Augenflimmern – und wie man es behandelt

Unter Augen-Flimmern (Flimmerskotom) versteht man eine Sehstörung, die plötzlich auftritt. Dabei sehen die Betroffenen eine Art Schnee, wie man ihn von gestörten Fernseh-Bildschirmen kennt. Mitunter kommt es sogar zum teilweisen Ausfall des Gesichtsfelds. Andere Patienten berichten von grellen Lichtblitzen, die plötzlich auftauchen oder von Fädchen und Punkten. Mitunter wird das Augen-Flimmern noch von anderen Symptomen wie beispielsweise Kopfschmerzen, Übelkeit und Koordinationsstörungen begleitet.

Bei der Sehstörung handelt es sich um kein eigenständiges Krankheitsbild. Sie ist entweder harmlos oder ein Symptom einer Grunderkrankung. Obwohl es meist harmlos ist, wird plötzliches Augenflimmern von den meisten Menschen als beunruhigend empfunden. Kommt es jedoch häufiger vor oder taucht es zusammen mit anderen Symptomen auf, sollte der Betroffene baldmöglichst einen Augenarzt aufsuchen. Übrigens: Augen-Flimmern hat nichts mit Augenzucken zu tun.

Augenflimmern – mögliche Ursachen

Die Augenflimmern Ursache konnte bisher wissenschaftlich noch nicht geklärt werden. Man vermutet Durchblutungsstörungen im Gehirn, die ein- oder beidseitig auftreten können. Meist ist die Sehstörung harmlos und erfordert daher keine medizinische Behandlung.

Harmloses Augenflimmern

Es kommt meist durch Stress (zu langes Arbeiten am Computer-Bildschirm, starke psychische oder physische Belastungen) zustande. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente sowie Alkohol und Drogen-Konsum können dazu führen.

Nährstoff-Mangel

Wird die Augen-Netzhaut nicht ausreichend mit

  • Vitaminen
  • Fettsäuren
  • Mineralstoffen wie Vitamin A, B, C, E
  • Zeaxanthin
  • Lutein
  • Zink
  • Omega-3 Fettsäuren

versorgt, kann es ebenfalls zum Flimmerskotom kommen.

Grüner Star

Bei älteren Menschen ist oft ein Grüner Star (Glaukom) Schuld. Die Sehstörung gehört zu den ersten Symptomen, mit denen sich die unbehandelt zur Erblindung führende Augenkrankheit zeigt. Ein weiteres Glaukom-Anzeichen sind einseitige Kopfschmerzen. In einem solchen Fall sollte der Betroffene sofort zum Augenarzt gehen.

Migräne

Auch Migräne kündigt sich oft mit dem Flimmerskotom an. Ist die Sehstörung nach spätestens 10 Minuten vorüber und wird sie nicht von den migränetypischen starken Kopfschmerzen begleitet, handelt es sich um eine harmlose Augenmigräne.

Migröne und Kopfschmerzen treten oft parallel mit Augenflimmern auf

Migräne und Kopfschmerzen treten oft parallel mit Augenflimmern auf

Netzhautablösung

Tritt das Augenflimmern am Rand oder zusammen mit „Rußregen“ (schwarze Punkte) auf, sollte man sofort den Augenarzt aufsuchen. „Rußregen“ wird durch Löcher in der Netzhaut verursacht, die mit Kapillargefäß-Blutungen einhergehen und schnellstmöglich behandelt werden sollten, da es sonst zur Netzhautablösung und nachfolgenden Erblindung kommt. Eine Netzhautablösung kann auch durch Fremdkörper, Gewalteinwirkung oder Flüssigkeitseinlagerungen in den Netzhaut-Gefäßen bedingt sein.

Epilepsie

Das Flimmern vor den Augen kann auch im Rahmen der Aura auftreten, mit der sich ein epileptischer Anfall ankündigt. Dann geht es einher mit

  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Konzentrationsstörungen
  • Depressionen
  • Dissoziationen

Kreislauferkrankungen

Das Flimmern der Augen kann auch als Augenflimmern Bluthochdruck oder Augenflimmern Schlaganfall auftreten. In diesem Fall zeigt sie sich zusammen mit starker Übelkeit, anderen Sehstörungen, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Der Patient sollte dann schnellstmöglich im Krankenhaus behandelt werden.

Augenflimmern – so kann man es behandeln

Da das Augen-Flimmern lediglich ein Symptom ist, werden die zugrunde liegende Erkrankung behandelt oder der Auslöser beseitigt. Ist es stressbedingt, helfen Entspannungsübungen oder Pausen bei der Arbeit. Auch das Kühlen der Augen mit kaltem Wasser und mehr Schlaf können entlastend wirken.

Nährstoff-Mangel beseitigt man mit einer Ergänzung des täglichen Speiseplans durch Paprika, Karotten, Brokkoli, Rucola, Spinat, Grünkohl, Leinöl und andere gesunde Nahrungsmittel.

Augen-Flimmern durch chemische Substanzen

In diesem Fall muss man genau abwägen, ob das betreffende Medikament unbedingt eingenommen werden muss oder nicht bzw. wie störend das Augen-Flimmern für den Patienten ist. Notfalls verschreibt der Arzt ihm ein anderes Mittel. Bei starker Alkohol oder anderer Substanz-Abhängigkeit empfiehlt sich der schnellstmögliche Entzug.

Migräne

Sie wird meist mit Schmerzmitteln wie ASS oder Paracetamol behandelt. In schweren Fällen bekommt der Kranke Triptane verabreicht. Da Migräne meist von Erbrechen begleitet wird und die Mittel dann nicht dementsprechend aufgenommen werden können, verabreicht man noch zusätzlich Anti-Emetika. Das sind brechreizlindernde Medikamente.

Vermutet der Arzt eine neurologische Ursache der Migräne, wird der Patient zur Weiterbehandlung an den Neurologen überwiesen. Treten Augen-Flimmern und Migräne-Anfall während der Arbeit auf, sollte der Betroffene sofort eine Pause einlegen, da es sonst zu einer Überanstrengung der Augen kommen kann. Außerdem empfiehlt es sich, bei Migräne-Anfällen mit Augen-Flimmern nicht Auto zu fahren oder eine Maschine zu bedienen.

Netzhaut-Erkrankungen

Die harmlosere Netzhaut-Entzündung kann gut mit den klassischen Augen-Kräutern Augentrost oder Petersilie behandelt werden. Natürlich kann man sich auch Mittel vom Arzt verschreiben lassen. Eine schon abgelöste Netzhaut kann nur mit einer sofortigen Augenoperation behandelt werden. Der häufiger vorkommende Netzhaut-Riss wird mit dem Laser versiegelt.

Behandlung anderer Erkrankungen

Sie werden mit den entsprechenden Mitteln behandelt. Bei starker Kurzsichtigkeit erhält der Betroffene eine Brille oder Kontaktlinsen. Epileptische Anfälle werden mit Anti-Epileptika therapiert. Bluthochdruck-Patienten bekommen blutdrucksenkende Medikamente verabreicht, Diabetes-Kranke müssen sich Insulin spritzen.

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