Was sind Zecken?

Zecken zählen zu den Milben. Alle Zecken sind blutsaugende Parasiten und einige unter ihnen zählen zu den größten vorkommenden Milbenarten. Weltweit existieren etwa 900 verschiedene Zeckenarten. Eine ausgewachsene Zecke besitzt wie alle Spinnentiere acht Beine. Die Parasiten leben vom Blut ihrer Wirte und kommen weltweit vor. In Deutschland ist der Gemeine Holzbock die meistverbreitete Zeckenart. Die Milben verfügen über charakteristische Mundwerkzeuge, die ihnen den Saugvorgang ermöglichen. Der zentrale Stechrüssel ist mit Widerhaken besetzt.
Beim Saugvorgang ritzt der Parasit die Haut ein und führt den Stechrüssel in die Wunde ein. Beim Saugvorgang wird Speichel in die Wunde abgegeben, um diese offen zu halten. Im Speichel sind Bakterien und Viren enthalten, welche dafür verantwortlich sind, dass die Milbe als gefährlicher Krankheitsüberträger gilt. Zecken können mehr Krankheiten übertragen als jeder andere bekannte Parasit und das ohne selbst zu erkranken.

Zecken beißen sich in der Haut fest und können Krankheiten übertragen!

Zecken beißen sich in der Haut fest und können Krankheiten übertragen!

Wo leben Zecken in der Natur?

Früher war die Annahme weit verbreitet, die Milben würden von den Bäumen herabfallen. Diese These kann jedoch nicht bestätigt werden. Der Lebensraum von Zecken übersteigt generell eine Höhe von 1,5 Metern über dem Erdboden nicht. Zecken sitzen an Farnen und Gräsern, in Gestrüpp oder im Unterholz. Der Mensch steift sie beim Vorübergehen ab und schon befinden sie sich am Körper ihres neuen Wirtes.

Wo halten sich Zecken am Körper bevorzugt auf?

Die Spinnentiere können am menschlichen Körper stundenlang auf Wanderschaft gehen, bis sie sich an einer Stelle niederlassen und den Saugvorgang beginnen. Bevorzugt werden weiche Haut und ein feuchtes Milieu. Häufig sind die Parasiten in den Kniekehlen, unter den Achseln, auf der Kopfhaut oder auch hinter dem Ohr und im Schambereich zu finden. Auch am Bauch oder an der Innenseite der Oberschenkel befinden sich Hautpartien, die von den Parasiten bevorzugt werden.

Wie lassen sich Zecken erkennen?

Die Milben sind zwar nur wenige Millimeter groß, lassen sich mit bloßem Auge jedoch gut erkennen. Zecken besitzen einen braunschwarzen Kopf und auffallend lange Mundwerkzeuge. Am Körper ist das Tier von hellerer Farbe.

Da Zecken ihre Einstichstelle betäuben, bleibt der Zeckenstich oft lange unbemerkt.

Daher sollten nach einem Aufenthalt in Wald und Flur oder auch im Hausgarten besagte Körperpartien gründlich auf das Vorhandensein von Zecken hin untersucht werden.

 

WICHTIGE LINKS und Infos über Zecken

Welche Krankheiten übertragen Zecken?

Zecken können auf ihre Wirte eine ganze Reihe von Krankheiten übertragen. Relevant für den Menschen sind Borreliose und FSME.

Borreliose ist die in unseren Breiten am häufigsten durch Zecken auf den Menschen übertragene Krankheit. Eine Übertragung ist deutschlandweit möglich und auch in Städten oder Kleingärten ist man nicht vor einer Ansteckung geschützt. In Berlin und den neuen Bundesländern ist Borreliose meldepflichtig. Die Zahl der Neuerkrankungen wird in Deutschland jährlich auf etwa 80.000 geschätzt. Die Erkrankung macht sich durch die charakteristische Wanderröte und grippeähnliche Symptome bemerkbar. Frühzeitig erkannt ist Borreliose mit Medikamenten gut behandelbar. Eine Impfmöglichkeit existiert bislang nicht.

