Bereits in der frühen Antike war die Behandlungsmethode der Magnetfeldtherapie bekannt. Die Wirkungsweise der zu dieser Zeit mit Hilfe von Magnetsteinen durchgeführten Heilmethode war damals jedoch nicht unklar – allein die Tatsache, dass diese Behandlung Beschwerden unterschiedlichster Art zu lindern vermochten, war unseren experimentierfreudigen Vorfahren bewusst.

Die Wissenschaft nahm sich der Ergründung dieser Behandlungsform im Laufe der Zeit vielmals an, jedoch steht die klassische Schulmedizin der alternativen Heilmethode noch immer oft skeptisch gegenüber. Im Bereich der Naturheilkunde findet sie jedoch häufig Verwendung.

Wie funktioniert eine Behandlung mit Magnetfeldern?

Die Therapieform zählt zu den naturheilkundlichen Verfahren. Ihre Basis bildet die Annahme, dass Entzündungen, Verletzungen und diverse andere Erkrankungen positiv beeinflusst werden können, indem magnetische Impulse in das Körpergewebe eindringen.
Die für diesen Vorgang notwendigen Magnetfelder lassen sich durch entsprechende Geräte herstellen. Hier wird elektrische Energie aus einem Generator in eine Spule geleitet.

Durch diese Ladung wird ein magnetisches Feld erzeugt. Die so entstandenen Magnetfelder haben Einfluss auf Atomkerne, die sich in seinem Wirkungsbereich befinden. Kurz gesagt bewirkt ein Magnetfeld, dass sich Atomkerne in einem gleichmäßigen Drehimpuls drehen und ausrichten und Störungen dieses Mechanismus behoben werden.
Naturheilkundler gehen davon aus, dass eine veränderte Ausrichtung der körpereigenen Teilchen zu diversen Erkrankungen und Beschwerden führt. Eine Magnetfeldtherapie hat daher die Aufgabe, die Störung zu normalisieren. Kurz zusammengefasst fördert die Therapie mit Magnetstrahlen die Mikrozirkulation im Gewebe und unterstützt so die Selbstheilung des Körpers.

Wann findet diese alternative Behandlungsform Anwendung?

Die Einsatzgebiete der auf Magnetfeldern basierenden Therapie sind überaus umfangreich.
In der Schmerztherapie wird sie unter anderem häufig bei folgenden Beschwerden eingesetzt:

  • Arthrose
  • Rheuma
  • Poliomyelitis
  • Nervenschädigungen, die durch Diabetes ausgelöst wurden
  • Regelschmerzen
  • Migräne und andere Kopfschmerzarten

Auch Anwendungen zur Stärkung des Immunsystems sind möglich. Die Behandlung von Infekten und Allergien sowie Therapien mit dem Ziel, eine anhaltende Verbesserung der Knorpelstruktur zu erhalten, erzielen ebenso Erfolge. Erkrankungen der Wirbelsäule, Tinnitus, Stoffwechselerkrankungen oder Blutdruckstörungen lassen sich ebenso durch diese schonende Behandlungsform therapieren. Da die Forschung ständig weiter geführt wird ist damit zu rechnen, dass in Zukunft weitere Behandlungszweige von der Wirkung der Magnetfelder profitieren werden.

Einen effektiven Nachweis über die Wirkung der Magnetfeldtherapie ist noch nicht erbracht, jedoch zeigen einige Studien, dass in vielen Fällen eine positive Entwicklung des Gesundheitszustandes eintritt.

Wie läuft eine Magnetfeld-Behandlung ab?

Der Patient nimmt während einer Behandlung eine sitzende oder liegende Haltung ein. Die zu behandelnde Körperstelle sollte dabei so entspannt wie möglich sein. Der behandelnde Therapeut legt daraufhin, je nach genauer Form der Behandlung, Spulen, ein Magnetkissen oder eine spezielle Matte auf die betroffene Körperpartie. Je nach Stärke der Symptome und Umfang der Erkrankung kann die Sitzungslänge variieren.

Auch die Magnetstärke beeinflusst die Dauer der Behandlung. In aller Regel ist eine Therapie mit Magnetfeldern schmerzlos. Einzelne Faktoren wie die Feldstärke oder die Magnetfrequenz werden vom Therapeuten während der Behandlung angepasst. Ein Therapieintervall umfasst in der Regel zwischen fünf und zehn Einzelbehandlungen.

Sind Nebenwirkungen zu erwarten bei einer Magnetfeldtherapie?

