Namensgeber der Parkinson-Krankheit ist der Londoner Arzt und Apotheker James Parkinson, der die Erkrankung in seiner Abhandlung „Essay on the Shaking Palsy“, im Jahr 1817, als Erster ausführlich beschrieb. 1884 bezeichnete der französische Neurologe Jean Marie Charcot diese Krankheit, dann erstmalig als Morbus Parkinson.

Frühe Zeugnisse der Krankheit und ihre Entdeckung durch James Parkinson

Auch wenn Morbus Parkinson im 19. Jahrhundert zum ersten Mal unter dieser Bezeichnung definiert wurde, so sind die typischen Symptome der Krankheit wie Zittern und Bewegungsstörungen bereits in den Schriften antiker Kulturen belegt. Diese wurden beispielsweise auch vom berühmten griechischen Arzt Galen beschrieben.
Die erste umfangreiche Darstellung erfolgte aber erst durch James Parkinson, der die Krankheit selber noch als „Schüttellähmung“ bezeichnete. In der o. g. Abhandlung hielt er seine Beobachtungen fest und beschrieb darin auch das langsame Fortschreiten der Erkrankung. Eine konkrete Ursache konnte der renommierte Arzt jedoch noch nicht ausmachen und so vermutete er, dass eine Erkrankung der Halswirbelsäule die Symptome hervorrufen würde.

Die Weiterentwicklung in der Forschung

Nach der Entdeckung bzw. Benennung der Krankheit folgte die erste medikamentöse Therapie in den 1860ern. Da Parkinson zu jener Zeit als eine „nervöse Erkrankung“ galt, wurden Belladonna-Präparate verwendet, deren Wirkstoff Atropin den Botenstoff Acetylcholin hemmt. Auch wenn die Bewegungsstörungen der erkrankten Patienten durch diese Präparate nicht verbessert werden konnten, blieben sie bis zur Einführung synthetischer Anticholinergika, in der Mitte des 20. Jahrhunderts, die einzigen Medikamente, die zur Behandlung eingesetzt wurden.
Den nächsten Meilenstein in der Erforschung legte der Neuropathologe Konstantin Tretiakoff, der die sogenannte Schwarze Substanz (Substantia nigra) im Gehirn als wesentlichen Indikator der Erkrankung entdeckte. Etwa zwanzig Jahre später lieferte der deutsche Pathologe Rolf Hassler die erste histologische Beschreibung der Schwarzen Substanz.
Ein weiterer Meilenstein folgte in den 1960er durch die Pharmakologen Oleh Hornykiewicz und Herbert Ehringer, die das Absterben Dopamin-produzierender Zellen und damit einen Dopaminmangel in den Basalganglien, des Hirnstammes von verstorbenen Patienten, nachweisen konnten. Daraufhin wurde die L-Dopa-Therapie eingeführt und der fehlende Botenstoff Dopamin den Patienten zugeführt.

Der aktuelle Forschungsstand

Auch wenn die Forschung seit James Parkinson enorme Fortschritte vorweisen kann, so lassen sich bis heute nur die Symptome der Krankheit lindern. Neue Medikamente, Kombinationspräparate und diverse Therapien verbessern die Lebensqualität, sowie Lebenserwartung von Patienten zwar deutlich, doch lässt sich die Erkrankung bisher weder heilen noch ihr Fortschreiten aufhalten. Die Wissenschaft arbeitet weiter eifrig an der Erforschung dieser Krankheit, so dass in Zukunft neue Erkenntnisse zu erwarten sind.

 

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