diabetes Mellitus) leiden. In diesem Rahmen werden als Anfangsdosis 10 Milligramm des Wirkstoffs empfohlen. Die Maximaldosis beträgt bei einem Mann mit Diabetes Mellitus 20 Milligramm täglich.
Tadalafil kann nüchtern oder nach einer Mahlzeit eingenommen werden. Bei schwerverdaulichen oder sehr fettreichen Lebensmitteln kann die Wirkung verzögert eintreten. Aufgrund der Langzeitwirkung wird Tadalafil auch als „Wochenendpille“ bezeichnet.

 

Nebenwirkungen von Tadalafil

Im Praxistest wurden Muskelschmerzen attestiert, die nicht ernsthafter Natur sind und sich über mehrere Tage erstrecken können. Berichtet wurde von plötzlichem Hörverlust, der von Schwindel oder Tinnitus begleitet war. Häufiger kann es unter der Einnahme von Tadalafil zu Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder einer verstopften Nase kommen. Gelegentlich wurde von Müdigkeit, Tachykardie oder einem trockenen Rachen berichtet. Zu einer Dauererektion kommt es in sehr seltenen Fällen. Männer, die zu Priapismus (Dauererektionen) neigen oder deren Penis anatomisch deformiert ist, sollten Tadalafil mit Vorsicht unter ärztlicher Überwachung einnehmen.

 

Wechselwirkungen und Gegenanzeigen

Kontraindiziert ist die gleichzeitige Einnahme von Tadalafil mit „NO-Donatoren“ und „organischen Nitriten„. Durch die Kombinationswirkung kann es zu einem starken Abfall des Blutdrucks kommen. Im Rahmen der Kombinationswirkung ist auf die lange Halbwertzeit von Tadalafil zu achten. Bei der Einnahme von Tadalafil sollte darauf geachtet werden, dass 36 Stunden vor der Gabe keine kontraindizierten Medikamente verabreicht wurden.

  • Als NO-Donatoren (oft auch organische Nitrite) werden Medikamente bezeichnet, welche in der glatten Gefäßmuskulatur Stickstoffmonoxid (NO) freisetzen und dadurch gefäßerweiternd wirken. Die gefäßerweiternde Wirkung kann in Kombination mit der Einnahme von PDE-5-Hemmern zu gefährlichen Blutdrucksenkungen führen.

Selten werden Herz-Kreislauferkrankungen beobachtet. Nicht geeignet ist Tadalafil, wenn gleichzeitig mit weiteren potenzfördernden Mitteln behandelt wird. Männer, die unter Hypotonie (niedriger Blutdruck) neigen, sollten auf die Einnahme verzichten. Liegen schwere Herz-, Leber- und Nierenerkrankungen vor, ist von einer Einnahme abzusehen. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten ebenfalls Tadalafil nicht zu sich nehmen.

 

Einnahme bei Impotenz und Lungenhochdruck geläufig – Doch was ist das benigne Prostatasyndrom?

 Neben den geläufigen Anwendungsgebieten der erektilen Dysfunktion und des Lungenhochdrucks, wird das Medikament Cialis unter Umständen ebenfalls zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms verschrieben. Der Wirkstoff Tadalafil wurde hierzu bei diagnostisch gesichteter BPH zugelassen. Verordnet wird das Präparat in einer geringen Dosierung von 5mg.

  • Die zwei erhältlichen Niedrigdosierungen von 2.5mg und 5mg werden vom Hersteller Lilly unter dem Namen „Cialis daily“ vermarktet. Es ist in den geringen Wirkstoffkonzentrationen das einzige Mittel gegen erektile Dysfunktion, welches zur täglichen Einnahme verschrieben werden kann.

 

Das benige Prostatasyndrom, auch BPH (Benigne Prostatahyperplasie) ist eine gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Bestandteil der Prostata). Unsere Harnwege differenzieren sich in einen oberen und einen unteren Bereich. Symptome des BPH äußern sich in aller Regel in den unteren Harnwegen. Resultieren können diese Symptome in starken Harnwegsinfektionen und Blasensteinen. Im schlimmsten Fall kommt es zu heftigen Komplikationen mit der Niere und Nierenfunktionsstörungen.
Obwohl der Wirkstoff Tadalafil zur Behandlung von BPH verschrieben werden kann, ist er nicht das klassisch verschriebene Arzneimittel. Zur Behandlung des benignen Prostatasyndroms werden in erster Linie Alpha-Rezeptorenblocker, 5-Alpha-Reduktase Hemmer und Muskarinrezeptorantagonisten verordnet. Oftmals in einer Kombinationstherapie, um die Beschwerden bestmöglich zu lindern. Auch existieren einige pflanzliche Mittel, deren Wirksamkeit jedoch nicht belegt ist. Für Patienten, welche an starken Nebenwirkungen leiden oder auf eine medikamentöse Therapie nicht ansprechen, ist ebenfalls ein operativer Eingriff zur Linderung der Beschwerden möglich.
Schlussendlich ist zum PDE-5-Hemmer Tadalafil anzubringen, dass die Behandlung des BPH mit Cialis eine Indikation darstellt, welche kassenärztlich abgesetzt werden kann. Entgegen der erektilen Dysfunktion, bei welcher die medikamentöse Behandlung nicht als unbedingt notwendig, sondern zur Steigerung der Lebensqualität eingestuft wird, handelt es sich bei der Behandlung des Prostatasyndroms nicht um eine Indikation, welche zum Verordnungsausschluss führt.

 

Bildquellen:
dolgachov/Bigstock.com
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