Nebenwirkungen werden bei dieser Therapieform sehr selten beobachtet. Lediglich ein leichtes Kribbeln gehört zu den typischen Begleiterscheinungen, über die Patienten berichten. Dieses wird allerdings nicht als unangenehm empfunden, sondern lediglich als ungewohnt.

Patienten, die Elektroimplantate wie etwa einen Herzschrittmacher tragen, sollten auf eine Therapie mit Magnetfeldern verzichten,
die die Elektrik des Geräts gestört werden kann. Schwangere Frauen sollten eine Therapie vorab mit ihrem Arzt besprechen.

Ideale Therapie zur Kombination

Die Magnetfeldtherapie soll in erster Linie die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren. Gerade bei schwerwiegenden Erkrankungen sind diese jedoch oftmals schlicht zu schwach, um das bestehende Problem zu lösen. Eine Kombination aus schulmedizinischer Behandlung und naturheilkundlicher Elemente wird in diesen Momenten empfohlen, um der Erkrankung von allen Seiten zu Leibe zu rücken.

Auch zur Linderung von Schmerzen, die durch schulmedizinische Behandlungen ausgelöst werden, ist die Magnetfeldtherapie geeignet. Daher arbeiten immer mehr Schulmediziner mit den Kollegen aus dem Bereich der Naturheilkunde zusammen, um für den Patienten den idealen Weg und die perfekte Kombination zu finden.
Auch die gemeinsame Anwendung von homöopathischen Heilmitteln oder anderen Methoden aus der Naturheilkunde mit der auf Magnetfeldern basierenden Therapie gilt als erfolgreich und vor allem schonend.

Magnetfeldbehandlung als Prevention?

Auch ohne eine akute Krankheit wird der Behandlung mit Magnetfeldern eine positive Wirkung auf den Körper nachgesagt. So kann sie beispielsweise die Durchblutung fördern, ehe größere Beschwerden auftreten, die wiederum eine umfangreichere Therapie oder eine schulmedizinische Betreuung notwendig machen.

Depressionen behandeln mit Hilfe von Magnetfeldern?

Eine Studie der Bonner Universität hat nun die ersten Nachweise erbracht, die belegen, dass auch Depressionen erfolgreich durch den Einsatz von Magnetfeldern behandelt werden können. Im Zuge dieser Studie wurden zehn Patienten, die an starken Depressionen leiden, mit starken Magnetfeldern behandelt. Sechs von zehn Patienten erfreuten sich einer maßgeblichen Verbesserung des Gesundheits- und Gemütszustandes. Schwerwiegende Nebenwirkungen, wie sie bei der Einnahme von Antidepressiva einzukalkulieren sind, blieben beim Einsatz der Magnetfelder aus.

Künftig sollen weitere Patienten diese Studie zur alternativen Behandlungsmethode, der sogenannten Magnetkrampftherapie, ausprobieren, sofern sowohl Psychotherapien als auch Medikamente keine Wirkung zeigen.
Während dieser Behandlung werden am Kopf des Patienten zwei Spulen angebracht, durch die etwa 100 mal in der Sekunde ein magnetisches Feld entsteht. Dieses lösen wiederum minimale Krampfanfälle im Gehirn aus.

Die eigenmächtige Behandlung mit Magnetfeldern

Die Behandlung mit Magnetfeldern kann auch als Heimtherapie mit Hilfe von speziell dafür entwickelten Geräten durchgeführt werden. Diese Geräte wurden für den Hausgebrauch entwickelt und können bei leichteren Beschwerden oder als zusätzliche Behandlung angewendet werden. Bei schwereren Erkrankungen sollte jedoch prinzipiell nur auf ärztlichen Rat behandelt werden, auch wenn nicht mit unerwünschten Nebenwirkungen zu rechnen ist, denn die Behandlung mit Magnetfeldern kann andere Therapien beeinflussen.

Bezahlt die Krankenkasse die Therapie?

Krankenkassen bezahlen prinzipiell erst dann alternative Behandlungsmethoden, wenn die Wirkung dieser einwandfrei nachgewiesen ist. Dies ist bei der Therapie mit Magnetfeldern noch nicht der Fall. Zwar wurden einige Studien weltweit durchgeführt, die sich mit der Wirkung der Magnetfeldtherapie befassen, doch damit die Krankenkassen die Behandlungskosten übernehmen, müssen diese ausgeweitet werden. Auch private Kassen übernehmen die Kosten größtenteils nicht oder nur zum Teil.

 

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