Die COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) ist eine der häufigsten Krankheiten, die zum Tod führen kann. Sie ist hauptsächlich auf dauerhaften Zigarettenkonsum zurückzuführen, in Ausnahmefällen auch auf andere Umweltbelastungen. Ein möglicher Therapieansatz ist die Transplantation der Lunge oder eines Lungenlappens. Doch welche Voraussetzungen gibt es für die Lungentransplantation bei COPD, was sind die Risiken und wie sind die Erfolgsaussichten?

Voraussetzungen für eine Lungentransplantation bei COPD

Eine Lungentransplantation wird bei der COPD angewendet, wenn keine anderen Therapien mehr greifen. Der Grund dafür ist, dass COPD-Patienten oft zahlreiche Begleiterkrankungen haben, die eine Transplantation zu gefährlich machen. Zudem stehen ohnehin nicht genügend Spenderlungen zur Verfügung. Nur jeder Zweite, der auf der Warteliste für eine neue Lunge steht, erhält diese auch. Das maximale Alter für eine Lungentransplantation liegt bei 65 Jahren. Hierbei ist das biologische Alter entscheidend. Darüber hinaus sollte der Patient an keiner weiteren schwerwiegenden Erkrankung leiden (z. B. Herzschwäche, bösartiger Tumor etc.). Außerdem muss der Patient über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten auf Alkohol, Zigaretten oder andere Drogen verzichtet haben.

Risiken der Lungentransplantation bei COPD

Eine Lungentransplantation ist ein belastender Eingriff für den Körper. Trotz intensiver Voruntersuchungen, sind die Reaktionen jedes einzelnen Patienten nur begrenzt kalkulierbar. In den ersten Wochen nach der Operation ist daher mit zahlreichen Nebenwirkungen zu rechnen. Möglich sind hierbei:

  • Innere Blutungen
  • Lähmungen des Zwerchfells
  • Infektionen durch Viren, Bakterien oder Pilze
  • Akutes Herz- oder Lungenversagen

Stößt der Körper das Organ gänzlich ab, führt dies häufig zum sogenannten BOS (Bronchiolitis Obliterans Syndrom). Hierbei versagt die Lungenfunktion schrittweise, so dass für ein Drittel der betroffenen Patienten eine erneute Lungentransplantation notwendig wird.

Vorteile der Lungentransplantation bei COPD

Trotz aller Risiken gibt es Argumente, die klar für eine Lungentransplantation bei COPD sprechen. Die Patienten sind zwar Zeit ihres Lebens zu einer disziplinierten und gesünderen Lebensweise verpflichtet, dank verbesserter Medikamente werden Abstoßungsreaktionen des Körpers aber zunehmend minimiert. Die 2-Jahres-Überlebensrate der Patienten liegt bei 70%. Hat der Körper die Lunge angenommen, sind die COPD-Symptome gänzlich verschwunden. Dies führt zu einer enormen Verbesserung der Lebensqualität. Die Patienten sind wieder belastbarer und können aktiv am Leben teilnehmen.

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