Eine wachsende Zahl an Kindern leidet unter Rücken- und Muskelschmerzen, Fehlhaltungen und sogar Fehlstellungen von Knochen und Gelenken. Schuld sind in vielen Fällen schlecht passende Schuhe. Auch Senk-, Hohl- und Spreizfüße oder auch ein Hallux valgus haben ihren Ursprung meist in der Kindheit. Viele Kinder tragen zu früh Schuhe, die dann in vielen Fällen auch noch zu klein oder zu eng sind.

Eine österreichische Studie mit 900 Kindergartenkindern hat nachgewiesen, dass viele Kinder (rund 85 Prozent der an der Studie beteiligten Kinder) Schuhe tragen, die eine Nummer oder mehr zu klein sind. Den Eltern ist das oft gar nicht bewusst, da – so das Ergebnis der Studie – sich Kinder in vielen Fällen nicht beklagen, wenn die Schuhe drücken, weil sie zu klein geworden sind. Sie empfinden zu kleine Schuhe nicht als unangenehm und ziehen einfach die Zehen ein, was langfristig zu Deformationen der Zehenglieder führt. Bei vielen der untersuchten Kinder konnte die österreichische Studie bereits eine Schiefstellung der Großzehe feststellen.

Folgen von schlecht passenden Kinderschuhen

Schlecht sitzende Schuhe können dramatische Folgen haben. Während des Wachstums der Füße sind die Auswirkungen besonders fatal, weil Knochen und Muskulatur noch nicht voll ausgebildet sind. Tragen Kinder über mehrere Entwicklungsphasen hinweg nicht passende Schuhe, drohen körperliche Schädigungen, die nicht nur direkt an den Füßen sichtbar sind. Zu kurze Schuhe verursachen eine Stauchung, zu enge Schuhe eine Pferchung – beides Ursachen für krankhafte Veränderungen der Zehenstellung wie ein Hallux valgus, die Schiefstellung der Großzehe. Auch schmerzhafte Gelenksentzündungen, sowie Entzündungen und Verkürzungen der Fußmuskulatur, können Folgen von nicht passenden Schuhen sein. Denn die natürliche Zugrichtung der Muskulatur verändert sich durch die langfristige Verschiebung der Zehen im Schuh. Weitere Folgen können sein:

  • Senk- und Spreizfüße
  • Durchblutungsstörungen
  • Kälte- und Taubheitsgefühl
  • Venenleiden (z.B. Krampfadern)
  • sowie Knie-, Hüft- und Rückenbeschwerden.

Eine Schädigung oder Beeinträchtigung der Füße wirkt sich auf den gesamten Körper aus und kann sogar Ursache für eine veränderte Körperstatik sein. Gesunde Füße sind damit auch die Basis für die Gesundheit des Körpers. Die gesunde Entwicklung der Füße vom Kleinkindalter an ist daher die Grundvoraussetzung, um Fehlstellungen und Verformungen vorzubeugen. Knochen und Muskeln können am besten kräftig und gesund wachsen, wenn Kinder barfuß laufen. Kinder sollten daher so oft und so lange wie möglich keine Schuhe tragen.

Warum ist Barfuß Laufen so gesund?

Wenn Kinder barfuß laufen lernen, sind ihre Bewegungen völlig frei. Die Abrollbewegung über die Sohle kann uneingeschränkt ausgeführt und korrekt erlernt werden. Die Zehen können dabei unterstützen das Gleichgewicht zu halten und sorgen beim Laufen auf unebenem Boden, z.B. auf hochflorigen Teppichböden, für Stabilität und Halt. Da Barfuß zu laufen abwechslungsreicher für den Fuß ist, schult und trainiert dies die Fußmuskulatur. Sie wird dadurch besonders kräftig, was eine Grundvoraussetzung für gesunde Füße ist.

Schuhe zwingen die Füße hingegen immer in eine bestimmte und recht starre Haltung. Die Schuhsohle führt häufig dazu, dass die Fußsohle beim Abrollen leicht überdehnt wird. Dies kann eine Überanstrengung verursachen und in langfristiger Folge können sich daraus Senkfüße entwickeln. Bei Schuhen mit dickeren Sohlen sind Unebenheiten des Bodens schwerer für die Kinder zu spüren, was die Stolpergefahr erhöhen kann. Kinder sollten daher im Haus höchstens ABS-Socken mit Gumminoppen auf der Unterseite tragen, um die Sturzgefahr auf glatten Böden zu reduzieren und die Füße warm zu halten. Bei Ausflügen im Kinderwagen reichen ebenfalls Socken oder weiche, flexible Babyschuhe. Modelle mit fester Ledersohle erfüllen bei trockenem Wetter auch ihren Zweck, wenn das Kind – gehalten von einem Erwachsenen – sich nur ein paar Schritte im Laufen üben möchte.

Gute Kinderschuhe sind das A und O

Zeit für die ersten festen Kinderschuhe ist es, wenn Kinder bereits recht gut nicht nur im Haus, sondern auch auf der Straße laufen können. Dann übernehmen die Schuhe eine wichtige Schutzfunktion beim selbstständigen Laufen auf Straßen und Wegen. Eltern sollten dabei aber auf jeden Fall auf Qualität achten. Nur hochwertige Schuhe können den Füßen Halt und Stabilität geben, ohne schädliche Auswirkungen auf die Füße zu haben. Hochwertigkeit bezieht sich dabei zum einen auf die Verarbeitung der Schuhe. Besonders wichtig sind:

  • atmungsaktives, weiches Leder als Obermaterial
  • Verschlüsse, die das individuelle Anpassen des Schuhs an den Fuß ermöglichen
  • sowie eine elastische und stabile Schuhsohle.

Hochwertige Schuhe engen die Füße nicht ein und unterstützen, mit einer flexiblen Sohle, die Abrollbewegung.

Zum Anderen bezieht sich Hochwertigkeit aber auch auf einen weiteren wichtigen Punkt: Dass die Schuhe richtig passen. Sie dürfen keinesfalls zu eng oder zu kurz sein. Dies müssen Eltern bereits beim Kauf beachten und dann die Passform regelmäßig kontrollieren.

Die exakte Größe ist am verlässlichsten festzustellen, wenn die Kinderfüße ohne Socken und Schuhe vermessen werden. So ist auch zu sehen, ob Kinder gegebenenfalls die Zehen anziehen, was zu einem falschen Messergebnis führen würde. Viele Hersteller bieten deshalb Schuhgrößenmesser an, mit denen die Kinderfüße entspannt zu Hause vermessen werden können.

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