Ursächlich für eine Erkrankung mit den Masern ist ein gleichnamige Virus, häufig auch Morbillivirus genannt. Die Infektionskrankheit tritt ausschließlich beim Menschen auf, obwohl der Typus des Erregers eine enge genetische Ähnlichkeit mit dem Hundestaupevirus und dem Rinderpesterreger aufweist.

Ursachen der Masern-Erkrankung

Definitionsgemäß handelt es sich bei den Masern um eine Kinderkrankheit, deren vermehrtes Auftreten vor allem im schulfähigen Alter zu beobachten ist. Anzumerken ist jedoch, dass auch Erwachsene ohne entsprechende Immunisierung an den Masern erkranken können. Hier ist, im Vergleich zu der Erkrankung bei Kindern, in der Regel von einem akuteren Verlauf auszugehen. Epidemieartige Ausbrüche sind aufgrund der Verbreitungsstrategie des Virus und der gesellschaftlichen Gegebenheiten häufig. Dennoch resultiert daraus nicht automatisch ein hundertprozentiges Risiko als Kind an den Masern zu erkranken.

Als simplen Verbreitungsweg nutzt das Virus feinste Tröpfchen, die durch Niesen, Husten oder beim Sprechen entstehen und als Überträger einer Infektion ausreichen. Bereits fünf Tage bevor die charakteristischen Symptome auftreten, ist die Erkrankung in höchstem Maße ansteckend. Gleiches gilt für die ersten vier Tage nach dem Abklingen der weiter unten geschilderten Symptomatik.

Die Inkubationszeit der Masern bewegt sich in einem Zeitraum zwischen acht und zehn Tagen. Gemäß Weltgesundheitsorganisation sind derzeitig 23 unterschiedliche genotypische Variationen des Virus existent. Anders als äußerst mutationsfreudige Erreger, wie beispielsweise das Influenzavirus, ist die Mutationsrate der Masern sehr gering. Außerhalb des menschlichen Organismus ist der Erreger anfällig für äußere Umwelteinflüsse. Erhöhte Temperaturen von mehr als 38°C, UV-Strahlung, Fettlöser und Desinfektionsmittel führen zu einer raschen Vernichtung.

Selbst wenn es zu keinem dieser schädigenden Einflüsse kommt, bleibt das Virus an der Luft nur zwei Stunden infektiös. Eine Erkrankung mit den Masern ist meldepflichtig und unverzüglich dem Gesundheitsamt mitzuteilen.

Symptome und Verlauf der Masern

Masern bei Kindern

Fieber als Symptom von Masern bei Kindern
(© Gina Sanders – Fotolia.com)

Eine Maserninfektion läuft in zwei Verlaufsphasen ab. Während die erste Phase, die als Prodromalstadium bezeichnet wird, nicht krankheitsspezifisch ist, kommt es in der zweiten Phase zu charakteristischen Symptomen. Betrachtet man zunächst das Prodromalstadium der Masern zeigen Patienten eine ausgeprägte Lichtscheu, die auf eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) zurückzuführen ist.

Weitere Indizien sind Fieber, Schnupfen und Husten, alles Symptome die auch häufig mit einer Erkältung oder Grippe einhergehen. Unspezifisch ist zudem das Auftreten von Kopfschmerzen und Übelkeit.

In der zweiten Phase, dem Exanthemstadium, prägt die Krankheit charakteristische Merkmale aus. Es zeigen sich beim Patienten unverwechselbare, kalkspritzartige Flecken mit rötlichem Hof auf der Schleimhaut der Wangen. Dieser als Koplik-Flecken bezeichnete Ausschlag zeigt sich nach ungefähr drei bis fünf Tagen nach Wahrnehmung der ersten Symptome. Eingeleitet wird diese zweite Phase der Masern in der Regel durch einen erneuten, intensiven Fieberschub. Es beginnt zudem ein dunkelroter, fleckiger Ausschlag der mit einer Bläschenbildung im Gesicht und hinter den Ohren einsetzt. Von dort aus nimmt der Ausschlag seinen Verlauf über den Oberkörper bis hin zu den Gliedmaßen. Lediglich die Sohlen der Füße sowie die Innenseiten der Hände sind davon ausgenommen.

Als begleitendes Krankheitsanzeichen ist zudem häufig die Schwellung der Lymphknoten zu beobachten. Ohne die Beeinträchtigung durch weitere Sekundärerkrankungen ist der Ausschlag nach vier bis sieben Tagen bereits stark verblasst. Auch die anderen Symptome ebben nun ab. In 20-30 Prozent der Krankheitsfälle kommt es zu den bereits angesprochenen Komplikationen.

Zu den häufigsten Sekundärerkrankungen zählen Durchfall, Lungen- und Mittelohrentzündungen. Über die Todesfallraten gibt es unterschiedlichen Angaben, da diese sich stets an der medizinischen Versorgungssituation orientieren. Das deutsche Robert Koch-Institut gibt einen Wert von 1:10.000 bis 1:20.000 an.

Diagnose der Masern

Diagnostisch werden Masern meist über das klinische Krankheitsbild in der Exanthemphase zweifelsfrei identifiziert. Generell würde auch in der ersten Phase bereits die Möglichkeit eines Antikörpernachweises über eine Blutuntersuchung in Frage kommen, doch diese Untersuchung wird meist erst für eine Differentialdiagnostik eingesetzt.

Ein in der Praxis selten angewandter Nachweis über einen Abstrich der Schleimhäute, des Urins oder aus Lymphozyten ist ebenfalls möglich.

Behandlung einer Masern-Erkrankung

Therapeutisch existiert kein unmittelbares Medikament gegen die Masern. Daher ist die Behandlung zwangsläufig auf die Milderung der symptomatischen Beschwerden begrenzt. In diesem Zusammenhang finden hauptsächlich fiebersenkende sowie abschwellende Medikamente ihre Anwendung. Ebenso ist absolute Bettruhe in einem abgedunkelten Raum zu empfehlen. Im Falle einer sekundären Folgeerkrankung ist der Therapieansatz entsprechend anzupassen.

Vorbeugung gegen Masern

Die bereits zu Anfang angesprochene Mutationsträgheit des Virus ermöglicht den wirksamen Einsatz einer Schutzimpfung. Es empfiehlt sich eine Immunisierung bei Kindern zwischen dem 11. und 14. Monat durchzuführen. In der Praxis wird häufig der sogenannte MMR-Impfstoff eingesetzt, eine Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Eine ausreichende Immunisierung nach der ersten Gabe des Vakzins ist nicht immer sichergestellt, weshalb es in der Regel zu einer zweiten Verabreichung im Alter von 15. Monaten kommt.

Gemäß Empfehlung der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Institutes sollten sich zudem Risikogruppen im Erwachsenenalter impfen lassen, insofern keine Schutzimpfung aus Kindertagen aktiv ist oder eine Masernerkrankung bereits ausgestanden wurde. Der Antikörperschutz nach überstandener Masererkrankung hält, analog zu der Schutzimpfung, ein Leben lang.