Einen dramatischeren Verlauf nimmt FSME, denn bei der Frühsommer-Meningoenzephalitits werden Hirnhäute und Gehirn angegriffen. Die Erkrankung kann nicht nur im Frühsommer, sondern bis in den Herbst hinein übertragen werden. Die durch Viren übertragene Erkrankung verläuft in zwei Phasen. Zunächst ähnelt die Symptomatik mit Kopfschmerzen, Fieber und Nackensteifigkeit denen einer Sommergrippe. Mit etwas Glück weitet sich das Krankheitsbild nicht weiter aus und ein zweiter Schub bleibt aus. Nimmt FSME einen unglücklicheren Verlauf, dann wird das zentrale Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen. Die Folge kann eine Hirnhautentzündung sein.

Schutzmaßnahmen vor Zecken sind am besten von Fuß ab zu treffen: Lange Hosen und Strümpfe schützen vor direktem Kontakt der Zecke mit der Haut

Schutzmaßnahmen vor Zecken sind am besten von Fuß ab zu treffen: Lange Hosen und Strümpfe schützen vor direktem Kontakt der Zecke mit der Haut

Diese ist begleitet von Fieber und starken Kopfschmerzen, heilt jedoch meist nach wenigen Tagen ohne Folgeschäden aus. Ist das ganze Gehirn betroffen, ist die Lage dramatischer. Bewusstseinsstörungen, Sprachschwierigkeiten oder Lähmungen zählen zu den Krankheitsbildern. Etwa ein Viertel aller Infizierten müssen mit Folgeschäden leben. Für das Auftreten von FSME sind bestimmte Gebiete als Gefahrenzonen ausgewiesen, darunter Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen. In diesen Kerngebieten können bis zu 5% aller Zecken das Virus in sich tragen. In 30% aller Fälle findet tatsächlich eine Übertragung statt.

Wie sollte man sich nach einem Zeckenstich verhalten?

Oftmals wird ein Zeckenstich nicht auf den ersten Blick erkannt, denn die Zecke betäubt die Einstichstelle und der Betroffene merkt zunächst nichts vom Einstich. Ist die Einstichstelle gefunden, dann sollte die Zecke baldmöglichst entfernt werden. Je länger sich die Zecke in der Haut verankert, desto höher ist das Infektionsrisiko.

Wer die Zecke innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Einstich entfernt, besitzt ein deutlich geringeres Risiko, sich zu infizieren.

Die Zecke sollte nicht ruckartig entfernt und dabei gequetscht werden. Denn dies führt dazu, dass weiteres Sekret in die Wunde abgegeben wird und das Infektionsrisiko weiter ansteigt. Um eine Zecke fachmännisch zu entfernen, sind mehrere Werkzeuge im Handel. Mit einer handelsüblichen Pinzette sollte die Zecke gerade mit leichten Hin- und Herbewegungen entfernt werden. Einfacher lassen sich die Parasiten mit speziellen Zeckenzangen herauslösen. Auch Zeckenkarten sind eine Möglichkeit. Dabei wird die Zecke eingeklemmt und mit der Karte herausgehebelt.

Wer Gewissheit haben möchte, ob er sich infiziert hat, der kann eine PCR-Untersuchung veranlassen und die Milben auf Borrelien hin testen lassen. Kassen zahlen in der Regel nicht. Die Kosten für diesen Test können bis zu 100 Euro betragen. Es sind auch Tests für den Hausgebrauch erhältlich, diese sind allerdings keine verlässliche Größe. Erstes Anzeichen einer Infektion ist die sogenannte Wanderröte. Auch wenn nach dem Einstich unspezifische Beschwerden wie Fieber oder Gelenkschmerzen auftreten, sollte ein Arzt hinzugezogen werden.

Wie lässt sich Zeckenstichen vorbeugen?

Wer im Wald unterwegs ist, der sollte helle Kleidung tragen. Die Tiere lassen sich so leichter ausmachen und sofort entfernen. Wichtig ist geschlossene Kleidung. So sollten die Socken über die Hosenbeine gezogen oder Gummistiefel getragen werden. Insektenabweisende Mittel aufzutragen bietet nur einen begrenzten Zeitraum über Schutz. Da die Parasiten nicht sofort stechen ist auch das regelmäßige Absuchen des Körpers nach dem Aufenthalt im Freien eine gute Vorbeugung gegen Zeckenstiche. Gegen FSME kann man sich impfen lassen. Ein Basisschutz wird nach einer dreimaligen Impfung pro Jahr erreicht. Eine Auffrischung wird in fünfjährigen Abständen empfohlen. Die Impfungen sind für Kinder ab einem Jahr möglich und werden in verschiedenen Risikogebieten von den Kassen übernommen.

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