Bulimie – die Ess-Brechsucht

Bulimie wird auch Ess-Brech-Sucht genannt (Bildquelle: © Piotr Marcinski - Fotolia.com)

Bulimie wird auch Ess-Brech-Sucht genannt (Bildquelle: © Piotr Marcinski – Fotolia.com)

Bei der Ess-Brechsucht ist das Essverhalten deutlich gestört. Manchmal achten Betroffene auf gesunde Ernährung, dann werden sie von plötzlich auftretenden Heißhungerattacken heimgesucht. Die zugeführte Nahrung wird häufig durch Erbrechen wieder hervorgewürgt. Die missbräuchliche Verwendung von Appetitzüglern und Abführmittel ist typisch für die Erkrankung. Körperliche Ertüchtigung bis hin zur Erschöpfung gehört ebenfalls zum Krankheitsbild. Es wird oft beobachtet, dass Betroffene kein Untergewicht haben und sich sehr gut mit der Kalorienmenge von Lebensmitteln auskennen.

Magersucht – Wenn das Selbstbild nicht mehr stimmt

Diese Essstörung zeichnet sich durch krankhafte Gewichtsabnahme der Betroffenen aus. Zugleich haben sie große Angst vor einer Gewichtszunahme, selbst wenn es sich dabei nur um ein paar Gramm handelt. Wenn der Stoffwechsel durch die unzureichende Nahrungsaufnahme auf Sparflamme brennt, wird jedes überflüssige Gramm bei einer Abweichung der Essgewohnheiten als Fettgewebe gespeichert. Eine Gewichtszunahme erfolgt zudem durch Wassereinlagerung im Gewebe in Folge einer Störung der Nierenfunktion. Auch wenn der Körper immer dünner wird, empfinden sich die Patienten dennoch als zu pummelig und nehmen noch weniger Nahrung zu sich. Oftmals fehlt eine ehrliche Selbstreflektion und Fragen wie „Habe ich Bulimie?“ oder was stimmt mit mir nicht kommen leider sehr selten auf.

Wie kann es zu diesen Krankheiten kommen?

Die Ursachen, die zum Ausbruch von Magersucht und Bulimie führen können, sind vielfältig. Die Magersucht beginnt meist mit dem Wunsch nach Gewichtsabnahme. Übergewichtige Kinder sind oft von Mobbing betroffen. Sie werden in der Schule und in der Freizeit gehänselt. Der seelische Leidensdruck ist bei Betroffenen sehr groß. Auch die Trennung der Eltern oder andere familiäre Probleme können zum Ausbruch der Magersucht führen. Doch auch Leistungsdruck, der durch ehrgeizige Eltern verursacht wird, kann Auslöser der Magersucht sein. Es ist in diesem Fall ein Hilfeschrei nach Aufmerksamkeit. Stress im Beruf und der Wunsch nach gutem Aussehen kann zu Bulimie führen. Schlank sein wird mit Attraktivität gleichgesetzt, die oft zum gewünschten Bewerberprofil bei Stellenausschreibungen gehört. Doch auch eine Diätkarriere kann die Entstehung beider Erkrankungen fördern.

Infographik: Welche Symptome sind eindeutig für welche Krankheit?

Infographik: Die Unterschiede zwischen Bulimie und Magersucht

Wie verlaufen Bulimie und Magersucht?

  1. Bei der Bulimie beginnt es meist mit Diäten. Stellt sich der Erfolg ein, werden wieder kalorienreiche Lebensmittel bevorzugt. Um eine Gewichtszunahme zu umgehen, greifen die Betroffenen zu Appetitzüglern, Abführmitteln und bringen sich zum Erbrechen der Nahrung. Sie treiben auch zu viel Sport. Kalorienarme Lebensmittel liefern oft nicht die vom Körper benötigte Energie. Durch die verminderte Nahrungsaufnahme haben Betroffene häufig Heißhungerattacken und greifen bevorzugt nach kalorienreichen Lebensmitteln. Das schlechte Gewissen stellt sich umgehend ein und der Kreislauf mit Abführmittel, Erbrechen und Sport bis über die Belastungsgrenze hinaus beginnt von vorne. Aus diesem Teufelskreis kommen die Erkrankten nicht mehr selbst heraus. Es ist wie eine Sucht, die einer entsprechenden Behandlung bedarf.
  2. Auch die Magersucht beginnt mit dem Wunsch nach einem geringeren Gewicht und vielen Diäten. Ist das Wunschgewicht erreicht, sehen Betroffene in noch schlankeren Personen ein Vorbild, dem es nachzueifern gilt. Das Gewicht wird durch weitere Diäten und noch geringerer Nahrungsaufnahme reduziert. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo trotz extremem Untergewicht der eigene Körper als zu dick empfunden wird. Diese Wahrnehmungsstörung führt zu einem Teufelskreis, der ebenfalls einer Behandlung in einer Spezialklinik bedarf. Wird keine therapeutische Hilfe in Anspruch genommen, kommt es im schlimmsten Fall zum Tod durch Organversagen. Die Organe versagen, wenn sie zu lange nicht mehr mit lebensnotwendigen Mineralstoffen, Spurenelementen, Vitaminen und so weiter versorgt werden. Herzversagen ist hier die häufigste Todesursache, denn durch den Nahrungsmangel wird dieser Muskel nicht mehr mit Kalium, Kochsalz und Magnesium versorgt. Es kommt in der Folge zu Herzrhythmusstörungen, die tödlich enden können.